Freizeitrad wie teuer?

hallo,

folgende frage hab ich an euch: der „schutzbefohlene“ von mutti möchte sich ein fahrrad kaufen. hat allerdings nicht allzu viel geld. der städtische fahrradhändler möchte ihm gerne das volta-light von panther verkaufen.

http://www.pantherbike.de/pages/trekking/trekking_fr…

mutti hat sich von mir rat erhofft, den ich ihr nicht wirklich geben kann. mein erstes gefühl war allerdings, ein 500 kröten fahrrad für jemanden der’s zum in-der-stadt-rumradeln braucht und vielleicht mal ein paar km drüber raus und oben drein nicht viel geld hat, muss nicht sein.
hab also ein wenig rumgegoogelt, was mich auch nicht so viel weiter brachte, da bei vielen seiten a) keine allzu genauen angaben zur austattung gemacht werden und b) meine kenntnis, davon was wirklich solide ist, limitiert ist.

von euch erwarte ich gar nicht, dass ihr mir konkrete modelle empfehlt (was nat auch nich schadet). wenn allerdings jemand raten kann mit welchem budget man noch ein halbwegs solides freizeit rad bekommen kann und auf den homepages welcher hersteller ich mich vielleicht noch mal umschauen könnte, wäre das schon mal ne hilfe.

grüße von kati

Servus Kati,

das Panther, das Du verlinkt hast, liegt in der 1.500 Euro-Klasse ziemlich oben bei den nicht-sportlichen Rädern, man kriegt für dieses Geld etwa auch ein gut ausgestattetes Wanderer, Utopia oder dergleichen.

sehr ordentlich ausgestattete Räder von z.B. Stevens (als einem billigen unter den Guten respektive Guten unter den Billigen) sind für etwa 700 Euronen zu haben. Damit kann man aber schon ohne Schwierigkeiten Touren fahren.

Ein Fahrrad für die Stadt sollte (schon allein wegen des Diebstahlrisikos) nicht mehr als ungefähr die Hälfte kosten. Eine ordentliche deutsche Marke, die in dieser Preisklasse liegt, ist „Vaterland“/Neuenrade.

Einen ordentlichen Rahmen braucht man egal, wo und wie man fährt. Die relativ teuren Komponenten Schaltung und Bremsen können für die Stadt ziemlich einfach sein, und lieber als ein schwammiger Rahmen mit schlechter Geometrie und (überflüssiger) billiger Federung ist mir da ein ordentlicher Rahmen mit einfachen Komponenten.

Ein Rad für die Stadt braucht nicht „City“ heißen: Unter diesem Begriff gibts oft Teile mit einer perversen Geometrie, die sich fahren, als müsste man eine Kaulquappe reiten.

z.B. Schlappen, mit denen man die Wutachschlucht und den Grand Ballon Mitte Februar machen kann, sind in der Stadt eher hinderlich, und wenn sie noch so heldenhaft aussehen. Bremsen, mit denen man 90kg bei 35 km/h in 18% Gefälle auf einen halben Meter zum Stehen bringt, sind gänzlich überflüssig. Rahmen sollte auf keinen Fall zu lang sein: In der Stadt fährt man eher aufrecht.

Klassisches Hollandrad sieht nicht sehr „cool“ aus, ist für die Stadt aber was ziemlich Schönes. Leider gibts in dieser Kante sehr viel Neuschrott zu kaufen („Ich war eine Dose“…), der bloß aussieht wie Holland.

Ein Händler, der die 1.500-Euro-Klasse halbwegs fachkundig verkauft, sollte auch in der Lage sein, ein vernünftiges 350-Euro-Rad zu empfehlen. Wenn er das nicht kann, ist er keine gute Adresse für die erstgenannte Preisklasse.

Es gibt einen Teil Komponenten, an dem man in der Stadt (wegen Glassplittern und Grünanlagendornen) nicht sparen darf: Decken „Schwalbe Marathon“ sollten schon aufgezogen sein.

Schöne Grüße

MM

Hallo Kati,

sieht nicht schlecht aus, das Panther Volta-lieght. 500 € sind relativ - wenn man deswegen das Auto spart, ist es wenig. Wenn man es nur drei Mal im Jahr benutzt, eher viel. Viel weniger würde ich jedenfalls nicht ausgeben. Schaltung Alivio ist ok. 13,5 kg ist wohl besser als jedes Aldi-Rad. Sattel, Kettenschutz, Schutzbleche, Reifen, Felgen, Gepäckträger sieht ordentlich aus.
Ich würde auf jeden Fall noch einen Nabendynamo haben wollen. Für 500, sollte der als Rabatt noch drin sein. Und die Pedale sollten aus Metall sein, dass man später noch Fußhaken + Rieman (das effizienteste Radtuning) montieren kann. Die Sitzposition sieht etwas sportlich aus - man sitzt nicht so aufrecht, eher nach vorne gebeugt: ausprobieren, ob’s genehm ist.

Meiner Meinung nach ein solides Rad, an dem man jahrelang Freude haben kann. Empfehlung: kaufen und losfahren! Jetzt ist es endlich wieder warm, den Schnee ist weg und die Vöglein pfeifen. Da gibt es keine schönere Fortbewegungsart …

Gruß: Uli

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danke erstmal…
hallo martin,

danke erst mal, vor allem weil ich mich ein wenig gestärkt fühle, wenn ich mutti und ihrem „schutzbefohlenen“ den auftrag gebe, sich zumindest mal ein paar unter-500€ räder zeigen zu lassen. ich fahre seit drei jahren ein billigst ausgestattetes bergamont als kurierim sommer und winter(hat so was um die 400 gekostet), und zugegeben, hab’s in einigen teilen inzwischen nachgerüstet, aber ich kann mir eben einfach nicht vorstellen, dass jemand der nicht auf trampelpfaden im schwarzwald unterwegs ist, und auch keine langen touren fährt nicht auch was brauchbares für weniger bekommt.

hab mich noch ein bisschen umgeschaut und ausser stevens noch bei kalkhoff und felt was gefunden, das was taugen könnt. interessant war vor allem kalkhoff
http://www.kalkhoff-bikes.de/bikes/bike_ansicht.asp?..
und auch ein billigeres von 2004, von dem ich jetzt leider den link nicht mehr finde. da waren einiges was kein schlechten eindruck gemacht hat.

gruß von kati

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Servus nochmal,

da hab ich noch zwei Namen, ein „No Name“ und eine Zweitmarke:

Die „No Names“ der alteingesessenen Händler, die es auch schon vor dem neuen Fahrradboom der 1980er gab, heißen „ZEG“ (Zentrale Einkaufsgenossenschaft der Zweiradhändler), da steht öfter mal „Pegasus“ drauf. Ich hab zwischen zwei Diebstählen ein sehr leckeres ZEG-Trekkingrad gefahren, das so gut war, daß der zuerst nicht benannte Hersteller Peugeot es paar Jahre später in Eigenregie weiter aufgelegt hat, es hieß dann Peugeot Liberté, kostete zweihundert Mark mehr, und es trug einen kleinen Aufkleber „Design by ZEG“…

Und im Bereich der neueren Szene, überall dort, wo es Utopia gibt, gibt es die Zweitmarke „Campus“. Campus haben zum Teil elend billige Komponenten (Beleuchtung, Sattel…), aber der Rahmen ist immer ok. Und bei Campus kommt man mit dreihundert Euro schon ziemlich weit.

Immer ein bissel Fett im Lager

wünscht

MM

Servus,

falls die schönste Stadt in Deutschland weder Lübeck noch Bremen noch Dinkelsbühl sein sollte, sondern vielleicht doch Mainz: Von dort aus lohnt sich die Fahrt nach Monnem, und zwar zum Fahrradladen „Ökotopia“ im Fahrrad-Parkhaus - ehemaliger Expressgutschuppen gleich neben dem Hbf: Es geht um eine gemeinnützige (Trainings-)Gesellschaft, wo man ziemlich kompetente Leute finden kann, die nicht mit Jefes Stoppuhr im Rücken verkaufen müssen („Kaum einen Fünfziger Deckungsbeitrag! Wer bezahlt mir die Zeit???“), und die auf diese Weise in der Lage sind, gute Räder für kleinere Budgets anzubieten. Für ein paar Zehner mehr bekommt man dort die Schwachstelle fast aller (auch der meisten teuren) Räder, die Lichtanlage, perfekt aufgearbeitet mit einem Kabelbaum mit Massekabel und wenn man will einem wohlfeilen Nabendynamo.

Schöne Grüße

MM

hi martin,

danke, hast mir wirklich weiter geholfen. tip mit mainz klingt gut, hab auch was ähnliches hier in der schönsten stadt… die übrigens auch am Rhein liegt :wink:
das problem entstand vor allem deswegen, dass mutti ziemlich weit weg wohnt, sonst wäre ich schon längst selbst mit ihr zum fahrradlgeschäft marschiert. aber mit stundenlanger internet recherche, die mir vor allem selber lust auf ein neues rad gemacht hat, und deiner unterstützung, glaub ich konnte ich ihr doch auch helfen.

grüße von kati

p.s.: lübeck rangiert übrigens auf jedenfall unter den top-five, hat nur leider keine berge drumrum… mainz kenn ich nich wirklich :smile: …dinkelsbühl???

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