Hallo,
weiß jemand, warum die Franzosen ab der 70 so merkwürdig zählen? Also 60+10, 4x20, 4x20+10? In der Schweiz und in Belgien soll das ja wohl geändert worden sein.
Danke 
Hallo,
weiß jemand, warum die Franzosen ab der 70 so merkwürdig zählen? Also 60+10, 4x20, 4x20+10? In der Schweiz und in Belgien soll das ja wohl geändert worden sein.
Danke 
Hallo,
Warum das so ist weiß ich nicht, aber in B und CH ist das nicht geändert worden sondern war m.W. schon immer so.
Belgien: septante + nonante
Schweiz: septante, octante, nonante
Gruß
Sticky
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Servus Miira,
die systematische Zählung in Dezimalschritten bis Hundert ist meines Wissens als Überrest der Revolution durch Napoleon propagiert worden, zusammen mit dem erfolgreich eingeführten metrischen Maßsystem und der weniger erfolgreich versuchten Dezimalwoche zu zehn Tagen.
Gilt in Quebec übrigens auch - aber nicht in den anderen Kolonien.
Beiläufig: Obwohl vom Deutschen aus schwierig zu lernen, ist viermalzwanzigundvierzehn auch nicht viel seltsamer, als wenn wir auf Deutsch ganz systematisch dezimal „zehn, einzehn, zweizehn, dreizehn, vierzehn“ zählen.
Möglicherweise erinnerst Du Dich nicht bloß an das Dutzend, sondern auch noch an das fast ausgestorbene „Schock“ (= 144)?
Oder umgekehrt: Wenn man sich als Reichsdeutscher zu Besuch in Kakanien die Würstel nach Deka gewogen überreichen lässt, ist das doch eigentlich auch bloß dezimal-logisch?
Aber das führt zu weit von Deiner eigentlichen Frage weg…
Schöne Grüße
MM
Zählkuriositäten der Kelten u.a.
Hallo!
Daß diese Zählweise keltischen Ursprungs ist, geht ja aus Sarumans schönem Link hervor. Dazu nur ein paar kleine Schmankerln:
ab 15 gehen die Zahlen auf Walisisch so:
15 = pymtheg (fünfzehn)
16 = un ar bymtheg (eins auf fünfzehn)
17 = dau ar bymtheg (zwei auf fünfzehn)
18 = deunaw ( zwei-neun ) !!
19 = pedwar ar bymtheg (vier auf fünfzehn)
Die Bretonen zählen dagegen die 18 als triwec’h ( drei-acht )!!!
Und die Azteken haben quasi für jede Hand ein neues Zahlwort, von dem aus neu gezählt wird:
5 = macuilli (5)
6 = chicuace (5-1)
7 = chicome (5-2)
8 = chicueyi (5-3)
9 = chicnahui (5-4)
10 = mahtlactli (10)
11 = mahtlactli-on-ce (10 und 1)
12 = mahtlactli-om-ome (10 und 2)
13 = mahtlactli-om-eyi (10 und 3)
14 = mahtlactli-on-nähui (10 und 4)
15 = caxtolli (15)
16 = caxtolli-on-ce (15 und 1)
17 = caxtolli-om-ome (15 und 2)
18 = caxtolli-om-eyi (15 und 3)
19 = caxtolli-on-nahui (15 und 4)
Ich finde das sehr interessant. Da sieht man doch, wie bunt die Welt sein kann…
Grüße
Michael
Moin, Michael,
Die Bretonen zählen dagegen die 18 als triwec’h
( drei-acht )!!!
vielleicht doch drei-sechs (kann leider kein Bretonisch)? Ist bestimmt nicht wichtig, aber wenn ich daran zurückdenke, was ich für einen Terz mit der Lehrerin hatte, weil ich darauf bestanden habe, dass 8 x 4 = 24 ist - alles nur wegen einer blöden Seifenwerbung: 8 x 4 hält 24 Stunden frisch!
Gruß Ralf
Hallo,
ein paar europäische Völker haben noch Relikte aus der Zeit bewahrt, als sie noch in Zwanziger-Packen gezählt haben. Noch deutlicher als im Französischen ist das zum Beispiel im Dänischen ausgeprägt: Die dänische Zählung basiert auf den sogenannten „Snese“. Tres is " drei Sneses " (60) and Halvtreds ist dementsprechend „drei Sneses minus einen halben Snese“, auf deutsch: 50.
50 Halvtreds
60 Tres
70 Halvfjerds
80 Firs
90 Halvfems
100 Hundrede eller Fems
Übrigens ist den Dänen ihre eigene Zählweise oft zu kompliziert, meinte meine Dänischlehrerin tröstend. Im Bankwesen benutzen Dänen oft die Schwedischen Zahlen 
Gruß - Petra
Holla.
Möglicherweise erinnerst Du Dich nicht bloß an das Dutzend,
sondern auch noch an das fast ausgestorbene „Schock“ (= 144)?
Mitnichten …
144 sind ein Gros : zwölfmal zwölf.
Ein Schock snd 60 : fünfmal zwölf oder dreimal zwanzig.
PW : „Goldsicheln! Tausende von Goldsicheln!“ — „Ich würd’ sogar sagen, Dutzende von Goldsicheln!“
Gruß Eillicht zu Vensre
Korrektur: triwec’h = drei-sechs
Die Bretonen zählen dagegen die 18 als triwec’h ( drei-sechs )!!!
Danke an Rolf! (= Drambeldier)
Michael
Servus Miira,
die systematische Zählung in Dezimalschritten bis Hundert ist
meines Wissens als Überrest der Revolution durch Napoleon
propagiert worden
„Re-volution“ heißt „Zurück-drehung“.
Die französischen Revolutionäre hatten die dezimale Zählweise (septante…), die sich bereits größtenteils durchgesetzt hatte, wieder auf die ältere Methode (soixante-dix…) zurückgedreht. Aber natürlich nur in Frankreich.
Dasselbe haben sie auch z.B. mit den Monatsnamen versucht.
Servus Klaus,
„Re-volution“ heißt „Zurück-drehung“.
über diesen rhetorischen Gag am Rande brauchen wir wohl nicht zu diskutieren? Die lat. Vorsilbe „re-“ hat ein paar Bedeutungen mehr…
Die französischen Revolutionäre hatten die dezimale Zählweise
(septante…), die sich bereits größtenteils durchgesetzt
hatte, wieder auf die ältere Methode (soixante-dix…)
zurückgedreht.
Halb ja, halb nein. Dass die dezimale Zählweise die ältere ist, habe ich auf der Suche nach Legitimationen für meinen Irrtum erfahren. Dass der Übergang von der systematisch dezimalen Zählweise zur heutigen von 1789ff stammt, mag ich aber nicht stehen lassen. Er kommt, je nach Zahlwort und Gegend, aus dem sechzehnten-siebzehnten Jahrhundert. Paar Splitter dazu hier:
http://www.langue-fr.net/index/S/septante.htm
Aber natürlich nur in Frankreich.
Und in unterschiedlichem Ausmaß in verschiedensten frankophonen Gebieten.
Dasselbe haben sie auch z.B. mit den Monatsnamen versucht.
Und hier wurde nichts zurückgedreht, sondern neu erfunden. Auf der Suche nach einer rational „gemäß ihrer Natur“ benannten Welt. Mit den départements hats geklappt, mit den metrischen Maßen auch. Mit den Monatsnamen nicht, die aus dem Dekret vom 14 vendémiaire II (15.10.1793) stammen, sind Kunstworte, ihr Erfinder ist meines Wissens Fabre d’Eglantine.
Über den Tag zu zehn Stunden à 100 Minuten wäre noch einiges zu berichten, aber das führt zu weit weg.
Schöne Grüße
MM
(Asterix und die Goten, glaub ich)
Sey gegrüszt!
MM
Wenn schon, denn schon …
Holla Eillicht zu Vensre.
Möglicherweise erinnerst Du Dich nicht bloß an das Dutzend,
sondern auch noch an das fast ausgestorbene „Schock“ (= 144)?Mitnichten …
144 sind ein Gros : zwölfmal zwölf.
… sind ein Gros = 12 Dutzend.
Ein Schock snd 60 : fünfmal zwölf oder dreimal zwanzig.
Das habe ich noch nie gehört. Also 5 Dutzend.
Gruß Gudrun