Frauenideale - und die Männer?

Zu Protokoll, …
… schreiben Sie:

Der Angeklagte bestätigt die Ausführungen seines Pflichtverteidigers
und begründet in seiner Einlassung mit einer glücklosen Kindheit als
hochbegabter ADSler und mit einer ausschweifenden Jugend als fauler 68er,
es sei ihm per unlustiger Gene und fahrlässiger Umwelt verunmöglicht worden,
moralisch-ethisch-muskuläre Vorbilder aka Helden zu präferieren,
gar zu adorieren.

Dies wird das Gericht als strafverschärfend würdigen;
2 Jahre w-w-w ohne Bewährung. Die Verhandlung ist geschlossen.

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Liebe Monika,
Männer schreiben von bewunderswürdigen, selbstlosen Frauen:
Ist das nicht ein klein wenig scheinheilig? Männergestalten
haben Ecken und Kanten, Liebenswertes und Fehler (sind eben
echte Menschen), manche Frauengestalten schweben dagegen in
ehrfurchtsvollen Höhen und verzichten…

Scheinheilig vielleicht schon - aber ich finde die Frauen nicht immer zu „abgehoben“. Ich finde nicht, dass sie tun, was unmöglich wäre. Dennoch sehe ich natürlich, was Du meinst. So „perfekt“ wäre wohl doch fast niemand, dagegen scheinen die Männer menschlicher.
Von den einen AL-Figuren habe ich gehört, die sind faszinierend.

Liebe Grüsse,
Monika

Hallo Fritz,

Seltsam finde ich, warum das so ist. Die Hochliteratur stammt
ja fast ausschliesslich von Männern…?

Und die hochliterarischen Männer hatten alle ihre Macken, die
sich in ihren Werken niederschlugen.

Wolfram von Eschenbach selbst als Minnesänger? :smile:
Je länger ich mir das überlege, ist es eigentlich logisch, dass Männer ideale Frauen portraitieren - andererseits ist es dennoch - man bedenke die Stellung der Frau damals - „mutig“, die Frauen „besser“ darzustellen, bzw. die teils „offensichtlichen“ männlichen Schwächen offen zuzugeben.

oder fanden sie es toll, Frauenideale zu schaffen, die die Männer quasi nicht erreichen können?

Genau so!
Motto: Mach die Geliebte zu Göttin und du hast sie vom Hals!
Musst ihr keine Kinder machen, keine Kleider, Perlen und Ringe
kaufen. Keine Wohnung, keine Urlaubsreise, Kein Kühlschrank,
keine Mikrowelle, keine Spülmaschine! ;-}
Schmachtende Lieder genügen!

Ach so. :wink: Ich weiss nicht, ob das heute noch funktionieren würde… *g*

Werden die Frauen realistisch geschildert, sind sie fad,
nervig, lästig, usw.

Hm… ::smile: Solche gibts ja auch…in der Literatur. Aber das sind dann eher die Mütter und nicht die Geliebten…

Mann kann dann auch noch eine „femme fatale“ schaffen, und
sich dann …

Du siehst, es gibt da viele Möglichkeiten!

Alles klar. :wink:

Liebe Grüsse,
Monika

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Hallo, Monika!

Werden die Frauen realistisch geschildert, sind sie fad, nervig, lästig, usw.

Hm… ::smile: Solche gibts ja auch…in der Literatur. Aber das sind dann eher die Mütter und nicht die Geliebten…

In dem Zusammenhang ist Nataliy von Eschtruth mir bemerkenwert geworden. Bei ihr sind viele brave Männer zu finden.
Natürlich auch Blender und Blindgänger, aber das sind eben die Schurken.

Es gibt aber bei ihr sehr viel mehr zweifelhafte Frauenfiguren, zum Teil sogar die „Heldinnen“, die erst lernen müssen, was sie an den braven Männern haben.

Leider ist die Eschtruth ganz aus dem Handel verschwunden; man findet ihre Bücher nur noch antiquarisch.
Ich brauchte Jahre, um etwa zwanzig Bände zu bekommen.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

Werden die Frauen realistisch geschildert, sind sie fad, nervig, lästig, usw.

Hm… ::smile: Solche gibts ja auch…in der Literatur. Aber das sind dann eher die Mütter und nicht die Geliebten…

In dem Zusammenhang ist Nataliy von Eschtruth mir bemerkenwert
geworden. Bei ihr sind viele brave Männer zu finden.
Natürlich auch Blender und Blindgänger, aber das sind eben die
Schurken.

Da fällt mir auch Jane Austen dazu ein.

Es gibt aber bei ihr sehr viel mehr zweifelhafte
Frauenfiguren, zum Teil sogar die „Heldinnen“, die erst lernen
müssen, was sie an den braven Männern haben.

Das klingt auch gut! Mal das umgekehrte.

Leider ist die Eschtruth ganz aus dem Handel verschwunden; man
findet ihre Bücher nur noch antiquarisch.
Ich brauchte Jahre, um etwa zwanzig Bände zu bekommen.

Vielleicht weiss die Uni-Bibo Rat.

Liebe Grüsse,
Monika

Ich stimme den Einlassungen des Angeklagten unter der Voraussetzung zu, dass alle Beteiligten zugeben, dass § 52, Absatz 1, Satz 3 sowie
§ 147 Absatz 4 und 5 in keiner Weise etwas mit dem strittigen Tatbestand zu tun haben!
Hochachtungsvoll!
Christian

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