gehts dir nur um frauen zum einen? weil männer sind hier auch
zu finden.
Das glaube ich auch. In diesem speziellen Fall interessieren
mich jedoch tatsächlich nur die betroffenen Frauen.
eine frau die sich immer wieder an einen partner bindet der
ihr offensichtlich nicht gut tut (…)ist was anderes als jene
menschen (männer und
frauen) die einsitzende schwerverbrecher anschreiben und
bindungen zu ihnen aufbauen.
Das ist quasi auch ein Bestandteil meiner Frage. Ist es
tatsächlich ein Unterschied? Oder spielt immer der gleiche
Hintergrund eine Rolle? Ist es pauschal damit zu beantworten,
dass Frauen, die in ihrer Kindheit (schwerwiegende) Gewalt
erfahren haben, oft nach etwas Vertrautem, etwas, das sie
kennen suchen? Eben Gewalt?
(Ich bin mir dessen bewusst, dass es auch Männer gibt, die das
betrifft)
also ich glaube schon, dass es einen unterschied gibt.
ich kann nun nicht aus eigener erfahrung sprechen, nur von dem
was ich so „aufgeschnappt“ habe in dokus über das thema.
z.b halten sich jene oft die die einzigen die die person retten können, haben die haltung - bei mir wird er/sie sich ändern.
(das kennt man aber auch von frauen und männern die sich ein gegenüber aussuchen, das nicht einsitzt sondern einfach als sehr schwierig gilt - auf versch. ebenen - z.b ein mordsaufreisser ist.
sie machen sich ihr gegenüber zur aufgabe - ich glaube, der andere ist eine art ersatz - die neue aufgabe gibt der person die illusion wichtig zu sein und selbst etwas besonderes zu sein - mehr verständnis zu haben als andere etc - für mich gehts hier auch sehr um sog. lebenslügen und eine totale fehleinschätzung des anderen und der eigenen person.
irgendwie scheint es mir pers. auch irgendwie darum zu gehen selbst unersetzbar zu werden - selbst also etwas besonderes zu werden, was ihnen mit „normalen“ partnern so nicht gelingt.
ein anderes ding ist die zwangweise distanz - sie können lieben ohne wirklich zu lieben, ohne alltag, ohne ein echtes leben diesbezüglich.
dein beispiel mit dem anhimmeln von stars finde ich da passend - allerdings weniger wenns kids tun als wenns erwachsene sind.
denn auch erwachsene machen das ja - und mein eindruck ist hier - sie können sich so beweisen, dass sie liebesfähig sind, können viele gefühle ausleben - ohne dass die in die sit. kommen - wirklich sich selbst und dem anderen unter der prüfung des wahren lebens beweisen zu müssen was wirklich dahinter steckt.
ich kannte mal eine frau die selbst mit anfang 30 noch total fixiert auf einen sog. start war - nach vielen gesprächen fand ich - sie hatte angst vor einer echten parnterschaft und im grunde glaubte sie, sie würde nie eine haben, sei es nicht wert - was ist da einfacher sich jemanden aus der ferne zu suchen - hätte sie es nicht getan, hätte sie nie herzrasen gehabt in der zeit oder was sonst noch alles.
bei jenen die sich einen straftäter aussuchen gehts aber glaube ich noch um anderes - eben um dieses gefühl der abhängigkeit seitens des
einsitzenden - weglaufen kann die person nicht, trennen wird sie sich nicht - schliesslich ist sie heilfroh wenn sich jemand mit ihm befasst.
ich denke, die selbstwahrnehmung, der selbstwert, die selbstliebe - also hier eher viel zu wenig davon - wird einen nicht geringen einfluss haben - ich glaube aber auf keinen fall, dass hier eine sehnsucht besteht, selbst gewalt zu erleben - eher sonne art mutter theresa-knall:wink: (das triffts so nat. nicht)
vor nicht langer zeit sah ich einen längeren bericht über einen mann der seine gesamte freizeit damit verbringt zu schwerststraftätern div. art briefkontakt zu haben.
man fragte ihr natürlich warum er das täte…
du ahnst es sicher - er glaubt an den guten kern im menschen und ist felsenfest der überzeugung das ER hier massgeblich einfluss nehmen kann in sachen besserung. aber dann gibts noch den anderen punkt - er fand es spannend! es kickt ihn zu diesen personen kontakt zu haben und über gott und die welt zu sprechen. - ich meine mich auch zu erinnern, dass sein leben sonst eher trist war - keine freunde, keine bindung, nichts.
wieso glaubst du die personen suchen ? meinst du bewusst
oder eher eben nicht bewusst? - und was meinst du was das
gegenüber macht - sucht es wiederum nicht - ?
also die gründe warum sie es tun, werden ihnen selbst sicher nicht bewusst sein - wobei sie sicher glauben zu wissen warum. das ist bei uns allen, wir glauben ja fast immer und überall zu wissen warum wir
etwas wollen oder nicht, tun oder lassen. - das dahinter aber noch
mind. eine andere ebene steckt, das machen wir uns ja auch nicht ständig bewusst - und die frage hier - was war zuerst - die henne oder das ei - also suchen wir eine rechtfertigung/begründung um das was wir in wahrheit gar nicht lenken begründen zu können oder genau umgekehrt - weiss bis heute niemand schlüssig.
aber ein mann oder eine frau der einem gewalttäter der einsitzt schreibt und sich an die person bindet - entscheidet dies natürlich bewusst - also die kontaktaufnahme an sich zumindest.
auch wird sich die person etwas davon versprechen - und wenn sie sich einbildet eine selbstlose tat zu tun - und das stimmt nat. nicht, denn
es gibt immer auch einen egoestischen anteil - sei es sich gebraucht fühlen oder sonstwas … eine seele retten, der einzige sein, der das wahre ich des menschen da erkennt oder blabla…
aber bei realen bindungen - also frau landet immer wieder bei partnern die gewalt ausüben - da läufts anders. diese frau wünscht sich genau das gegenteil - das kann aber nicht klappen ohne gewisse erkenntnis-
prozesse und veränderung der eigenen muster. sie wiederholt etwas altes und meistens steigert sich die gewalt von bindung zu bindung oder innerhalb einer bindung im laufe der zeit.
ist jemand ein opfer und fühlt sich so - und das tun diese menschen solange sie dieses muster derart in sich tragen und nicht gerade reflektieren was hier wirklich los ist - solange landen sie automatisch immer bei gewalttätigen partnern.
übrigens - kinder die in solchen partnerschaften aufwachsen - erleben selbiges ja auch fast immer - sie sind auch zum opfer erzogen worden.
(natürlich ungewollt)
Mir fällt ein Beispiel ein. Als der Mörder und Kinderschänder
Frank S. nach seinem Ausbruch gefasst wurde und in den Medien
auftauchte, bekam er von einigen Frauen Liebesbriefe, in mind.
einem Fall einen Heiratsantrag von einer Krankenschwester
(Soziale Ader? bewusst zugespitzt ausgedrückt)
Das Bewusstsein und das Unbewusstsein verschmelzen sich hier
denke ich. Ich glaube sie suchen schon bewusst nach einem
einsitzenden Gewalttäter, unbewusst sind ihnen wahrscheinlich
die Gründe hierfür.
wie ich schon sagte - im falle des einsitzenden ist die entscheidung zur kontaktaufnahme oder veränderung des kontaktes wie in deinem beispiel eben sicher eine bewusste. die gründe aber… hast es ja
selbst geschrieben…
Aber ich gebe dir Recht, dass Frauen, die einfach „nur“ an den
falschen geraten, nicht bewusst nach einem Schläger suchen.
Soviel ist klar.
im falle der partnerschaft in freiheit sicher.
im falle der bindung an einen einsitzenden auch nicht, aber hier sehe ich noch den aspekt, dass die bindung ja nicht wirklich gelebt werden kann. - sie können träumen von einer realen bindung, haben aber werden sie sie ja nie oder auf lange sicht nicht. - für mich sind - siehe oben - da schon grosse unterschiede in der motivation der personen und auch in den hintergründen zu sehen.
ach ja, noch ne frage - dient die beantwortung oder
sichtweisen oder sonstiges dazu deiner rein privaten
auseinandersetzung oder hat das einen tieferen sinn?
durchaus
Auch wenn mich diese Frage tatsächlich auch
privat interessiert, so recherchiere ich hauptsächlich aus
beruflichen Gründen.
achso - ja dann weiss ich nicht ob dir meine meinung was nutzt, denn ich bin ja kein profi. (hätte ich mir das alles sparen können nun?
LG
nina