Ich betreibe mehrere FU s. (alle 220V 1ph auf 220V 3Ph)
Darunter ein alter Simovert (80er), ein KEB (Anfang 90er) und ein Lenze 8100.
Auffällig ist, dass sich nur beim Lenze eine plausible Motorklemmenspannung messen läßt. Ein analoges Multimeter zeigt die gleichen Werte wie das FU Display.
Beim KEB erscheinen extrem hohe Werte, jenseits 500V und beim Siemens nur etwa 50V.
Dass FUs mit gepulsten Spannungen arbeiten weiss ich.
Heisst dass nun, dass der Lenze das „hochwertigste“ Ausgangssignal liefert und die anderen beiden nur „schräge“ Ausgangsformen die sich eben nicht ohne weiteres messen lassen und deren Mittel eben nur 220V beträgt ? Ist deren Ausgangssignal womöglich für normale Motore schädlicher ? Die Eisenverluste des Motors sind bei FU Betrieb ja größer als bei Netzbetrieb weshalb der Mot ohnehin wärmer wird. Auch sollen die Spannungsspitzen der gepulsten Spannungen der Isolierung zusetzen.
Wer kennt sich da aus ?
Hat jmd. Unterlagen zum Simovert (750Watt) ?
Betreibst Du die FU’s bei den Messungen auch im gleichen / ähnlichen Arbeitspunkt?
Wenn Du mit einem normalen Multimeter die Motorklemm(wechsel)spannung misst, misst Du Mist!
Die normalen Multimeter sind auf 50 Hz abgestimmt, bei abweichender Frequenz stimmt daher die Angezeigte Spannung nicht mehr.
Wenn Du die Möglichkeit hast, messe mal mit einem Oszi (Trenntrafo!) oder einem Fluke und schaue Dir den tatsächlichen Spannungsverlauf an, nur das bringt eine brauchbare Aussage.
Gruß
Jürgen
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Hallo oliver,
Wie klugi schon angedeutet hat machst du einen Messfehler.
Die meisten Multimeter sind nur für sinusförmige Wechselspannung zu gebrauchen. Dabei wird die Wechselspannung einfach gleichgerichtet und die Gleichspannung (ist der Spitzenwert der Wechselspannung) durch die Wurzel aus 2 „dividiert“ und so als Effektiv-Wert angezeigt.
Das Messgerät muss mit „True RMS“ ausgestattet sein um auch die richtigen Effektiv-Werte für nicht sinusförmige Signalformen anzuzeigen.
Die einzelnen Geräte kenne ich zwar nicht, aber ein paar Dinge kann ich dazu sagen.
Auffällig ist, dass sich nur beim Lenze eine plausible
Motorklemmenspannung messen läßt. Ein analoges Multimeter
zeigt die gleichen Werte wie das FU Display.
Beim KEB erscheinen extrem hohe Werte, jenseits 500V und beim
Siemens nur etwa 50V.
Sowohl analoge als auch digitale Multimeter, vorwiegend in der unteren Preisklasse, haben die Eigenschaft, dass sie bei Spannungen mit hochfrequenten Anteilen völligen Unsinn anzeigen. Das hat auch nichts mit der falschen Effektivwertumrechnung zu tun. Das liegt einfach daran, dass die hohen Frequenzen an den Halbleitern im Meßgerät, die sich wie ein Detektorempfänger verhalten können, unkontrolliert Gleichspannungen produzieren.
Dass FUs mit gepulsten Spannungen arbeiten weiss ich.
Heisst dass nun, dass der Lenze das „hochwertigste“
Ausgangssignal liefert und die anderen beiden nur „schräge“
Ausgangsformen die sich eben nicht ohne weiteres messen lassen
und deren Mittel eben nur 220V beträgt ?
Nicht unbedingt, es kann auch an den Taktfrequenzen liegen. Je höher die Taktfrequenz desto falscher der Meßwert.
Vermutlich arbeiten die FUs mit einem hochfrequenten PWM-Rechtecksignal dem das sinusförmige Nutzsignal aufmoduliert ist. Man kann dieses PWM-Signal direkt auf die Motorwicklungen geben oder den HF-Anteil vorher ausfiltern. Das Ausfiltern bedeutet Zusatzaufwand und ist nicht unbedingt nötig, da die Induktivität der Motorwicklungen ohnehin die HF-Anteile ausfiltert. Allerdings müssen dann die Zuleitungen und der Motor abgeschirmt sein, damit die HF nicht abgestrahlt wird.
Ist deren
Ausgangssignal womöglich für normale Motore schädlicher ?
Für den Motor weniger, eher für den Radioempfang.
Die
Eisenverluste des Motors sind bei FU Betrieb ja größer als bei
Netzbetrieb weshalb der Mot ohnehin wärmer wird. Auch sollen
die Spannungsspitzen der gepulsten Spannungen der Isolierung
zusetzen.
Das ist schon richtig, aber das sollten sie aushalten.
Isolationsstress
ist tatsächlich ein wichtiges Zuverlässigkeitsproblem bei Motoren an FU´s. Im zusammenhang mir der stärkeren Erwärmung noch mehr!
Daher nimmt man oft eine Sinusfilter zwischen Motor und FU - nicht nur wegen der Störungen auf langen ungeschirmten Leitungen.