Freunde? / (vorsicht lang)

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

Dieses Thema beschäftigt mich immer wieder und ist gerade wieder „akut“ für mich (26 J. alt):

Anfangs eine kurze subjektive Beschreibung von mir:
Sehr offen, ehrlich, meist viel zu ehrlich, nach außen orientiert, interessiert an meinem Umfeld, herzlich, bin offen für andere Meinungen, bin aber auch nicht immer einfach u. sicherlich auch in gewisser Weise egoistisch (wie es jeder ist, nicht übertrieben, würde ich mal sagen).

Ich erlebe immer wieder (und einer Arbeitskollegin von mir geht es auch so, also dürfte es nicht nur an mir/meinem Mann liegen), daß Freundschaften zu anderen Paaren irgendwann „enttäuschen“.
In dieser Hinsicht, daß man unter dem Strich zusammenfassen könnte "ganz nett, jedoch nur an sich interessiert (keine Ahnung, wie ich dann überhaupt auf „ganz nett“ komme), die anderen (also wir) sind Beiwagerln, die man in die Innenstadt mitnimmt u. die, wenn sie nicht genauso reagieren wie die Freunde es erwarten, diese jenigen einttäuscht sind (leider waren wir bis jetzt viel zu freundlich/an anderen interessiert/unterhaltsam u. haben uns meist zurückgesteckt). Da ist natürlich schwer, etwas daran zu ändern.

ZB ging es mir vor 1 1/2 - 2 Monaten nicht sehr gut. Ich erzählte einer Freundin davon. Gestern sahen wir sie. Nachdem sie mich (ein Wehren ist da kaum möglich, obwohl ich nicht so kleinlaut bin) ewig niedergequatscht hatte wg. ihrer Schwangerschaft, Babybauch, Kinderwagen … nachdem ich sie gefragt hatte „wie geht es dir?“ fragte sie kurz u. lapidar „u. wie geht es dir“ drehte aber innerhalb von einer Sekunde den Kopf weg u. man spürte förmlich, daß diese Frage nur höflichkeitshalber gestellt wurde. :frowning: Ich begann schon zu reden u. zu erzählen, aber das von ihr ausgesendete Desinteresse (u. das rede ich mir nicht nur ein), ist förmlich „zum kotzen“.

Das selbe vor kurzem von anderen Freunden, die ich bisher sehr gerne hatte. Sie selbst ging bisher nur 1 Jahr ihres Lebens arbeiten, sie wechselt dauernd die Studienrichtungen u. als sie ein Studium abschloß u. in diese Richtung arbeiten ging, warf sie nach 1 Jahr alles hin. Und dieser jenigen welchen erzählte ich leider einmal, daß im Büro halt nicht alles so rosig ist … sie dürfte sich so reingesteigert haben, daß sie mir sagte, sie würde sich nie von einer Arbeit das Leben zerstören lassen … u. schob dann noch solche Meldungen, auf die Art, wie sie könne sich absolut nicht vorstellen, daß ich so wenig Zeit hätte u. „Zeit müsse man sich nehmen“. Das ist ein starkes Stück für mich. Läßt sich von ihrem Mann „aushalten“ u. schiebt groß Meldungen. Aber mit einer derartigen Selbstsicherheit, daß man nur neidig werden kann. Daß sie recht damit hat damit daß man sich von einer Arbeitsstelle das Leben nicht vermiesen lassen sollte, da gebe ich ihr völlig recht.

Ich glaube nicht, daß ich Freunde brauche, die mich dauernd bedauern oder so. Für mich ist jedoch für eine Freundschaft voraussetzung, daß ein gewisses Interesse - und zwar gegenseitig aneinander - besteht. Und nicht nur, daß alles von einer Seite ausgeht. WIR sind nicht diejenigen, die die anderen dazu „zwingen“ sich mit uns zu treffen, es ist eher so, daß die anderen mit uns gerne was unternehmen. Ich komme leider nur immer wieder zu der Erkenntnis, daß es meist (nicht immer) schade um die Zeit ist, da ich (wir) den anderen völlig egal sind u. das ist grauslig.

Ich erwarte nicht totales Interesse, auch nicht „Bemutterung“ oder Arschkriechen, aber ein nur auf sich konzentriert sein, von den Freunden her enttäuscht schon immer wieder.
Wenn ich draufkomme, daß sie sich nicht die kleinsten Dinge merken, die man ihnen erzählt hat, selber aber glauben, daß man ihre Lieblingsteesorte auswendig weiß.

Ich glaube eigentlich nicht, daß wir selbst total viel falsch gemacht haben, vielleicht waren wir von Anfang an einfach nur zu nett. Eigenartig ist nur, daß sich diese Beobachtung bei fast allen Freunden/Bekannten zeigt - und nicht nur bei uns -.
Wie gesagt Austausch mit anderen hat ergeben, es geht ihnen größtenteils auch so.

Ist das eine Krankheit unserer Zeit, daß jeder nur mehr auf sich konzentriert ist???

Ich finde es traurig, feststellen zu müssen, daß man seine Zeit besser anderweitig verbringt, anstatt mit Freunden zusammen zu sein. (Außer die Erwartung geht nicht über das Schlürfen eines gemeinsamen Bieres hinaus).

Soll man nun ein Einsiedler werden?

Was ist eure Meinung (u. vielleicht Erfahrung dazu)?
Liebe Grüße
Michaela
P.S. Ich glaube auch nicht, daß es an solchen Dingen liegt, daß mein Mann u. ich zB fad wären oder schlecht erzählen … daran liegt es meiner Meinung nach nicht. Wir sind ein ganz normales Paar, vielleicht nur ein bißchen zu wenig „oberflächlich“.

bitte lest nicht nur, sondern gebt auch …
Antwort, bin im Moment ziemlich verzeifelt u. für jede noch so subjektive Meinung dankbar.
Danke
Michaela

ich bin gespannt

Antwort, bin im Moment ziemlich verzeifelt u. für jede noch so
subjektive Meinung dankbar.
Danke
Michaela

Hallo Michaela,

ich freue mich richtig Dich als interessanten Menschen in diesem Forum zu treffen

Jetzt bin ich gespannt ob Du mit meiner Art etwas anfangen kannst:

mein Eindruck ist auch - wirkliches Interesse ist selten.

Meine persönliche Erfahrung ist das ziemlich viele Menschen
ziemlich oberflächlich sind. Sie zeigen nur ihre Schokoladenseite
weil sie sich nicht einmal selbst (wenn sie alleine sind) trauen sich ihre „Schattenseite“ anzuschauen.

ich bin gerne verdammt direkt und geradeaus

Kostprobe:
Dein voriges Postimg ist ziemlich mühsam zu lesen.
Es deutet auf einen regen Geist hin, aber Texte mit so in Klammern eingeschobenen Sätze finde ich
mühsam beim Lesen.

Wenn ich solche wirklich offenen direkten Rückmeldungen
von anderen bekomme ist das für mich herzerfrischende Klarheit
und ich weiß woran ich bin.

Meine persöhnliche Erfahrung damit
ist das andere Menschen das ziemlich oft als persönlichen Angriff
werten. Und sich vor den Kopf gestoßen fühlen.

Nun ja - wenn man sich genau so gibt wie man ist - trennt sich die Spreu vom Weizen.

Von einer wirklichen Freundschaft erwarte ich das man sehr offen
miteinander umgeht und die Kraft aufbringt sich gegenseitig zu
erzählen was für eine Art des Umgangs miteinander Ok ist und welche nicht.

Ein Beispiel:
ich fände es genial wenn man bei Verabredungen
auch so miteiander umgehen kann:

Ich rufe an und frage: „hast Du Lust mit Essen zu gehen?“

Antwort: "Nö ich schaue gerade Fernsehen und es ist spannend

  • Tschüß " Hörer auflegen

Für mich herzerfrischende Klarheit: Mein Freund findet den Film
WIRKLICH spannend und er möchte keine Sekunde verpassen.

Für die meisten Menschen wäre eine solche
Ultra-Kurzangebundenheit ein ziemlicher Schock.

Ich muß mir bei einer Freundschaft nicht bei JEDEM Telefonat
aufs neue die Harmonie und die gegenseitige Verbundenheit
versichern.

Die Freundschaft ist für mich auch ohne es ständig auszudrücken da !

Ich finde viele Gespräche recht oberflächlich. Und das in zweierlei Hinsicht:

1.) Die Themen um die es geht
letzter Urlaub, der unverschämte Nachbar, Mode usw.

Ich würde mich gerne über Dinge unterhalten wie:

Die Entwicklung eines Amokläufers WIRKLICH nachvollziehen

  • ohne Angst davor zu haben die entsprechenden GEDANKEN auch
    einmal zu denken - jedoch mit rationalem Abstand und neutraler
    Gefühlslage

Sein eigenes Verhalten reflektieren um daraus zu lernen

Sofern der jeweilige Zuhörer eine neutral wohlwollende Haltung
einnimmt finde ich das angenehm und sehr aufschlußreich.

Wann immer es notwendig erscheint auf der Meta-Ebene über
die ART und WEISE des miteinander Redens sprechen.

2.) Die geringe Intensität
Viele Menschen glauben sich gegenseitig GENAU zu verstehen
obwohl das nicht der Fall ist. Die meisten Menschen stellen sich
unter denselben Begriffen dann doch verschiedene Dinge vor.

Für WIRKLICHES Verstehen muß man sich die Mühe machen relativ viele Begriffe zu hinterfragen und das was der andere gesagt hat mit eigenen Worten wiederholen um es zu prüfen.

Das Gedankensystem eines anderen
Menschen wirklich zu verstehen - indem man selbst die Geduld aufbringt gut zu zu hören und indem mein gegenüber die Geduld aufbringt auf Nachfragen zu antworten.

So das ist jetzt ein ungefährer Abriß über meine Idealvorstellung
sich mit Freunden zu unterhalten - die ich aber in dieser Reinform noch nicht gefunden habe.

Ja und jetzt bin ich gespannt was Du dazu sagst -
was es immer es sein wird -

von "hm bißchen komisch der Typ "

bis zu

"Oh Gott was ist denn das für einer! Schnell weg hier ! "

Alle Reaktionen willkommen - nur mit herzerfrischender Klarheit
wenn’s geht.

Viele herzliche Grüße

Stefan

5 „Gefällt mir“

Hallo,
evtl. verwechselt Du einfach Freundschaften mit Bekannt-
schaften ? Selbst wenn ich jmd. jahrelang kenne, muß er
nicht automatisch zum Freund werden. Freundschaft setzt
ein gegenseitiges Einfühlungsvermögen vorraus, d.h.
insbesondere das die Person Deine Probleme nicht einfach
übersieht.

Eigenartig ist nur, daß sich diese Beobachtung bei
fast allen Freunden/Bekannten zeigt - und nicht nur bei uns -.
Wie gesagt Austausch mit anderen hat ergeben, es geht ihnen
größtenteils auch so.

Das würde mich an der Objektivität dieser Auffassung i.allg.
zweifeln lassen.

Ich finde es traurig, feststellen zu müssen, daß man seine
Zeit besser anderweitig verbringt, anstatt mit Freunden
zusammen zu sein. (Außer die Erwartung geht nicht über das
Schlürfen eines gemeinsamen Bieres hinaus).

Welche Anforderungen hast Du an einen gemütlichen Abend
mit Freunden ? Das „einfach zusammensein und wohlfühlen“
ist ein entscheidender Bestandteil jeder Bekanntschaft
und damit auch einer Freundschaft - es festigt sie.

Gruss
Enno

da bin ich anderer Meinung !
Hallo Enno,

Für die ganz überwiegende Mehrheit der Menschen (98%)
ist das richtig was Du schreibst.

Zusammensein und wohlfühlen. Für die meisten Menschen bedeutet das „nett“ sein.

Für mich bedeutet es etwas anderes: AUTHENTISCH sein.

Ganz egal was AUTHENTISCH dann ist

Gelassenheit, Wut, Ärger, Freude, „find ich doof“, „juckt mich nicht“ - was auch immer

DAS nenne ICH intensives LEBEN ! und ECHTE Begegnung.

nett sein ist auch des öfteren authentisch.

Ganz oft ist es aber auch mehr oder weniger unaufrichtig.

Nach dem Motto: „hätschelst Du mich - tätschel ich Dich“

nix für ungut - ich toleriere jede Variante des miteinander
umgehens solange sie nicht gegen die Menschenrechte verstößt

Ich selbst mag dieses aufgesetzte „Nett-sein“ nur nicht.
Und in meiner Freizeit will ich mit solchen Leuten nichts zu tun
haben.

Das heißt nicht das ich solchen Menschen nicht helfen würde wenn Sie tatsächlich Hilfe brauchen:

Egal ob Obdachloser im Alkohol-Koma oder Yuppie dessen Auto
nicht anspringt - lean on me because soon i need somebody to lean on

Sie könnten sogar ziemlich „unverschämt“ nach Hilfe fragen

Beispiel:
wildfremder Mensch auf der Straße spricht mich an
„könnten Sie mal mit anpacken dieses Klavier in den vierten Stock
hochzutragen?“

warum nicht?

Nur für meine Freizeitgestaltung suche ich mir etwas anderes.

mfg sl

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1 „Gefällt mir“

herzerfrischen offen - hoffe ich doch :smile:
Hallo Stefan!

Mein Gott, wäre nur ein Bekannter so, wie du dann wären wir entspannter! :smile: Und glücklicher vermutlich!

Dankeschön, ich finde dich auch sehr interessant. Jetzt nicht nett u. aufgesetzt gemeint, sondern to-tal ehrlich!

Bevor ich mich einen Abend lang über das Dauerarbeitsproblem eines Bekannten unterhalte, wenngleich ich weiß, daß ihm meine etwaigen Probleme in der Arbeit nicht die Bohne interessieren, redete ich viel lieber über das, wie jemand zu einem Amokläufer werden kann.
Das wäre hochinteressant. Die meisten sind wirklich zu faul u. zu ängstlich sich über so etwas zu unterhalten.

Ja, wirkliches Interesse ist selten, scheinbar!!!
Jetzt stellt sich nur die Frage, wer ist glücklicher, wir oder die anderen. Ich denke fast schon die anderen.
Denn so ein tiefgründer Geist wie wir es sind ist natürlich auch nicht immer einfach.

Ja, aber andererseits denke ich mir, wenn sie sich nicht mal alleine ihre schlechte Seite anschauen, dann, ja, was machen die denn dann den ganzen Tag??? Ich verstehe das irgendwie nicht.

Über deine „Kostprobe“ bzgl. meines 1. Postings mußte ich lauthals lachen u. habe gleichzeitig profitiert, denn du hast recht u. sowas auf die Art ging mir auch schon beim Schreiben dieser Zeilen durch den Kopf. NUR ich bin froh, daß ich es irgendwie drüberbringen konnte, weil ich normal immer vom 1000. ins 1 komme u. dann am Wesentlichsten total vorbeirede. Weil ich immer denke, jeder muß möglichst viel Informationen haben, um mit mir über ein Thema sprechen zu können und auch einen Eindruck von mir, aber ich denke, dazu ist meine Schuhgröße unwesentlich. gggg

Ich bin auch für herzerfrischende Klarheit wie du es nennst u. ich finde diesen Ausdruck gut. Die Frage ist nur wirklich „wirklich immer“?! Aber wie du sagst, das Beispiel mit dem Anruf „möchtest du mit Essen gehen“, das praktiziere ich jetzt mit einer Freundin, wir sind ganz offen, ich fragte sie heute „möchtest du auf 1-2 Std. quatschen kommen“. Sie sagte, es paßt grade nicht so gut, denn ihre Schwester kam vom Urlaub u. sie tanzte gerade mit ihrem Patenkind. War kein Problem für mich. Wie sie mich jedoch fragte, ob wir uns für unter der Woche etwas ausmachen, war ich mir auch nicht sicher, ob ich Zeit finden würde, habe grade Urlaub u. da möchte ich die Nachmittage nicht verplanen, um flexibel zu sein. Und das sagte ich ihr auch ehrlich, aber das ist die einzige in meiner Umgebung, mit der man das so auf die Art „praktizieren“ kann.

Weißt du, manchmal beneide ich Tiere, die nicht denken können. Sorry, ich möchte mich nicht „versündigen“, aber es ist so.

Ja, viele Menschen fühlen sich schnell vor den Kopf gestoßen, machen es selbst aber dauernd bei anderen. Viel austeilen u. nichts einstecken. Ich hasse das.

Ja, die Spreu trennt sich vom Weizen, aber da wird so gut wie nichts überbleiben u. dann fühle ich mich auch wieder mies. Wie machst du denn das jetzt? Hast du ne Partnerin, wenn ich so fragen darf oder eben nur „Bekannte“, die du hin- u. wieder siehst?

Wenn ich daran denke, bei meinen Bekannten anzufangen, wie ich Kommunikation gut finde u. wie nicht, dann werden mich alle blöd ansehen u. tuscheln „spinnt sie schon ganz“? Außerdem schwingt bei mir immer eine gewissen Unsicherheit dabei, „kann ich das was ich verlange selbst auch halten“?

So eine Ultra-Kurzangebundenheit ist kein Problem für mich, wenn ich auch das Recht dazu habe. ZB wenn ich meinen Schwiegervater anrufe (fürchte ich bin schon wieder zu offen gg) u. ich möchte mit ihm reden u. er hat keine Zeit, dann ist das Gespräch gleich aus, auch wenn wir länger reden u. es freut ihn nicht mehr. Bumm, baba, schön´ Tag noch. TütTüt.
Letztes mal, sprach er mit meinem Mann, dieser sagte ihm, wir kriegen in wenigen Minuten Besuch. Wie dieser Besuch dann da war, rief er mich an u. meinte „ob ich eh Zeit hätte“ u. ich „nein, ich habe Besuch“, er: „aha, gut, dann ein andermal“, legt auf. Ruft aber dann nach 10 Sek. bei meinem Mann am Handy an, das „zufällig“ auch in der Küche lag. Und so ähnlich ging es dann den ganzen Tag, er rief an, ich drückte auf Abweisen (es war keine Notsituation, da bin ich natürlich schon für ihn da), er rief wieder an … Was soll ich dazu noch sagen. Dann hat mein Mann mit ihm 10 Minuten gesprochen u. dann war halbwegs eine Ruhe. :frowning:

Ja, du hast Recht, daß man sich eigentlich bei einer Freundschaft nicht jedesmal u. jede Minute aufs neue seine Sympatie etc. versichern muß. Das stimmt. Nur praktizieren tut das auch niemand. Jeder hat ne Maske auf. Pfui.

Weil ich heute so verzweifelt war habe ich bei einer „Kummernummer“ angerufen, die Dame, die selbst sagte sie sei „jenseits der 40“, vielleicht war sie auch schon 60, meinte, man müsse eben bei Bekannten sich auf Allgemeinkommunikation umstellen u. man dürfe sich wirklich nur ausgewählten Leuten öffnen. Naja, da habe ich gar keine Lust mehr Bekannte zu haben. Sie hat sicher recht u. ich sollte mir ihre Sätze jeden Tag „einhämmern“, aber nunja leicht ist es nicht. Denn ich bin selbst leider ein „Mittelpunktsmensch“ u. brauche schon auch Leute um mich rum, kann aber wie gesagt trotz „Mittelpktsm.“ zuhören, aber wenn mir dann niemand zuhört zucke ich aus.

Meta-Ebene, das sagt mir jetzt nicht unbedingt was. Erklärst du
es mir?

Beim Lesen deiner Zeilen ist mir bewußt geworden, wie leicht wir wirklich glauben, den anderen zu verstehen, aber du hast ganz recht, es bedarf Nachfragen, um sich wirklich ein ehrliches Bild machen zu können. … Habe ich hin- u. wieder rückgefragt? … Ja, doch, denke schon. Ich muß mich selbst mal beobachten.

Ich sehe schon, ich bin klar, brabble nur eigentlich wieder zu viel, sorry deswegen.

Noch was, ich für mich denke mir halt nun mal, „ok, weniger treffen“, einen „gemeinsamen Urlaub“ haben wir abgewendet, wo Bekannte wieder wie letztes Jahr gemeinsam mit uns wegfahren wollten, da waren wir „egoistisch“ u. sagten „nein, es geht nicht“. Puh, zum Glück! Ein bißchen Nachgeschmack ist bei den Bekannten schon geblieben, aber egal, das müssen sie aushalten.

Ja, ich frage mich eben, soll ich der Bekannten zB mal sagen. „Du, es ärgert mich richtig, daß du dich an nix erinnern kannst, was ich dir erzählt habe, ich interessiere dich scheinbar nicht die Bohne.“
Nur, ob man da nicht auch differenzieren sollte, ob man sich auf eine derartige Konfrontation einlassen will oder nicht doch den „diplomatischeren Weg geht“. Sicher, vermutlich von Situation zu Situation unterschiedlich handhaben. Kommt mir aber sehr schwer vor.

Vielen Dank Stefan für deine Offenheit, die hat wirklich irre gut getan u. am liebsten würde ich so manchen Leuten dein mail weitersenden (zwinkert u. grinst)
Michaela

Hallo Enno!

Offenbar habe ich wirklich Freundschaft mit Bekanntschaft verwechselt!

Nein, ich zweifle nicht daran u. bin froh, daß es wenigstens vereinzelt Leute gibt, die so empfinden wie wir. Da sind wir dann ein wenig beruhigt, daß es doch nicht nur an uns liegen kann.

"Welche Anforderungen hast Du an einen gemütlichen Abend

mit Freunden?"

Tja, das Zusammensein u. Wohlfühlen geht bei mir nur, wenn nicht nur Wein, Essen (was für mich total nebensächlich ist) stimmt, sondern das Umfeld, der Umgang miteinander, die Kommunikation u. wenn diese eben nur lähmend u. enttäuschend ist, dann kann ich mich auch nicht beim Zusammensein wohlfühlen.

Grüße
Michaela

Hallo Michaela,

ich kann Dir kurz meine Eindrücke, und Erfahrungen schildern.
Meine Mutter (42), zum Beispiel, ist sehr redselig, und als ich (22) immer älter wurde, ging es mir immer mehr auf die Nerven.
Aber weniger, weil sie immer nur redet, sondern, auch das ‚offene Ohr‘ (was einem als Jugendlicher immer angeboten wird) schlicht fehlte.
Bevor ich auszog, eskalierte es in mir regelrecht,es gab da so einige Probleme bei uns in der Familie, und einer schüttete den anderen das Herz aus.
(als meine Oma noch lebte, ‚weinte‘, jammerte sie meiner Mutter die Ohren voll, und ich wiederum bekam es von meiner Mutter ab)
In der ersten Zeit in der eigenen Wohnung hatten wir (oder so kam es mir vor) uns distanziert, sie erzählte und erzählte, und ich hätte lieber mal gesagt, ‚Mensch, Du fehlst mir‘, aber schluckte es doch dann weg…
Das verging dann, heute sehen wir uns seltener, aber sie schnattert noch immer viel (ich nehm es ihr nicht übel, aber es verletzt regelrecht, wenn du anfängst ‚übrigens bei uns ist dies und das passiert‘ und dein Gegenüber dir in den Satz fällt ‚Jaja, die Tante Emmma, die hat…!‘)
:frowning:
Ich wollte sie schonmal drauf ansprechen, aber nie getan, sie könnte es ja falsch verstehen.
Mit anderen Leute ebenso, ich bin da sehr sensibel: fällt mir jemand ins Wort (in der ‚richtigen‘ Situation kann das arg kränken, wie Du auch geschrieben hast), und redet nur (!) von sich, dann gehen bei mir die Schotten runter, und ich mache innerlich dicht.
Bei neuen Bekanntschaften ist das der entscheidende Teil, worauf ich Wert legen.
Schaut der Mensch auch in Dich?
Redet er nur von sich?
Wie gibt er sich, Gesichtsausdruch, Mimik?
Welche Fragen fragt er, wofür interessiert er sich am meisten an dir? (=will er dich bloss aushören, einen Gefallen abstauben…)
Teils resigniere ich regelrecht, ob es überhaupt noch Menschen gibt, die mit mir auf einer Wellenlänge schwimmen (Reden und Zuhören, Geben und Nehmen, nicht nur leichte Bekanntschaft).

Ich war als Kind übrigens ein prima Spielball zwischen meinen Eltern und einen Grosseltern Teil.
(Twistigkeiten, bin Einzelkind, kann man super ausspielen zwischen den beiden ‚Parteien‘, heute will ich nichts mehr darüber wissen)
Ich werde nur sauer, wenn ich darüber nachdenke.

Ich tu’ mich echt schwer, will lieber ‚echte‘ Menschen kennenlernen, keine Oberflächlichkeiten, die dich übersehen.
Und der Ratschlag, raus unter Leute, nein, wozu, dann stösst man wieder auf diese alten Muster. :frowning:
Deshalb ist auch oft viel schöner, sich zu schreiben (=ins Wort fallen geht nicht), und am Schreibstil erkennt man auch einiges.

Ist doch etwas länger geworden, aber das sind meine Eindrücke.

Grüsse,
Nicole *fühlt sich kompliziert*

Hallo!

Ich kann dich wirklich gut verstehen. Ich bin sehr gutmütig und für mich ist wirkliche Freundschaft das Wichtigste auf der Welt.
Wirkliche Freundschaft bedeutet für mich für den anderen da zu sein, in jeder Situation.

Mir ist es so ähnlich wie dir ergangen. Ich habe mich nach 25järiger Freundschaft von meiner „besten Freundin“ getrennt. Schon in den letzten Jahren hat mich die zunehmende Oberflächlichkeit der Freundschaft gestört, aber ich wollte es nicht wahrhaben. Immer habe ich mir ihre Probleme angehört und war für sie da. Erst als es mir wirklich schlecht ging, bin ich dahinter gekommen, dass sie mich immer nur ausgenutzt hat. Zuerst hat sie mir ihr Leid geklagt, wie immer. Dann hat sie gefragt, wie es mir geht und kaum hab ich zu erzählen begonnen hat sie abgewunken. Ihre Antwort:„Ach lass es. Es interessiert mich eh nicht. Hab keine Zeit. Tschüss!“

Nun ich habe die Konzequenzen gezogen und seither nicht mehr mit ihr gesprochen. Es hat sehr weh getan, aber ich bin drüber weg.

Du darfst aber trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben. Suche dir Leute mit gleichen Interessen, dann ist schon mal eine Basis da. Lass es langsam angehen. Du darfst dich nicht unter Druck setzen! Zieh dich nicht von den Menschen zurück. Irgendwo gibt es jemanden, der nach dem selben sucht wie du.

Mein Mann und ich haben nach vielen Jahren einen wirklich guten Freund gefunden. Wir sehen uns ehrer selten, aber dann ist es immer eine Bereicherung.

Gruß Sylvia

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Hallo Michaela,

ich kann einigen vorigen Antworten auf Dein Posting nur zustimmen.
Ich habe auch immer den Eindruck, daß der Freundeskreis schrumpft und der Bekanntenkreis wächst, wenn Du diesen Unterschied verstehst.
Aber mach Dir mal folgendes klar:
Stell Dir vor, Du hättest einige sehr, sehr gute Freunde, mit denen Du über alles reden kannst. Die immer für Dich da sind. Und nun müßtest Du auch immer für Deine Freunde da sein. Hättest Du die Zeit, hättest Du die Lust? Und die Muße?

Ich habe eine einzige sehr sehr gute Freundin, die ich nachts um 3 Uhr anrufen kann, wenn was ist. Ich hätte auch manchmal gern mehr beste Freundinnen. Aber wenn sie ein Problem hat (und das ist nicht selten) dann kann und will ich 100% für sie da sein, und das kostet Kraft, Mühe, Zeit, manchmal fault einem beim Hören des ewig Gleichen das Ohr ab und ich bin froh, daß ich „nur“ eine Freundin „betreuen“ muß.
Verstehst Du worauf ich hinauswill?
Mach Dir klar, was das bedeuten würde, viele sehr intensive Freunde zu haben. Ich hätte keine Zeit dafür. Und keine Lust. Nicht auf Dauer. Und wenn ich abends mit Bekannten weggehe, dann sind die Gespräche meist recht oberflächlich, aber mehr geht meist auch garnicht. Es ist schade, aber ich stelle immer fest, daß es einfach so ist.

Gruß Yvi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ja - sei einfach Du selbst wenn Du mir antwortest

Hallo Stefan!

Mein Gott, wäre nur ein Bekannter so, wie du dann wären wir
entspannter! :smile: Und glücklicher vermutlich!

Dankeschön, ich finde dich auch sehr interessant. Jetzt nicht
nett u. aufgesetzt gemeint, sondern to-tal ehrlich!

das freut mich

Bevor ich mich einen Abend lang über das Dauerarbeitsproblem
eines Bekannten unterhalte, wenngleich ich weiß, daß ihm meine
etwaigen Probleme in der Arbeit nicht die Bohne interessieren,
redete ich viel lieber über das, wie jemand zu einem
Amokläufer werden kann.
Das wäre hochinteressant. Die meisten sind wirklich zu faul u.
zu ängstlich sich über so etwas zu unterhalten.

Ja, wirkliches Interesse ist selten, scheinbar!!!
Jetzt stellt sich nur die Frage, wer ist glücklicher, wir oder
die anderen. Ich denke fast schon die anderen.

ich habe ziemlich lange unter meinem „andersein“ gelitten
aber mittlwerweile habe ich es ganz gut auf der Reihe.

Denn so ein tiefgründer Geist wie wir es sind ist natürlich
auch nicht immer einfach.

Es besteht zumindest die Gefahr das man vor lauter Erkenntnis
über die „Schlechtigkeit“ der Welt in Depression verfällt.

Es muß aber nicht zwangsläufig passieren.

Ich selbst empfinde mich nicht (mehr) unglücklicher als andere Menschen. Ich würde mein Leben beschreiben als: die Kontraste sind
stärker. Und das finde ich reizvoll.

Ja, aber andererseits denke ich mir, wenn sie sich nicht mal
alleine ihre schlechte Seite anschauen, dann, ja, was machen
die denn dann den ganzen Tag??? Ich verstehe das irgendwie
nicht.

Ich vermute sich auf IHRE Art mehr oder weniger auch wohlfühlen
wenngleich das bedeutet die Schattenseiten auszublenden.

Sie Pflegen Ihr mehr oder weniger geschöntes Selbstbild
so wir wir beide auch - wir Pflegen halt andere Stellen.

Über deine „Kostprobe“ bzgl. meines 1. Postings mußte ich
lauthals lachen u. habe gleichzeitig profitiert,

das freut mich - ja das finde ich wirklich schön das Ehrlichkeit
auch zum Lachen bringen kann

denn du hast
recht u. sowas auf die Art ging mir auch schon beim Schreiben
dieser Zeilen durch den Kopf. NUR ich bin froh, daß ich es
irgendwie drüberbringen konnte, weil ich normal immer vom
1000. ins 1 komme u. dann am Wesentlichsten total vorbeirede.

Es ist auch eine Möglichkeit sich auszudrücken.
Vielleicht war es sogar gut so.

Weil ich immer denke, jeder muß möglichst viel Informationen
haben, um mit mir über ein Thema sprechen zu können und auch
einen Eindruck von mir,

ja das ist schon richtig - es kann sich aber auch über nachfragen und nachspüren entwickeln.

aber ich denke, dazu ist meine

Schuhgröße unwesentlich. gggg

kann sein - weiß ich nicht

Ich bin auch für herzerfrischende Klarheit wie du es nennst u.
ich finde diesen Ausdruck gut. Die Frage ist nur wirklich
„wirklich immer“?!

Nein nicht immer. Wie schon gesagt viele Menschen würden es
als persönliche Zurückweisung interpretieren und ich habe mit einiger Mühe lernen müssen das z.B. , im Arbeitsleben bestimmte
Regeln gelten die ich einhalten sollte wenn ich meinen Job behalten und gut mit den Arbeitskollegen auskommen möchte.

Aber wie du sagst, das Beispiel mit dem
Anruf „möchtest du mit Essen gehen“, das praktiziere ich jetzt
mit einer Freundin, wir sind ganz offen, ich fragte sie heute
„möchtest du auf 1-2 Std. quatschen kommen“. Sie sagte, es
paßt grade nicht so gut, denn ihre Schwester kam vom Urlaub u.
sie tanzte gerade mit ihrem Patenkind. War kein Problem für
mich. Wie sie mich jedoch fragte, ob wir uns für unter der
Woche etwas ausmachen, war ich mir auch nicht sicher, ob ich
Zeit finden würde, habe grade Urlaub u. da möchte ich die
Nachmittage nicht verplanen, um flexibel zu sein. Und das
sagte ich ihr auch ehrlich, aber das ist die einzige in meiner
Umgebung, mit der man das so auf die Art „praktizieren“ kann.

Ich habe das so auch noch nicht ausprobiert -

aber vielleicht geht es diese Ehrlichkeit auch mit anderen zu
praktiezieren. - Auch wenn es bedeutet das sich der andere
zunächst einmal zurückgewiesen fühlt - vielleicht kann man
im Anschluß daran erklären wie man es tatsächlich gemeint hat.

Eben nicht als Zurückweisung sondern als authentische Reaktion
in diesem Moment. Die jedoch nichts mit der Grundlegenden Sympathie für denjenigen Menschen zu tun hat.

Es kann eine Chance sein diese andere Art des miteinander
umgehens zu vermitteln - aber ich muß gestehen ausprobiert
habe ich es noch nicht.

Weißt du, manchmal beneide ich Tiere, die nicht denken können.
Sorry, ich möchte mich nicht „versündigen“, aber es ist so.

Ja kann ich verstehen.

Dazu fällt mir eine Textzeile von Wolf Maahn ein

manchmal wünschte ich ich wär ein Tier oder Mitglied in irgendeiner rosigen Sekte dem das Glück nur so aus den Augen stiert…

(muß Lachen über die Formulierung)

Das unglücklich sein ob des Nachdenkens ist wohl der Preis
den man bezahlt. Aber das immerzu nur oberflächliche „in Watte gehüllt sein“ möchte ich trotzdem nicht.

Ja, viele Menschen fühlen sich schnell vor den Kopf gestoßen,
machen es selbst aber dauernd bei anderen. Viel austeilen u.
nichts einstecken. Ich hasse das.

Ist es wirklich so? das die anderen nur austeilen und nicht einstecken können?

Ich persönlich glaube wenn man etwas hasst, dann ist es auch des öfteren etwas das man an sich selbst nicht wahrhaben möchte.

Keine Ahnung ob es in DIESEM Fall bei Dir so ist. Jetzt komme ich
mir altklug ratgeberisch vor - aber ich schreibe es trotzdem

Prüfe mal aus einer Dir selbst neutral und wohlwollenden Haltung heraus ob das zutreffen könnte?

Ja, die Spreu trennt sich vom Weizen, aber da wird so gut wie
nichts überbleiben u. dann fühle ich mich auch wieder mies.

Für mich war es ein großer Fortschritt zu erkennen das ich ein
ganz starkes Bedürfnis danach habe als GANZE Person mit Stärken UND Schächen wahrgenommen zu werden. Ich wollte das mit allen
Menschen so erreichen an der Arbeit ebenso wie mit Bekannten und Freunden.

Irgendwann bin ich zu der Erkenntnis gekommen an der Arbeit gehört das nicht hin - zumindest wollen es die Kollegen nicht. Sie möchten das hätschel-tätschel-Spiel spielen.

Wenn man es an der Arbeit eträglich haben will muß man das Spiel mitspielen. Es wäre mir tausendmal lieber ich müßte nicht mitspielen - aber als Einzelner würde es über meine Kräfte gehen
alle Kollegen ständig mit Authentizität zu konfrontieren.

Wie machst du denn das jetzt? Hast du ne Partnerin, wenn ich
so fragen darf oder eben nur „Bekannte“, die du hin- u. wieder
siehst?

Ich bin verheiratet und kann in dieser Beziehung Lebe ich meine
Vorstellung relativ weitgehend so Leben wie ich das möchte.

Ansonsten bin ich ziemlich genügsam was Freunde und Bekannte angeht. Ich habe aber in einer jetzt ca. 3-4 Monate zurückliegenden Krise gemerkt das es sehr hilfreich ist wenn man Freunde hat mit denen man offen umgehen kann.

Wenn ich daran denke, bei meinen Bekannten anzufangen, wie ich
Kommunikation gut finde u. wie nicht, dann werden mich alle
blöd ansehen u. tuscheln „spinnt sie schon ganz“?

Nun ja traust Du Dich nun „die Spreu vom Weizen“ zu trennen oder nicht ? Vielleicht ist es INSGESAMT gesehen ja doch besser für Dich an dieser Stelle Kompromissen einzugehen.

Außerdem

schwingt bei mir immer eine gewissen Unsicherheit dabei, „kann
ich das was ich verlange selbst auch halten“?

Oh ja das kenne ich - da hat man so Hohe Ideale und kann Sie dann selbst nicht einhalten.

Bei mir ist es so das sich die Hohen Ideale mittlerweile relativiert haben. Ich gestehe anderen Unvollkommenheit in Richtung Ooberflächlichkeit zu - und siehe da - ich selbst muß
auch nicht mehr STÄNDIG so hohen Ansprüchen genügen. Ich strebe danach mich in diese Richtung zu entwickeln aber ich muß es heute noch nicht perfekt können.

So eine Ultra-Kurzangebundenheit ist kein Problem für mich,
wenn ich auch das Recht dazu habe. ZB wenn ich meinen
Schwiegervater anrufe (fürchte ich bin schon wieder zu offen
gg)

Ich sehe das so:

Es ist eine Frage sich in Deinen Schwiegervater hinein zu versetzen und zu sich zu fragen:

finde ICH SELBST es immer noch in Ordnung das öffentlich im wer-weiss-was-Forum zu scheiben wenn ich wüßte mein Schwiegervater wüßte das ?

Das ist jetzt auch so ein Anspruch dem ich selbst nicht immer gerecht werde. Und trotzdem macht er für mich Sinn ihn als Ziel
zu haben.

Gedankenwechsel:
ich habe auch schon überlegt ob wir die weitere Kommunikation
auf die private Basis von emails verlegen sollen. Die anderen würden das wahrscheinlich Schade finden trotzdem wenn ich es für richtig halte zur emails zu wechseln habe ich das recht dazu. Aber ich gehe zunächst mal weiter die Risiken ein die mit dieser Offenheit im Forum verbunden sind.

u. ich möchte mit ihm reden u. er hat keine Zeit, dann ist
das Gespräch gleich aus, auch wenn wir länger reden u. es
freut ihn nicht mehr. Bumm, baba, schön´ Tag noch. TütTüt.
Letztes mal, sprach er mit meinem Mann, dieser sagte ihm, wir
kriegen in wenigen Minuten Besuch. Wie dieser Besuch dann da
war, rief er mich an u. meinte „ob ich eh Zeit hätte“ u. ich
„nein, ich habe Besuch“, er: „aha, gut, dann ein andermal“,
legt auf. Ruft aber dann nach 10 Sek. bei meinem Mann am Handy
an, das „zufällig“ auch in der Küche lag. Und so ähnlich ging
es dann den ganzen Tag, er rief an, ich drückte auf Abweisen
(es war keine Notsituation, da bin ich natürlich schon für ihn
da), er rief wieder an … Was soll ich dazu noch sagen. Dann
hat mein Mann mit ihm 10 Minuten gesprochen u. dann war
halbwegs eine Ruhe. :frowning:

Ja, du hast Recht, daß man sich eigentlich bei einer
Freundschaft nicht jedesmal u. jede Minute aufs neue seine
Sympatie etc. versichern muß. Das stimmt. Nur praktizieren tut
das auch niemand. Jeder hat ne Maske auf. Pfui.

Ich denke diese Abwertung die Du zum Beispiel mit „Pfui“ zum Ausdruck bringst ist ein Teil des Problems

Ich sehe das so:

je mehr die verschiedensten Verhaltensweisen SEIN DÜRFEN auch die des Maske aufsetzen - und diese Verhaltensweisen keine Abwertung der Person bedeuten
desto eher können wir Menschen uns diese „Schattenseiten“ ansehen eben weil unsere Persönlichkeit nicht angegriffen wird.

Je mehr es einem Menschen gelingt beim Ansprechen dieser Schattenseiten GLEICHZEITIG rüber zu bringen Du - mein Gegenüber bist als PERSON vollkommen Ok - ich lasse Dich sein wie Du bist
desto leichter wird es für denjenigen sein sich mit seinen Schattenseiten auseinander zu setzen.

Manchmal fällt mir dazu als Bild ein:

Wenn ich einmal selbst Kinder haben werde - würde ich gerne immer in der Lage sein zu ihnen zu sagen - Du als Person bist Ok

konkretes Beispiel:
gütige Stimme „im Grunde meines Herzens habe ich Dich lieb einfach weil Du ein Mensch bist“

wütende Stimme: „aber im Moment nervt mich Dein … total !!!“
Hör auf damit !!!"

Weil ich heute so verzweifelt war habe ich bei einer
„Kummernummer“ angerufen, die Dame, die selbst sagte sie sei
„jenseits der 40“, vielleicht war sie auch schon 60, meinte,
man müsse eben bei Bekannten sich auf Allgemeinkommunikation
umstellen u. man dürfe sich wirklich nur ausgewählten Leuten
öffnen.

Kein Mensch muß irgendwas müssen
außer vielleicht bereit sein mit den Konsequenzen seines Handelns klar zu kommen was immer diese auch sein mögen.

Naja, da habe ich gar keine Lust mehr Bekannte zu

haben.

Was ist denn das kleinere Übel für Dich
weniger Bekannte oder Maske aufsetzen im Kontakt mit Ihnen?

Sie hat sicher recht u. ich sollte mir ihre Sätze jeden
Tag „einhämmern“, aber nunja leicht ist es nicht.

Glaube ich verstehen zu können weil es mir auch lange viel so ging und heute manchmal immer noch so geht

Denn ich bin
selbst leider ein „Mittelpunktsmensch“ u. brauche schon auch
Leute um mich rum, kann aber wie gesagt trotz „Mittelpktsm.“
zuhören, aber wenn mir dann niemand zuhört zucke ich aus.

Was meinst Du mit „auszucken“ ?
Wirst Du dann wütend oder oder ziehst Dich zurück?

Hier scheint mir ein vielversprechender Ansatz zu sein.
Wie ist das genau -
und Was ist das genau das beim „Mittelpunkt sein“ rüberkommt ?

Je klarer Du Dir darüber bist desto mehr Möglichkeiten kannst Du Dir überlegen wie Du das tieferliegende Bedürfnis auf weiteren ZUSÄTZLICHEN Wegen bekommen kannst

Meta-Ebene, das sagt mir jetzt nicht unbedingt was. Erklärst
du
es mir?

Ja gerne

Ich meine damit darüber sprechen WIE man gerade eben miteinander
gesprochen hat.

Beispiel ohne Bezug zu unseren Postings:

Zwei Menschen unterhalten sich über Thema xy. Man hält Inne
redet zunächst nicht weiter über den Inhalt xy sondern über die ART und WEISE wie man sich unterhalten hat.

Ich habe Deinen Tonfall mit dem Du mir geantwortet hast als aggresiv enpfunden und dann schrecke ich davor zurück Dir weitere Details zu erzählen…

Man schaut sich quasi „von oben“ die nicht-inhaltlichen Aspekte
des Gespräches an.

hm - jetzt weiß ich in meiner Erklärung erst mal nicht weiter

Wenn es noch nicht ganz klar geworden ist frage bitte weiter

Beim Lesen deiner Zeilen ist mir bewußt geworden, wie leicht
wir wirklich glauben, den anderen zu verstehen, aber du hast
ganz recht, es bedarf Nachfragen, um sich wirklich ein
ehrliches Bild machen zu können. … Habe ich hin- u. wieder
rückgefragt? … Ja, doch, denke schon. Ich muß mich selbst
mal beobachten.

Ich sehe schon, ich bin klar, brabble nur eigentlich wieder zu
viel, sorry deswegen.

nö fand ich jetzt nicht - ich fand das jetzt für mich ganz Ok und interessant.

Möglichweise findest Du meine Art zu schreiben jetzt auch irgendwie komisch oder unangemessen. Mein Standpunkt dazu ist
das ist der „Preis“ für spontan sein und authentisch sein.

Noch was, ich für mich denke mir halt nun mal, „ok, weniger
treffen“, einen „gemeinsamen Urlaub“ haben wir abgewendet, wo
Bekannte wieder wie letztes Jahr gemeinsam mit uns wegfahren
wollten, da waren wir „egoistisch“ u. sagten „nein, es geht
nicht“. Puh, zum Glück! Ein bißchen Nachgeschmack ist bei den
Bekannten schon geblieben, aber egal, das müssen sie
aushalten.

Ja genau

Ja, ich frage mich eben, soll ich der Bekannten zB mal sagen.
„Du, es ärgert mich richtig, daß du dich an nix erinnern
kannst, was ich dir erzählt habe, ich interessiere dich
scheinbar nicht die Bohne.“

Die erste Hälfte des Satzes finde ich gut - Er sagt etwas darüber wie Du DICH SELBST fühlst.

Der zweite Teil des Satzes macht eine ziemlich absolute Aussage über den Anderen das kann Dein Gegenüber ziemlich leicht als
Angriff auf seine Person verstehen. Wenn er über sehr viel Selbstbewußtsein verfügt wird es ihm/ihr 20 m am Arsch vorbei gehen. Wenn er/sie weniger selbstbewußtsein hat wird er sich möglichweise getroffen fühlen.

Wenn Du Dein Anliegen konsequent über Ich-Botschaften rüberbringst
ist es für Dein Gegenüber leichter. Es gibt vermutlich aber auch Menschen die sich auch dann noch getroffen fühlen.

Dann müßte eine wohlwollende „ich mag Dich“ Ausstrahlung rüberkommen damit Sie Deine Botschaft wirklich an sich heranlassen.

Und dann wird es sicher auch ab und zu Menschen geben die selbst unter diesen Randbedingungen die eigentliche Botschaft ausblenden oder ähnliches. Dann hat das - meinem Verständnis nach - seine Ursache darin das sie ein so starkes sie sie sich selbst abwertendes Über-Ich haben das es die Positive Grundbotschaft von Dir platt macht.

Keine Ahnung ob das jetzt psychologisch wissentschaftlich haltbar ist. Es ist das wie ich es mir erkläre.

Nur, ob man da nicht auch differenzieren sollte, ob man sich
auf eine derartige Konfrontation einlassen will oder nicht
doch den „diplomatischeren Weg geht“.

Da gibt es doch ganz viele Zwischenstufen
zwischen gandenlos die ungeschminkte Wahrheit um die Ohren ballern und Arschkriechen

Sicher, vermutlich von

Situation zu Situation unterschiedlich handhaben. Kommt mir
aber sehr schwer vor.

Vielen Dank Stefan für deine Offenheit, die hat wirklich irre
gut getan

muß lachen und ich freue mich

u. am liebsten würde ich so manchen Leuten dein mail

weitersenden (zwinkert u. grinst)

Das wird des öfteren nichts bringen.
Es bedeutet ja, das Du die Leute mit einem Defizit von Ihnen selbst konfrontierst.

Und die Menschen die sich selbst abwerten sobald
sie ein Defizit an sich endecken werden das als sehr unangenehm
empfinden und dem ausweichen.

Deshalb bin ich der Meinung, das man gerade bei solchen Menschen
sehr viel wohlwollen aufbringen muß wenn man ihnen ermöglichen
will sich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Ich und Du finden das gut und wichtig sich in DIESE Richtung zu
entwickeln - und - ich bin überzeugt es würde eine Menge Probleme auf dieser Welt lösen wenn die Menschheit DAS wichtig nehmen würde -
aber andererseits gestehe ich allen Menschen einen freien Willen zu - was ist wenn Sie sich nicht in diese Richtung entwickeln wollen? Wo hörs einen Impuls in diese Richtung geben auf und fängt Gängelung oder Zwang an?

Ich habe ziemlich lange gebraucht um das zu begreifen.

Ich und Du nehmen eine solche Mitteilung vermutlich ganz anders wahr. Für mich (Dich?) ist es willkommene Rückmeldung:

„Aha - so kann ich mich weiterentwickeln / verbessern“

Andere Menschen denken möglicherweise so darüber:

„Oh Gott ich kann das nicht - Scheiße mein (blütenweißes) Selbstbild ist in Gefahr schnell weg damit!“

Seufz - Achja das ist schon manchmal anstrengend mit der Verschiedenartigkeit der Menschen.


So jetzt fallen mir die Augen zu und ich gehe ins
Bett

Viele Grüße

Stefan

Michaela

P.S.: oh lala was für ein langes posting
aber ich lasse es jetzt so

2 „Gefällt mir“

Hi Michaela,

bin schon recht schläfrig, daher nur ein paar kurze Worte. Wenn Du das nächste Mal das Gefühl haben solltest, Dein Gegenüber frägt nur „höflicherweise“ nach wie es Dir geht, ohne Interesse daran zu haben, dann frag’ doch einfach direkt nach, ob ihn / sie das nicht interessiert? Was hast Du zu verlieren? Einen Menschen der sich für Dich eh nicht interessiert? Möglicherweise kommt es dann auch zu einer authentischen bzw. authentischeren Begegnung als bis jetzt? Möglicherweise gilt es sich anzuschauen, was Du dazu beiträgst, daß Menschen teils mit scheinbarem Desinteresse reagieren? Damit würdest Du meines Erachtens auch noch das Thema der Oberflächlichkeit angehen. Einer muß ja damit anfangen in die Tiefe zu gehen. Also, sei es selbst. Manchmal sieht ein Gegenüber ebenso wie Du die Oberflächlichkeit, doch wenn niemand den ersten Schritt machtn? Und dann ist die Frage, was ist Oberflächlichkeit bzw. in welchem Bereich ist man oberflächlich? Wir alle haben unsere mehr oder weniger oberflächlichen Bereiche. Und das ist auch okay so. Es gilt halt herauszufinden, ob man hier eine gemeinsame Wellenlänge finden kann oder mehr Tiefe entwickeln kann? Man kann sein Leben nicht verlängern, nur vertiefen.

In diesem Sinne,

Romana

Hallo Stefan!

Ich bin nun aber schon am Überlegen, ob ich nicht mal bei der einen speziellen Bekannten offen sage (so wie Romana es oben vorschlägt) was ich fühle in dem Moment, wo ich ihr Desinteresse spüre, mal selbst damit aufzuhören oberflächlich zu sein. Ich werde es sicherlich erst in der Situation entscheiden, aber warum nicht. Außer das die böse ist, kann nicht passieren u. da unser Kontakt eh nicht so intensiv ist, werde ich das verkraften. Obgleich ich sagen muß, daß mir ein Dauerzwist im Magen läge, aber da wüßte ich schon Wege. Auch einfach die Situation offen ansprechen und eine Entschuldigung/Erklärung kann man immer aussprechen, wenn man merkt, daß etwas falsch ankam.

Mit dem Arbeitsleben kann ich dir nur Recht geben. Ich selbst war mehrmals dem Überdrüssig, daß man nicht man selbst sein darf. Also ich nicht ich selbst. Es geht aber nur so. Leider, aber wahr, man muß damit leben lernen.

Ich habe das so auch noch nicht ausprobiert -

Ich habs eben mit meiner Freundin anders gemacht, wir haben über das Thema Ehrlichkeit/Offenheit gesprochen u. uns gegenseitig „vorgewarnt“, dh. es begann nicht damit, einfach nach „keine Lust“, den Hörer draufzuknallen. Da jeder Bescheid weiß, ist kein Überraschungs-/Beleidigungseffekt mehr da.

Mich wundert, daß du es selbst noch nie ausprobiert hast, authentischer zu sein!
Ich lese gerade ein Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können“. Ich bin erst in der ersten Hälfte dieses Buches und wenn es mir nicht jemand geborgt hätte, gekauft hätte ich es nie, weil mir der Titel nicht gefällt. Der Inhalt ist aber nachvollziehbar u. bis jetzt bin ich fast immer einer Meinung. Es geht zB auch darum, dass Männer nicht annähernd so viel reden (müssen), wie Frauen. Ja, es ist evolutionär bedingt, dass Männer in Summe einfach weniger Reden. Das hat jetzt gar nichts mit einem Vorurteil oder Abwertung oder so zu tun. Vielleicht ist das ein Grund, warum dich dieses Thema zwar beschäftigt, aber du es vielleicht besser wegschieben kannst als eine Frau?!

Naja, ich bin mir nicht sicher, ob mir grundsätzlich nicht lieber wäre, ich wäre oberflächlich, denn meine komplizierte Art geht mir manchmal selbst auf den Keks.

Ist es wirklich so? das die anderen nur austeilen und nicht
einstecken können?

Ich habe nicht wirklich geschrieben, dass es so sei, dass andere grundsätzlich nur austeilen u. nichts einstecken können. Wäre eine total verallgemeinerte falsche Aussage gewesen. Ich meinte, ich kenne Leute, bei denen das so scheint u. das würde sich schon zu 70 % belegen lassen. Bei - manchen (!) - Menschen besteht schon ein starker Hang dazu. Leider! Da kann ich mich noch so bemühen …

Ich kenne diese Theorie „man kritisiert an anderen das, was man selbst eigentlich macht bzw. gerne machen würde“. Ich halte auch einiges davon, aber ich glaube dennoch, dass ich grundsätzlich kein ungerechter Mensch bin.

Meist sind die Freunde in der Not aber dann eh nicht da. Da hast du vielleicht 15 Freunde/Bekannte u. wenn es einem wirklich schlecht geht sind davon gar keine bis ein Minimum da, so ist das.

Aber siehe oben, du „traust dich ja scheinbar auch nicht die Spreu vom Weizen zu trennen“…! ?
Wie gesagt, vor Kompromissen wird man nicht drumherum kommen, jedenfalls denke ich das für mich. Außerdem wie es ja auch stimmt, jeder hat selber das Recht zu sagen, ich will so oberflächlich bleiben/sein und dauernd möchte ich auch keine Konfrontationen das kann ich sicher sagen.

Ja das stimmt, anderen auch Fehler zugestehen, das würde mir selbst auch gut tun, dann wie du sagtest, muß man selbst auch nicht vollkommen sein.

Nunja, mein Schwiegervater würde es nicht verstehen WOLLEN, was ich hier schreibe, aber ich habe kein großes schlechtes Gewissen dabei!

Ich bin jetzt wieder ganz direkt,
ich habe mehrmals über ein Forum Bekanntschaften u. ich dachte auch manchmal Freundschaften geschlossen. Einmal habe ich mehr als ein Jahr mehrmals pro Woche mit einer Frau hin- u. hergemailt. Das hat dann leider „böse“ geendet. Weil e-mailen noch viel mehr ein Medium ist, wo sich irr schnell Mißverständnisse bilden können u. manches falsch verstanden wird, darum wäre es mir lieber wir würden in Zukunft NICHT e-mailen.
Der Austausch mit dir tat sehr gut, sage ich hier nochmal sehr offen u. er regte mich auch sehr zum Nachdenken an u. wird es hoffentlich noch tun, aber ich denke nicht, daß es gut wäre öfter noch zu mailen.

Ja, ich finde diese Masken furchtbar, möglicherweise jetzt auch nicht mehr so, wie du sagst, dahinter ist ein ganz normaler Mensch mit Stärken UND Schwächen! Wie du auch geschrieben hast, du würdest tausendmal in der Arbeit vorziehen, authentisch zu sein, aber ist das alleine anstrengend u. nicht machbar.

Was ist denn das kleinere Übel für Dich
weniger Bekannte oder Maske aufsetzen im Kontakt mit Ihnen?

Ich werde das glaube ich in Zukunft vielschichtig halten. Nicht dauernd ne Maske aber sicher auch nicht ganz ohne u. den Kontakt nicht übertreiben, ja, das klingt gut! :smile:)

Ich meine mit auszucken, daß ich innerlich wütend werde u. mich gleichzeitig am liebsten zurückziehen würde, in Wirklichkeit wird man äußerlich fast so gut wie nichts merken von meiner inneren Verfassung und Meinung.

Danke, ja, ich weiß jetzt, was mit Meta-Ebene gemeint ist.

Stefan, ich danke dir nochmal vielmals für deine Ausführungen! Vielen Dank!
Liebe Grüße von
Michaela

Hallo Romana!

Möglicherweise gilt es sich anzuschauen, was Du dazu

beiträgst, daß Menschen teils mit scheinbarem Desinteresse
reagieren?"

Tja, ich weiß nicht, vielleicht bin ich zu wenig von mir selbst überzeugt u. das ruft beim anderen automatisch Desinteresse hervor, möglich. Ich bin im Umgang mit meinem Ehemann/Verwandten/und eigenartigerweise auch Ärzten total direkt, jedoch bei Bekannten werde ich oft kleinlaut u. denke mir „bist eh nicht so wichtig, interessiert eh keinen vermutlich wieder“, aber vielleicht strahle ich dadurch möglicherweise wirklich was aus, was das hervorruft. Ich weiß nicht … würde ich gerne wissen …!

Ich werde es einfach mal anhand der Praxis erproben.

Und ich werde wirklich mal in Bezug auf weniger Oberflächlichkeit den ersten Schritt machen. Wenn nicht ich, wer dann! Ja, du hast Recht, danke!

Und dann ist die Frage, was ist Oberflächlichkeit bzw. in welchem Bereich ist man oberflächlich?

Ich meinte eben in dem Bereich ist Oberflächlichkeit kränkend, wenn eben ein Bekannter - regelmäßig! - einem vollkübelt mit den selben Themen und 95 % der Zeit spricht u. nicht mal zuhören kann, das ist hier in diesem speziellen Fall Oberflächlichkeit für mich u. sozusagen nur seinen eigenen Themen Priorität u. Wichtigkeit zu geben, das ist doch Einseitig.

Stimmt, ich habe mir vermutlich auch erwartet, zu jedem ein gleiches Beziehungsverhältnis herstellen zu können, aber du hast schon Recht, die Wellenlänge ist nicht unwesentlich u. manchmal stimmt die einfach nicht so, da sollte man sich nichts vormachen u. vermutlich auch nicht daran zweifeln, ob es an einem selbst liegt, denn vermutlich ist es so was von EGAL, ob es jetzt von beiden oder nur von einem ausgeht, es ist einfach so, entweder man „kudert“ (lacht) zusammen u. hat Spaß, oder eben weniger.

Liebe Grüße und danke für dein Posting obgleich deiner fortgeschrittenen Müdigkeit, man merkte aber nix davon … :smile:
Michaela

… nicht das Wichtigste auf der Welt …
Hallo Sylvia,

Wirkliche Freundschaft ist nicht wirklich für mich persönlich das Wichtigste auf der Welt, aber sicherlich schon eher vorne im „Ranking“.

Ich hätte an deiner Stelle auch den Kontakt zu der Freundin, der 25 Jahre andauerte, abgebrochen.
Manchmal muß man das scheinbar wirklich tun. Ich bin für eine Freundin da gewesen vor ca. 1 Jahr, als es ihr wirklich mies ging. Sicher, sie hat ihr Leben neu orientiert, ich bin mir auch nicht sicher, ob das, was ich ihr damals gesagt (geraten) habe, ok war. Die Situation hat sich dann so entwickelt, daß sie mich nur mehr extrem selten kontaktierte oder ich sie u. dann ging eine Lawine los von Erzählungen, als ob sie einen Aufsatz schreiben würde u. dazwischen immer so Sprüche wie „ja, es ist alles ok“, „das passt“ … offenbar ist doch nicht alles so rosig u. es kam nicht mal eine Frage wie es mir ging, bzw. auch nur so lapidar, wie du geschrieben hast. Lange habe ich es verstanden, jetzt reicht es mir u. ich spürte auch, es tut mir gut, keinen Kontakt mehr zu haben. Ich habe so ähnliche Situationen schon 1-2 x gehabt u. hatte dann irgendwann wieder das Bedürfnis „hallo“ zu sagen, ich tat das auch, bei dem einen mal glaube ich hat es sich ausgezahlt u. beim anderen mal (das war sie) eher nicht, aber man spürt es sowieso, wenn es einem selbst dazu drängt diesen jemand zu kontaktieren.

Zurückziehen ist sicher nicht gut, da hast du Recht, danke!

Es tut sehr sehr gut, daß es hier Menschen gibt, die nich nur in einer Scheinwelt leben, sondern ehrlich erzählen, wie es ihnen ergeht/erging u. das tut wahnsinnig gut, danke! Denn mir kommt vor öfter wird heutzutage speziell mit der Anzahl von FREUNDSCHAFTEN auf den Putz gehauen u. ich komme dann immer ins Grübeln.

Liebe Grüße
Michaela :smile:

Hallo Yvi!

Stell Dir vor, Du hättest einige sehr, sehr gute Freunde, mit
denen Du über alles reden kannst. Die immer für Dich da sind.
Und nun müßtest Du auch immer für Deine Freunde da sein.
Hättest Du die Zeit, hättest Du die Lust? Und die Muße?

Zeit: nein
Lust: naja, immer vermutlich auch nicht
Muße: auch nicht immer

Die Betrachtung aus deiner Sichtweise ist auch heilend, danke! Man macht sich schnell mal was vor u. hat immer so tolle Ideale, ich glaube schon, ich bin nicht alleine damit, da haben wirs jetzt war ich auch oberflächlich!!! Tatsächlich! Danke dir für die Erkenntnis! :smile:

Yvi, offenbar liegt mein Problem da - ich philosophiere hier mal so vor mich hin -, dass ich bei den Treffen mit anderen Leuten einfach gleich zu tief gehe in meinen Erzählungen, das ist sicher übertrieben! Ich sollte mich in dieser Hinsicht ein wenig ändern/besinnen!

Liebe Grüße
Michaela

Hallo Kroeti - find ich süß übrigens - kenne ich auch als
Kosenamen gggg!

Ich an deiner Stelle würde meiner Mama schon mal - total nett u. mit Liebe - sagen, was sie dir bedeutet und dass du manchmal gerne ein wenig anders mit ihr kommunizieren würdest. Ich meine, ich kenne deine Mutti nicht, aber einen Versuch ist es wirklich wert, die Liebe einer Mutter verfliegt nicht so schnell! Es kann nur gleichbleiben oder vielleicht sogar besser werden!

Versuche vielleicht doch mal das Thema Spielball durchzudenken und verzeihe den Beteiligten innerlich, wenigstens ein wenig, das wird dich nur selbst erleichtern, ich habe das auch bei einigen Sachen gemacht, ich finde schon, daß das erleichtert.

Ich konnte deinen Text sehr gut lesen, kam mir gar nicht kompliziert vor. Wir Frauen denken einfach nur fast immer mehrgleisig u. wollen dadurch manchmal zwei Dinge gleichzeitig erzählen. Die Männer tun sich damit schwer ggg, aber ich habe alles verstanden, was du mir geschrieben hast, danke, liebe Grüße von
Michaela :smile:

hallo michaela,

Die Betrachtung aus deiner Sichtweise ist auch heilend, danke!
Man macht sich schnell mal was vor u. hat immer so tolle
Ideale, ich glaube schon, ich bin nicht alleine damit, da
haben wirs jetzt war ich auch oberflächlich!!!
Tatsächlich! Danke dir für die Erkenntnis! :smile:

auch bei mir hat es lange gedauert, das zu verstehen und einzusehen. es ist so frustrierend. was ich durch diese erkenntnis darüber hinaus noch gelernt habe, ist: diese themen öfter SO anzugehen.

  1. was erwarte ich von anderen
  2. wie würde ich reagieren, wenn sie dies von mir erwarten würden
    das klingt so simpel, aber wenn man sich diese frage beantwortet, findet man schnell eine lösung.
    und 3) spielt hierbei oft die anzahl der personen eine rolle. bei ein oder zwei menschen macht man gern mal eine ausnahme.

Yvi, offenbar liegt mein Problem da - ich philosophiere hier
mal so vor mich hin -, dass ich bei den Treffen mit anderen
Leuten einfach gleich zu tief gehe in meinen Erzählungen,

auch das kenne ich. ich erzähle auch recht schnell recht viel von mir und erwarte die gleiche offenheit. aber was kann man mit dem wissen über andere personen eigentlich anfangen, wenn man sie nur ca. einmal im monat sieht. meist reißt man mit persönlicheren gesprächen ein thema an, bei dem man sich öffnet, oder der andere öffnet sich. und wenn man dann konsequent handeln würde, müßte man (hätte dieser mensch einem z.b. von einem problem erzählt) nach einer woche wieder anrufen, und mal nachfragen, wie es diesem menschen geht. wer macht das schon? wer ist dir so wichtig? sicher nicht viele menschen. es bliebe ja auch nicht bei einem telefonat. aber hier wiederhole ich mich.

gruß yvi

Hi Michaela,

bin schon wieder müde und ich fahre nun bald mit dem Zug für ein paar Wochen weg, eventuell auch länger. Koffer ist noch nicht gepackt und putzen muß ich auch noch. Immerhin hat die Nachbarin den Schlüssel zum Blumengießen. :smile:

Hallo Romana!

Möglicherweise gilt es sich anzuschauen, was Du dazu

beiträgst, daß Menschen teils mit scheinbarem Desinteresse
reagieren?"

Tja, ich weiß nicht, vielleicht

Wie kannst Du herausfinden, was sicher ist?

bin ich zu wenig von mir

selbst überzeugt u. das ruft beim anderen automatisch
Desinteresse hervor, möglich. Ich bin im Umgang mit meinem
Ehemann/Verwandten/und eigenartigerweise auch Ärzten total
direkt, jedoch bei Bekannten werde ich oft kleinlaut u. denke
mir „bist eh nicht so wichtig, interessiert eh keinen
vermutlich wieder“, aber vielleicht strahle ich dadurch
möglicherweise wirklich was aus, was das hervorruft. Ich weiß
nicht … würde ich gerne wissen …!

Hm… bei den Leuten bei denen Du heute direkt sein kannst, waren diese anfänglich nicht auch mehr „Bekannte“? Falls ja, weshalb konntest Du hier direkt sein? Und warst Du es gegebenenfalls von anfang an oder entwickelte sich das erst im Laufe des Kontakts?

Ich werde es einfach mal anhand der Praxis erproben.

So ist es. Es gib nichts Gutes außer man tut es. Aktive Menschen können zwar öfter eine Zurückweisung erfahren als Menschen die passiv sich mitziehen lassen oder gar betteln lassen. Doch aktiv gestaltende Menschen haben mehr vom Leben, behaupte ich mal, als die die darauf warten, daß von außen was kommt das ihnen Gutes tut oder Gutes anbietet mitzumachen.

Und ich werde wirklich mal in Bezug auf weniger
Oberflächlichkeit den ersten Schritt machen. Wenn nicht ich,
wer dann! Ja, du hast Recht, danke!

Und dann ist die Frage, was ist Oberflächlichkeit bzw. in
welchem Bereich ist man oberflächlich?

Ich meinte eben in dem Bereich ist Oberflächlichkeit kränkend,
wenn eben ein Bekannter - regelmäßig! - einem vollkübelt mit
den selben Themen und 95 % der Zeit spricht u. nicht mal
zuhören kann, das ist hier in diesem speziellen Fall
Oberflächlichkeit für mich u. sozusagen nur seinen eigenen
Themen Priorität u. Wichtigkeit zu geben, das ist doch
Einseitig.

Ich verstehe Dich. Die Frage ist nur, was ist einem wichtig. Einer kann sich stundenlang über seine Amphibiensammlung schwärmerisch auslassen und ein anderer möchte am liebsten stundenlang Rechtsfälle oder soziale Konflikte diskutieren…

Wenn nun jemand nur von sich spricht, so ist das sicherlich eine Unsitte und man könnte „Egoismus“ mutmaßen. Die Frage ist nur, wie ist der Mensch drauf? Ich frage ansich auch nie, weil ich davon ausgehe, ich ziehe eher Geheimniskrämer an. Und frage ich da mal nach, laufen sofort Übertragungen mit der bösen verschlingenden Mutter. Ich hüte mich also nachzufragen und gehe davon aus, der andere wird mir schon sagen wenn er und was er sagen möchte. Ja, daß der Eindruck entstehen kann, man hat kein Interesse, mußte ich sehr schmerzlich bei meiner besten Freundin erfahren, die mir das zum Vorwurf machte. Derweil ich es schade fand, daß sie so wenig redete (im Vergleich zu mir).

Wenn jemand soviel spricht, kann das unterschiedliche Ursachen haben: ja, mag sein, der Mensch mag nur von sich erzählen und will / kann nicht zuhören. Möglicherweise plappert jemand auch nur aus Unsicherheit einfach immer drauf zu und hat Angst vor einem peinlichen Moment des Schweigens. Kennst Du das teils beklemmende Gefühl in Aufzügen nicht, wenn mehrere Leute dicht nebeneinander stehen und sich nicht ansehen, keiner sagt was… Oder auf einem Familientreffen kann teils auch kein Schweigen ertragen werden. Da sagt man dann lieber etwas wie „Die Wände sind heute aber wieder besonders gerade.“ bevor man ein betretenes Schweigen aufkommen läßt und wo man vielleicht mutmaßen könnte, daß man sich vielleicht gar nicht soviel zu sagen hat? Ob dem grundsätzlich so ist oder sein muß, sei dahingestellt. Solche Momente versuchen halt manche Menschen durch einen Wortschwall zu überdecken.

Also, je nachdem wie Du drauf bist: verschaffe Dir mal Gehör, sei es provokant oder pfiffig oder neutral-sachlich… be yourself!

Stimmt, ich habe mir vermutlich auch erwartet, zu jedem ein
gleiches Beziehungsverhältnis herstellen zu können, aber du
hast schon Recht, die Wellenlänge ist nicht unwesentlich u.
manchmal stimmt die einfach nicht so, da sollte man sich
nichts vormachen u. vermutlich auch nicht daran zweifeln, ob
es an einem selbst liegt, denn vermutlich ist es so was von
EGAL, ob es jetzt von beiden oder nur von einem ausgeht, es
ist einfach so, entweder man „kudert“ (lacht) zusammen u. hat
Spaß, oder eben weniger.

Naja, manches kann sich ja auch entwickeln. Und es ist halt nicht immer zum Lachen, das hängt vom Einzelnen ab.

Liebe Grüße und danke für dein Posting obgleich deiner
fortgeschrittenen Müdigkeit, man merkte aber nix davon … :smile:
Michaela

Ich werde mal im Zug pennen. :smile:

Ciao,
Romana

Hi Romana,

Schöne Reise und gute Erholung…

Liebe Grüße
hd