Deine Ironie finde ich vollkommen unnötig. Wir reden hier
nicht von einem jungen Erwachsenen sondern von einem
seinerzeit kleinen I-dötzchen.
Und es braucht keine Großstadt um gefährlich zu sein, im
Heimatort meiner Mutter war ein wesentlich kleinerer Ort und
dort haben se alle zwei Jahre ne Kinderleiche rausgezogen. Nur
weil nicht jeder Mord im Fernsehen kommt ist es nicht
nonexistent.
Wie alt war denn das „I-dötzchen“? Ich hoffe doch sehr, daß meine Jungs spätestens ab der dritten, vierten Klasse so weit sind, um ihnen auch den regelmäßigen, unbeaufsichtigten Aufenthalt im Wald erlauben zu können (ich denke aber nicht, daß es so lange dauern wird).
Persönlich würde ich meinen Söhnen in dem von Dir beschriebenen Fall selbstverständlich das Ticket aus eigener Tasche zahlen. Aber nicht aus Angst um ihre Sicherheit (wenn es außer dem unbeleuchteten Wald keine weiteren Gründe gibt) sondern weil ich ihnen einen solchen Schulweg schlicht nicht zumuten wollte.
Aber eine Frage noch: welche kleine Ortschaft ist denn die Heimat Deiner Mutter? Daß es in Deutschland ein Dorf geben soll in dem regelmäßig alle zwei Jahre ein Kind ermordet wird ohne daß Bild & Co dies Geschichte ausschlachten, erscheint mir wenig glaubwürdig. So etwas hätte auch schon vor 20 Jahren, als noch nicht jeder Kindermord in den Medien breitgetreten wurde, für bundesweite Schlagzeilen gesorgt…
Und seit dem Aufkommen der privaten Fernsehsender dürfte es die Ausnahme sein, wenn über einen Kindermord nicht bundesweit berichtet wird - gerade wenn der Täter ein unbekannter Dritter ist.
Sag mal, wie überbehütet bist Du denn aufgewachsen? Mit noch nicht mal 40 finde ich es zwar etwas lächerlich von der „guten alten Zeit“ zu erzählen, aber ich kann an deiner Schilderung wirklich (mal abgesehen von der ein oder anderen offensichtlichen Übertreibung) nichts finden, was ich als problematisch erachten würde. Wir sind damals jedenfalls schon als Erstklässler ganz freiwillig eigentlich regelmäßig im großen Aachener Wald verschwunden (nachdem wir einige Kilometer an einer vielbefahrenen Ausfallstraße entlang geradelt waren) und waren dann stundenlang nicht mehr auffindbar (gerne auch mal über die grüne Grenze nach Holland oder Belgien, und Handy gab es auch noch nicht). Der Schulweg führte über eine große Kreuzung, dann mit dem Linienbus in die Stadt, dann noch Fußweg durch die Stadt. Regelmäßiger pünktlicher Heimweg - Fehlanzeige, dafür konnte man Mittags doch in der Stadt noch viel zu viel unternehmen. Und da damals die Wochenkarten noch echte Wochenkarten und nicht auf den Schulweg beschränkt waren, sind wir ganz oft noch mal Nachmittags in die Stadt gefahren. Da hatten die Eltern in der Nachbarschaft überhaupt keine Probleme mit (und ich rede hier nicht von einem sozialen Brennpunkt, wo den Eltern ihre Kinder egal sind, sondern von gutbürgerlicher Wohngegend und Privatschule).
Unser Kleiner wird übrigens auf dem Weg zum Kindergarten und Grundschule auch einige Meter an einer kleinen Waldfläche entlang und über einen kleinen Bach müssen. Da kannst Du aber drauf wetten, dass er den Weg schon zu Kindergartenzeiten allein gehen wird (wie alle anderen Kinder hier in der Straße auch).
Kopfschüttelnder Gruß vom Wiz
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Hallo Luzie,
normalerweise muss ein Kind in eine Schule des Sprengels gehen, der zu seinem Wohnort gehört. Eine Befreiung vom Schulsprengel musst du beantragen, es kann genehmigt oder abgelehnt werden. Und die Frage ist, ob das Kind dann auf die Schule geschickt wird, die Du ins Auge gefasst hast, oder in eine, in der das Schulamt noch Platz in der in Frage kommenden Klasse sieht! Womit willst Du das so überzeugend begründen, dass man Deinem Antrag entspricht? Schwerwiegende psychische Probleme in der jetzigen Schule, die schon länger bekannt sind und durch Schulwechsel abgestellt sein werden? Na ja… Umgehen kannst du es, wenn Du das Kind in dem Sprengel der Wahl bei jemandem anmeldest, der dort wohnt.
Liebe Grüße, Susanne