Hallo Tanja,
in erster Linie sollte sie die Sprache auswählen, die sie mehr interessiert und für die sie mehr Verwendung hat. Wenn das egal ist, könntest du mal über Folgendes nachdenken:
Anfängerkurse wirst du für beide Sprachen in ausreichender Zahl finden, das ist gar kein Problem. Wenn der Unterricht aber irgendwann mal nützlich sein soll, braucht man guten Unterricht für Fortgeschrittene. Wenn man die Fremdsprache nicht auf dem Schulzeugnis findet, wäre es ganz günstig, auf eine internationale Sprachprüfung hinzuarbeiten. Nützlich werden Sprachkenntnisse ab einem Niveau von B1 und besser. Das könnte auch nützlich sein, wenn mal ein Abi angestrebt wird (Stichwort 2.Fremdsprache - die Richtlinien können je nach Bundesland abweichen).
Deshalb würde ich die Wahl der Fremdsprache von den örtlichen Gegebenheiten abhängig machen. Gibt es in euerer Nähe ein Institut Francais oder das spanische Gegenstück dazu, ein Instituto Cervantes? Dort bekommt man wirklich guten Fremdsprachenunterricht zu Preisen, die akzeptabel sind. Man muss dort nicht unbedingt als Anfänger beginnen, aber wenn einem erst mal der 3. VHS-Kurs mangels genügend Teilnehmern eingegangen ist, ist ein Wechsel empfehlenswert. Gibt es beides nicht, solltest du einfach mal das Programm der örtlichen VHS untersuchen. Wieviele Fortschrittskurse werden in welcher Sprache angeboten? Fortschrittskurse, damit meine ich nicht das zweite Halbjahr, sondern Kurse für das vierte oder fünfte Lernjahr. Gibt es solche Kurse auch in Abendform oder nur vormittags (was leider häufig vorkommt)? Gibt es vielleicht sogar Vorbereitungskurse auf die Sprachprüfungen DELF, DELE oder TELC o.ä.?
Bei uns ist es beispielsweise so, dass das Spanischangebot der örtlichen VHS gar nicht mal schlecht ist und auch die Nachbarstädte bieten ziemlich viel. Französisch sieht längst nicht so gut aus, aber es gibt ein Institut Francais in der Nachbarstadt, das ich besuche. Spanisch VHS, Französisch IF - damit kommme ich gut klar. Die Franzkurse unserer VHS sind dagegen erstmal nicht so häufig und dann inhaltlich teilweise sehr intellektuell, d.h. es werden oft ziemlich abgehobenen Themen (Literatur, Theater, Kunst) behandelt, die nicht jedermanns Sache sind. Abgesehen davon werden in den Sprachprüfungen auch eher praxisnahe Themen behandelt: Zeitungsartikel, aktuelle Diskussionsthemen, Radiobeiträge - mit Theater und Kunst kommt man da nicht so wirklich weit.
Es kann auch hilfreich sein, mal zu gucken, mit welchen Lehrbüchern gearbeitet wird und mal in das Buch hereinzublättern, um zu sehen, ob es einem sympathisch ist und die Themen interessant.
Motivation ist doch sowieso das Wichtigste beim Lernen!
Viele Grüße
Anne