ich Suche eine Art Index für Fremdsprachen der nach Muttersprachkenntnissen sortiert ist. Soll heißen: Wie schwer ist es für einen deutschsprachigen Englisch, Französisch, Spanisch etc. zu lernen (in welcher Reihenfolge), wie schwer für einen französischsprachigen und so weiter. Da gibt es doch bestimmt eine Abhandlung drüber, wenn nicht gar ein Diagramm aus einer Dissertation…?
ich möchte schwer bezweifeln, daß es so was gibt. Zum einen sind diese „Rangfolgen“ doch sehr subjektiv. Man kann zwar generell sagen, daß Leuten im allgemeinen Sprachen, die mit der eigenen kaum verwandt sind, schwerer fallen als nahestehende, aber das war’s auch schon. Ob ein Deutscher prinzipiell z.B. leichter Italienisch als Spanisch oder umgekehrt lernt, ist schon als qualitative Aussage risikoreich, daraus auch noch einen Index erstellen zu wollen, halte ich für unmöglich.
Zum anderen ist die Frage, worauf Du das „schwierig“ beziehen willst. Das Vokabular, die Grammatik, die Schrift und andere Aspekte verschiedener Sprachen weisen mitunter sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf. Daher ist ein genereller Vergleich der Sprachen „an sich“ in dieser Hinsicht von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Also: ich wünsche Dir viel Glück beim Suchen, glaube aber nicht, daß Du Erfolg haben wirst.
Natuerlich gibt es sowas! Was meinst Du denn, warum Uebersetzer unterschiedliche Bezahlung bekommen, dh je schwieriger die Sprache, desto besser der Preis. Das gilt natuerlich zum Teil auch fuer ausgefallene Sprachen, die vielleicht nicht unbedingt schwierig sein muessen. Aber moeglicherweise koennte man ja mal bei nem Uebersetzungsbuero anfragen.
Gruss, Isabel
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Natuerlich gibt es sowas! Was meinst Du
denn, warum Uebersetzer unterschiedliche
Bezahlung bekommen, dh je schwieriger die
Sprache, desto besser der Preis. Das gilt
natuerlich zum Teil auch fuer
ausgefallene Sprachen, die vielleicht
nicht unbedingt schwierig sein muessen.
ich habe in einem Übersetzungsbüro gearbeitet. Wir selbst machten Übersetzungen für Englisch, Französisch und Spanisch und beschäftigten auch externe Übersetzer.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Preis für die Übersetzung englischer, französischer und spanischer Texte pro Zeile viel niedriger ist, da die Konkurrenz sehr groß ist! Das mit der Schwierigkeit kann ich nicht so unterstreichen. Denn meist sind es ja Muttersprachler, die als Übersetzer (z. B. für Arabisch, Chinesisch, Japanisch etc.) arbeiten - meist, nicht immer…
Außerdem spezialisieren sich Übersetzer und Dolmetscher meist auf ein bestimmtes Fachgebiet (Technik, Papierindustrie, Recht etc.) - je nachdem können die Preise wieder unterschiedlich liegen. Dann gibt es noch vereidigte Übersetzer etc…
Also meiner Meinung nach, hat der Preis einer Übersetzung mehr mit der Konkurrenz der Übersetzer zu tun (und wie der Preis auf dem Markt „gedrückt“ wird) als mit der „Schwierigkeit“.
ich schließe mich der Meinung von Natalie an, daß die Preisgestaltung bei Übersetzern wohl mit der Angebotssituation zusammenhängt.
Ein Schwierigkeitsindex wird aufzustellen aber auch nicht so schwer sein. Bei der großen Anzahl der Fremdsprachlernenden ist es sicher nicht schwer in einer kleinen Untersuchung Lernerfolge der Unterschiedlichen Sprachen gegenüberzustellen. Die Vergleichbarkeit leidet wohl nur unter bestimmten Grundbildungsniveaus bei verschiedenen Muttersprachen. Und überhaupt (an Kubi): wieso sollten die Rangfolgen subjektiv sein? Du stellst damit ja quasi die Bewertungsmöglichkeiten von Fremdsprachfähigkeiten in Frage und damit auch z. B. die Englischnoten eines Gymnasiasten. Muß man dort also das Notensystem abschaffen? ;o)
Viele Grüße
Rob.
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ich schließe mich der Meinung von Natalie
an, daß die Preisgestaltung bei
Übersetzern wohl mit der
Angebotssituation zusammenhängt.
Ich auch.
Bei der
großen Anzahl der Fremdsprachlernenden
ist es sicher nicht schwer in einer
kleinen Untersuchung Lernerfolge der
Unterschiedlichen Sprachen
gegenüberzustellen.
Na dann viel Spaß. Aus Erfahrung mit vielen Leuten verschiedener Muttersprachen, die Fremdsprachen gelernt haben, weiß ich, daß die Bewertung, welche Sprache einfach und welche schwierig ist, sehr unterschiedlich ausfallen.
Und überhaupt (an Kubi):
wieso sollten die Rangfolgen subjektiv
sein? Du stellst damit ja quasi die
Bewertungsmöglichkeiten von
Fremdsprachfähigkeiten in Frage
Es gibt Berufenere als mich (z. B. Linguisten und Leute, die -zig Sprachen sprechen), die genau das tun!
und damit
auch z. B. die Englischnoten eines
Gymnasiasten. Muß man dort also das
Notensystem abschaffen? ;o)
Das wird komplex, weil hier viele Parameter mit hineinspielen. Zum einen vergleichst Du bei den Schulnoten ja nicht, wie gut verschiedene Sprachen von einer Person gelernt werden, sondern wie gut verschiedene Personen die selbe Sprache lernen. Das ist was anderes.
Zum anderen ist die Benotung in der Schule ein ständiger Streitfall und Ausgangspunkt hitziger Diskussionen bezüglich Angemessenheit, Relevanz, Detailgrad und genereller Daseinsberechtigung. Aus der Tatsache, daß es Englischnoten in der Schule gibt, ableiten zu wollen, daß man die Sprachen nach Schwierigkeit sortieren kann, ist ein sehr gewagtes Unterfangen.
Das wird komplex, weil hier viele
Parameter mit hineinspielen. Zum einen
vergleichst Du bei den Schulnoten ja
nicht, wie gut verschiedene Sprachen von
einer Person gelernt werden, sondern wie
gut verschiedene Personen die selbe
Sprache lernen. Das ist was anderes.
Zum anderen ist die Benotung in der
Schule ein ständiger Streitfall und
Ausgangspunkt hitziger Diskussionen
bezüglich Angemessenheit, Relevanz,
Detailgrad und genereller
Daseinsberechtigung. Aus der Tatsache,
daß es Englischnoten in der Schule gibt,
ableiten zu wollen, daß man die Sprachen
nach Schwierigkeit sortieren kann, ist
ein sehr gewagtes Unterfangen.
Hey Kubi,
pardon, wenn ich widerspreche. Aber ich will ja nicht die Rechtfertigung der individuellen Benotungen als Kriterium heranziehen (da gebe ich Dir selbstverständlich Recht), sondern die Summe der Bewertungen, sodaß sich daraus ein statistisches Mittel bilden läßt, welches einen weiter bringen kann. Da ich ja auch keine absolute Rangliste aufstellen will, sondern nur eine relative glaube ich durchaus, daß diese Durchschnittszahlen weiterhelfen.
Zur Sicherheit nochmal: Ich will keine Aussagen wie schwer genau die einzelne Sprache für welchen Native-speaker ist, sondern welche im allgemeinen (Methode s. o.) schwieriger oder leichter zu erlernen ist. Klar, daß viele aus dieser Liste ausscheren, weil diese viele wichtige Faktoren wie Vorbildung, sozialer Stand, Elternhaus etc. nicht berücksichtigt. Aber ein Anhaltspunkt für den Schwierigkeitsgrad einer Sprache stellte diese Liste sicher schon dar.
Außerdem läßt sich der Aussagewert dieser Liste schon bei ihrer Erstellung feststellen: Wenn das Ranking nicht durch signifikante, sondern nur durch knappe Unterschiede zustandekommt kann man z. B. auch feststellen, wie stark der Schwierigkeitsgrad einer Sprache von besagten übrigen Faktoren abhängt. Oder?
Es gibt sicherlich zumindest einen objektivierbaren Faktor, nämlich die strukturelle Verwandtschaft der betreffenden Sprachen. Das würde ich allerdings genetisch und nicht statistisch festzustellen versuchen. Ich denke, es liegt auf der Hand, daß für einen Franzosen leichter Spanisch zu lernen ist als Finnisch oder Ungarisch (um krasse Beispiele zu bringen). Da es im Endeffekt nicht so viele verschiedene Sprachfamilien gibt (im weiteren Sinn - zumindest wenn man im europäischen Raum bleibt), kann ich mir so eine Liste gut vorstellen.
Es gibt sicherlich zumindest einen
objektivierbaren Faktor, nämlich die
strukturelle Verwandtschaft der
betreffenden Sprachen. Das würde ich
allerdings genetisch und nicht
statistisch festzustellen versuchen. Ich
denke, es liegt auf der Hand, daß für
einen Franzosen leichter Spanisch zu
lernen ist als Finnisch oder Ungarisch
(um krasse Beispiele zu bringen).
Das ist völlig klar, und das habe ich auch in meinem ersten Posting gesagt (obwohl das natürlich nur eine grobe Klassifizierung bietet in mehr oder weniger verwandt). Es hilft nicht bei der Frage, ob dem Franzosen nun Chinesisch oder Japanisch leichter fällt, zum Beispiel.
Außerdem war die Ursprungsfrage ja nach allgemeiner Einordnung, und wie nahe verwandt eine Sprache der Muttersprache ist, hängt natürlich von letzterer ab…
Da es
im Endeffekt nicht so viele verschiedene
Sprachfamilien gibt (im weiteren Sinn -
zumindest wenn man im europäischen Raum
bleibt),
Und das sind gleich zwei wesentliche Einschränkungen.
kann ich mir so eine Liste gut
vorstellen.
Ich immer noch nicht, tut mir leid. Wenn mal eine auftaucht, gucke ich sie mir gerne an, aber bis dahin sage ich: Ist nicht.