Hallo Auskenner,
seit ein paar Tagen beschäftigt mich ein ganz blödes Problem, ausgelöst eigentlich durch die Frage meines Sohnes.
Wer eigentlich hat diesen derzeit existierenden Frequenzsalat erfunden?
Wenn ich mir die 32,768 kHz meiner Uhr anschaue, dann verstehe ich die Welt noch. Und wenn ich in meine Steuerungen 4,096 MHz-Quarze setze, ist die Welt ja auch noch OK.
Aber wer zum Teufel hat die 77,5 kHz für die Funkuhren festgelegt? Oder die 13,56 MHz für die RFIDs?
Genauso blöd sind auch die 455 kHz bzw. 10,7 MHz als ZF.
Bei den Handys mit 850 bzw. 1900 MHz ist ja schon wieder etwas System drin.
Aber die Welt ist ja so groß!
Kann das eventuell irgendwer erklären?
Danke
Zeulino
was ist jetzt die frage? warum alle systeme unterschiedliche frequenzen nutzen? ganz einfach: weil es sonst entweder ein riesen durcheinander auf der einen belegten frequenz gäbe (z.b. beim funkverkehr, handynetz, funkuhr etc.), oder weil bestimmte anwendungen dann nicht oder nur umständlicher funktionieren würden (z.b. quartzuhr)
was ist jetzt die frage? warum alle systeme unterschiedliche
frequenzen nutzen?
Nein, das ist schon klar.
Aber warum, abgesehen von den Standards, (also die 2er-Potenzen: 32768, 4096, …), die anderen Werte so daneben liegen.
Ich hab irgendwie keine Idee, wie man z.B. die 13,56 für die RFIDs sinnvoll einfach erzeugen kann.
Klar ist heute alles möglich, aber mir fehlt trotzdem der Verstand für sinnlosen Aufwand.
Aber das ist wahrscheinlich ähnlich, wie bei dem siebenflügler Lüfter =:o(
Trotzdem Danke für Deine Antwort
Zeulino
aso, hatte mich schon gewundert 
aber vielleicht werden jetzt, wo immer mehr frequenzbänder belegt sind, die „lücken“ genutzt? und dann immer auf der frequenz, die im jeweiligen anwendungsfall einfach zu erzeugen ist…?
Hallo Zeulino,
Für den Techniker spielt es keine Rolle ob er mit einem runden oder einem krummen Wert rechnen muss. Da gibt es jede Menge Terme in den Berechnungen und diese Zwischenresultate liefern dann sowieso krumme Werte.
Im Sendebereich ist das Problem, dass, weltweit, die Sender so positioniert werden müssen, dass sich diese nicht überschneiden. Wenn du zwei Sender auf der selben Frequenz hast und beide genügend Feldstärke haben, dann empfängst du beide gleichzeitig 
In den 70er Jahren gab es im arabischen Raum einen Mittelwellensender welcher die selbe Frequenz wie Radio Beromünster verwendete. Tagsüber war das kein Problem, aber nachts hörte man dann beide Programme gleichzeitig (nachts breitet sich MW, wie auch KW, weiter aus).
Es gibt eine internationale Wellenkonferenz, welche die Frequenzen zuteilt, damit solche Probleme nicht auftreten. Manche Frequenzen sind physikalisch vorgegeben, wie z.B. die rund 2.4GHz für die Mikrowelle. Andere wiederum sind durch die andere Parameter festgelegt (wie die 32kHz für die Uhren, diese sind eine 2er Potenz).
Für manche Dienste bleiben dann halt nur die „Löcher“ dazwischen übrig.
MfG Peter(TOO)
Hallo Zeulino,
Ich hab irgendwie keine Idee, wie man z.B. die 13,56 für die
RFIDs sinnvoll einfach erzeugen kann.
Klar ist heute alles möglich, aber mir fehlt trotzdem der
Verstand für sinnlosen Aufwand.
Du machst einen Denkfehler:
Ob das eine krumme oder eine runde Zahl ist, macht keinen unterschiedlichen Aufwand bei der Erzeugung der Frequenz.
z.B. ergibt sich die Frequenz bei einem Schwingquarz aus seinen mechanischen Abmessungen. Normalerweise wird dieser sowieso bei der Herstellung abgeglichen, da spielt es keine Rolle, auf welche Frequenz.
Schaltungstechnisch muss man auch einen Schwingkreis nach der Herstellung abgleichen. Ob ich dann am Stift drehe bis mir 1.0000 oder 1.0067 angezeigt wird, macht dann keinen unterschied. Kommt noch hinzu, dass ich für die Fabrikation ein Messgerät verwende, welches mit die Abweichung vom Sollwert anzeigt und ich dann auf einen möglichst kleinen Wert abgleiche.
MfG Peter(TOO)
Es ist meistens das Problem eine noch freie Lücke im Frequenzsalat zu finden, die auch nicht mit den Oberwellen anderer Frequenzen zugepflasteri ist und selbst keine störenden erzeugt.
Bei der DCF 77 Frequenz von 77,5kHz handelt es sich um Längstwellen, bei denen man auch ohne weiteres um Erdkrümmungen kommt. Während z.B. Ultrakurzwellen nur geradeaus gehen.
Hallo,
unterschiedliche Frequenzen haben auch unterschiedliche Eigenschaften,
d.h. manche Sachen gehen eben nur bei bestimmten Frequenzen. Beispiel war oben schon genannt, um so höher die Frequenz, also je kürzer die Wellenlänge, desto eher hat man nur noch eine „Sichtfunkverbindung“, die Funkwellen können sich nur noch insoweit ausbreiten, soweit man geradeaus schauen kann. Lichtwellen sind schliesslich auch sehr kurzwellige Frequenzen und lassen sich auch kaum beugen, gehen also nur geradeaus (relativ nach Einstein).
Frequenzen sind also schon einmal physikalisch durch ihre Eigenschaften zugeordnet. Der Rest sind die Lücken dazwischen, die dann willkürlich von einem internationalen Gremium festgelegt werden und da bestimmt nackte Kohle was geht, wer gut zahlt kriegt die Freuenzbereiche die er haben will (man erinnere sich an die Milliarden-Schacherei bei den UMTS-Lizenzen) und wer nicht zahlt (siehe die armen CB-Funker) muss sich mit dem billigen Rest begnügen.
Dann schliesslich gibt es noch die Anfälligkeiten von Störstrahlungen und Oberwellen, die in andere Funkbereiche einstrahlen könnten. So entsteht bei der Erzeugung einer Frequenz von z.B. 10MHz auch eine Oberwelle bei 20MHz, die am Sender durch Filter unterdrückt werden muss. Aber so ganz einfach ist das bei bestimmten technischen Geräten nicht immer. Deshalb wählt man hier eine Frequenz, bei der eine Oberwelle möglichst nicht woanders einstrahlt und da kommen oft sehr krumme Werte heraus, bei denen die Oberwellen eben nirgens stören.
Das ganze ist also schon sehr komplex und hat recht wenig mit Deiner Einstellung (7-flügeliger Lüfter) zu tun - sondern einfach mit Physik und viel Geld.
Gruss ANDY