Fremdsprachenwahl - Schulwahl

Hallo,

meine Tochter soll ab Sept. aufs Gynamsium und wird als erste Fremdsprache Englisch lernen.
Ich fragte sie dann, was sie sich als zweite Fremdsprache vorstellen kann und sie meinte, am liebsten würde sie gar keine Fremdsprachen lernen. Aber das geht ja nicht, denn sogar an der Hauptschule und Realschule hätte sie Pflichtunterricht in Englisch.

Meine Tochter hat sehr gute Noten, ist also für das Gymnasium geeignet, aber sie mag absolut keine Fremdsprachen. Warum weiss ich nicht.

Sollten wir uns wegen dieser Abneigung gegen ein Gymnasium entscheiden, damit sie wenigstens keine zweite Fremdsprache lernen muss? Dann wäre ihr allerdings wohl der Weg an die Uni versperrt oder nur über Umwege eröffnet.

Und wenn schon Gymnasium, welche zweite Fremdsprache wäre dann klüger für jemanden der nicht so sprachbegabt oder sprachbegeistert ist, Französisch oder Latein?

Ich selbst hatte Französisch und habe mich durch diese Sprache nur durchgequält mit äußerst schlechten Noten, besonders in den Diktaten. In Englisch dagegen war ich eine gute Schülern und Latein hatte ich nie. Habe aber gehört, dass man in Latein wenigstens keine Diktate schreibt. Ich kann aber nicht wirklich vergleichen, welche Sprache
denn nun besser als zweite Fremdsprache wäre, Französisch oder Latein.

Was denkt Ihr so? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Tanja

Hallo Tanja,

was sagt denn die Tochter dazu? Besonders zu den möglichen Konsequenzen? Kein Gymnasium - kein Abi - kein Informatikstudium (oder was auch immer sie vor hat). Ok, ok, es gibt auch ohne Abi Mittel und Wege - aber ich würde einmal mit ihr sprechen. Vielleicht ist ihr das noch gar nicht so klar in dem Alter.

Tja, und was die Fremdsprache angeht - na ja - kann sie denn Spanisch wählen? Das ist viel leichter als Französisch. Da enden nämlich die weiblichen Wörter auf a, und die männlichen auf o (ok, meistens), und nicht so total durcheinander wie im Französischen. Außerdem sind die Akzente auch nicht so durcheinander.

Ich würde nicht Latein wählen, es sei denn, sie trägt sich mit dem Gedanken, Medizin zu studieren oder ähnliches. Warum? In Frankreich oder Spanien kann man mal Urlaub machen, um die Sprachkenntnisse (z.B. vor einer Klausur) aufzubessern. Nur, wie macht man im alten Rom Urlaub? :wink:

Und schon gar keine Sprache mit einer anderen Schriftart. Da kann man nämlich erst einmal nicht mehr lesen -> gar nicht lustig. Und wenn es einem eh keinen Spaß macht, dann ist das nichts.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

wenn ich recht verstehe, hatte Deine Tochter bisher überhaupt keinen Kontakt zu Fremdsprachen bzw. Unterricht? Irgendeine Ahnung, wieso sie das so ablehnt? Hört sie nicht gelegentlich mal ein Lied mit englischem Text und fragt sich, was die da so singen?

Die Hauptschule ist heutzutage fast ein Todesurteil (sorry, ist meine Meinung). Ich würde dringend davon abraten, dorthin zu gehen nur um einer weiteren Fremdsprache zu entgehen. Französisch ist schwierig, aber Latein ist meiner Ansicht nach für jemanden, der kein Interesse an Sprachen und ihren Mechanismen hat ungeeignet. Eventuell kommt ja das Interesse noch, zumindest am Englischen, dem man ja durch Popkultur und Internet sehr stark ausgesetzt ist.

Gruß,

Myriam

Hallo,

erstmal Danke für Eure schnelle Antwort.

Als zweite Fremdsprache wir nur alternativ Latein oder Französisch angeboten.

Doch, sie hat seit der 3. Klasse Englisch, allerdings ohne Noten. Soviel ich von der Lehrerin weiss, hat sie aber keine Probleme in Englisch und sie macht gut mit. Deshalb kann ich ihre generelle Abneigung gegen Fremdsprachen nicht vertehen.

Hm, wie soll ich mein Kind beschreiben? Sie ist irgendwie eine Logikerin, für sie muss alles logisch und ersichtlich sein. Ich habe Französisch nie als logisch empfunden, vor allem die Endungen und diese komischen Striche auf den Buchstaben nicht, die mir in Diktaten immer das Genick gebrochen haben. Aber die Grammatik habe ich auch nie kappiert, lach. Ich kann mir gut vorstellen, dass meine Tochter damit auch Schwierigkeiten haben könnte.

Mit Latein dagegen kenne ich mich gar nicht aus, wie logisch diese Sprache aufgebaut ist und wie schwierig die Grammatik ist. Aber wenn Latein gar nicht in Frage kommt, bleibt sowieso nur noch Französisch übrig, hm, ist echt schwierig.

Tanja

Hallo,

mich würde auch mal interessieren, warum sie keine Fremdsprachen lernen will? Hat sie schon mit irgendeiner Fremdsprache Erfahrungen gesammelt?
Wenn man gerne mal verreist und nicht unbedingt an den Gardasee oder nach Mallorca will sind Fremdsprachen relativ wichtig. Man ist auf niemanden angewiesen und hat auch weniger Verständigungsprobleme.
Diese Erfahrung habe ich schon oft gemacht (als Sprachrohr zwischen Italienern, Franzosen und Deutschen, wobei mein italienisch nicht das beste ist).

Wenn die Frage zwischen latein oder französisch steht, dann rate ich eher zu französisch. Diese Sprache ist lebendig. Mir hat es auch wahnsinnig geholfen (als ich noch zur Schule ging) als ich im Sommer einen 3 Wochen Sprachkurs in Südfrankreich gemacht habe. Das war Erholung, Spass und Lernen in einem und ich kann es jedem empfehlen.

Wenn es eine Abneigung gegen französisch ist, könnt ihr mal in den Gymnasien eurer Gegend nachfragen, ob nicht noch andere Sprachen angeboten werden. Bei mir in der gegend gab es noch eine Schule, die alternativ spanisch und eine Schule, die alternativ russisch angeboten haben. Wobei russisch wegen der kyrillischen Schrift nicht unbedingt empfehlenswert ist. Manche Schulen bieten auch italienisch an (was nach meinem Empfinden leichter zu lernen ist als französisch).

Und wenn alle Stricke reißen, gibt es immernoch die Möglichkeit auf eine Realschule zu wechseln, oder sie hält durch und wechselt ab der 11. Klasse auf ein Technisches oder Wirtschaftsgymnasium.

Gruss x303

Hallo Tanja,

oh, ich habe nicht gesagt, dass Latein gar nicht in Frage kommt. Wie du selber schreibst, scheint deine Tochter ja doch nicht generell mit Sprachen Probleme zu haben.

Doch, sie hat seit der 3. Klasse Englisch, allerdings ohne
Noten. Soviel ich von der Lehrerin weiss, hat sie aber keine
Probleme in Englisch und sie macht gut mit.

Deshalb kann ich
ihre generelle Abneigung gegen Fremdsprachen nicht vertehen.

Na gut, man muss nicht alles mögen, was man in der Schule lernt. So lange ihr nur nicht die Noten den Schnitt verhauen, oder sie gar deswegen Probleme bekommt.

Hm, wie soll ich mein Kind beschreiben? Sie ist irgendwie eine
Logikerin, für sie muss alles logisch und ersichtlich sein.

Spräche ja eher für Latein, wobei dazu andere mehr sagen können - ich hatte nie Latein.

Und vor allem nachher für den mathematischen Zweig (falls vorhanden) Den hatte ich auch - war gar nicht schlimm, es hat Spaß gemacht. Nur ein bisschen Ellbogen hat man gebraucht, weil wir nur 7 Mädel in der Klasse waren. :wink:

Ich habe Französisch nie als logisch empfunden, vor allem die
Endungen und diese komischen Striche auf den Buchstaben nicht,
die mir in Diktaten immer das Genick gebrochen haben.

Hehe … kommt mir bekannt vor. Ich kann auch keine Akzente setzen. Ich hatte in der Arbeit mal ein französisches Diktat, da hat mir die Word-Rechtschreibhilfe so ungefähr 10 Akzente pro Seite angemerkt :wink:

Schade, dass kein Spanisch angeboten wird. Hätte ich wohl auch damals schon lieber gelernt als Französisch.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra,

mit meiner Tochter ist es echt schwierig, die will immer anders als andere Leute.

Zuerst hatten wir gedacht auf ein Gym. mit Sportprofil, weil sie selbst Baseball spielt. Ok, haben wir uns informiert, aber es werden alle möglichen Sportarten angeboten, Baseball halt nicht und andere Sportarten interessieren sie nicht.

Ok, next try. Sie ist musisch begabt und spielt Schlagzeug, also fiel unsere zweite Wahl auf ein musisches Gym. Hier wieder das gleiche Spiel. Es werden nur klassische Instrumente, wie Geige, Klavier, Flöte usw. angeboten, will sie nicht, interessiert sie nicht.

Auf ein Gym. mit sprachlichen Profil braucht sie gar nicht erst gehen, da 3 Fremdsprachen Pflicht, das würde sie sowieso nicht mitmachen.

Bleiben jetzt nur noch das math.-naturwiss. und das wirtschafts- u. sozialwiss. Gym. Eins dieser Schulen wird’s dann wohl werden. Sie sagt, Türkisch würde sie gern lernen, ja toll, bei uns gibts kein Gym, das Türkisch anbietet. Die immer mit ihren Extrawünschen, ehrlich.

Tanja

Die immer mit ihren Extrawünschen, ehrlich.

*gg* Schick sie doch nach Istanbul auf ein Gymnasium :wink:

Es scheint mir, als ob deine Tochter sich nicht so recht mit Kompromissen anfreunden könnte, und als ob sie erwartet, dass alles perfekt ist, dass alles passt. … Das wird es aber wohl nie geben.

Ich glaube hier ist noch mehr nötig, als einfach nur Hilfe bei der Wahl einer Schulform. Vielleicht muss ihr auch jemand erklären, dass der Notendurchschnitt wichtig ist, und dass ein Abitur eben eine der möglichen Grundlagen für ein Studium ist. Und zwar ist es einer der schnellsten Wege, in das einzusteigen, was sie wirklich interessiert. (Ich meine, stell dir vor sie entscheidet sich jetzt für ein Fachabitur, und nachher für den Wechsel des Studienfachs? Dann wird’s erst kompliziert …)

Wer mag schon alle Fächer? So etwas wird es nie geben.

Tja, es ist schwer abzuschätzen, wieviel davon ernsthaftes Interesse ist, wieviel nur jugendlicher Trotz, oder einfach der Wunsch, alles auszuprobieren. Wenn sie einmal etwas angefangen hat, bleibt sie denn dann dabei?

Für Türkisch gibt’s ja bestimmt auch einen VHS-Kurs. Warum nicht?

Mir hat es auch nicht gefallen, dass nur Französisch angeboten wurde. Na ja, jetzt kann ich es halt. Ist ganz praktisch, weil man TV5 gucken kann und was versteht. Aber sonst … Na, aber etwas anderes gab es eben nicht.

Schöne Grüße

Petra

Hallo:

Ich meine, es ist sinnlos ueber eine Fremdsprache als schwer oder leicht zu beurteilen. Das kann man vielleicht bei Mathi oder Physik machen. Meiner Erfahrung nach, wer z.B. im Englisch keine Probleme hat, wuerde er auch keine grosse schwierigkeiten beim Franz. oder Span. haben.

Es gibt halt Leute, die Sprachen talentiert sind oder eben nicht.

Meine Vorschlag fuer deine Tochte: Wenn sie wirklich gute Schuelerin ist, soll sie doch in Gymnasium gehen und von mir aus Englsch aussuchen. Sie wird zwar schwierigkeiten haben und im schlemmsten Fall das Fach mit schlechten Noten abschliessen (wie du im Franz) aber wenn sie dann spaeter zur Uni geht soll sie ein studienfach studieren, das mit Sprachen ausser Deutsch nicht vile zu tun hat.

Wo ist ihre Staerke in der Schule ? (Math., Geschichte ???)

Gruesse

Hallo

Sie ist irgendwie eine
Logikerin, für sie muss alles logisch und ersichtlich sein.

Dann soll sie Latein nehmen - das ist ja eigentlich gar keine „Sprache“, denn man lernt ja nicht sprechen sondern übersetzen. Latein ist extrem „logisch“ aufgebaut, und Übersetzen ist für einen analytisch denkenden Menschen eine Freude. Andererseits muß man dazu in Deutsch sehr gut formulieren und sich ausdrücken können.

Ich habe Französisch nie als logisch empfunden

Ich auch nicht. Habe es gehaßt, kann jetzt nicht mal mehr einen Satz sagen. Aber wer braucht es schon, außer du lebst dort?

Gruß
d.

Hallo Petra,

ich bin selbst so eine, die eine Odyssee durch verschiedene Schularten gemacht hat, zuerst Mittlere Reife, dann Ausbildung, dann Umschulung, dann Fachabi auf dem Zweiten Bildungsweg, dann FH-Studium, dann an die Uni gewechselt.

Ich habe mich z.B. schon immer für Geschichte und Archäologie interessiert. Hab schon als Kind im Garten gebuddelt, aber nie was gefunden, lach. Tja, mit Mittlerer Reife kommt man halt in dem Bereich nicht weit, also hab ich den Zweiten Bildungsweg durchlaufen. Und dann komme ich an die Uni und kann trotzdem nicht Geschichte und Archäologie studieren, weil man dafür das Latinum braucht. Aber ich setze mich trotzdem oft in Geschichtsvorlesungen als Gasthörerin, wenigstens das kann ich machen und in meinem Studienfach Pädagogik habe ich den Schwerpunkt auf die Geschichte der Pädagogik gelegt. Wenn nix anderes geht, muss man eben Kompromisse eingehen.

Aber ich musste mich von Schule zu Schule immer durchkämpfen und das will ich méinem Kind ersparen, vor allem, dass sie dann erst mit knapp 30 ein Studium beginnen kann. Und da sie das bei mir alles miterlebt hat, weiss sie selbst, wie man sich auf dem Zweiten Bildungsweg durchboxen muss.

Allerdings weiss eine 10 Jährige natürlich noch nicht, was sie mal später werden will, Frisörin oder Ärztin, ein Studium mit oder ohne benötigte Lateinkenntnisse, usw. und deshalb ist es schwierig, das alles jetzt schon entscheiden zu müssen. Letztes Jahr wollte sie z.B. phasenweise Clown, Babysitterin und Studentin werden, wenn man sie nach ihrem Berufswunsch gefragt hat.

Deshalb will ich ihr eben die bestmögliche Ausbildung ermöglichen, denn mit Abitur kann sie auch Frisörin werden, mit Hauptschule aber keine Ärztin. Hm, die Konsequenz wäre aber dann auch, mit Latein kann sie auch Informatik studieren, aber ohne Latein keine historischen Fächer oder Lehramt.

Ehrlich gesagt wäre mir eine Einheitsschule am liebsten und eine festgelegte Sprachenfolge, ich hasse es, wenn man sich entscheiden muss.

Tanja

Hallo Tanja,

ich glaube, sie nimmt sich viel zu wichtig. Ihr solltet Ihr klar machen, dass es sich im Leben nicht immer nur nach ihrer Nase geht und dass gewisse Fächer einfach gelernt werden müssen.

Gebt sie auf ein naturwissenschaftliches Gymnasium und macht ihr klar, dass sie, wenn sie mit den Pflichtsprachen nicht klarkommt, auf die Realschule oder Hauptschule wechseln muss.

U.U. könnte es helfen, wenn ihr mal einen Urlaub in einem englischsprachigen Land macht, damit sie sieht, wofür ihre Fremdsprachenkenntnisse nützlich sind, aber auch, wieviel sie noch lernen muss um wirklich damit etwas anfangen zu können.

Mir erschien als Kind der Englischunterricht irgendwie unwirklich, mehr als eine Möglichkeit, Kinder zu ärgern. Erst als ich mit meinen Eltern einen England-Urlaub gemacht hatte, stellte ich fest, dass Englisch tatsächlich eine lebendige Sprache ist und das Schulenglisch verwertbar war. Natürlich wusste ich das auch vorher, aber gefühlsmäßig hatte ich das vorher nicht erfasst.

Wenn sie Kontakt zu anderen Kindern hat, die kein Deutsch können und nur Englisch verstehen, kann das ihre Einstellung zur englischen Sprache entscheident verändern. Das Gleiche kann man dann später mit französischen Kindern wiederholen.

Aber aus dem Grund würde ich kein Latein lernen wollen. Das käme mir wirklich wie eine nutzlose Trockenübung vor - eben etwas, nur um Kinder zu ärgern.

Viele Grüße

Anne

Hallo Tanja,

Ich finde es immer komisch, dass man bei euch in Deutschland Latein als zweite Fremdsprache auswählen kann. Das ist keine lebendige Sprache. Bei uns ist Latein nur ein Wahlfach, das zusätzlich studiert ist. Als zweite Sprache wird oft Deutsch Spanisch oder Italienisch angeboten.
Obwohl ich Franzose bin, kann ich sagen, meine Sprache finde ich kompliziert und könnte jemandem schwerfallen, der keine Lust auf Fremdsprache hat.
Italienisch ist viel einfacher, Spanisch auch, obwohl die Konjugationen schwer sind.
Bei uns hat die deutsche Sprache auch die Image von einer sehr schwierigen Sprache. Und da die meisten Schüler faul geworden sind, wird diese Sprache seltener ausgewählt. Leider…
Gruss

Hallo, Franz,
da musst Du aber bedenken, dass Deine Muttersprache auf dem Lateinischen aufbaut und insofern sozusagen das Lateinische schon beinhaltet.

Das trifft für das Deutsche nicht zu, hier bildet(/kann bilden) das Lateinische die Grundlage für den Zugang zu anderen romanischen Sprachen.

Ganz abgesehen davon, dass man am Modell einer „toten“ Sprache das Handwerkszeug für den allgemeinen Umgang mit Sprachen erlernen kann und der Erwerb anderer Sprachen erleichtert wird.

Gruß
Eckard

‚fremdsprachlosigkeit‘
hallo tanja,

wenn deine tochter fürs gymnasium geeignet ist und nur der sprachunterricht dagegen spricht, würde ich sie selbstverständlich ins gymnasium schicken. es geht ja nicht nur ums abitur (wobei auch das nicht unwichtig ist), sondern um die bildung und erziehung als solche und nicht zuletzt ums soziale umfeld. anders ist der fall, wenn das kind von dieser schulart überfordert wäre.

es ist ein graus, dass in bayern bis auf wenige ausnahmen die schüler mit zehn jahren in die verschiedenen schullaufbahnen geschickt werden, aber daran kannst du wohl nichts ändern. deine tochter ist doch noch gar nicht in der lage, die konsequenzen zu überblicken. nicht nur die konsequenzen der verschiedenen schulabschlüsse, sondern auch die der „fremdsprachlosigkeit“. sprachen sind nun mal wichtig und werden es immer mehr. ich würde deswegen erstmal an diesem punkt ansetzen.

meine tochter ist 9 und hat seit der ersten klasse englischunterricht. wir hatten vergangenen sommer im rahmen eines yoga-camps ein gastkind aus indien zu besuch. natürlich konnten sich die beiden nicht perfekt verständigen, aber es reichte für mehr als nur hand und fuß. und sie war sehr stolz darauf. ein deutscher junge der yoga-gruppe sagte wörtlich: „jetzt versteh ich erst, warum englisch so wichtig ist.“

lass dein kind die sprache er-leben. dafür gibts ja verschiedene möglichkeiten.

was die zweite fremdsprache betrifft: latein ist in ordnung :wink:, gerade für logisch orientierte kinder. und es ist nicht in erster linie für spätere mediziner und juristen geeignet, sondern dient als grundlage sämtlicher romanischer sprachen deren erwerb
und nicht zuletzt (zusammen mit griechisch) der lektüre wissenschaftlicher texte und z.b. des spiegels :wink:

ich habe erst mit latein (7.-11.klasse) die verschiedenen kategorien des systems „sprache“ begriffen.

türkisch ist allerdings auch nicht unspannend :wink:

schönen tag
tabaiba

Hallo Labryslady!

Zuerst möchte ich sagen, ich finde es ganz toll, dass du dir soviel Gedanken um die richtige Wahl der Fremdsprache machst.
Ich habe Lehramt studiert und einige Jahre Nachhilfekurse unterrichtet, und dabei leider oft erlebt, dass die Eltern ganz falsche Vorstellungen vom Unterricht und Nutzen der verschiedenen Fremdsprachen haben. Keine Fremdsprache ist schwerer als die andere, auch wenn manche das subjektiv so empfinden. Allerdings ist der Unterricht bei modernen und alten Sprachen verschieden, bei Französisch lernt man frz. verstehen,sprechen und frei zu schreiben, bei Latein aber übersetzen. Französich lernt man in etwa so wie Englisch, in Latein wird aber mehr systematisches Auswendiglernen verlangt( was manche Schüler als angenehm empfinden, manche aber auch nicht), sowie genaues Beobachten und das Beachten von Regeln. Das klingt jetzt fast etwas nach Drill, aber ich weiß noch, dass mir dieses strukturierte Lernen als Kind sehr gefallen hat. Das hängt dann vom Typ ab.
Ich würde vorschlagen, du gehst einfach mal mit deiner Tochter in eine Buchhandlung und ihr schaut euch ein Schulbuch für Französisch und eins für Latein an. Da kann deine Tochter dann sehen, was für Aufgaben sie in etwa erwarten und um welche Themen es im Unterricht gehen wird.
Wegen des Latinums würde ich mir jetzt noch keine Gedanken machen. Erstens, weil nicht sicher ist, ob sie es später braucht, zweitens weil man auch später noch, ab der 9. oder 11. Klasse meistens, Latein wählen kann oder später an der Uni das Latinum nachholen kann. Außerdem könnte man sich bei der betreffenden Schule erkundigen, welche Auswirkungen es z.B. auf den Abschluss haben könnte, wenn das Kind ein schlechte Note in der zweiten Fremdsprache mit durch seine Schullaufbahn schleift. Gibt es evtl. Möglichkeiten die Fremdsprache später abzuwählen?

lg
smokassi

1 „Gefällt mir“

Hallo Tanja,

Bevor ich die anderen Antworten lese, hier meine Meinung:

Wenn du mich fragst, in ca 30 Jahren werden nur ein winzig kleines Teil der Bevölkerung nicht in der Lage sein, eine andere Sprache zu reden als in die eigene. Es bringt wenig das Kind eine zweite Fremdsprache nicht beizubringen.

Auf der anderen Seite ist mir klar und bewußt, daß es Menschen gibt, die Nieten sind im Bezug auf Fremdsprachen. (ich war es auch in anderen Fächern…) ;o)) :oP

Soweit, so gut.

Was Deine Frage betrifft, Französisch oder Latein: Ich glaube Latein mag für Menschen ohne lateinische Muttersprache (wenn ich mich so ausdrücken darf) leichter (in die Grammatik) fallen wie französisch. Allerdings es gibt nirgends wo man das üben kann. Und so kommen wir auf meinen Punkt, nämlich:

Wenn Deine Tochter sich mit der Fremdsprachen schwer tut, warum nicht versuchen die Kultur eines Landen näher zu bringen und Spaß an diese Kultur zu haben? (ZB Geschichten aus diesem Land zu erzählen, Radio im Hintergrund auf Französisch laufen lassen, je nach Hobbies, evtl Magazine (mit vielen Bildern) aus diesem Land zu holen, wenn man etwas weiter ist vielleicht mal einen Austauschschüler nach Hause zu holen (was war wieder die französische Partnerstadt von Nürnberg?), mal sich mit „Frankreich-Begeisterte“ treffen, sogar ein Stammtisch (ich weiß, daß hier in Nürnberg welche gibt -Es gab mal eine entsprechende Serie in die NZ) mal besuchen, evtl kan man ein kurzer Urlaub in Frankreich organisieren,… ) Es fallen mir viele Sachen dazu ein, aber alles mundet dazu, das Kind zu motivieren.

Das würde mir für Latein wesentlich schwerer fallen… Und dann sei bewußt, daß mal die Frage kommen wird: „Mama, mama, wofür lerne ich eigentlich Latein? Es gibt niemand mit dem ich reden kann! Alle Muttersprachler sind eh schon lange tot!“ (o.Ä.) ;o))

Also, mein Sohn ist noch nicht soweit (er geht noch im KiGa), aber wenn es bei ihm so wäre (was mir aber nicht vorstellen kann, daß er mit Fremdsprachen Probleme haben wird…) dann würde ich ihn Französisch näher legen wollen. Und ich würde ihn dauernd motivieren, motivieren und nochmals motivieren, bis er von sich aus Lust hat, sich mit dieser Kultur auseinander zu setzen.

Ich hoffe ich konnte Dir damit ein bißchen helfen!

Liebe Grüße aus dem Norden der Stadt! ;o))
Helena

Was denkt Ihr so? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Hallo Tanja,

Wie jeder, der in Luxemburg zur Schule ging, war Französisch ab der 2ten Klasse Pflicht. Ich haßte diese Sprache, aber mein Vater, der selbst in Saarbrücken Schüler des französischen Gymnasiums war, kannte kein Pardon. Als ich dann in der 9ten eine Ehrenrunde drehen mußte wegen einer 4 in Französisch (in Luxemburg reicht eine 4 halt nicht), steckte er mich zur „Strafe“ in ein Internat in Belgien. Heute bin ich ihm dafür dankbar und Französisch ist neben Deutsch und Luxemburgisch zu meiner dritten Muttersprache avanciert.
In der 8ten kam in Luxemburg Englisch als Pflichtsprache hinzu und ich fand es wirklich „easy“. Eine einzige Klassenarbeit hab ich gelernt, da kriegte ich ne 3, in allen Anderen schaffte ich ne 1 ohne zu lernen, sogar in der mündlichen Abi-Prüfung brachte ich den Lehrer zum lachen während die Belgier nur abgehackte Sätze rausbrachten.
Später, während des Studiums wählte ich dann Spanisch weil ich keine Lust auf Niederländisch hatte und Italienisch nicht zur Auswahl stand.
Sogar meine Spanisch-Klausur hab ich mit ner 3 bestanden, heute könnte ich mir vielleicht noch grad ein Bier auf Spanisch bestellen.
Aber die Hauptfremdsprachen Französisch und Englisch haben mir in meinem späteren Beruf sehr geholfen und so manches Trinkgeld eingebracht, vor allem als einziger Mitarbeiter, der Französisch sprach in einem amerikanischen Hotel, in dem viele Franzosen abstiegen.

Gruß
Sticky