hi all,
ich hab ein paar problemchen mit dem freelancer dasein und stell jetzt mal einfach ganz ehrlich meine fragen in den raum mit der hoffnung das jemand gute praxis-tipps hat:
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ich bin seit juni 2001 selbständig. gibt es da eine frist wann man seine steuer machen kann? kann ich mir da noch zeit lassen oder ist das von fall zu fall verschieden und ich muss diesbezüglich einen steuerberater aufsuchen?
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ich habe ja keine gmbh o. ä. gibt es dennoch eine möglichkeit finanziell vom bund unterstützt zu werden wenn es mal nicht so gut laufen sollte, wie es zur zeit, aufgrund der allg. wirtschaftslage, vor allem im internet, der fall ist? was ist wenn ich z. b. seit 4 monaten nichts mehr verdient habe, was gibts da für konkrete möglichkeiten?
das wars auch schon wieder
danke für hilfe
meth
- ich bin seit juni 2001 selbständig. gibt es da eine frist
wann man seine steuer machen kann? kann ich mir da noch zeit
lassen oder ist das von fall zu fall verschieden und ich muss
diesbezüglich einen steuerberater aufsuchen?
Hallo,
sehr bald wird Dich das Finanzamt auffordern, Deine Umsatzsteuer- und Einkommensteuererklärung abzugeben. Kommst Du der Aufforderung nicht nach, wird die Steuerschuld geschätzt und bald darauf auf dem Vollstreckungsweg eingetrieben.
Kümmere Dich also um Deine laufende Buchhaltung, zur Not mit Hilfe eines Steuerberaters. Du solltest Dich aber grundsätzlich um eigene Buchhaltungskenntnisse bemühen (VHS-Abendkursus), damit Du nicht für jeden Handschlag teure externe Hilfe brauchst.
Wenn es Dir als Selbständiger wirtschaftlich schlecht geht, gibt es definitiv keine Stelle, die Hilfe bietet. Wenn es ganz arg kommt, kannst Du versuchen, beim Sozialamt ein Darlehen zu erhalten. Die finanzieren aber keine Selbständigkeit, sondern sorgen nur dafür, daß Du den Kühlschrank füllen kannst und nicht obdachlos wirst.
Sorgen können einem Menschen den Kopf zuschaufeln. Versuche trotzdem, Dir Konzeptgedanken zu machen und diese auch zu Papier zu bringen. Mache mit Dir selbst ein Brainstorming. Wie kommst Du an Kunden, an Aufträge? Weshalb scheitern die Bemühungen? Was kannst Du verändern? Hast Du die richtige Zielgruppe für Dein Angebot? Verfügst Du über spezielle Kenntnisse, die einen Auftraggeber veranlassen, Dich zu beauftragen? Bist Du zu billig oder zu teuer? Vermittelst Du einen professionellen Eindruck?
Bei Schulden und Zahlungsunfähigkeit ohne konkrete Aussicht auf absehbare Veränderung, mußt Du Insolvenz anmelden.
Gruß
Wolfgang
Nochmal Hallo,
im vorigen Posting riet ich Dir zu Gedanken über Umsatzlosigkeit der vergangenen Monate. Möglicherweise habe ich dafür einen Ansatzpunkt gefunden, nachdem ich einen Blick in Deine Homepage warf. Zunächst mißfiel mir die lange Ladezeit für ein einziges bewegtes Logo. Dann sieht man zwar eine klare Seite, aber den winzigen und dann auch noch hellgrauen Text konnte ich nur erahnen, nachdem ich meine Brille zu Hilfe nahm. Es dauerte ein paar Momente, bis ich begriff, daß es Deine Referenzen sind, die man anklicken kann. Das tat ich dann auch und sofort schmiß mich mein Browser aus dem Netz. Mag ja Zufall gewesen sein…
Dann findet sich „erklärender“ Text, z. B. : design; flash; html; javascript; php; . Ich hab’ damit als Ingenieur, Elektrotechniker und Informatiker kein Problem, aber Deine zukünftigen Kunden? Ist das die Sprache, die Deine Kunden sprechen? Hast Du es nicht vielmehr mit Instituten und Gewerbetreibenden aller möglichen Branchen zu tun? Wenn es so ist, mußt Du wissen, was Du willst. Willst Du den Leuten mit Fachchinesisch imponieren, sie abschrecken, Schwellenangst aufbauen? Oder willst Du Kunden gewinnen? Ist Letzteres Dein Ziel, darfst Du den Menschen nicht mit solchem Kauderwelsch kommen. Die erste Regel für Kundengewinnung gleich auf welchem Gebiet: Spreche die Sprache des Kunden! Einen Deutschen sprichst Du nicht in griechisch an, einen Dänen nicht französisch. Im Wortschatz Deiner Kunden kommen „flash, javascript & Co.“ nicht vor. Die Leute verstehen nicht, was Du meinst. Das ist keine gute Voraussetzung, um zu vermitteln, daß Du etwas machst, was dem Bedarf des Kunden entspricht.
Stell’ Dir vor, Du möchtest ein Auto kaufen und beim Händler erzählt Dir ein technikverliebter Freak etwas von der Software und den Details bei der Gestaltung der Ventilsitze und der Karrosserie-Feinarbeit nach den Erfahrungen im Windkanal. Bitte lach’ nicht. Genau so gehst Du wie viele andere in der Branche aber vor und dann ist das Staunen groß, wenn man den Auftrag vom örtlichen Handwerker oder Makler nicht bekommt. Diese Menschen können sich bei solchem Angebot nicht gut aufgehoben fühlen. Sie wollen ein ansprechendes Ergebnis sehen und ob Du dafür mit html oder mit Max und Moritz gearbeitet hast, interessiert niemanden. Also erzähle den Leuten nichts von html. Erzähle und zeige nur Dinge, verwende nur Worte, die Deine Auftraggeber auch verstehen. Irgendwo am Rand kannst Du für den Interessierten trotzdem Details einfügen, aber diese Dinge dürfen nicht das Bild bestimmen.
Gruß
Wolfgang
danke nochmals für die zeit, hab dir eine kurze mail geschrieben 