Fremdwährungsfinanzierung - hat jemand Erfahrung?

Hallo liebe Community!

Mein Mann und ich möchten ein Haus kaufen. Wir haben Kontakt zu einem Makler, der unter anderem eine gemanagte Fremdwährungsfinanzierung anbietet. Diese wird von „Baufinanz-Bayern“ gemacht und es wird nicht nur in SFR gewechselt sondern unter anderem in Yen. Desweiteren beinhaltet das ein Währungsmanagement, um das Risiko bei den Wechselkursen zu verringern.
Da wir noch nie etwas von Fremdwährungsfinanzierungen gehört haben und auch niemanden kennen, der damit Erfahrung hat, wollte ich einfach mal fragen, ob jemand von euch den Durchblick hat? Man kann ja eine ganze Menge Geld sparen, vor allem im Vegleich zu nem Kredit bei der Bank. Mir wären ja bald die Augen aus den Höhlen gefallen.
Aber gerade weil das alles zu schön klingt um wahr zu sein, sind wir sehr skeptisch. Man kann uns ja viel erzählen, um Geld zu machen. Wir möchten halt am Ende nicht dastehen und feststellen, dass wir total abgezockt wurden, deshalb auch noch die Frage, ob jemand die Firma kennt? Und wie ist das mit Währungsmanagement und Arbeit mit mehreren Währungen? Kann da wirklich nichts mehr schiefgehen?
Wir reden hier im übrigen über eine Laufzeit von 25 Jahren und eine Summe um die 200.000€. Da will man natürlich nichts falsch machen.

So, ich hoffe ich hab alles einigermaßen gut erklärt und hoffe, dass uns jemand weiterhelfen kann. Unser Makler sagte übrigens, dass in Österreich überwiegend mit Fremdwährungskrediten finanziert wird. Das sei völlig normal da. Ich hoffe das stimmt?

Liebe Grüße
Peitschi

Hi

So, ich hoffe ich hab alles einigermaßen gut erklärt und
hoffe, dass uns jemand weiterhelfen kann. Unser Makler sagte
übrigens, dass in Österreich überwiegend mit
Fremdwährungskrediten finanziert wird. Das sei völlig normal
da. Ich hoffe das stimmt?

Es stimmt(e), daß in Österreich sehr viel mit Fremdwährungskrediten finanziert wurde, nicht überwiegend, aber sehr viel. Aber seit der Finanzkrise werden diese Finanzierungen massiv zurückgefahren. Weil das Risiko für alle Beteiligten enorm gestiegen ist.

Nicht nur wegen des wesentlich höheren Risikos (Währungs- UND Zinsschwankungen!) und der wesentlich höheren Kosten aufgrund der Konvertierungsspesen von einer Währung in die andere und wieder zurück, sondern auch weil aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus in der EURO-Zone derartige Kredite eigentlich ohnehin kaum noch interessant sind.
Außer wenn man der festen Überzeugung ist, daß man den Kredit später sehr viel günstiger tilgen kann, weil die Währung in der man finanziert hat, massiv an Wert verloren hat und man sie daher billigst kaufen kann.

Mein Tip: Laß die Finger davon. Wenn Du keine Ahnung von Fremdwährungsgeschäften hast und alles „Experten“ überlassen mußt, kannst Du nur draufzahlen. Im besten Fall einfach, weil die Experten nicht gratis arbeiten und im schlimmeren Fall, weil sie die Zinsen und der Währungskurs nicht so entwickeln, wie es für Dich günstig wäre.

Gruß
Edith

Mein Mann und ich möchten ein Haus kaufen. Wir haben Kontakt
zu einem Makler, der unter anderem eine gemanagte
Fremdwährungsfinanzierung anbietet. Diese wird von
„Baufinanz-Bayern“ gemacht und es wird nicht nur in SFR
gewechselt sondern unter anderem in Yen. Desweiteren
beinhaltet das ein Währungsmanagement, um das Risiko bei den
Wechselkursen zu verringern.

Ich nehme an dafür nimmt dieser Verein den einen oder anderen Euro für den Aufwand, das Risiko liegt natürlich zur Gänze bei euch (passiert ja gemeinhin nichts bei FW-Geschäften)

Da wir noch nie etwas von Fremdwährungsfinanzierungen gehört
haben und auch niemanden kennen, der damit Erfahrung hat,
wollte ich einfach mal fragen, ob jemand von euch den
Durchblick hat?

Schau auf wikipedia - gibt ´nen ganz guten Bericht drüber (von mir *gg*)

Man kann ja eine ganze Menge Geld sparen, vor

allem im Vegleich zu nem Kredit bei der Bank.

Na no na … im Idealfall quasi geschenkt :wink:

Man kann uns ja viel erzählen, um

Geld zu machen. Wir möchten halt am Ende nicht dastehen und
feststellen, dass wir total abgezockt wurden, deshalb auch
noch die Frage, ob jemand die Firma kennt?

Kenn ich nicht - klingt aber so wie alle diese windigen Supergurus die dafür sorgen, dass die Sonne aufgeht und am Abend wieder untergeht…

Und wie ist das mit

Währungsmanagement und Arbeit mit mehreren Währungen? Kann da
wirklich nichts mehr schiefgehen?

Ich denke hierfür brauchst du keine Antwort… :wink:

Wir reden hier im übrigen über eine Laufzeit von 25 Jahren und
eine Summe um die 200.000€. Da will man natürlich nichts
falsch machen.

Ist auch vernünftig…

Unser Makler sagte

übrigens, dass in Österreich überwiegend mit
Fremdwährungskrediten finanziert wird. Das sei völlig normal
da. Ich hoffe das stimmt?

Ja, ist völlig normal - die Finanzmarktaufsicht wollte es aber nie - und seit nem guten halben Jahr machen es die österr. Banken auch nicht mehr.

Mein Tip - finanziert eure Hütte mit einem Konzept das ihr *) leisten könnt *) kapiert - momentan laufen uns verängstigte FX-Kreditnehmer die Tür ein und wurden alle nie über die Risken aufgeklärt (…)

lG Mi

zur Info !!!
Hallo,

einfach mal zum lesen

ein schon recht Alter Artikel (25.09.2003 09:22 Uhr ),
aber gerade deswegen sehr ! Aktuell !

Den Artikel bitte ganz lesen !!
http://www.sueddeutsche.de/immobilien/478/334329/text/

Bauen
Riskante Finanzierung
Baukredite in fremden Währungen locken derzeit mit niedrigen Zinsen.
Von Thomas Hammer

Ich zitiere Teile daraus:

Trotz der hohen Risiken hat diese Art der Baufinanzierung in Österreich mittlerweile einen Marktanteil von rund 25 Prozent – was die dortige Nationalbank mittlerweile zu öffentlichen Warnungen veranlasst hat. „Es handelt sich dabei um Währungsspekulation mit hohen Gewinnchancen und Verlustrisiken“, schreibt die Österreichische Nationalbank in einer aktuellen Studie und mahnt, dass eine Ausweitung des Fremdwährungskreditgeschäftes „nicht wünschenswert“ sei.

Die Fakten werden bei der Baufinanz Bayern nicht geleugnet. Geschäftsführer Franz Raich bekennt, dass sein Finanzierungmodell keinesfalls für Eigenheimbauer geeignet ist, die sich einen herkömmlichen Euro-Kredit zu derzeit knapp fünf Prozent Zins nicht leisten können. „Wer bei uns finanziert, muss so viele Reserven haben, dass er sich auch den teuersten Euro-Kredit leisten könnte“, sagt Raich offen. Wer Glück hat, braucht die Reserven nicht und kann von niedrigen Zinsen und vielleicht sogar Kursrückgängen profitieren. Doch bei ungünstigem Verlauf kann diese Form der Finanzierung sehr kostspielig werden.

und vielleicht nur mal so zum ersten lesen:

http://www.ciao.de/Erfahrungsberichte/Baufinanz_Baye…

Gruss
Börsenfan1968

Erstmal danke für die Antworten!

Klar macht so eine Firma das nicht umsonst. Die wollen natürlich auch Geld sehen, soweit ich das jetzt gelesen hab 15% des Gewinns bzw. 20€ im Monat. Es gibt allerdings auch Fernsehberichte über die Firma, neuere wie auch ältere, in denen sie gut wegkommen. Was wirklich böses hab ich im Netz auch nicht gefunden. Und wir kennen das Angebot über unseren Makler, dessen Firma auch nur gelobt wird, bei allem, was ich bisher hörte und las.

Mal abgesehen von der Firma bzw. das Geld, was man an die abdrücken soll etc.:
Mir stellt sich die Frage, da wir ja sowieso einen Kredit aufnehmen müssen, wie „schlimm“ so eine Fremdwährungsfinanzierung im Vergleich zu einem üblichen Kredit bei der Hausbank eigentlich sein kann? Vielleicht denke ich zu einfach, aber: Selbst wenn alles in die Binsen geht, sprich, wir das doppelte zurückzahlen müssten, wäre das doch immernoch günstiger als bei der Hausbank, wo man das 2,5 fache zahlen darf? Wir haben mal grob gerechnet: Bei 200.000€ wären das ca. 440.000€ die die Bank zurückbekommt… Da ist man doch mit nem FWK selbst bei halsbrecherischem Verlauf trotzdem besser bedient, oder denke ich jetzt falsch?
Zu unseren finanziellen Mitteln: Wir würden monatlich nur noch die Hälfte zahlen wie jetzt, kommen aber mit dem jetzigen Abtrag auch über die Runden. Das soll heißen: Wir beißen nicht ins Gras, wenn die Rate mal 100-200€ teurer wird. Was ich mich allerdings frage: passiert es überhaupt, dass es monatlich mal teurer wird? Die Summe wird doch erst am Ende der Laufzeit abgelöst?

Ich kann nur sagen: Vielen, vielen Dank!
Das habe ich trotz Google garnicht gefunden *hüstel* Sehr interessant fand ich auch die Tatsache, dass seit November 08 wohl keine FWK mehr vergeben werden… Und trotzdem wird damit gelockt? Alles klar… Wie gut, dass uns das von Anfang an spanisch vorkam. Wäre ja auch zu schön gewesen. Neenee, dann lieber weiter mit dem jetzigen Abtrag. Ist nicht so doll, aber sicher.

Hi

mit nem FWK selbst bei halsbrecherischem Verlauf trotzdem
besser bedient, oder denke ich jetzt falsch?

ja, denkst Du und wenn Du Dir die bisherigen Postings und Links durchgelesen hättest, dann wüßtest Du das auch.

Wenn Du meinst, daß Du das mehrfache Risiko tragen willst, dann mache es. Aber heule dann nicht rum, wenn Du nicht das doppelte, sondern das drei- oder vierfache zurückzahlen mußt, weil sich nicht nur die Zinsen und der Fremdwährungkurs, sondern auch die diversen Spesen, die ohnehin anfallen + die Spesen für Deine Spezialisten zu Deinen Ungunsten geändert haben und Du Deine monatlichen Kosten nicht auf längere Zeit kalkulieren kannst, weil sich die Rückzahlung immer wieder ändert.

Bedenke auch eines: Es hat einen Grund warum sich Banken aus diesem Geschäft zurückgezogen haben und derartige Konstrukte nur noch von Kreditmaklern angeboten werden.

Gruß
Edith

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Bedenke auch eines: Es hat einen Grund warum sich Banken aus
diesem Geschäft zurückgezogen haben und derartige Konstrukte
nur noch von Kreditmaklern angeboten werden.

AWD/E+S/OVB/DVAG und wie die Spezialisten alle heissen… alles Schweine - am genialsten ist die Variante, in der die Eigenmittel in fondsgebundene LV eingebracht werden (sollen) und dadruch die Kreditsumme erhöht - sprich höheres Risiko aktiv u. passiv … haben die **sche von der DVAG gern gemacht (machen wollen)

du vergisst bei deiner Berechnung nur eines… nicht nur die Zinsen sondern auch die Tilgung muss in Fremdwährung aufgebracht werden.

Wären es nur die Zinsen, so wäre deine Betrachtung mit „doppelt so viel“ richtig. So verschiebt sich der Break-Even Point bei geringer Zinsdifferenz dramatisch gegen kaum eine Kursschwankung die noch übrig bleiben darf.

Dein guter Makler sollte dir eine Break-Even-Point analyse liefern können. Du dürftest erstaunt sein wie niedrig die erlaubte Kusschwankung sein darf, bis du draufzahlst.

In den jetzigen Zeiten des Währungsverfalls und überall niedriger Zinsen würde ich mir das sehr genau überlegen.

Gruss HighQ