Frauen lieben Schwerverbrecher!

Hallo!

Der Titel soll gar nich so provokant sein, wie er eventuell klingt.
Der ein oder andere wird meine Frage bereits kennen, da ich einige von euch schon direkt angeschrieben habe. Nun frage ich euch alle:

Ich suche nach einem Fachterminus, der das Phonoäen beschreibt, dass Frauen sich zu gewalt-/rachsüchtigen Männern hingezogen fühlen. Manche von euch werden sich vielleicht an die Schulzeit erinnern, als die größten Schulrowdys die größten Chancen bei den Mädchen hatten (hier spricht kein Trauma aus mir *g*).
Genauso kennt ihr bestimmt die Fälle, dass viele Frauen immer an „den Falschen“ geraten. Von Beziehung zu Beziehung bleibt der Stereotyp des Partners gleich.

Um was es mir im Besondern geht, ist das Phänomen, dass manche Frauen GEZIELT nach Männern suchen, die als SCHWERVERBRECHER im Gefängnis sitzen. Sie treten bewusst durch Kontaktanzeigen mit diesen Männern in Kontakt, entwickeln Gefühle, manchmal Liebe.

Kann jemand von euch etwas dazu sagen? Gibt es Studien zu diesem Thema? Alle Informationen sind mir willkommen und seien sie noch so klein.

Danke und Gruß,
Mud

hi mud,

ich habe eher gegenfagen zur klärung deiner „absichten“ - gehts dir nur um frauen zum einen? weil männer sind hier auch zu finden.
zum anderen mischt du da 2 dinge wie ich meine.
eine frau die sich immer wieder an einen partner bindet der ihr offensichtlich nicht guttut - oder ein mann der sich eine frau sucht die ihm nicht guttut - hier im sinne von gewalt in jeder form - ist was anderes als jene menschen (männer und frauen) die einsitzende schwerverbrecher anschreiben und bindungen zu ihnen aufbauen.

sind diese für mich doch 2 sehr verschiedenen „dinge“ ein und das gleiche? vermutest du bei beiden die gleichen ursachen?
und wieso glaubst du die personen suchen ? meinst du bewusst oder eher eben nicht bewusst? - und was meinst du was das gegenüber macht - sucht es wiederum nicht - ?

ach ja, noch ne frage - dient die beantwortung oder sichtweisen oder sonstiges dazu deiner rein privaten auseinandersetzung oder hat das einen tieferen sinn?

LG
nina

PS: was nun die partnerschaft betrifft - also mann oder frau geht immer wieder partnerschaften ein mit einem partner der oder die gewalt in div. formen ausübt - hier kannste mal nachlesen und evtl findest du für dich einen zusammenhang - ohne dass man - ich - meine meinung genauer erläutere:
http://www.bnm.de/content/cmt/psychosoma/Praegung.htm
(den link hat jemand aus diesem brett mal hier eingegeschrieben, ist also nicht meine erfindung:wink:

gehts dir nur um frauen zum einen? weil männer sind hier auch
zu finden.

Das glaube ich auch. In diesem speziellen Fall interessieren mich jedoch tatsächlich nur die betroffenen Frauen.

eine frau die sich immer wieder an einen partner bindet der
ihr offensichtlich nicht gut tut (…)ist was anderes als jene
menschen (männer und
frauen) die einsitzende schwerverbrecher anschreiben und
bindungen zu ihnen aufbauen.

Das ist quasi auch ein Bestandteil meiner Frage. Ist es tatsächlich ein Unterschied? Oder spielt immer der gleiche Hintergrund eine Rolle? Ist es pauschal damit zu beantworten, dass Frauen, die in ihrer Kindheit (schwerwiegende) Gewalt erfahren haben, oft nach etwas Vertrautem, etwas, das sie kennen suchen? Eben Gewalt?
(Ich bin mir dessen bewusst, dass es auch Männer gibt, die das betrifft)

wieso glaubst du die personen suchen ? meinst du bewusst
oder eher eben nicht bewusst? - und was meinst du was das
gegenüber macht - sucht es wiederum nicht - ?

Mir fällt ein Beispiel ein. Als der Mörder und Kinderschänder Frank S. nach seinem Ausbruch gefasst wurde und in den Medien auftauchte, bekam er von einigen Frauen Liebesbriefe, in mind. einem Fall einen Heiratsantrag von einer Krankenschwester (Soziale Ader? bewusst zugespitzt ausgedrückt)
Das Bewusstsein und das Unbewusstsein verschmelzen sich hier denke ich. Ich glaube sie suchen schon bewusst nach einem einsitzenden Gewalttäter, unbewusst sind ihnen wahrscheinlich die Gründe hierfür.
Aber ich gebe dir Recht, dass Frauen, die einfach „nur“ an den falschen geraten, nicht bewusst nach einem Schläger suchen. Soviel ist klar.

ach ja, noch ne frage - dient die beantwortung oder
sichtweisen oder sonstiges dazu deiner rein privaten
auseinandersetzung oder hat das einen tieferen sinn?

durchaus :wink: Auch wenn mich diese Frage tatsächlich auch privat interessiert, so recherchiere ich hauptsächlich aus beruflichen Gründen.

LG
nina

Gruß zurück

http://www.bnm.de/content/cmt/psychosoma/Praegung.htm
(den link hat jemand aus diesem brett mal hier
eingegeschrieben, ist also nicht meine erfindung:wink:

Danke, schau ich mir mal an.

Das ist quasi auch ein Bestandteil meiner Frage. Ist es
tatsächlich ein Unterschied? Oder spielt immer der gleiche
Hintergrund eine Rolle? Ist es pauschal damit zu beantworten,
dass Frauen, die in ihrer Kindheit (schwerwiegende) Gewalt
erfahren haben, oft nach etwas Vertrautem, etwas, das sie
kennen suchen? Eben Gewalt?

Das wäre bei einer SM-Beziehung der Fall. Aber ich glaube nicht, dass Menschen, die nach gewalttätigen Partnern suchen, als Masochisten einzuordnen sind. Sie suchen nicht nach Gewalt, die gegen sie gerichtet ist.
Eher meine ich, dass es sich in den meisten Fällen um außergewöhnlich sensible Menschen handelt.
Physische Gewalt ist ein Instrument der Männer. Viele psychischen Schemata, die sich bei Männern in Gewalt äußern, findet man ebenso bei Frauen, jedoch ohne Gewaltausübung. Wenn man die Formulierung „an den/die Falsche(n) geraten“ etwas weiter fasst, als auf gewalttätige Menschen bezogen, kann man auch bei vielen Männern erkennen, dass sie sich immer wieder zu „der Falschen“ hingezogen fühlen (in der Beziehung unglücklich werden). Das heißt aber nicht, dass sie sich danach sehnen, unglücklich zu sein.
Für viele sehr sensible Menschen und solche, die bewusst oder unbewusst geübt darin sind, soziale Strukturen zu erkennen, stellt es einen Reiz dar, sich mit Menschen zu „verbünden“, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden oder zumindest sozial isoliert sind.
Diese Menschen haben das Gefühl, als Einziger die wahre (liebenswerte) Natur ihres (Wunsch-)Partners zu erkennen. Objektive Gründe für dessen Isolation werden dabei ignoriert. Oftmals sind diese Menschen auch selbst, jedoch in geringerem Maß als ihr Partner, isoliert. Distanz zu ihren Mitmenschen, vor allem, wenn sie durch Geringschätzung geprägt ist, hilft ihnen, Argumente gegen ihren Partner zu missachten.
Zudem wird eigene Isolation in der Regel als Makel empfunden (Resultat eigene Schuld). Fremde Isolation wird hingegen als Freiheit gewertet. Insbesondere dann, wenn sie über das Maß der eigenen hinausgeht.
In gewisser Weise kann es sich bei der Liebe zu einem gewalttätigen Partner also um den Wunsch handel, eine Micro-Gesellschaft zu gründen, in der das eigene Ermessen die objektive Richtigkeit definiert.

Mir fällt ein Beispiel ein. Als der Mörder und Kinderschänder
Frank S. nach seinem Ausbruch gefasst wurde und in den Medien
auftauchte, bekam er von einigen Frauen Liebesbriefe, in mind.
einem Fall einen Heiratsantrag von einer Krankenschwester

Gehst Du davon aus, dass sich die Krankenschwester nun einen Kinderschänder gesucht hat? Es mag ja so aussehen, aber ich glaube sie selbst würde sagen, ihn zu lieben _obwohl_ er ein Kinderschänder ist. Sie meint einfach „den Richigen“ gefunden zu haben.

Ich glaube sie suchen schon bewusst nach einem
einsitzenden Gewalttäter, unbewusst sind ihnen wahrscheinlich
die Gründe hierfür.

Welche Gründe würdest Du nennen?

2 „Gefällt mir“

Das wäre bei einer SM-Beziehung der Fall.

Das glaube ich nicht unbedingt. Ich denke nicht, dass jeder, der in einer SM-Beziehung lebt in seiner Kindheit Gewalt erfahren hatte und das nun in der Beziehnung wiedergespiegelt sehen möchte. Hier spielt doch eher das Macht/Ohnmacht Spiel eine Rolle.

Eher meine ich, dass es sich in den meisten Fällen um
außergewöhnlich sensible Menschen handelt.

durchaus!

Gehst Du davon aus, dass sich die Krankenschwester nun einen
Kinderschänder gesucht hat?

nicht gesucht, als sie jedoch von ihm hörte, hatte sie DIREKT Gefühle für ihn.

Es mag ja so aussehen, aber ich
glaube sie selbst würde sagen, ihn zu lieben _obwohl_ er ein
Kinderschänder ist. Sie meint einfach „den Richigen“ gefunden
zu haben.

Und genau das denke ich nicht. Wäre im Laufe einer bestehenden Beziehung herausgekommen, dass er ein Kinderschänder ist, würde ich deinem „obwohl“ Recht geben.
Hier war es aber ausschließlich das Foto aus der Zeitung und die Berichterstattungen aus derselben, die Gefühle in ihr weckten. „Als ich das Foto sah, habe ich mich sofort verknallt“ (sinngemäß). Vergleichbar mit einem Teenie, der für Popstars schwärmt und tatsächlich glaubt diesen zu lieben.
Hätte die Krankenschwester das Foto in einem anderen Kontext gesehen, hätte sie nichts gefühlt. Davon bin ich überzeugt. Sie ist kein Einzelfall, was Schwärmereien für Gewalttäter angeht.

Ich glaube sie suchen schon bewusst nach einem
einsitzenden Gewalttäter, unbewusst sind ihnen wahrscheinlich
die Gründe hierfür.

Welche Gründe würdest Du nennen?

s.o.

Das wäre bei einer SM-Beziehung der Fall.

Das glaube ich nicht unbedingt. Ich denke nicht, dass jeder,
der in einer SM-Beziehung lebt in seiner Kindheit Gewalt
erfahren hatte und das nun in der Beziehnung wiedergespiegelt
sehen möchte. Hier spielt doch eher das Macht/Ohnmacht Spiel
eine Rolle.

stimmt - bdsm hat nichts mit gewalt zu tun. wer das glaubt, miss-
versteht und missdeutet worum es sich hierbei handelt.
mag es auch sein, dass es wenige menschen gibt, die bdsm als platt-
form für gewalt nutzen - damit bleibt bdsm aber dennoch gewaltfrei.
gewalt bedeutet schliesslich ein handeln einer person gegen den willen
des anderen - mit worten oder taten, wie auch immer.

es gibt im netz einige statistiken - freiwillige angaben von bdsmlern.
hierbei werden auch fragen zur kindheit und damit zu den typischen
vorurteilen gestellt. leider habe ich auf die schnelle genau des nicht gefunden. nur das hier: http://www.datenschlag.org/txt/statistik.html

ich finde es jedenfalls wichtig, dass man sich verdeutlicht, dass bdsm
nichts mit gewalt zu tun hat - selbst wenn ein part auf körperliche oder seelische erniedrigung u. ähnl. steht. - der rahmen ist festgelegt und meistens nicht nur das, auch die art und weise.
im grunde erfüllt auch bei bdsm jede „seite“ einfach „nur“ die wünsche des anderen. von gewalt kann man hier dann kaum sprechen.

während dessen halte ich es aber für gewalt wenn in einer vanillabeziehung einer vom anderen etwas verlangt, was dieser nicht tun will. - selbiges gilt nat. auch für eine bdsm-verbindung - kommt aber meiner info nach seltener vor, weil der rahmen eben ein grosser ist und es genaue absprachen gibt (oder geben sollte).

gruss
nina

Ps: unter dem link ist auch nachzulesen WAS bdsm denn eigentlich ist und bedeutet.

1 „Gefällt mir“

gehts dir nur um frauen zum einen? weil männer sind hier auch
zu finden.

Das glaube ich auch. In diesem speziellen Fall interessieren
mich jedoch tatsächlich nur die betroffenen Frauen.

eine frau die sich immer wieder an einen partner bindet der
ihr offensichtlich nicht gut tut (…)ist was anderes als jene
menschen (männer und
frauen) die einsitzende schwerverbrecher anschreiben und
bindungen zu ihnen aufbauen.

Das ist quasi auch ein Bestandteil meiner Frage. Ist es
tatsächlich ein Unterschied? Oder spielt immer der gleiche
Hintergrund eine Rolle? Ist es pauschal damit zu beantworten,
dass Frauen, die in ihrer Kindheit (schwerwiegende) Gewalt
erfahren haben, oft nach etwas Vertrautem, etwas, das sie
kennen suchen? Eben Gewalt?
(Ich bin mir dessen bewusst, dass es auch Männer gibt, die das
betrifft)

also ich glaube schon, dass es einen unterschied gibt.
ich kann nun nicht aus eigener erfahrung sprechen, nur von dem
was ich so „aufgeschnappt“ habe in dokus über das thema.
z.b halten sich jene oft die die einzigen die die person retten können, haben die haltung - bei mir wird er/sie sich ändern.
(das kennt man aber auch von frauen und männern die sich ein gegenüber aussuchen, das nicht einsitzt sondern einfach als sehr schwierig gilt - auf versch. ebenen - z.b ein mordsaufreisser ist.
sie machen sich ihr gegenüber zur aufgabe - ich glaube, der andere ist eine art ersatz - die neue aufgabe gibt der person die illusion wichtig zu sein und selbst etwas besonderes zu sein - mehr verständnis zu haben als andere etc - für mich gehts hier auch sehr um sog. lebenslügen und eine totale fehleinschätzung des anderen und der eigenen person.
irgendwie scheint es mir pers. auch irgendwie darum zu gehen selbst unersetzbar zu werden - selbst also etwas besonderes zu werden, was ihnen mit „normalen“ partnern so nicht gelingt.
ein anderes ding ist die zwangweise distanz - sie können lieben ohne wirklich zu lieben, ohne alltag, ohne ein echtes leben diesbezüglich.
dein beispiel mit dem anhimmeln von stars finde ich da passend - allerdings weniger wenns kids tun als wenns erwachsene sind.

denn auch erwachsene machen das ja - und mein eindruck ist hier - sie können sich so beweisen, dass sie liebesfähig sind, können viele gefühle ausleben - ohne dass die in die sit. kommen - wirklich sich selbst und dem anderen unter der prüfung des wahren lebens beweisen zu müssen was wirklich dahinter steckt.
ich kannte mal eine frau die selbst mit anfang 30 noch total fixiert auf einen sog. start war - nach vielen gesprächen fand ich - sie hatte angst vor einer echten parnterschaft und im grunde glaubte sie, sie würde nie eine haben, sei es nicht wert - was ist da einfacher sich jemanden aus der ferne zu suchen - hätte sie es nicht getan, hätte sie nie herzrasen gehabt in der zeit oder was sonst noch alles.

bei jenen die sich einen straftäter aussuchen gehts aber glaube ich noch um anderes - eben um dieses gefühl der abhängigkeit seitens des
einsitzenden - weglaufen kann die person nicht, trennen wird sie sich nicht - schliesslich ist sie heilfroh wenn sich jemand mit ihm befasst.

ich denke, die selbstwahrnehmung, der selbstwert, die selbstliebe - also hier eher viel zu wenig davon - wird einen nicht geringen einfluss haben - ich glaube aber auf keinen fall, dass hier eine sehnsucht besteht, selbst gewalt zu erleben - eher sonne art mutter theresa-knall:wink: (das triffts so nat. nicht)

vor nicht langer zeit sah ich einen längeren bericht über einen mann der seine gesamte freizeit damit verbringt zu schwerststraftätern div. art briefkontakt zu haben.
man fragte ihr natürlich warum er das täte…
du ahnst es sicher - er glaubt an den guten kern im menschen und ist felsenfest der überzeugung das ER hier massgeblich einfluss nehmen kann in sachen besserung. aber dann gibts noch den anderen punkt - er fand es spannend! es kickt ihn zu diesen personen kontakt zu haben und über gott und die welt zu sprechen. - ich meine mich auch zu erinnern, dass sein leben sonst eher trist war - keine freunde, keine bindung, nichts.

wieso glaubst du die personen suchen ? meinst du bewusst
oder eher eben nicht bewusst? - und was meinst du was das
gegenüber macht - sucht es wiederum nicht - ?

also die gründe warum sie es tun, werden ihnen selbst sicher nicht bewusst sein - wobei sie sicher glauben zu wissen warum. das ist bei uns allen, wir glauben ja fast immer und überall zu wissen warum wir
etwas wollen oder nicht, tun oder lassen. - das dahinter aber noch
mind. eine andere ebene steckt, das machen wir uns ja auch nicht ständig bewusst - und die frage hier - was war zuerst - die henne oder das ei - also suchen wir eine rechtfertigung/begründung um das was wir in wahrheit gar nicht lenken begründen zu können oder genau umgekehrt - weiss bis heute niemand schlüssig.

aber ein mann oder eine frau der einem gewalttäter der einsitzt schreibt und sich an die person bindet - entscheidet dies natürlich bewusst - also die kontaktaufnahme an sich zumindest.
auch wird sich die person etwas davon versprechen - und wenn sie sich einbildet eine selbstlose tat zu tun - und das stimmt nat. nicht, denn
es gibt immer auch einen egoestischen anteil - sei es sich gebraucht fühlen oder sonstwas … eine seele retten, der einzige sein, der das wahre ich des menschen da erkennt oder blabla…

aber bei realen bindungen - also frau landet immer wieder bei partnern die gewalt ausüben - da läufts anders. diese frau wünscht sich genau das gegenteil - das kann aber nicht klappen ohne gewisse erkenntnis-
prozesse und veränderung der eigenen muster. sie wiederholt etwas altes und meistens steigert sich die gewalt von bindung zu bindung oder innerhalb einer bindung im laufe der zeit.
ist jemand ein opfer und fühlt sich so - und das tun diese menschen solange sie dieses muster derart in sich tragen und nicht gerade reflektieren was hier wirklich los ist - solange landen sie automatisch immer bei gewalttätigen partnern.
übrigens - kinder die in solchen partnerschaften aufwachsen - erleben selbiges ja auch fast immer - sie sind auch zum opfer erzogen worden.
(natürlich ungewollt)

Mir fällt ein Beispiel ein. Als der Mörder und Kinderschänder
Frank S. nach seinem Ausbruch gefasst wurde und in den Medien
auftauchte, bekam er von einigen Frauen Liebesbriefe, in mind.
einem Fall einen Heiratsantrag von einer Krankenschwester
(Soziale Ader? bewusst zugespitzt ausgedrückt)
Das Bewusstsein und das Unbewusstsein verschmelzen sich hier
denke ich. Ich glaube sie suchen schon bewusst nach einem
einsitzenden Gewalttäter, unbewusst sind ihnen wahrscheinlich
die Gründe hierfür.

wie ich schon sagte - im falle des einsitzenden ist die entscheidung zur kontaktaufnahme oder veränderung des kontaktes wie in deinem beispiel eben sicher eine bewusste. die gründe aber… hast es ja
selbst geschrieben…

Aber ich gebe dir Recht, dass Frauen, die einfach „nur“ an den
falschen geraten, nicht bewusst nach einem Schläger suchen.
Soviel ist klar.

im falle der partnerschaft in freiheit sicher.
im falle der bindung an einen einsitzenden auch nicht, aber hier sehe ich noch den aspekt, dass die bindung ja nicht wirklich gelebt werden kann. - sie können träumen von einer realen bindung, haben aber werden sie sie ja nie oder auf lange sicht nicht. - für mich sind - siehe oben - da schon grosse unterschiede in der motivation der personen und auch in den hintergründen zu sehen.

ach ja, noch ne frage - dient die beantwortung oder
sichtweisen oder sonstiges dazu deiner rein privaten
auseinandersetzung oder hat das einen tieferen sinn?

durchaus :wink: Auch wenn mich diese Frage tatsächlich auch
privat interessiert, so recherchiere ich hauptsächlich aus
beruflichen Gründen.

achso - ja dann weiss ich nicht ob dir meine meinung was nutzt, denn ich bin ja kein profi. (hätte ich mir das alles sparen können nun?:wink:

LG
nina

Ich denke nicht, dass jeder, der in einer SM-Beziehung lebt in seiner Kindheit
Gewalt erfahren hatte und das nun in der Beziehnung wiedergespiegelt
sehen möchte.

Da haben wir uns falsch verstanden. Ich meinte nur, dass sich der/mancher Masochist nach Schmerz sehnt - aus welchem Grund auch immer -, und deshalb z.B. mit einem gewalttätigen Partner besser zurechtkommt als ein anderer. (Die These ist auch etwas auf den Konsum dieses Films zurückzuführen: http://www.mdr.de/tv/programm/prog_detail+782155.html)

nicht gesucht, als sie jedoch von ihm hörte, hatte sie DIREKT
Gefühle für ihn.

Die Kausalität zwischen ihren Gefühlen und dem Verbrechen des Angebeteten halte ich für nicht sehr schlüssig. Kinderschänder sind doch zu schwer zu finden, um sich emotional auf sie zu fixieren.

Und genau das denke ich nicht. Wäre im Laufe einer bestehenden
Beziehung herausgekommen, dass er ein Kinderschänder ist,
würde ich deinem „obwohl“ Recht geben.
Hier war es aber ausschließlich das Foto aus der Zeitung und
die Berichterstattungen aus derselben, die Gefühle in ihr
weckten. „Als ich das Foto sah, habe ich mich sofort
verknallt“ (sinngemäß).

Man muss auch in Betracht ziehen, dass jeder, der in den Medien auftaucht und irgendwie erreichbar ist, Liebesbriefe und Heiratsanträge erhält. Ebenso Natascha Kampusch, aber doch nicht von Leuten, die sich ausschließlich für Verbrechensopfer interessieren.
Wenn man nun davon ausgeht, die Krankenschwester habe tatsächlich einen Kinderschänder „gesucht“, findet sie ihn so attraktiv, wie er ist, oder möchte sie ihn „heilen“? Wenn sie eine Veränderungsabsicht hat, wie bringst Du das mit der Suche nach Gewalt bei Partnern von Schlägern in Verbindung? Die Motivation ist doch dann unterschiedlich.

Literatur
Es gibt die „Wiederholungs“-Theorien- das aufsuchen von bekannten Situationen, zu denen hier auch schon geschrieben wurde.

Andere sprechen von Bekräftigungs-Theorien.
zb. Buss, 1972/ Van Hoffmann, 1990.
V.H. sagt Gallego (berühmter Serienmörder) hätte u.U. nicht gemordet, hätte er Charlene (seine Frau ) nicht getroffen, die ihn in gewisser Weise zu seinen Taten animierte.

Auch Isenberg, 1991 verfolgt die „Bekräftigungstheorie“.
Dabei gehts darum, dass Bekräftigung sowohl materieller Art als auch psychischer Art ( Ruhm, Lob, Anerkennung, Status usw.) sein kann.
Isenberg meint: „Jeder Serienmörder berschafft einer Frau mit geringer Selbstachtung ein Gefühl der Wichtigkeit; ihr Prestige steigt im gleichen Ausmaß wie die Bösartigkeit seiner Verbrechen.“
Damit wird Selbstachtung und Selbstbild zum Motiv.
Außerdem wird Macht fälschlicherweise mit Gewalt und
Stärke mit Grausamkeit gleichgesetzt.
Zuzüglich hat das ganze noch mit den entwickelten Bindungsstilen zu tun.

Fang mit den genannten Dreien und den Bindungsstilen mal an und von dort aus weiter über deren Literaturangaben. So kannst Du die Relevanz der Beiträge selber einordnen und Deiner Fragestellung entsprechend weiterwühlen.

frosch

Ich meinte nur, dass sich
der/mancher Masochist nach Schmerz sehnt - aus welchem Grund
auch immer -, und deshalb z.B. mit einem gewalttätigen Partner
besser zurechtkommt als ein anderer.

Auch wenn der Zusammenhang logisch und nachvollziehbar zu sein scheint, so denke ich trotzdem, dass dies wirklich ein Einzelfall ist. S/M hat in meinen Augen nichts mit Gewalt zu tun. In solch einer Beziehung ist der „Schläger“ kein rachsüchtiger, tobender Ehemann, der wütend auf seine Frau einschlägt. Er/Sie fügt seiner/ihrem Parner/in Schmerzen zu, und das aus Gründen von Liebe - dem Partner etwas gutes tun. Aber wir schweifen ab…

Die Kausalität zwischen ihren Gefühlen und dem Verbrechen des
Angebeteten halte ich für nicht sehr schlüssig. Kinderschänder
sind doch zu schwer zu finden, um sich emotional auf sie zu
fixieren.

Würden diese Frauen sich ausschließlich auf Kinderschänder fixieren, ja.
Dies war jedoch nur ein Beispiel. Ich meinte Frauen, die Gewaltverbrecher im Allgemeinen interessant finden.

Man muss auch in Betracht ziehen, dass jeder, der in den
Medien auftaucht und irgendwie erreichbar ist, Liebesbriefe
und Heiratsanträge erhält.

Sicherlich. Und das ist genau das was ich versuche zu untersuchen. Menschen, die aus welchen Gründen auch immer prominent sind faszinieren. Das war und ist bekanntlich immer so. Dies spielt bei der Geschichte der Krankenschwester sicherlich auch eine Rolle. Darauf möchte ich jedoch gar nicht hinaus. Worum es mir geht, ist die Tatsache, dass sie einen Schwerverbrecher glaubt zu lieben. Jedes Kind nuzt die Begriffe „guter Mann“. „bößer Mann“, „bößer Onkel“, „netter Onkel“…kann also schon von klein auf unterscheiden. Der Großteil der Menschheit möchte mit Menschen, die etwas „bößes“ genacht haben, nichts zu tun haben („böße“ ist natürlich von Standpunkt zu Standpunkt verscheiden).
Und dennoch gibt es solche, die gerade diese Menschen interessant finden - die sie faszienieren. Nicht „obwohl“ sie ein Gewalttäter sind, sonderen „weil“!

Wenn man nun davon ausgeht, die Krankenschwester habe
tatsächlich einen Kinderschänder „gesucht“, findet sie ihn so
attraktiv, wie er ist, oder möchte sie ihn „heilen“?

Das ist, so denke ich, einer der wichtigsten Antriebsgründe, wenn nicht der wichtigste.

Wenn sie
eine Veränderungsabsicht hat, wie bringst Du das mit der Suche
nach Gewalt bei Partnern von Schlägern in Verbindung? Die
Motivation ist doch dann unterschiedlich.

Ich löse mich allmälig davon, dass beide Typen von Frauen die selben Beweggründe haben. Da gebe ich dir Recht. Es muss schon eine sehr (emotional) starke Frau sein, die versucht ihren prügelnden Partner zu „heilen“. Eine Veränderungsabsicht haben diese Frauen eben nicht. Sie suchen, wie bereits erwähnt, nach etwas vertrauten.

Dann möchte ich die Frage umformulieren:

„Warum faszinieren sich manche Frauen für Gewalttäter so sehr, dass sie sich eine Beziehung mit diesem vorstellen könnten?“

Hallo Mud!

Ich suche nach einem Fachterminus, der das Phonoäen
beschreibt, dass Frauen sich zu gewalt-/rachsüchtigen Männern
hingezogen fühlen.
[…]
Kann jemand von euch etwas dazu sagen? Gibt es Studien zu
diesem Thema? Alle Informationen sind mir willkommen und seien
sie noch so klein.

Ich erinnere mich da spontan an ein Buch, das, wohl zumeist von Frauen gelesen, ich aber durchaus sehr lehrreich und aus manchen Perspektiven amüsant zugleich fand:

Böse Männer kommen in jedes Bett. Abenteuer, Verführung, Risiko. Was Frauen fasziniert. von Ingrid Jenckel und Angela Voß (Broschiert - Januar 2002) ISBN 3547750636 Buch anschauen und ISBN 354836327X Buch anschauen oder http://www.amazon.de/s/302-3587756-5138405?ie=UTF8&t…

Es geht nicht direkt und nur auf Gewalt an sich ein, sondern beschäftigt sich eher mit der (Ur)Sache „Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als den Schatten des Gegenübers zu leben.“ Dass die Folge dabei v.a. die psychische Gewalt (Rachegelüste) von Männern gegenüber ihren Frauen sind, ist aber kennzeichnend. - Es werden einige (sehr) prominente Beispiele genannt, die sich anhand der Weltgeschichte der letzten 30-50 Jahre nachvollziehen lassen.

Ich denke, für Dein Vorhaben dürfte es v.a. wichtig sein, den Begriff „Gewalttätigkeit“ (bzw. die Bereitschaft dazu) ordentlich herauszuarbeiten. Inwieweit Du dann Schwerverbrecher dann als Referenzgruppe klassifizieren kannst? … Keine Ahnung!

Ich hoffe, geholfen zu haben.

CU DannyFox64

Zyklusgesteuerte Partnersuche
Hallo Mud

Ich weiss nicht, inwiefern das so zutrifft, aber dass Frauen während ihrer fruchtbaren Zeit des Zyklus eher sehr männliche Typen anzeilen, den Rest der Zeit eher sangtere und einfühlsame, ist erwiesen.
Eventuell kann man das anhand der früheren Zeit unserer Spezies erkläten: Der markant-männliche Typ verspricht Stärke und ist ja daher sicher in der Lage, das Mammut zu erlegen, wie man sagt. Daher doch genau der Richtige für die Familienplanung. Das war zumindest damals so. Ausserdem versprach ein starker Mann gute Erbinformation für den Nachwuchs. Da nun das Zeitalter, wo wir unsere Nahrung aus dem Supermarkt beziehen und auch die Schwächeren überleben, aufgrund des Zeitfaktors unser Verhalten weniger geprägt hat als unsere Vorzeit, hat sich dieses Muster bis heute einigermassen erhalten, auch wenn der markante Mann eher zu Gewalt und Unterdrückung neigt, was für eine harmonische Familie eher kontraproduktiv sein mag. Wie gesagt, das trifft hier nur für die fruchtbarsten Tage zu.
(Kleine Bemerkung am Rande: Liebe Frauen, Beziehungsplanung eher wärend der weniger fruchtbaren Tage betreiben? Wäre es möglich, dass ihr euch bloss zur falschen Zeit nach Partnern umseht?)
Auf der anderen Seite wurde schon erwiesen, dass sich junge Frauen eher das „Mittelmass“ des Mannes suchen, d.h. „halb Macho, halb Softie“. Bei diesem Versuch wurde aber meines Wissens nach nicht auf den Zyklus geachtet.

Möglicherweise machen bei Frauen, die gezielt nach Gewalttätern und Schwerverbrechern suchen, auch eventuelle traumatische Faktoren diese Vorliebe aus.

Ich denke, dass sich der Mensch aus irgend einem Grund mehr beschwert als er dankbar ist und daher einfach mehr Frauen jammern, sie sind an den falschen geraten als andere mit ähnlich emotionalem Nachdruck froh um ihren Partner sind. Wir erachten einfach zu viel als selbstverständlich und sind uns zu wenig bewusst, wie gut es uns geht.

Gruss Pascal

eine frau die sich immer wieder an einen partner bindet der
ihr offensichtlich nicht gut tut (…)ist was anderes als jene
menschen (männer und
frauen) die einsitzende schwerverbrecher anschreiben und
bindungen zu ihnen aufbauen.

Das ist quasi auch ein Bestandteil meiner Frage. Ist es
tatsächlich ein Unterschied? Oder spielt immer der gleiche
Hintergrund eine Rolle?

Ich finde du solltest auch bedenken, dass nicht immer die Initiative von den Frauen ausgeht. Also es gibt da z.B. eine Bürggerrechtsbewegung, die Briefkontakte mit Gefangenen vermittelt. Dies geschieht z.B. über eine Anzeige in der Mitgliederzeitschrift oder in der taz. Diese Anzeige ist allgemein gehalten, sucht Kontakte für Gefängnissinsassen, ohne schon konkrete Personen vorzuschlagen. Sinn der Aktion ist nicht Partnervermittlung, sondern sowas wie Hilfe gegen die Einsamkeit. Es wäre also in Betracht zu ziehen, dass solche Kontakte zum Teil durch Mitleid zustande kommen könnten oder durch Einsamkeit. Evtl. entwickeln sich Partnerschaften, obwohl die Absicht des Kontaktes eine andere war. Evtl. gibt es Menschen, die Kontakt suchen und denen es egal ist, ob dieser Mensch ein Verbrecher ist, also den Kontakt nicht suchen, weil der Mensch Verbrecher ist. Also ich bin nicht vom Fach, denke nur diese Möglichkeiten sollten auch angesprochen werden.