Hallo André!
Und Lehnwörter?
Dass gerade Du diese Frage stellst! Wolltest Du, dass jemand der Stellerin der Ursprungsfrage die komplette Antwort gibt, wolltest es jedoch nicht selbst tun? 
Nun denn:
Beispiele für Lehnwörter:
„Ziegel“. Entlehnt aus lat. tegula, hat auch schon die zweite Lautverschiebung t->z mitgemacht.
Oder auch „Fenster“, aus lat. fenestra.
„ausgepowert“, aus frz. pauvre, durch engl. Einfluss Aussprache- und Bedeutungsverschiebung innerhalb der letzten 100 Jahre.
„Keks“ aus engl. Cakes. Auch hier Bedeutungsverschiebung, unterstützt durch die Firma Bahlsen.
Beispiele für Fremdwörter:
E-Mail, Chatroom, Enjambemant (dies ist natürlich nur Literaturwissenschaftlern und Abiturienten verständlich), Tabula rasa (machen), Perestroika, Automobil.
Jeder weiß, was gemeint ist, und in den meisten Fällen hat man nur eine schwerfällige deutsche Alternative (elektronische Post?, Plauderraum?, Zeilensprung, reinen Tisch machen, Umgestaltung?, Personenkraftwagen).
Beispiele für fremde Wörter, diesmal im Satz:
Geringe und Vornehme (…) begaben sich in die Spielsäle, um diese vieille Comtesse russe, tombée en enfance zu sehen.
Alle Augenblicke, fast nach jedem Einsatz, wandte er sich an die Babuschka und schwur mit den fürchterlichsten Schwüren, daß er selbst ein gonorowy Pan sei (…)
Aus: Dostojewski: „Der Spieler“. Übertragen von E. K. Rahsin.
Ich könnte im letzten Punkt auch noch aus anderen Büchern zitieren, wenn ich die jetzt zur Hand hätte, z.B. heißt es bei Javier Marías’ „Mein Herz so weiß“:
(…) er solle nicht so brainsickly of things denken (…),
doch das ist hier ein bewusst in Originalsprache gehaltenes Macbeth-Zitat.
Fremde Wörter sind also solche, die nur deshalb in einer fremden Sprache gesagt / geschrieben werden, weil der Sprecher / Autor damit eine bestimmte Absicht verfolgt (Assoziationen wecken, auf Übersetzungen eingehen, … möchte); Fremdwörter werden von den meisten Menschen unwillkürlich gebraucht, haben Eingang in den Duden und andere Wörterbücher gefunden und fallen meist durch ihre eigentümliche Lautstruktur oder Schreibweise auf - jeder weißes, wenn er ein Fremdwort benutzt, weiß zumeist auch, aus welcher Sprache es stammt; Lehnwörtern merkt man die fremde Herkunft gar nicht mehr an, und der Durchschnittsbürger hat keine Ahnung, dass sie nicht „urdeutsch“ sind.
Liebe Grüße
Immo