französisch-sprachige Bewerbung

Moimoin!

Ich war jetzt hin- und hergerissen, in welches Forum dieser Thread gehört, Jobs oder Sprachen, habe mich dann aber für Sprachen entschieden, da ich vornehmlich sprachliche Unterstützung benötige.

Mein französisch ist leider nicht so gut, habe aber Grundkenntnisse.
Da ich nun von einer offenen Stelle in Frankreich hörte (eine Stelle, die ein Deutscher besetzen soll), denke ich natürlich nach, wie eine französische Bewerbung an sich aussieht. Was für Textbausteine/Floskeln stehen da drin? Ist es genauso aufgebaut, wie die deutsche Bewerbung? Wie schauts mit dem Lebenslauf aus? Was steht wie wirklich drin? Vielleicht könnt ihr mir ja schon mal mit ein paar Vokabeln/Sätzen aushelfen, die man nicht so leicht im Pons/Leo findet…

Auf baldige Antwort freue ich mich!
Bis denne

Bonsoir,

hier findest du Hilfe, aber es kostet ein wenig;-(
1 http://www.1cvpro.com/CV/produit.html

und da ist es gratis aber sehr korrekt :

2 http://www.anpe.fr/espace_candidat/conseils/conseils…
ANPE ist das französische Arbeitsamt. Auf der Webseite der anpe wird erklärt,wie man’s macht.

Wie schauts mit dem Lebenslauf aus? Was steht wie wirklich drin?

auf einer Seite sollte schon alles reinpassen:
-études : écoles, scolarité (man beginnt mit dem zuletzt erreichten Diplom und nennt die Schulzeit bis zum Abi zurück)Es wird alles schlagzeilartig geschrieben)
-stages : lieux, thèmes, sujets traités avec quels résultats
-emplois éventuels :
-autres caractéristiques ; sports pratiqués, activités culturelles
langues étrangères, niveau :scolaire ou confirmé
connaissances en informatique : logiciels utilisés à quel niveau

remarque : ja keine Diplome vergessen zu erwähnen. Bei uns sind Diplome wichtig!!

Ich hoffe, diese einigen Zeilen helfen schon einen Schritt voran.

Willkommen in Frankreich, wenn’ klappt.
Ich wünsche dir viel Erfolg .
Gruss aus Frankreich
Ingrid

Servus,

zur Gliederung finde ich dieses hier:

http://www.online-bewerbung.org/bewerbung_frankreich…

ganz aufschlussreich.

Zum Sprachlichen:

Der grausige „erste Satz“ ist auf Französisch harmlos, weil auch erzkonservative Ansprechpartner keine Schmerzen damit haben, wenn dieser mit „Je“ anfängt.

Zu Grußformeln am Ende hab ich mich hie und da schon geäußert - diese haben sich seit 1789 kaum verändert, und was auf Deutsch wie ein grässlicher Firlefanz aus barocken Schnörkeln klingt, ist in F immer noch normal:

„Veuillez agréer, Monsieur, l’expression de mes sentiments les plus distingués“ - Wort für Wort ist das auf Deutsch ein Thekenwitz.

Hier hab ich noch ein paar Funde, die mir persönlich gut brauchbar scheinen:

http://www.stages.univ-rennes1.fr/etudiant/lettrmoti…

(obwohl dort vom „je“ abgeraten wird)

Dieses:

http://carolien.ulyssis.org/Werk/Frans/lettredecandi…

kann man wohl ganz gut brauchen, vor allem als Exempel dafür, dass in F geschäftlich viel hölzerner kommuniziert wird als in D, wo dieses Brieflein ziemlich direkt in die Rundablage ginge.

Ganz wichtig: Ein Bewerbungsschreiben in F ist handgeschrieben, immer noch. Schau Dir französische Handschriften an - schöne schwungvolle Kursivschrift, das ist nicht einfach, da mitzuhalten.

Für deutsch-französische Stellen gibt es immer noch bloß einen sehr punktuellen Markt. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Du eingeladen wirst. Versuche, Dich auf den entretien zu konzentrieren: Es ist nicht schlimm, wenn Du wenig Frz kannst, aber Du solltest Dich trauen, zu reden. Romanen verhandeln ihre Dinge mündlich, das Forum Romanum lebt noch. Dazu gehört auch, dass man nicht wie Deutsche und Angelsachsen reinkommt, sich hinsetzt und dann nach wenigen Floskeln anfängt, business zu talken. Es gibt ausführliche Girlanden am Anfang des Gesprächs, und es ist ein erster Test, ob Du mitkriegst, wann die Girlanden zu Ende sind. Keine Scheu davor, von Dir zu erzählen - auf dem Forum Romanum geht es sehr subjektiv und persönlich zu. Wenn Du nach dem Wohlergehen Deiner Katze gefragt wirst, ist das schon ein paar Worte zum Thema wert. Was die Jungs natürlich nicht daran hindert, jeden, der nicht täglich um 18:30 erreichbar ist, als ziemlich lasch und „peu efficace“ zu betrachten… - Klar, wenn man den Tag lang ratscht, muss man halt abends keulen.

Das erste Mal wurde ich vor Jahren von einem Franzosen eingeladen, nach vielem Schrauben an der lettre de candidature sagte Zébigbosse, mit dem Ding in der Hand: „Das ist ja ganz schön - nun, man kann sich helfen lassen…“ - später hats öfter mal noch zu Einladungen gereicht, aber mit dem Alter etwas müde geworden, hab ich mich auf den Fassadenschwindel nicht mehr einlassen mögen - mit entsprechenden Folgen. Heute, nach Betrachtung von ein paar französischen Buden von innen, würde ich über die Tür jeder einzelnen davon ein Schild hängen:

„Wer hier eingeht, ist ledig aller Qualen“ (B.Traven, „Das Totenschiff“)

La vie ne fait pas de cadeaux - et, nom de Dieu!, c’est triste, Orly - avec ou sans Bécaud (J. Brel, „Orly“)

Kurz: Wenns was wird, hast Du eine interessante und spannende Zeit vor Dir - wenn nicht, hast Du Dir viel Kraft und Jugend erhalten.

In diesem Sinne

MM

Moimoin!

LOL, vielen Dank erstmal. Ich werde die Links nach und nach durchgehen.
Heute habe ich die Info bekommen, dass die Online-Bewerbung auf deutsch zu erfolgen hat. Somit hat sich meine Thematik zwar erledigt, mich interessierts aber trotzdem.
Gehört ja auch zur sprachlichen Bildung, stimmts oder hab ich recht?

Einen schönen Tag noch.
Bis denne

Bonsoir,

noch ein Link (falls er nicht schon in den anderen enthalten ist):
http://www.europass-info.de/de/europass-lebenslauf.asp

Tschüss
Pit