Freie-/Soziale Marktwirtschaft

Guten Tag,

ich suche Informationen zur Freien und Sozialen Marktwirtschaft.

Ich soll 5 Gemeinsamkeiten der beiden Modelle aufzeigen, ich kann aber nicht mal eine Gemeinsamkeit erkennen.

Danke für jede Hilfe.

Christian

Hallo Christian,

beide sind so ziemlich das Gegenteil von der Planwirtschaft und haben auch sonst viele Gemeinsamkeiten.

Die soziale Marktwirtschaft schränkt die (großen) Unternehmen etwas mehr ein als die freie Marktwirtschaft (z.B. bzgl. Monopolen) und hat ausserdem im Gegensatz zur freien Marktwirtschaft ein soziales Netz (z.B. Arbeitslostengeld)

Grüsse

Sven

ich suche Informationen zur Freien und Sozialen
Marktwirtschaft.

Ich soll 5 Gemeinsamkeiten der beiden Modelle aufzeigen, ich
kann aber nicht mal eine Gemeinsamkeit erkennen.

Erst einmal (nichts gegen Dich, aber alles gegen Deinen Prof): so gestellt ist die Frage Blödsinnig. Man benötigt einen Gegenpart, wie ja auch Sven bemerkt hat: also Gemeinsamkeiten der Freien und Sozialen Marktwirtschaft im Vergleich zur Planwirtschaft. Und die Freie Marktwirtschaft definieren wir als das Wirtschaftssystem der USA, die Soziale Marktwirtschaft als das Wirtschaftssystem Deutschlands, vor allem unter Erhardt.

Dann sind fünf Punkte (gibt sicherlich mehr, aber war ja nur nach fünf gefragt) einfach zu finden:
a) freie Preisgestaltung auf Märkten
b) Privateigentum
c) Unabhängige Notenbank
d) Freier Außenhandel
e) Vereinigungsfreiheit (also Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände), inklusive Streikreicht etc.

Guten Tag,

ich suche Informationen zur Freien und Sozialen
Marktwirtschaft.

Wenn damit Friedman und Keynes gemeint sind, so sind beides ideologische Ansaetze, die Selbstzerstoerungstendenzen des Kapitalismus (oder ist das ein Pfui-Wort? dann Marktwirtschaft) in den Griff zu bekommen. Weiter gemeinsam ist ihnen, dass beide gescheitert sind. Dass jetzt versucht wird, deren widerstrebende Ratschlaege (weniger gegen mehr Staatsmassnahmen) bunt durcheinanderzuwuerfeln, hilft auch nicht wirklich.

Ciao Lutz

ich suche Informationen zur Freien und Sozialen
Marktwirtschaft.

Wenn damit Friedman und Keynes gemeint sind, so sind beides
ideologische Ansaetze, die Selbstzerstoerungstendenzen des
Kapitalismus (oder ist das ein Pfui-Wort? dann
Marktwirtschaft) in den Griff zu bekommen. Weiter gemeinsam
ist ihnen, dass beide gescheitert sind. Dass jetzt versucht
wird, deren widerstrebende Ratschlaege (weniger gegen mehr
Staatsmassnahmen) bunt durcheinanderzuwuerfeln, hilft auch
nicht wirklich.

Du magst recht haben. Nur: was hilft denn dann wirklich?

Du magst recht haben. Nur: was hilft denn dann wirklich?

Falls irgendjemand eine konkrete Loesung im Rahmen der Marktwirtschaft hat, dann duerfte das ziemlich schnell in eine Diktatur/Zwangsherrschaft fuehren. Immer weitere Rationalisierung bei beschraenkten Markten fuehrt zu einem erst wertmaessigen und dann auch stueckmaessigen Schrumpfen dieser Maerkte, die Produkte werden billiger, und es werden immer weniger Leute fuer die Produktion benoetigt und bezahlt, so dass sie sich diese Produkte auch leisten koennen.

Der Staat kann den Markt kuenstlich erhalten, muss das aber ueber Kredite finanzieren. Die Beschraenktheit der Maerkte bleibt trotzdem, da wo Bevoelkerungswachstum ist, ist in dieser Welt keine Kaufkraft.

Das sinkende Gewinnvolumen bei steigenden Investitionen in Produktionsmittel macht aber die Produktion irgendwann unrentabel. Der Staat kann den Beitrag, den die Unternehmen zu den allgemeinen gesellschaftlichen Aufgaben leisten (direkt ueber Steuern, indirekt ueber Lohnnebenkosten und Verbrauchersteuern), senken, so dass der Gewinn wieder ueber die Rentabilitaetsschranke steigt. Dann leiden aber diese gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, wie Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Rechtssystem,… oder muessen wieder auf Staatskredit finanziert werden.

Diese staendige Verschuldung des Staates hat aber eine Schranke spaetestens, wenn die Steuereinnahmen unter die Zinslast fallen, dann faellt aber schon alles andere flach. Andererseits findet sich das Kreditvolumen in einer Inflation oder wie jetzt einer Spekulationsblase wieder, beides nicht sehr gemuetlich.

Sind diese Tendenzen vom standpunkt eines marktwirtschaftlich gepraegten gesunden Menschenverstandes nachvollziehbar? Wahrscheinlich nicht, sonst wuerden unsere Politiker nicht staendig dem widersprechende Versprechungen machen, letztens Gysi: Wirtschaft+Wissenschaft=(mehr) Arbeitsplaetze, wo die Summe doch weniger Arbeitsplaetze ist.

Ciao Lutz

Du hattest sowohl die freie als auch die soziale Marktwirtschaft kritisiert, darauf fragte ich:

Du magst recht haben. Nur: was hilft denn dann wirklich?

Dann kam von Dir auch nur wieder Kritik an der Marktwirtschaft. Ich widerspreche Dir ja gar nicht grundsätzlich (obwohl ich in bestimmten Punkten schon eine andere Meinung habe, aber die will ich nicht diskutieren). Interessant fände ich, wenn Du meine Frage beantworten könntest: Was hilft denn dann wirklich?

Muß ja kein umfassendes System sein. Auch ein paar Punkte würden mir reichen, in welche Richtung Deine Vorstellungen gehen.

Du hattest sowohl die freie als auch die soziale
Marktwirtschaft kritisiert, darauf fragte ich:

Du magst recht haben. Nur: was hilft denn dann wirklich?

Ich vergass die Schlussbemerkung. Da diese dargelegten Mechanismen von keiner Politik abhaengen, also in gewissem Rahmen „Naturgesetze“ sind, koennen sie nur gewaltsam gestoppt oder umgekehrt werden. Ob das nun mit einer Pol-Pot-Diktatur oder einem Kosovo/Montenegro/Afghanistan-Mafiaregime geschieht, unakzeptabel ist es auf jeden Fall.

Derzeit herrscht hierzulande eine Politik der Sachzwaenge bzw. der Verlangsamung des Abbaus all dessen, was wir Zivilisation oder Kultur nennen. Kommerzialisierung fuehrt zu Zivilisationsmuell, z.Z. besonders in der Pop-Musik diskutiert, aber nicht zur Erhaltung.

Nur nach obigem sehe ich keine Alternative, als weiterzumachen wie bisher, auch wenn das auch nur eine Loesung auf Zeit ist. Es kann nur versucht werden, vermeidbare Schaeden wirklich zu vermeiden, nur dazu muesste es ein breites Bewusstsein dafuer geben, dass die Spassgesellschaft endlich ist.

Wenn wir die Welt reparieren wollten, dann warten neben anderne Problemen diverse Mega-Verschuldungen darauf, abgezahlt oder mit weitreichenden Konsequenzen abgeschrieben zu werden, siehe die Krisenherde der 90er. Wer zuerst zuckt, reisst alle anderen mit. Argentiniens 140 Mia. $ Staatsverschuldung waren vielleicht noc nicht gross genug. Bei aehnlichen Problemen in Russland 98 hat es schon maechtig im Gebaelk gekracht.

Ausserdem gibt es noch diverse Finanz-/Spekulationsblasen. Dass da was im Busche ist, was die gesamte Weltwirtschaft mit sich reissen kann, ist sogar schon naiven Verteidigern der Boersenspekulation aufgegangen, denen sonst der freie Markt alles regelt, (zealllc.com).

Bevor dieser grosse Crash kommt, kann man aus unserer manipulierten Realitaet heraus kaum Prognosen machen, nicht mal, wann und wie er kommt. Ausbleiben aber kann er nur in einer schoenen neuen Welt.

Ciao Lutz

  1. Ich finde Deine Antwort schon ziemlich enttäuschend.
  2. Ich hätte keine bessere Antwort geben können.

:wink:

Weil Du hast ja recht:

Bevor dieser grosse Crash kommt, kann man aus unserer
manipulierten Realitaet heraus kaum Prognosen machen, nicht
mal, wann und wie er kommt. Ausbleiben aber kann er nur in
einer schoenen neuen Welt.

Nur ist das halt, wie gesagt, enttäuschend, dass keine Vision für die Zeit „danach“ existiert. Bei Dir nicht und bei mir nicht.