Freundin krank (Psychose?)

Hallo,
der Anlass meiner Frage ist sehr traurig: Meine Freundin hat sich sehr verändert. Das sehe nicht nur ich selber, das sieht jeder, der mit ihr zu tun hat.
2 Tage vor X-mas ging das schlagartig los (nebenbei: sie hatte schon zwei Schlaganfälle), sie meinte, von „etwas“ gebissen worden zu sein. Sie „forschte“ in div. Büchern, sie schrieb an das Koch-Institut, an das Löffler-Instiut, mailte an Ärzte und rief alles an, was sie für relevant hielt (Feuerwehr, Polizei, Taubenzüchter, Ärzte). Ihre Überzeugung inzwischen: sie hat „Amöbenruhr“, die Welt geht daran zu Grunde, sie hat so nebenbei das H5N1 erklärt, sie will nun die Welt retten. Alles an Informationen aus den Medien wird nun zur Stützung ihrer Thesen bemüht, sie denkt an nichts anderes mehr! Sie ist überzeugt, sie wird daran sterben, und sie hat Angst, massive Angst. Im Moment hat sie wohl den „Dunker´schen Muskelegel“ (Alaria Alata). Ich weiß nicht weiter, in der Psychiatrie (wo sie 4 Tage lang war) sprach man von Wahnvorstellungen, dort haute sie ab, weil ihre „Krankheit“ nicht behandelt wurde, die Ärzte forschten nicht richtig etc. DASS sie krank ist, scheint fest zu stehen, nur frage ich mich, was ist zu tun? Einsicht zeigt sie nicht.
Schwierig war sie schon immer etwas, wie sie sich nun gibt, ist im Grunde eine extreme Steigerung vorherigen Verhaltens. Doch: geht das so plötzlich? Kann das vielleicht ein erneuter Schlaganfall sein?
Ich bin froh über jeden Rat!
Danke an alle

Dietrich

Hallo Dietrich,

ohne jetzt deine Freundin und ihre Vergangenheit bzw ihre Krankengeschichte und ohne die familiäre Disposition zu kennen würde ich mal behaupten, dass deine Freundin tatsächlich unter diesen Wahnideen leidet, wie man sie sehr oft bei einer Schizophrenie beobachten kann. Das kann durchaus schubweise auftreten.

Ob dies der Grund dafür ist oder ob durch die Schlaganfälle Hirnorganische Psychosyndrome zum Vorschein getreten sind, kann man jedoch nur feststellen, wenn sie sich gründlich untersuchen lässt. Da sie dies jedoch verweigert, bewegt sie sich nahe an der Eigengefährdung. Du solltest dir Hilfe in Form des Hausarztes oder des SPD (sozialpsychiatrischer Dienst) einholen. Die Nummern dafür findest du in den Gelben Seiten deiner Heimatstadt (in B wird es mit Sicherheit sowas geben).

Ich wünsch dir viel Glück, der Umgang mit den Betroffenen ist nie sehr einfach (spricht aus eigener Erfahrung) und erfordert meistens immer Hilfe von aussen und die sollte man sich auch nehmen…

Gruss levi