Frauenpriester in der katholischen Kirche

Hallo,

was spricht eigentlich gegen die Ausübung des Priesteramts von Frauen, in der katholischen Kirche?

Bis 494 n. Chr waren Frauen anscheinend als Priester zugelassen:
http://www.weltfamilie.at/39paepste.htm
„Frauenpriester in der Frühkirche
494 n. Chr. wurde die Teilnahme von Frauen in Führungspositionen abgeschafft, als Papst Gelasius verfügte, dass Frauen von nun an nicht mehr zum Priester geweiht werden können. (11) Diese Verfügung ist vielleicht der stärkste Beweis dafür, dass Frauen geistliche Ämter in der Frühkirche bekleideten. Die Rolle der Frauen nahm in dem Ausmaß ab, wie die Bischöfe und Päpste sich im Gleichschritt den römischen Autoritäten anglichen.“

Gruß
karin

Hallo Karin,

was spricht eigentlich gegen die Ausübung des Priesteramts von
Frauen, in der katholischen Kirche?

anscheinend nur eine bestimmte Art von Bibel- und Traditionsverständnis.
Im Zusammenhang mit dem Tod des Papstes wurde in den letzten Tagen ja auch dieses Thema gelegentlich im Fernsehen angesprochen.

Ich fand interessant, daß ein dazu befragter kath. Theologie-Professor, dessen Name ich vergessen habe, meinte, wenn man das gleiche Bibel- und Trditionsverständnis, das es verbiete, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, auf Männer anwenden würde, dann müßten alle Männer, die Priester werden wollten

  • jüdisch
  • beschnitten
  • Handwerker (bevorzugt Fischer)

sein. Da dürfte es nicht so viele Bewerber geben :wink:

Abgesehen davon bin ich in einer Mailingliste zum Thema feministische Theologie. Dort wurde immer wieder erzählt, daß in den letzten Jahren einige Frauen aus Deutschland und Österreich eine entsprechende Ausbildung privat organisiert haben und zwei Mal Weihefeiern mit einem Kardinal durchgeführt wurden (einmal auf einem Schiff), die natürlich nicht kirchenoffiziell anerkannt / gültig sind. Einmal fand das Ganze auf einem Donau-Dampfer statt.

Viele Grüße

Iris

Hallo Iris,

was spricht eigentlich gegen die Ausübung des Priesteramts von
Frauen, in der katholischen Kirche?

anscheinend nur eine bestimmte Art von Bibel- und
Traditionsverständnis.

in erster Linie wird hier ein Satz des Paulus angeführt:
Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre“ (1.Tim.2,12)

Ich fand interessant, daß ein dazu befragter kath.
Theologie-Professor, dessen Name ich vergessen habe, meinte,
wenn man das gleiche Bibel- und Trditionsverständnis, das es
verbiete, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, auf Männer
anwenden würde, dann müßten alle Männer, die Priester werden
wollten

  • jüdisch
  • beschnitten
  • Handwerker (bevorzugt Fischer)

sein. Da dürfte es nicht so viele Bewerber geben :wink:

Also das konnte ich bisher nicht finden.

Dafür aber folgendes:
"1 Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe.
2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren,
3 kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig,
4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit.
5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?
6 Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle.
7 Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels.
"
(1.Tim.3,1-7)

Ich denke, damit hat die kath. Kirche mehr Probleme.

Abgesehen davon bin ich in einer Mailingliste zum Thema
feministische Theologie. Dort wurde immer wieder erzählt, daß
in den letzten Jahren einige Frauen aus Deutschland und
Österreich eine entsprechende Ausbildung privat organisiert
haben und zwei Mal Weihefeiern mit einem Kardinal durchgeführt
wurden (einmal auf einem Schiff), die natürlich nicht
kirchenoffiziell anerkannt / gültig sind. Einmal fand das
Ganze auf einem Donau-Dampfer statt.

Davon hab ich auch gelesen. Die kath. Kirche hat aber die Frauen dafür exkommuniziert.

Gruss Harald

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Frauenpriester bei den Altkatholiken [off topic]
Hallo Karin,

die Utrechter Union der Altkatholiken weiht Priesterinnen, in Deutschland erstmals 1996: http://www.alt-katholisch.de/info/frauen/index.html

Infos zur Utrechter Union: http://de.wikipedia.org/wiki/Utrechter_Union_der_Alt…

Infos zur Altkatholischen Kirche allgemein: http://de.wikipedia.org/wiki/Alt-Katholische_Kirche

Viele Grüße
Diana

Hallo Harald

Der ganze Abschnitt strotzt wirklich vor Frauenfeindlichkeit - wenn man ihn als absolut Lebensweisheit liest. Die alte Erbsündengeschichte halt. Aber was Frauen angeht, hatte Paulus IMHO ein etwas angespannteres Verhältnis als Jesus. :smile:

Eine Frau lerne in der Stille cmit aller Unterordnung. 12dEiner Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, edaß sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still. 13Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. 14Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen. f 15Sie wird aber selig werden dadurch, daß sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.

Meines Wissens wrd auch immer argumentiert, es habe ja nur männliche Apostel gegeben. Was ja definitiv nicht stimmt, z.B.

[i]Junias, ein unbekannter Name, eine Fälschung?

Ein restaurierter Papyrus, der um das Jahr 200 entstand, nennt Junia (Römer 16,7), den Namen einer Frau. Ein Apostel durfte keine Frau sein. Im Laufe der Jahrhunderte war Junia zu Junias verfälscht worden. Das weibliche Erbe des frühen Christentums wurde zurückgedrängt.[/i]
aus: http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0039/ch02.htm

(interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass die orthodoxe Kirche hie scheinbar wusste, dass es sich bei Andronikos und Junia um ein Ehepaar handelt, siehe http://www.rhodos-journal.de/orth/5.htm, hab ich selbst erst gerade hier gelesen)

_Dafür aber folgendes:
„1 Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt
begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe.
2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen
Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im
Lehren,
3 kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht
streitsüchtig, nicht geldgierig,
4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame
Kinder hat in aller Ehrbarkeit.
5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß,
wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?
6 Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase
und dem Urteil des Teufels verfalle.
7 Er muß aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die
draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht
fange in der Schlinge des Teufels.“
(1.Tim.3,1-7)

Ich denke, damit hat die kath. Kirche mehr Probleme._

…wobei es in der Frühkirche durchaus weibliche Leitfiguren gab, zudem könnte man argumentieren, dass Frauen heute ja wenigstens Priesterinnen werden dürften.

(mal davon abgesehen hat die katholische Kirche so eine Menge hinzuinterpretiert, was weder im NT noch AT so steht, und was heute Tradition in der KK ist (z.B. Zölibat, wie hier auch rauszulesen ist), dass es dennoch als reine Frauenfeindlichkeit interpretiert werden muss, wenn ausgerechnet dieses Verbot weiter aufrecht erhalten wird.
Ich find diese Argumentation der heutigen KK hier auf jedenfall ziemlich verlogen.

grüßli,

barbara

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Frauen in den paulinischen Gemeinden - Lit.Tipp
Hallo Iris,

interessant finde ich in diesem Zusammenhang diesen Aufsatz:

http://www.sbg.ac.at/sathz/2002-2/sathz-2002-2-02_gi…

  1. wird hier festgehalten, dass Timotheus zu den Deuteropaulinen gehört, und das Briefe sind, die nach seinem Tod an seine Gemeinden versandt wurden.

  2. wird nochmal betont, dass Frauen sehr wohl in wichtigen Gemeindefunktionen in Paulus’ Gemeinden tätig waren, z.B. als Diakoninnen.

Sehr interessant finde ich am Ende die wirkungsgeschichtlichen Informationen zu den Pastoralbriefen. Und inwiefern sich das Klima zusehendes gegen die Frauen in Ämtern wendete. Es gibt also eine Entwicklung contra Frauen in Ämtern schon in den frühchristlichen Gemeinden. Ursprünglich haben Frauen jedoch genauso missioniert und waren Apostel wie die Männer auch.

Viele Grüße,

Barbara

P.S. (leicht ot)
…interessant fand ich gerade dieses Positionspapier der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden [Baptisten / Brüdergemeinden] -

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/fr…

  1. wird deine Aussage von neulich unterstrichen, die jdüische Tradition werde als dunkel Folie verwendet.

  2. spricht er sich auch ganz klar gegen Frauen als Pastorinnen aus. (was ich gar nicht wusste, dass Baptisten dies ebenfalls so handhaben wie Katholiken.)

Beste Grüße,

Barbara

Hallo Karin,

die römische Kongregation für die Glaubenslehre hat 1995 festgestellt, es sei eine unfehlbare Lehre der Kirche, dass Frauen nicht die Priesterweihe empfangen könnten:
http://www.stjosef.at/dokumente/antwort_auf_dubium_o…

Dass diese Lehre historisch vermutlich falsch ist, interessiert dann nicht mehr …

Es ist fast überflüssig zu sagen: dieses unscheinbare kleine Dokument stellt einen klaren Amtsmissbrauch der römischen Kurie in Bezug auf die Unfehlbarkeit dar und ist einer der größten Skandale der neueren Kirchengeschichte!

Grüße
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

die römische Kongregation für die Glaubenslehre hat 1995
festgestellt, es sei eine unfehlbare Lehre der Kirche,
dass Frauen nicht die Priesterweihe empfangen könnten:
http://www.stjosef.at/dokumente/antwort_auf_dubium_o…

Ist dies die zweite Entscheidung auf Basis der Unfehlbarkeit des Papstes ?

Ich war davon ausgegangen, dass die leibliche Auferstehung Mariens in den Himmel die einzige Lehrmeinug war, die wo die Unfehlbarkeit ‚herausgehangen‘ wurde.

Ciao maxet.

schweiz
hi

im der schweiz heissen die altkatholoken übringens christkatholiken.

grüssli
coco

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hallo harald

in erster Linie wird hier ein Satz des Paulus angeführt:
Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre
(1.Tim.2,12)

es gab nach dem tode christi verschiedene strömungen, die anhänger des paulus war nur eine. allerdings die historisch erfolgreichste.

einige gnostische strömungen zb kannten keine unterschiede zwischen frauen und maennern in religiösen ämtern, wurden aber von den anhängern des paulus verfolgt und schliesslich ausgerottet.

grüssli
coco

Du fragst richtig, Karin, „was spricht eigentlich dagegen, daß Frauen das Priesteramt in der katholischen Kirche ausüben“. Ich sage: Nix. Ich frage allerdings zusätzlich: Und was spricht denn eigentlich dafür? Und sage: Auch nix.

Zum einen betrachte ich die katholische Kirche, na, ich sag das mal flapsig, als (allerdings sehr großen) „eingetragenen Verein“, und der kann seine Regeln gestalten wie er will. Wer hat denen reinzureden?

Zu zweiten aber ordne ich diese ganzen Bestebungen ein unter: „…auch haben“. Wir Frauen auch, hechel, hechel. Wir, wir Frauen, müssen nahtlos alles können und dürfen, nahtlos und ausnahmslos, was Männer auch können. Das quillt aus dem Emanzenkästchen von der übelsten, einfachsten, primitivsten Art. Wir auch, wir auch, wir auch

Zum dritten: Wann kommt endlich die männliche Hebamme ?

Nix für ungut Antal

Hi antal,

Zum dritten: Wann kommt endlich die männliche Hebamme ?

Und was ist ein Gynäkologe und Geburtshelfer ?

Hebammen waren lange verbannt, die Ärzte waren am Zug !

Angel

Hallo, Antal

Du fragst richtig, Karin, „was spricht eigentlich dagegen, daß
Frauen das Priesteramt in der katholischen Kirche ausüben“.
Ich sage: Nix. Ich frage allerdings zusätzlich: Und was
spricht denn eigentlich dafür? Und sage: Auch nix.

mit deiner Argumentation könnte man dasselbe für Männer behaupten.

Zum einen betrachte ich die katholische Kirche, na, ich sag
das mal flapsig, als (allerdings sehr großen) „eingetragenen
Verein“, und der kann seine Regeln gestalten wie er will. Wer
hat denen reinzureden?

Nun ja, dieser „Verein“ ist ja kein ausschliesslicher „Männerverein“, die weiblichen Mitglieder haben doch auch ein Anrecht auf Mitsprache - oder nicht?

Zu zweiten aber ordne ich diese ganzen Bestebungen ein unter:
„…auch haben“. Wir Frauen auch, hechel, hechel. Wir, wir
Frauen, müssen nahtlos alles können und dürfen, nahtlos und
ausnahmslos, was Männer auch können. Das quillt aus dem
Emanzenkästchen von der übelsten, einfachsten, primitivsten
Art. Wir auch, wir auch, wir auch

Diese Antwort interpretiere ich ganz einfach als „Angst“ eines der letzten männlichen Bastionen zu verlieren.

Zum dritten: Wann kommt endlich die männliche Hebamme ?

Gute Frage, die ich gerne an die männlichen Interessierten für diesen Beruf weiterreiche :wink:

Gruß
karin

Unfehlbarkeit
Hallo maxet,

Ist dies die zweite Entscheidung auf Basis der Unfehlbarkeit
des Papstes ?

Eben nicht.

Es ist wenig bekannt, dass die katholische Kirche drei verschiedene Wege kennt, zu unfehlbaren Lehren zu kommen; diese sind in der Kirchenkonstitution Lumen Gentium (Nr. 25) des 2. Vaticanums festgehalten:

  1. wenn der Papst ein Dogma verkündet, also „ex cathedra“ spricht,
  2. wenn ein ökumenisches Konzil definiert,
  3. „wenn [die Bischöfe] in der Welt räumlich getrennt, jedoch in Wahrung des Gemeinschaftsbandes untereinander und mit dem Nachfolger Petri, authentisch in Glaubens- und Sittensachen lehren und eine bestimmte Lehre übereinstimmend als endgültig verpflichtend vortragen“ (Unfehlbarkeit des ordentlichen Lehramts)

Quelle: http://www.stjosef.at/konzil/LG.htm => Nr. 25

Ich war davon ausgegangen, dass die leibliche Auferstehung
Mariens in den Himmel die einzige Lehrmeinug war, die wo die
Unfehlbarkeit ‚herausgehangen‘ wurde.

Das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel von 1950 ist die einzige unfehlbare Kirchenlehre, die nach der 1. Variante zustandekam (wenigstens seit der Festlegung der Unfehlbarkeit im I. Vaticanum 1871).

Die Lehre über die Frauenordination beruft sich jedoch auf die Unfehlbarkeit des ordentlichen Lehramts, also die Variante Nr. 3.

Grüße
Wolfgang