Frankreich Kolonialmacht

Hi Heike

Dein Artikel enthält eine ganze Reihe von Fehlern. So hatte
die Schutztruppe zu keiner Zeit 14.500 Soldaten zur Verfügung.

Kann ich mir nicht vorstellen. Immerhin hab ich die Informationen aus dem Magazin Geo-Epoche Nr.12 „Deutschland um 1900“. Für 8 Euro kann man schon ruhig erwarten, dass die Autoren der Artikel gut recherchiert haben. Außerdem wurde mir das Heft von meinem Geschichtslehrer empfohlen und in Sachen Literatur und Geschichte ist er ein absolutes Genie. Also kann ich mich auch auf die Korektheit der Artikel verlassen. GEO hat natürlich auch keinen schlechten Ruf und sie dürfen sich genauso wenig einen Fehltritt leisten.
Ich bin noch nicht dazu gekommen deinen Artikel aus dem anderen Thread zu lesen, da ich ne Menge für Klausuren lernen muss. Ich denke mal, dass du auch gut recherchiert hast, aber du kannst dir sicher sein, dass ich mir meine Fakten nicht einfach so aus den Fingern gesogen habe. Wie gesagt, ich hab da auch schon meine Quellen. Bei Gelegenheit kannst du dir das Heft mal zulegen und dir eine eigene Meinung darüber machen. Die Schlacht am Waterberg wird dort übrigens sehr gut dargestellt und ich verlasse mich auch auf die historische Richtigkeit.

mfg Blue

Hallo Ralf, Hallo Feldmarschall,

  • au weia -

Lest Euch doch mal die zeitgenössischen Berichte
durch! Da ist die Rede von gekürzten Rationen, Verwundeten die
mangels Betten in den Feldlazaretten auf dem Boden schlafen
mussten, Soldaten welche sich mangels Stiefeln Felle um die
Füße wickelten, Soldaten welche Hüte trugen, die man von den
Hottentotten erbeutet hatte, da keine eigenen vorhanden waren,
Soldaten welche mangels ausreichender Wasserversorgung aus
verseuchten Dreckpfützen trinken mussten usw.

ach, mir kommen die Tränen …

Mir ist kein militärischer Konflikt in der Geschichte bekannt, egal, wo er stattgefunden hat, bei dem nicht bei wenigstens einer beteiligten Seite genau eine solche katastrophale Versorgungslage bestanden hat. Genau genommen war das, was da zitiert ist, bis ins späte 19. Jahrhundert eher die Regel als die Ausnahme. Irgendeine Vorstellung, wie hoch z.B. die Verlustrate ohne Feindeinwirkung im Amerikanischen Bürgerkrieg war?

Ansonsten habe ich kein Interesse, auf Deine Beleidigungen noch weiter einzugehen. Und damit endlich Ruhe ist, gebe ich hiermit unumwunden zu, daß Du in der Lage warst, Dir durch die Lektüre eines Buches über die Hottentotten weitaus mehr militärhistorisches Fachwissen anzueignen als ich durch ein ganzes Studium.

Hallo Bluehead,

der GEO-Artikel ist mir bekannt, wie so ziemlich alles, was zu diesem Thema veröffentlicht wird. Es handelt sich dabei um einen typischen Artikel zu dem Thema Hererokrieg und enthält auch Fehlinformationen, Halbwahrheiten und Vorurteile. Hierzu empfehle ich den Aufsatz „Ungewisse Gewissheiten“ von Brigitte Lau, die als Leiterin des Nationalarchives von Namibia mit Sicherheit über mehr Kompetenz verfügte, als ein Autor von GEO.

Zu der Truppenzahl schreibt Brigitte Lau folgendes:

„Von der Gesamtzahl der deutschen Kriegsteilnehmer von 1904 bis 1907, nämlich 20.867 (sowohl im Herero- als auch im Namaland), „verließen“ zur gleichen Zeit 13.029 die Truppe (Sanitätsbericht, Bd.1,S.2). Von diesen 13.029 wurden über 10.000 bzw. 82% verwundet oder krank nach Hause geschickt (ebenda, 161). Die durchschnittliche militärische Stärke während des ganzen Krieges belief sich auf ungefähr 11.000 (ebenda, 2) und von diesen waren im Jahresdurchschnitt 57% krank. Tatsächlich war, laut Statistik, außer den 10.000 hoffnungslos Erkrankten, die nach Hause geschickt worden waren, jeder dieser Kriegsteilnehmer mindestens drei Mal im Laufe des Krieges krank ( Sanitätsbericht, Bd.2, 30). Das Land bot kein Netz von marschierenden Soldaten, sondern von Hospitälern. Die Gesamtzahl der deutschen Soldaten, die zu irgendeiner Zeit während des Krieges einsatzfähig waren, kann demnach nicht mehr als maximal 4.700 Mann betragen.“

Ich habe selbst den Sanitätsbericht durchgearbeitet und kann daher die Angaben von Brigitte Lau bestätigen. Der Sanitätsbericht enthält genaue Angaben über Bestand, Zugang, Abgang und Durchschnittsiststärke für jeden Monat 1904 - bis zum offiziellen Kriegsende 1907. Die tatsächlich zur Verfügung stehenden Soldaten (Iststärke abzüglich Verwundeter und Kranker welche sich im Schutzgebiet befanden) mußten allerdings von Brigitte Lau hochgerechnet werden, da die Truppenakten nicht mehr vorhanden sind.

Keiner der Autoren, welche heute in den Medien Berichte über den Hererokrieg verbreiten, hat jemals den Sanitätsbericht oder sonst einen der zahlreichen amtlichen, halbamtlichen oder privaten Berichte aus der damaligen Zeit in der Hand gehabt. Die „Recherchen“ dieser Autoren bestehen in dem Abschreiben von Arbeiten anderer Autoren und Historiker. Verfolgt man die Spur weiter, landet man im wesentlichen, nämlich in der unsinnigen „Völkermorddarstellung“, bei dem DDR-Historiker Drechsler.

Mein Artikel über die Schlacht am Waterberg beruht dagegen ausschließlich auf zeitgenössischen Berichten, ergänzt durch Hinweise von Brigitte Lau und Klaus Lorenz und unter Berücksichtigung der mündlichen Überlieferung der Hereros.

Gruß, Heike