Freie Schulwahl?

Hi @all!

Ich kebbel mich grad am Telefon:

Gibt es in Deutschland für Eltern, die ihre Kinder auf eine weiterführende Schule schicken wollen (natürlich laut Empfehlung der Grundschule) freie Schulwahl oder müssen Eltern / Kinder die weiterführende Schule in ihrer Wohnnähe nehmen?

Ich meine, dass - wenn ich ein Kind hätte - durchaus eine Schule wählen könnte, die (zum Beispiel) 5 km von meinem Wohnort entfernt liegt, wenn meiner Meinung nach auf dieser Schule die „netteren“ Kinder bzw. „besseren“ Angebote (Sport, Sprachen, …) sind.

Danke für eine rasche Antwort!

Gruß,
Golden Luzie

Hallo Luzie,

Ich kebbel mich grad am Telefon:

Gibt es in Deutschland für Eltern, die ihre Kinder auf eine
weiterführende Schule schicken wollen (natürlich laut
Empfehlung der Grundschule) freie Schulwahl oder müssen Eltern
/ Kinder die weiterführende Schule in ihrer Wohnnähe nehmen?

zu der Zeit, als das für meine tochter aktuell war, galt das nur für die kostenfreiheit des Schulwegs. Der Staat übernahm nur die Kosten für die nächstgelegene Schule mit der gewünschten Fächerkombination, und das auch nur, wenn diese weiter als drei Kilometer von der elterlichen Wohnung entfernt war.

Ich meine, dass - wenn ich ein Kind hätte - durchaus eine
Schule wählen könnte, die (zum Beispiel) 5 km von meinem
Wohnort entfernt liegt, wenn meiner Meinung nach auf
dieser Schule die „netteren“ Kinder bzw. „besseren“ Angebote
(Sport, Sprachen, …) sind.

Wie gesagt: Das „bessere Angebot“ wäre ein Grund, aber die „netteren Kinder“ nicht. Und es galt damals wirklich nur: Die Fahrkarte zahlste aber selber, wenn es eine Schule mit gleichem Angebot näher als 3 km von Deiner Wohnung weg ist.

Land Bayern, Zeit 1989 bis 1997

Gruß, Karin

Hi!

Schulrecht ist (leider!) nicht bundeseinheitlich geregelt.

Gerade ist in Nordrhein-Westfalen aber ein neues Schulrecht auf den Weg gebracht worden, dass im Besonderen die freie Schulwahl als tolle Neuerung propagiert hat!

Ich weiß jetzt nicht genau, wann das Gesetz mal rechtskräftig wird, aber auf der HP unseres Bundeslandes solltest Du fündig werden…

LG
Guido

Hallo Karin,

Wie gesagt: Das „bessere Angebot“ wäre ein Grund, aber die
„netteren Kinder“ nicht. Und es galt damals wirklich nur: Die
Fahrkarte zahlste aber selber, wenn es eine Schule mit
gleichem Angebot näher als 3 km von Deiner Wohnung weg ist.
Land Bayern, Zeit 1989 bis 1997

also in Berlin galt noch nicht mal das… wenn du hier (zumindest zu der Zeit, wo es für mich interessant war - 1988…) auf eine „bezirksfremde“ Schule, also die nicht deiner Adresse zugeordnet war, wolltest, dann musstest du tricksen (Kind im gewünschten Einzugsgebiet z.B. bei den Großeltern anmelden, kurzzeitig…).

Gruß
Demenzia

Hallo

Gerade ist in Nordrhein-Westfalen aber ein neues Schulrecht
auf den Weg gebracht worden, dass im Besonderen die freie
Schulwahl als tolle Neuerung propagiert hat!

Neu ist das nur für Grundschulen. Für weiterführende Schulen galt das schon lange vorher.

Wenn es allerdings um die Kostenübernahme der Fahrkosten geht, dann siehe den Beitrag von KUHMAX.

Viele Grüße
Thea

Stümmt
Hi!

Neu ist das nur für Grundschulen. Für weiterführende Schulen
galt das schon lange vorher.

Stimmt! Wollte ich gerade korrigieren, als ich sah, dass das schon geschehen ist :wink:

Wenn es allerdings um die Kostenübernahme der Fahrkosten geht,
dann siehe den Beitrag von KUHMAX.

Was ich verständlich finde…

LG
Guido, der sich den Gesetzesentwurf mal geben muss

Meine infos sind zwar etwas altbacken aber aussuchen darfst du es dir schon, nur musst du mit den Konsequenzen leben.

Ich hatte einen Spielfreund der später auf eine Schule in Hattingen (Essen, NRW) geschickt wurde. Er hätte mit dem Bus fahren können also wurde ein Ticket beantragt.
Doch abgelehnt.

Weil: Er kann ja einfach durch den Wald laufen!

Im Winter, bei 20 cm Schnee. Es gibt keinen Weg, es gibt keine Lampen, keine Aufsicht und niemand hört dich schreien.
Der Junge wurde warm angezogen und er bekam eine Taschenlampe mit damit er wenigstens nicht JEDEN Morgen hinfiel.

Wie er 19 Jahre alt geworden ist, ist mir ein Rätsel, er hätte jeder Zeit verschleppt werden können, entführt, vergewaltigt, hätte sich was brechen können, von wilden Hunden angefallen werden und was weiß ich.
Ok er hat sich zweimal das Bein gebrochen in der Zeit, aber das wäre echt nicht nötig gewesen.

tschuldigung…
ich muss mal ganz kurz zwischenfragen - habe dem Text hier entnommen, dass die Fahrkosten zur Schule erstattet werden im 3 km-Umkreis?? Ist das wirklich so? Wenn ein Kind also ca. 2 km, also zwei Bushaltestellen zur Schule fahren muss, dass die Busfahrkarte erstattet wird? Wusste halt nicht dass es sowas gibt…

LG
Sil

Frag Karin…

ich muss mal ganz kurz zwischenfragen - habe dem Text hier
entnommen, dass die Fahrkosten zur Schule erstattet werden im
3 km-Umkreis?? Ist das wirklich so? Wenn ein Kind also ca. 2
km, also zwei Bushaltestellen zur Schule fahren muss, dass die
Busfahrkarte erstattet wird? Wusste halt nicht dass es sowas
gibt…

Ich habe keine Ahnung… in Berlin jedenfalls nicht! Hier wurde noch nie so was erstattet und es wäre mir sehr neu…

Grüße
Demenzia

Hallo Sil,

ich muss mal ganz kurz zwischenfragen - habe dem Text hier
entnommen, dass die Fahrkosten zur Schule erstattet werden im
3 km-Umkreis?? Ist das wirklich so? Wenn ein Kind also ca. 2
km, also zwei Bushaltestellen zur Schule fahren muss, dass die
Busfahrkarte erstattet wird? Wusste halt nicht dass es sowas
gibt…

In Hessen ist das so: wenn man MEHR als 3 km von der Schule
wegwohnt, dann zahlt das Land Hessen die Busfahrkarte (in
unserem Kreis ist das eine Monatskarte auf allen Strecken
innerhalb des Kreises). Aber eben nur, wenn die nächstmögliche
Schule weiter als 3 km weg ist. Gibt es eine nähere Schule,
dann muss man für die Fahrtkosten selbst aufkommen.
Ob man an der weiterentfernten Schule aufgenommen wird,
hängt davon ab, ob es Plätze gibt. Mit anderen Worten:
ist die Schule bereits voll, werden „Auswärtige“ nicht
genommen - Entscheidungsrecht hat der Schulleiter.

Gruß
Elke

danke Euch, hab auch grad gesehen dass ich mich verlesen hatte, sorry :o) Also nur wenn es MEHR als 3 km sind und dann auch nur u.U. OK, wenns anders wäre hätte mich das auch sehr überrascht

Silence (die das noch nicht bzw erst nächstes Jahr betrifft)

Meine infos sind zwar etwas altbacken aber aussuchen darfst du
es dir schon, nur musst du mit den Konsequenzen leben.

Ich hatte einen Spielfreund der später auf eine Schule in
Hattingen (Essen, NRW) geschickt wurde. Er hätte mit dem Bus
fahren können also wurde ein Ticket beantragt.
Doch abgelehnt.

Weil: Er kann ja einfach durch den Wald laufen!

Wie er 19 Jahre alt geworden ist, ist mir ein Rätsel, er hätte
jeder Zeit verschleppt werden können, entführt, vergewaltigt,
hätte sich was brechen können, von wilden Hunden angefallen
werden und was weiß ich.
Ok er hat sich zweimal das Bein gebrochen in der Zeit, aber
das wäre echt nicht nötig gewesen.

Hallo Kate,

Ganz ehrlich, dann hätte ich als Elternteil das Geld gespart und hätte zumindestens für den Winter das Ticket bezahlt. Ich denke, in diesem Fall wäre Aktion der Eltern gefragt gewesen. Nur wenn die keine Bedenken haben, tja, dann helfen nur Schutzengel.

Gruß Wölkchen

Hallo Kate,

Ich hatte einen Spielfreund der später auf eine Schule in
Hattingen (Essen, NRW) geschickt wurde. Er hätte mit dem Bus
fahren können also wurde ein Ticket beantragt.
Doch abgelehnt.

Weil: Er kann ja einfach durch den Wald laufen!

Wie er 19 Jahre alt geworden ist, ist mir ein Rätsel, er hätte
jeder Zeit verschleppt werden können, entführt, vergewaltigt,
hätte sich was brechen können, von wilden Hunden angefallen
werden und was weiß ich.

hm, ich weiß ja nicht, aber quer durch München würde ich eindeutig für gefährlicher halten. Und wenn es nu eine Schule in ansprechender Entfernung gibt, dann müssen halt Eltern, die eine abgelegenere Schule möchten, die Kosten für den Schulweg selber tragen.

Ok er hat sich zweimal das Bein gebrochen in der Zeit, aber
das wäre echt nicht nötig gewesen.

Eben, warum haben die Eltern das Ticket nicht selber bezahlt, wenn es denn die weiter weg liegende Schule sein musste? Oder hat der böse Verkehrsunternehmer seine Tickets nur an die öffentliche Hand und nicht auch an Provatabnhemer verkauft?

Ich bin sehr dafür, Familien mit Kindern zu unterstützen, aber alles muss denn doch nicht sein.

Gruß, Karin

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Oh Gott, oh Gott, oh Gott…

Wie er 19 Jahre alt geworden ist, ist mir ein Rätsel, er hätte
jeder Zeit verschleppt werden können, entführt, vergewaltigt,
hätte sich was brechen können, von wilden Hunden angefallen
werden und was weiß ich.
Ok er hat sich zweimal das Bein gebrochen in der Zeit, aber
das wäre echt nicht nötig gewesen.

Was ist es erst für ein Rätsel das es überhaupt noch Menschen gibt, bei den vielen Gefahren, die einen Menschen im dunklen Wald ständig bedrohen… Und das es mich gibt, kann man dann ja nur als sechser im Lotto bezeichnen, meine beiden Eltern hatten einen solchen Schulweg von mehreren Kilometer Länge.

Auch wenn ich den Text eigentlich selten dämlich finde, hier passt mal wirklich: http://www.bboard.de/foren-archiv/1/9600/8080/nur-le…

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Ich bin entsetzt. Krrrauenhaft!
Hi Kate,

er hätte jeder Zeit verschleppt werden können, entführt,
vergewaltigt, hätte sich was brechen können, von wilden
Hunden angefallen werden und was weiß ich.

von 1975 bis 1990 habe ich in Essen gelebt, in diversen Stadtteilen gewohnt (Zentrum, Bergerhausen, Katernberg, Frillendorf, Steele), bin dennoch nicht ein einziges Mal verschleppt, entführt, vergewaltigt, von wilden Hunden angefallen worden. Habe ich etwas versäumt? Ist Essen seitdem völlig heruntergekommen?

Gruß Ralf

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In einigen Stadtteilen: JA.

Ansonsten: Oh wunder, es gibt im Jahr 5687 Verkehrstote, aber ich bin noch kein einziges mal gestorben! Na sowas :wink:
Dennoch sollte man ein kleines Kind nicht durch den Wald schicken.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Deine Ironie finde ich vollkommen unnötig. Wir reden hier nicht von einem jungen Erwachsenen sondern von einem seinerzeit kleinen I-dötzchen.
Und es braucht keine Großstadt um gefährlich zu sein, im Heimatort meiner Mutter war ein wesentlich kleinerer Ort und dort haben se alle zwei Jahre ne Kinderleiche rausgezogen. Nur weil nicht jeder Mord im Fernsehen kommt ist es nicht nonexistent.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Kate,

Dennoch sollte man ein kleines Kind nicht durch den Wald
schicken.

ehmt. Dafür gibt es Busse. Wenn Du mir jetzt auch noch erzählst, dass die Eltern dafür zu arm waren, grüße ich Dich nicht mehr.

Gruß Ralf

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Das Ticket war vielleicht für den Bus? -_-

Ich kann zwar aufgrund mangelnder Telefonnummer grad nicht fragen und weiß auswendig nicht WARUM sie ein Ticket beantragt haben, aber irgendwo wird da schon ein Grund gewesen sein, meinst du nicht? Man macht sich die Arbeit ja nicht mal eben so.

Moin, Kate,

Das Ticket war vielleicht für den Bus? -_-

also: Eltern beantragen eine Buskarte, die in Essen durchaus bezahlbar wäre (meine Netzkarte für das ganze Stadtgebiet kostete 1990 DM 80,-), bekommen sie nicht genehmigt, weil das Land nun mal Fahrkarten nur für den Weg zur Regelschule bezahlt, und jagen das arme Kind dann bei Eis und Schnee durch einen unbeleuchteten Wald (auf Essener Stadtgebiet? Versuch mal, zwischen Unna und Düsseldorf irgendwo unbeobachtet zu pinkeln), in dem Mörder, Vergewaltiger und menschenfressende Hunde lauern. Grausame, vom Ehrgeiz zerfressene Eltern. Oder eher eine Geschichte, die nahe am Tollhaus angesiedelt ist.

Gruß Ralf

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