bin ziemlich am ende meines Lateins und hoffe hier kann mir vielleicht jemand helfen.
Also mein Freund scheint sehr depressiv zu sein, ist total antriebslos und spricht von einem schwarzen Loch und völliger Leere und absolut keine Motivation. er bringt nicht einmal die Kraft auf, einen Therapeuten zu suchen, auch das ist ihm zu „mühsam“. Ich kann ihn kaum aus dem Bett bringen und ihn zu irgendwas zu motivieren, sei es nur aus dem Haus zu gehen ist wahnsinnig mühsam.das ganze geht jetzt seit ca 4 Monaten so.
Sein studium geht den Bach runter, seit 3 Semestern hat er nix mehr getan.
Also, ich bin wegen dieser ganzen situation schon sehr am ende, habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Wäre es ratsam ihm einen Therapeuten zu suchen? Weiß jemand einen guten in Wien, der von der Kasse übernommen wird?
Ich danke euch schon mal für die Hilfe!
Liebe Grüße
Julia
Das klingt wirklich bedrohlich! Was sagt er denn selbst dazu? Solange er nämlich keine Krankheitseinsicht hat, werden alle Deine Bemühungen nichts nützen. Sollte er aber selbst merken, dass er Hilfe braucht, dann nimm ihm all die Telefonate etc. ab, denn auch dazu kann er sich sicher nicht aufraffen.
Nur aufs Geratewohl zu einem Therapeuten zu gehen, ist wohl nicht sehr empfehlenswert. Da m u s s unbedingt vorher ein Besuch bei einem Facharzt für Psychiatrie stattfinden oder in einer psychiatrischen Spitalsambulanz. Oft ist anfangs eine Psychotherapie sogar kontraproduktiv. Da müssen zuerst Medikamente her, die die Ausgangslage soweit verbessern, dass eine sinnvolle Psychotherapie überhaupt möglich ist.
Wenn er nicht bereit ist, zu einem Psychiater zu gehen, weil er ja nicht „deppert“ ist (oft gemachter Einwand der Männer), dann rede einmal mit Deinem Hausarzt und schildere ihm ganz offen die Situation. Vielleicht wäre der Hausarzt bereit, einen Hausbesuch zu machen, um Deinen Freund über die Notwendigkeit einer Behandlung zu überzeugen.
Deinem Freund einen Therapeuten zu suchen klingt nach einem guten Weg. Er schafft es allein grad nicht, also ist es gut wenn du für ihn da bist. Depressive Episoden müssen nicht von Dauer sein, um eine Chronifizierung zu vermeiden, sollte er allerdings etwas tun. Wenn er es nicht mehr schafft aufzustehen wäre die nächste Überlegung ein stationärer Aufenthalt. Für viele klingt dieser Vorschlag sehr radikal, aber die Ruhe die man dort findet hilft ihn eventuell etwas Abstand zu bekommen und sich zu erholen…
ich danke euch. Hab das ganze jetzt in die Hand genommen und einen Arzttermin gemacht. So geht das ja nicht mehr weiter, ich dachte ich schaffe das mit viel Kraft und Liebe ihn da raus zu holen aber das scheint nicht zu reichen!
Zum Glück will er ja selber die Therapie weil er unter der Situation sehr leidet.
Also nochmals danke
Lg Julia