Französisch: Fete

Hallo!
Ich überlege gerade, welche Unterschiede es eigentlich zwischen den vielen möglichen französischen Ausdrücken für „Fete“ gibt. Kann mir jemand helfen? Ich nehme an, einige davon sind inzwischen veraltet - falls ihr wisst, wann man die Begriffe benutzt hat, wär das auch super.
Also folgende Begriffe kenne ich:
fête
teuf
boum
surboum
soirée
surprise-partie

Schon mal vielen Dank und viele Grüße!

hallo.

boum

ich würde hierfür plädieren. siehe „la boum - die fete“ von 1980. nicht gesehen? :smile:

soirée

das dürfte eher eine feier der eleganten abendgesellschaft sein.

surprise-partie

und das eine überraschungsparty

gruß

michael

Hi, schau dich mal hier um:

http://dict.leo.org/frde?lp=frde&lang=de&searchLoc=0…

Danke, aber ich wollte ja gerade die genauen Unterschiede wissen und nicht, was es „wahrscheinlich“ bedeutet. LEO habe ich auch selbst schon befragt. Mir geht es um die Bedeutungsnuancen. Und zwar weil ich gerade den Film „La Boum“ untersuche.

Hallo,

Mir geht es um die
Bedeutungsnuancen. Und zwar weil ich gerade den Film „La Boum“
untersuche.

auf http://www.lexilogos.com/francais_langue_dictionnair… gibt es zahlreiche Suchoptionen - vielleicht wirst Du da fündig.

Gruß
Kreszenz

Hallo zurück!

Also soweit ich das beurteilen kann (Französischstudentin im frz.sprechenden Teil der Schweiz - im Moment in Paris weil Pariser als Freund (ach ja… an das dämliche Gelächter über den „Pariser als Freund“ habe ich mich schon gewöhnt… *stöhn*)) unterscheiden sich die Ausdrücke folgendermassen:

fête

Generell einfach ein Fest. Kann von Party bis zum eleganten Fest reichen, eigentlich das, was wir alles unter Fest verstehen können. Ein allgemeiner Ausdruck.

teuf

Lol… das ist ein Wort aus der berühmten Banlieue-Kreation „Verlan“ (kommt von à l’envers, aber eben genau umgekehrt gesagt, genauso funktioniert das Ganze auch). Vielleicht kennst Du „meuf“ für femme bzw. heute eher copine, petite amie, das ist recht verbreitet. Ohne das jetzt besonders oft gehört zu haben, benutzen es eher jugendliche oder eben Banlieue-Bewohner, deshalb versteht es sich wohl von selbst, dass hiermit wohl kaum eine Abendgala nobelster Sorte gemeint ist… Man spricht von Teuf, wenn es ein grösserer Anlass als eine Soirée ist, aber wenn es eben lockerer zugeht. Jugendliche Fete, lockeres Fest.

boum

Das hingegen ist, was man schlechthin unter Party versteht, aber nicht im Sinn von „Geburtstagsparty“ sondern eben eine „echte“ Party wo es VOLL abgeht ;o) Heute aber nicht mehr sooo gebräuchlich… Ältere Leute (muahaha… ältere Leute… gut, sagen wir so Leute ab 35…) bezeichnen solche Parties eher als Boum.

surboum

Hm… leider noch nie gehört, gleich mal nachfragen, wenn le Chéri wieder heimkommt! Sollte es etwas Besonderes sein, häng ich das dann noch an.

soirée

Im Gegensatz zu was schon gesagt wurde, ist das NICHT ein eleganter Abend, sondern eher im Gegenteil ein gemütliches Zusammensitzen von einigen Freunden. Meinstens sind da nicht sooo viele Leute und mehr oder weniger alle kennen sich. Meinstens organisiert man eine Soirée bei sich zuhause und lädt seine Freunde ein. So gibt es die „soirée chez Lucien“, oder diejenige „chez Paul“ etc. und jeder weiss, dass man dann zu Paul oder eben Lucien gehen wird und es ein sehr gemütlicher Abend unter Freunden sein wird.

surprise-partie

Das ist eine Überraschungsparty. Wie und unter welchen die abläuft, kommt wohl auf denjenigen an, der überrascht werden wird und auf den/die Organisator(en).

Gern geschehen, Gruss,

Semiramis

Hallo Semiramis,

als Bilingue mit Franzi-Studium in CH und Walliser Freund (der zudem auch noch absoluter Raymond Devos und Bourvil Fan ist), muss ich hier

teuf

Lol… das ist ein Wort aus der berühmten Banlieue-Kreation
„Verlan“ (kommt von à l’envers, aber eben genau umgekehrt
gesagt, genauso funktioniert das Ganze auch).

kurz einhacken. Das Verlan gab es als langue populaire schon bevor man die heute bekannten Banlieus hatte. Da es eine gesprochene ‚Sprache‘ ist, weiss man nicht so genau wann der ‚Dreh- und Tauschidee‘ entstand, aber ein paar Profs meinen vor dem 1. Weltkrieg (Prof. Kristol, Dialektspezialist aus Neuenburg, CH). Dutronc, Séchan und Baschung benutzen es ebenfalls in ihren Liedern, und Auguste le Breton (sic!) hat sogar so geschrieben.
Sicherlich handelt es sich beim Verlan ursprünglich um eine Sprechart welche auf ländlichen Gebieten verbreiteter oder in den Voroten war. Irgendwann hat sich aber dann auch ein gewisser Wortwitz und Sprachkönnen hinzu gesellt, der eine Freude an der Sprache ganz deutlich machen.

Natürlich ist das Verlan der Banlieus nochmal ein anderes Kapitel.

Liebe Grüsse

Y.-

http://monsu.desiderio.free.fr/curiosites/verlan1.html
http://fr.wikipedia.org/wiki/Verlan

Das Verlan gab es als langue populaire
schon bevor man die heute bekannten Banlieus hatte. Da
es eine gesprochene ‚Sprache‘ ist, weiss man nicht so genau
wann der ‚Dreh- und Tauschidee‘ entstand, aber ein paar Profs
meinen vor dem 1. Weltkrieg (Prof. Kristol, Dialektspezialist
aus Neuenburg, CH). Dutronc, Séchan und Baschung benutzen es
ebenfalls in ihren Liedern, und Auguste le Breton (sic!) hat
sogar so geschrieben.

Es gibt Nachweise für Verlan, die schon deutlich älter sind. Semiramis hat aber durchaus Recht damit, dass heutzutage hauptsächlich in den Banlieues so gesprochen wird. Abgesehen natürlich von einigen lexikalisierten Begriffen, die alle benutzen.

Aber über Verlan wollt’ ich eigentlich nicht weiter reden… habt ihr nicht noch 'ne Idee, was dieses „surprise-partie“ bedeutet (ich bin mir nämlich nicht sicher, ob das wirklich Überraschungsparty heißt, ich hab mal irgendwo gehört, dass man in den 70er Jahren ganz normale Partys so nannte) und wo der Unterschied zwischen „boum“ und „surboum“ liegt?

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Hallo Chrysalide,

Aber über Verlan wollt’ ich eigentlich nicht weiter reden…

Und ich wollte nichts Unvollständiges stehen lassen.

habt ihr nicht noch 'ne Idee, was dieses „surprise-partie“
bedeutet (ich bin mir nämlich nicht sicher, ob das wirklich
Überraschungsparty heißt, ich hab mal irgendwo gehört, dass
man in den 70er Jahren ganz normale Partys so nannte)

Das wird mir von meinem Verlobten gerade bestätigt. Scheint allerdings ziemlich veraltet zu sein. Er meinte noch, es handle sich eigentlich immer um sogenannte Lycée Parties (also mit einer Klassenband etc.) und es hätte ein Lied von G. Chelon (http://www.paroles.net/chansons/16056.htm) gegeben, wo dies drin vorkam.
Das mit den Liedern scheint eine Konstante zu sein.
Denn…

und wo
der Unterschied zwischen „boum“ und „surboum“ liegt?

die „surboum“ kenne ich nur aus Gainsbourgs ‚Rock around the bunker‘. Ich dachte allerdings immer es ginge um das lautmalerische „boom“ einer Bombe und dann das übersteigerte „sur-boom“ dazu (schliesslich gehts ja später auch um Napalm etc.)
Der Robert meint allerdings dazu: ‚surboum‘ hat ‚surprise party‘ abgelöst und ist eine Zusammensetzung aus „sur(-prise partie) + boom“ (erster Nachweis: 1951 !) und unterscheidet sich nicht von der ‚surprise partie‘, welches wie oben eine einfache Klassen- oder Schulfete war.

Liebe Grüsse
Y.-

hi

du hast da noch was vergessen :

la „sauterie“ (allerdings seehr ironisch) kannst du auch noch anbringen.
aber vorsicht ! denn „sauter quelqu’un“ ist ja bekanntlich umgangssprachlich-vulgär für mit jemanden ins bettli gehen…

grinsende grüsslis,
fred

Hallo zurück!

als Bilingue mit Franzi-Studium in CH und Walliser Freund (der
zudem auch noch absoluter Raymond Devos und Bourvil Fan ist),

Oooch, mennooooo ;o) Also bilingue bin ich ja nun wirklich nicht - aber mein Freund ist dafür Louis de Funès-Fan… (ok, was das jetzt mit dem Thema zu tun hat, weiss ich nicht, musste aber mal gesagt sein, lol)

Irgendwann hat sich aber dann auch ein
gewisser Wortwitz und Sprachkönnen hinzu gesellt, der eine
Freude an der Sprache ganz deutlich machen.

Klar, Du hast natürlich völlig recht, ich wollte nur keinen Riesenexkurs machen - aber ich stimme Dir 100% zu.

Habe meinen Freund nochmal gefragt, er meinte, für ihn sei eine Surprise-partie eine Überraschungsparty (wie ich das gesagt hab) und die Surboum kannte er nicht (wirklich. Zitat: „Hmm… Hat man früher glaub ich mal gebraucht. Könnte meine Mutter sagen.“). Liegt vielleicht daran, dass wir noch junge Schnaufer sind und so „altmodisches Zeug“ nicht mehr (oder NOCH nicht! lol) kennen!

Liebe Grüsse zurück,

Semiramis

Bonsoir,

ich wollte ja gerade die genauen Unterschiede
wissen

La suprise-party wurde von Sheila 1963 besungen in einem Song,dessen Titel es war „Première surprise-party“ wir bezeichneten einfach eine party mit diesem Ausdruck. Ich kann es bestätigen, war damals oft dabei.
Hab’ einige surprise-partys gefeiert!!!
Da wurden Freunde im Elternhaus eingeladen (in Abwesenheit dieser natürlich, oder sie waren nicht sehr weit weg von der Party aber zeigten sich mehr oder weniger diskret!!)
Jeder, der eingeladen war, brachte etwas mit, Getränke oder etwas zum Knabbern. Das war die Surprise und auch manchmal traf man Leute, die einem noch unbekannt waren (nur von demjenigen, der die Party organisierte nicht). Das war auch Teil der Surprise.
Später in den Achtzigern feierte man Boum oder auch Surboum, die aber das gleiche bezeichneten. Nur wollten die Jugendlichen dieser Zeit sich von den älteren unterscheiden. So klang surprise-party schnell als veraltet und dann in den Neunzigern wurden es Teufs aus dem Verlan, wie schon erwähnt. Der Vorgang ist aber immer mehr oder weniger der gleiche.
Viel Unterschied finde ich da nicht.
Hoffe doch geholfen zu haben,
Gruss
Ingrid

Coucou Ingrid,

Jeder, der eingeladen war, brachte etwas mit, Getränke oder
etwas zum Knabbern.

Das wiederum nennt sich heute in Studentenkreisen ein „Repas Canadien“… warum? Weiss der Geier…

Gruss
Y.-

Bonsoir Yseult,

Jeder, der eingeladen war, brachte etwas mit, Getränke oder

etwas zum Knabbern.

Das wiederum nennt sich heute in Studentenkreisen ein „Repas
Canadien“… warum? Weiss der Geier…

Vielleicht kann uns da meine Freundin, deren Tochter in Kanada lebt, weiterhelfen. wenn ich was finde, bevor sonst jemand schon geantwortet hat, melde ich mich.
A bientôt,
Ingrid