Wer hat Tipps oder auch Hinweise auf Fallen beim Einsatz von Fremdfirmen?
Wer hat Tipps oder auch Hinweise auf
Fallen beim Einsatz von Fremdfirmen?
Kann man nicht so pauschal sagen. Aber einige Hinweise:
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Man sollte darauf achten, daß man Firmen einsetzt, die sich auf ähnlichem Gebiet bereits bewährt haben (Referenzen o.ä.)
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Bei komplexen Anlagen darf man eine gründliche Unterweisung der Fremdfirmen-Mitarbeiter nicht vernachlässigen.
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Eigene Sicherheitseinrichtungen und´-vorschriften müssen den Fremdmitarbeitern ebenfalls klar gemacht werden.
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Man sollte versuchen, immer die gleichen Mitarbeiter der IH-Firma zu bekommen.
Im einzelnen hängen die Bedingungen und Überlegungen natürlich davon ab, welche Art von Instandhaltung an welcher Art von Anlage gebraucht wird.
Beim Streichen eines Schuppens muß man sicherlich anders bei der Auswahl vorgehen als bei der Komplettwartung einer Hochspannungs-verteilung oder eines Großkompressors…
Gruß, Kubi
Dieser Gedanke kursiert in unserem Klinikum auch herum, allerdings möchte ich persönlich starke Bedenken beim Einsatz von Fremdfirmen anmelden, wenn man es mit Anlagen zu tun hat, die nicht auf dem neusten Stand sind, wo keine oder nur unvollständige, vielleicht gerade mal skizzenhaft erfolgte Änderungen, in Revisionsplänen vorliegen und wo eigentlich nur einer im Betrieb die Anlage richtig kennt. Ein Einsatz von Fremdfirmen an solchen Anlagen ist mit Sicherheit tödlich.
Ich habe es 1991 am praktischen Beispiel erlebt, als „helle“ Köpfe bei der Gründung der Ilmenauer Glaswerke GmbH meinten, auf die Abteilung Instandhaltung komplett verzichten zu können. Nachdem die Abteilung Instandhaltung entlassen worden war, war das Ergebnis nach einem halben Jahr der komplette Ausfall einer Glasschmelze, so daß zwei Tage lang nicht produziert werden konnte, die Verluste waren so hoch, daß sie ein Vielfaches der Lohnkosten der Abteilung Instandhaltung überschritten, die man ja einspaaren wollte.
Die externe Firma war hoffnungslos überfordert, da sie die Tücken und die Schwachstellen der Anlage nicht kannte.
Es ist also mit Vorsicht an die Auslagerung von Instandhaltungsarbeiten heran zu gehen.
Viele Arbeiten lassen sich von Externen nicht in der gleichen Qualität und Zuverlässigkeit erbringen.
allerdings möchte
ich persönlich starke Bedenken beim
Einsatz von Fremdfirmen anmelden, wenn
man es mit Anlagen zu tun hat, die nicht
auf dem neusten Stand sind, wo keine oder
nur unvollständige, vielleicht gerade mal
skizzenhaft erfolgte Änderungen, in
Revisionsplänen vorliegen und wo
eigentlich nur einer im Betrieb die
Anlage richtig kennt
Kann ich nur hundertprozentig unterschreiben! Dürfte aus meinem Posting aber auch hervorgegangen sein: Wenn man die Anlage schon selbst nicht richtig kennt, kann man auch nicht gescheit unterweisen.
Davon ab: Da haben aber die Leute, die für die Dokumentation und Projektierung Eures Krankenhauses zuständig sind / waren, auch den Schlaf des Gerechten geschlafen, als sie ihre Arbeit machen sollten…
Gruß, Kubi
Wer hat Tipps oder auch Hinweise auf
Fallen beim Einsatz von Fremdfirmen?
Zum Einsatz von Fremdfirmen in der Instandhaltung.(einige Gedanken meinerseits)
Ch.Sch.
Die Notwendigkeit, Fremdarbeiter zu arrangieren, setzt zuerst einmal voraus, daß ich mit dem eigenen Personal nicht in der Lage oder willens bin, die Arbeitsmenge oder die Qualifikationen abzudecken. Oder ich will bewußt Teilbereiche auslagern, um den Bedarf an eigenem Personal möglichst klein zu halten.
Um hier wirklich Entscheidungen treffen zu können, muß ich mir zuerst einen Überblick über alle Arbeiten verschaffen, die nötig sind und nötig werden können. Diesen weise ich jetzt (in einer Tabelle) Merkmale zu wie :
- Zeitlicher Aufwand
- Personalbedarf :Anzahl; notwendige Qualifikation (Elektriker Schlosser Helfer …)
- Dringlichkeit (Kosten bei Ausfall ; Einzelmaschine oder in verketteter Anlage)
- während Produktion / außerhalb der Produktion
- regelmäßig / unregelmäßig
- Frage : Welche Arbeiten „muß" ich mit eigenem Personal abdecken (sofortiges Eingreifen bei unerwartetem Stillstand nötig ?) und welche Qualifikationen und Betriebsmittel muß ich dafür bereit stellen ? Hier ergibt sich ein Mindestpersonalbedarf. Alle Schwankungen nach oben (zusätzliche Kapazitäten) müssen ausgeglichen werden.
- Frage : Brauche ich zusätzlichen Kapazitäten kurzfristig, um unerwartete Engpässe auszugleichen, oder brauche ich sie auf Dauer ?
- Frage : Kann und will ich kurzfristige Engpässe auch mit Überstunden des eigenen Personals ausgleichen ?
- Frage : Welche Arbeiten kann ich komplett vergeben ? (Hier kommt das Problem mit der Verfügbarkeit der nötigen Unterlagen) Wobei muß ich eigenes Personal dabei stellen ? (Anlagenkenntnis ; Kenntnis des technischen Produktionsablaufes)
- Frage : Welche Arbeiten will oder muß ich vergeben ? (Fehlende Qualifikationen ; evtl. mit spezialisierten Fachleuten schneller und billiger als mit eigenem Personal ; Anschaffung von Spezialwerkzeugen und Betriebsmitteln für unregelmäßige Arbeiten unwirtschaftlich)
- Frage : Wenn ich vergeben will : Wo bekomme ich Fremdpersonal mit der nötigen Qualifikation und der nötigen zeitlichen Verfügbarkeit ? (Entfernung ; Adressen ; Referenzen)
Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten der Fremdvergabe :
- Beauftragung einer speziellen Instandhaltungsfirma (für Einzelauftrag oder auf Dauer)
- Anheuern von einzelnen Leiharbeitern für bestimmte Arbeiten
Oder ich erhöhe den eigenen Personalbestand, um Spitzen abzufangen. Dazu muß ich aber wissen, womit ich diese in den übrigen Zeiten beschäftige. Oft wird Instandhaltungspersonal in den Leerlaufzeiten in der Produktion eingesetzt. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Ich sehe aber immer wieder das Problem, das die Motivation dieser Mitarbeiter für die Instandhaltung sehr viel geringer ist, als bei denen, die nur Instandhaltungsarbeiten verrichten. Sensibilität und Kreativität lassen mit der Zeit stark nach. Je höher die fachlichen Anforderungen an ihn als Instandhalter sind, desto schwieriger und problematischer ist diese Doppelrolle.
Wer hat Tipps oder auch Hinweise auf Fallen beim Einsatz von
Fremdfirmen?
Nach Findung der Aufgabenstellung: Was, Wann, Wer, Wie, Wohin,Womit, und wie teuer ergibt sich zuerst das Problem des
ersten Kontaktes mit einem Fremdunternehmer!
Die Auswahl fällt wahrlich schwer und ich möchte einmal aus der Sicht eines „Fremdunternehmers“ , „Dienstleisters“ , bzw. eines „Verleihers“ Möglichkeiten der Kontaktaufnahme aufzeigen.
1.Erstellung eines Anforderungsprofils mit Aufgabenstellung
1.1 Welche Qualifizierung muß das Unternehmen haben?
(evtl. Zertifizierung nach DIN 9000, DIN 9001, DIN 9002)
1.2 Welche Prüfungen und Bescheinigungen sind für die Arbeiten
notwendig? (z.B. großer Eignungsnachweis im Schweißverfahren,
Genehmigung nach dem Wasserhaushaltsgesetz usw.)
1.3 Ist Ingenieurleistung erforderlich?
1.4 Muß das Personal bestimmte Berufsabschlüsse vorweisen?
(Schweißerprüfungen u.ä.)
2.Welche Verantwortung soll das Fremdunternehmen tragen?
2.1 Selbstständige Durchführung von Arbeiten im Rahmen eines
Festpreises (projektbezogen), oder auch Rahmenvertrag
Verantwortung im Gewerk liegt voll beim Fremdunternehmer
2.2 Dienstleistungsvertrag (Selbstständige Durchführung von
Arbeiten mit zur Verfügung gestelltem Material und Werkzeug)
meist Stundenverrechnung
Leistungserfolg gewährleistet
2.3 Arbeiten auf der Grundlage des AÜG
(Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes) Leiharbeiter, Verantwortung
liegt vollständig beim Entleiher, keinerlei Gewährleistung
für Leistungserfolg, Abrechnung durch Stundenvergütung
3.In welchem Zeitraum empfiehlt sich die Beschäftigung eines
Fremdunternehmens?
3.1 Besteht die Möglichkeit die Leistung eines Fremdunternehmens
im Jahreszeitrahmen nach Saisonzeiten zu planen?
(Winterhalbjahr meistens wesentlich preiswerter!)
3.2 Plane ich frühzeitig genug, um Handlungsspielraum
offenzulassen? (am besten mind. 6 Monate im Voraus)
dann bekomme ich wahrscheinlich auch die Leute die ich möchte
allgemeine Tipps:
- Freunde und Bekannte nach guten Erfahrungen fragen
- eigene Mitarbeiter befragen, die kennen meist Kollegen anderer
Unternehmen - Fachkraft für Arbeitssicherheit fragen, hat häufig Kontakt zu
anderen Unternehmen, bedingt durch vorgeschriebene
Weiterbildung - wie lange existiert das in Frage kommende Unternehmen schon
(meist halten sich nur qualifizierte Unternehmen lange am
Markt) - Referenzlisten anfordern
- bei sehr „günstigen“ Angeboten Schufa-Auskünfte einholen
- Fragen sie den Personaldisponenten ruhig mal fachlich ein
bischen aus - Übersenden Sie nach Möglichkeit einen Personalfragebogen
an den Verleiher (Anforderungsprofil) - Testen sie den neuen Mitarbeiter durch eine kleine fachliche
Prüfung, vielleicht auch Probearbeit (z.B. Schweißprüfung) - Erkundigen sie sich nach der Weiterbildung der Mitarbeiter und
der erforderlichen Durchführung der
Arbeitssicherheitsunterweisung! Bestätigung anfordern
Für weitere dataillierte Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung!
Rüdiger Dittmann