ich habe folgendes Problem:
Ich bin Student (in den letzten Monaten) und arbeite derzeit über 80 Stunden im Monat und verdiene auch zuviel. Ich habe bereits dieses Jahr über 12.000 Euro verdient und muss deshalb Einkommensteuer, Krankenversicherung (muss ich eh, da ich älter als 27 Jahre bin) und Arbeitslosen- und Rentenversicherung abführen (Arbeitgeber hatte vor 2 Monaten umgestellt). Das bedeutet gleichzeitig, dass mir jetzt aber ca. 450-600 Euro monatlich in der Kasse fehlen…
Mein Anliegen ist nun, diese Versicherungsbeiträge - bis ich ein richtiger Arbeitnehmer mit entsprechendem Einkommen bin - zu sparen. Mein Idee hierzu: meine Arbeitsleistung und mein geistiges Eigentum als Freiberufler meinem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.
Meine Fragen dazu:
Muss ich schon Gewerbesteuer zahlen (war doch in der Diskussion, oder?)? Wenn ja, wie berechnet sich das?
Welche Steuern muss ich abführen und wann?
Wie steht es mit der Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung? Wie hoch sind die Beiträge als Freiberufler, wann werden sie abgeführt?
Wie steht es mit MwSt.?
Ich werde dieses Jahr etwa 20.000 Euro verdienen, wenn ich wie bisher stundenweise als Arbeitnehmer bezahlt werde. Mein Stundenlohn soll natürlich so angepasst werden, dass mein Arbeitgeber weiterhin die gleichen Ausgaben für meine Arbeitstunde haben wird (unabhängig, ob Arbeitnehmer mit Arbeitgeberanteilen oder Freiberuflich)…
Was passiert mit meinen Fahrten zur Arbeit - steurliche Geltendmachung? Was mit den Fahrten zu einem Kunden und Spesen (welches mir derzeit der Arbeitgeber auf meiner Reisekostenabrechnung erstattet)?
Was passiert, wenn ich krank bin? Gibt es eine Privatversicherung, die mir in diesem Fall das entgangenen Arbeitsentgelt ersetzt - und was kostet sowas?
Auf was muss ich achten?
Ein Beispiel wäre mir sehr hilfreich:
Angenommen ich stelle meinem Arbeitgeber 2.000 Euro in Rechnung (ohne MwSt.) - welche und in welcher Höhe werden Abzüge vorgenommen?
1.001 Fragen und würde mich sehr über ein Antwort freuen!
Danke, Danke…
Hallo erstmal,
erstens mußt du folgendes beachten:„Scheinselbstständigkeit“. Dazu google mal rum, ist recht interessant.
Wenn die Selbstständig bist, kannst du deine betrieblichen Kosten (Versicherung, Reise-Spesen,Kommunikation,Weiterbildung, etc. etc.) von deinen Einnahmen abziehen und dadurch ergibt sich ein Einkommen vor Steuer und dadurch auch deine Progessionsstaffel. Eine genaue Berechnung würde ich mir von deinem Steuerberater machen lassen (den du auf JEDENFALL vorher konsultieren solltest-> kosten ca 100-150 Euro->Beratung).
Zu deiner Selbstständigkeit gibt es folgendes zu beachten:
Rentenversicherungspflichtig bist du nicht mehr und kannst frei entscheiden, in welche Anlageform du dein Geld fürs Alter einsetzen willst.
Krankenversicherungspflichtig bist du nicht mehr und kannst wählen zwischen einer privaten Krankenversicherung oder gesetzlich. Da du keinen AG hast, trägst du alle Kosten dazu alleine. Natürlich kannst du dir ein Krankentagegeld auch versichern. Wie teuer sowas ist?? Gute frage, hängt von deinem Gesundheitszustand ab und welche Versicherung die willst. Weiterhin ob das nur als Zusatz zur freiwillig gesetzlichen gemacht wird oder in einer privaten Kostenvollversicherung.
Geschäftshaftpflichtversicherung ist für deine Selbstständigkeit nötig (private greift dann nicht mehr).
Absicherung bei Erwerbunfähigkeit ist eines der zentralen Themen!!!
Zur Abrechnung der Spesen bei Reisetätigkeiten, die du zur Zeit von deinem Chef bekommst, wird es genauso laufen. Du weißt auf der Rechnung den Passus Spesen aus und fertig (Belege sind wie immer zu führen)
Es gibt sehr vieles zu bedenken und daher empfehle ich folgendes:
Termin beim Steuerberater!
Angebote zu den Versicherungen (inkl. GKV und GRV!!!)
Klärung, welche Verträge für die Aufträge genommen werden (HGB, BGB-> Haftung, Pflichten, Rechte!!!)
-Kontakt zur IHK zur Informationsbeschaffung und eventueller Seminare.
Man sollte sich halt nicht mal eben so Selbstständig machen.
Ich bleibe freiwillig gesetzlich Krankenversichert und möchte nur privat eventuelle Krankentage (da stundenweise Bezahlung) absichern.
Letztlich geht es nur darum die letzten Monate (4-5 Monate) bis zum Studiumabschluss zu überbrücken mit einer freiberuflichen Tätigkeit, da ich - wie oben erwähnt - die Sozialversicherungskosten sparen möchte (muss).
Danke Dir, denn der BEitrag konnt emir schon viel weiterhelfen.