Hallo Leute,
ich habe mich neulich, obwohl ich mich eher zu den Psycho-Laien zähle, mit einigen Psychoanalytikern, also „Freudianern“ unterhalten. Die Gespräche fanden unabhängig voneinander statt. Inhaltlich möchte ich auch gar nicht näher darauf eingehen, was mir aber auffiel - und dem entspingt auch meine Frage - war, dass alle das „es“ (aus der Ich - es - Über-ich-Klamotte) mit einem stark langgezogenen e aussprachen, also eigentlich „eeees“. Woher rührt das? Ist das auf alte Tonbandaufzeichnungen zurückzuführen, in dem Österreicher Freud wienerte? Wer weiß Näheres?
Dank und Gruß
Christianj
Hi,
das liegt daran, das das Psychodynamische „es“ sich im Gespräch von
einem sächlichen „es“ unterscheiden muss, sonst gibt´s ja
Missverständnisse, bzw. es hört sich seltsam an.
Gruss
Oliver-Michael
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‚es‘ und ‚das Es‘
Hi christianj
deine Frage wäre eigentlich besser im Brett „Deutsche Sprache“ aufgehoben, denn da sind Leute, die darüber mehr wissen, warum in manchen Regionen das substantivische „das Es“ gedehnt gesprochen wird im Unterschied zum „es“ in „es regnet“. Ich selbst weiß aber nicht, in welchen Sprachgebieten das der Fall ist.
Mit Psychoanalyse speziell hat das wirklich gar nichts zu tun, wie es im vorigen Posting gemeint wird.
Dieselben Gesprächspartner von dir werden „Es“ auch gedehnt sprechen, wenn damit z.B. ein Kind gemeint ist „Es kommt im nächsten Jahr in die Schule“.
Gruß
Metapher
Es, es, es und es …
Hallo Christianj,
in der Tat wäre, wie Metapher schon schrieb, dein Posting bei „Deutsche Sprache“ deutlich besser aufgehoben gewesen. Es geht wirklich nur indirekt um Psychoanalyse.
Während das Pronomen „es“ mit kurzem offenen /?/ ausgesprochen wird, verschiebt sich das beim „Es“ in betonter Stellung zu einem geschlossenen /e:/ und bekommt dadurch gleichzeitig eine gewisse Länge, weil geschlossene Vokale im Deutschen immer lang gesprochen werden.
Vielleicht hat es auch damit zu tun, „das Es“ sprachlich von „das S“ einerseits und „dass es“ andererseits unterscheiden zu wollen.
Denk mal an das Volkslied „Es, es, es und es, es ist ein harter Schluss …“. Da spricht man „es“ eigentlich fast automatisch so aus - ich habe das noch nie in der Form „S, s, s und s …“ gehört. Spezifisch wienerisch ist das meiner Meinung nach nicht.
Grüße
Wolfgang
Hi Christian!
Mal ganz flapsig und wirklich offtopic: Vielleicht hast du dich einfach nur mit Schwaben unterhalten? Hier unten in Süddeutschland wird das „Es“ nämlich genauso ausgesprochen. Egal, ob es um Freud oder Stephen King geht.
Klingt für meine norddeutschen Ohren etwas befremdlich. Aber sie behaupten auch, dass es zwischen „das“ und „dass“ einen Ausspracheunterschied gibt, und deshalb ignoriere ich solche Sachen einfach :o)
Liebe Grüße
Silke