Freundin will ETW, gute Entscheidung?

Hallo,
ich bräuchte doch mal eine unabhängige Einschätzung des bei uns gerade anliegenden Themas: Meine Freundin denkt darüber nach eine Eigentumswohnung (Neubau) zu kaufen. Wir sind beide 25 und seit 8 Jahren zusammen, ich bin noch 1,5 – 2 Jahre Student und sie ist Angestellte mit ca. 1300 € Netto. Da die Idee noch ein wenig frisch ist und alles noch ein wenig in der Luft hängt bitte ich um eure Meinung über unsere Situation.
Meine Freundin hat sich eine Wohnung mit 95 m² in einem Haus, welches Herbst diesen Jahres fertig sein soll rausgesucht. Das Haus steht in dem Ort in dem ihre Eltern und Geschwister leben, einer 12.000 Einwohner Gemeinde, 30 km von Karlsruhe. Der Preis liegt bei ca. 150T€. Dazu kommen (von mir als Laien geschätzt) nochmal 10T€ zusätzliche Kosten.

Nun gibt es eigentlich 2 Bereiche in denen wir entscheiden müssen was zu tun ist. Zum einen die finanzielle Seite und zum anderen die privaten Vor- und Nachteile. Ich habe leider kein Eigenkapital. Zirka 50.000,- € hat meine Freundin auf dem Sparkonto, weitere 50.000 könnte sie sich zinsfrei und auf ungewisse Zeit von ihren Eltern leihen, mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommt sie davon einen Großteil erlassen, wenn nicht sogar alles. Für die restlichen 50.000,- € würde sie einen Kredit aufnehmen.

Wir haben einmal ihre finanzielle Belastbarkeit berechnet und dazu eine von mir bezahlten Kaltmiete in Höhe von 250 – 300 € berücksichtigt. Wir glauben alles ein bisschen großzügiger angesetzt zu haben, und kommen auf ca. 650,- die im Monat übrig bleiben würden. Sie würde also zwischen 7 und 8 Jahre abbezahlen. Mit spätestens 30 wollen wir aber eigentlich ein Kind haben was bei der obigen Rechnung nicht berücksichtigt ist. Ich bin mir generell nicht sicher ob sie realisiert wie lange 8 Jahre sein können.

Unser eigentlicher gemeinsamer Traum war es bisher, später mal ein eigenes Haus zu bauen. Denn ist es mit mehreren Parteien in einem Haus zu wohnen soviel toller, nur weil es die eigene Wohnung ist? Sobald ich mit dem Studium fertig bin und mich an solchen Projekten finanziell beteiligen kann, dachte ich, wir sparen noch mindestens 5-7 Jahre. Dann wäre ich beruflich gefestigt, wir haben vielleicht schon unser erstes Kind und könnten alle Kosten besser einschätzen. Zudem könnten wir auch erstmal unser junges Leben genießen und auch mal den Urlaub ohne Ratenzahlung im Nacken planen. Gut sie konnte das nach der Ausbildung bereits. Ich als Student kenne das noch nicht. Sie meint das wäre ja ihre Sache, denn sie kauft die Wohnung ja allein. Ich habe natürlich bei der ganzen Sache kein Risiko aber mir geht es ja auch um sie, ich will ja nicht dass sie aus Ungeduld eine vorschnelle Entscheidung trifft, bei der sie vielleicht nicht mal merkt, dass sie nicht viel davon hat.

Der neue Plan meiner Freundin ist nun, dass sie die Wohnung abbezahlt, und anschließend verkauft. Das Geld könnte man dann als Eigenkapital für ein Haus nehmen. Da sie ja so die Jahre über gezwungen wäre die Raten zu zahlen und sparsamer zu leben als sie es zur Zeit tut, hätte sie nach dem Verkauf wohl mehr Geld zur Verfügung als ohne diese ganze Aktion. Das ist zumindest ihre Meinung. Außerdem zahlt sie natürlich viel lieber Stück für Stück etwas Eigenes ab, als fremden Leuten Miete zu zahlen. Vielleicht findet sie ja aber gar keinen Käufer bzw. die Wohnung fällt im Wert. Solche Eventualitäten blendet sie aber leider ein wenig aus, vor lauter bevorstehendem vermeintlichem Glück. Außerdem ist es mit ihrer Arbeitsstelle auch etwas „unsicher“. Sie ist zwar bei ihren Vorgesetzten als fleißige und wichtige Kraft bekannt, hat auch einen unbefristeten Vertrag, ihre Abteilung besteht wohl allerdings nur bis 2008. Sie rechnet damit, danach einer anderen Abteilung zugeteilt zu werden, ihr Vertrag sei unbefristet und vom Gehalt könne sie nicht runter gestuft werden. Na hoffentlich denk ich mir da nur.

Zurzeit wohnen wir ca. 20 km von besagtem Ort weg, näher an meinem Studienort, weiter weg von ihrer Arbeitsstelle (ihr Arbeitsweg 50 km). Die Miete + Nebenkosten werden allerdings bis auf 50,- komplett von meiner Mutter übernommen. Obwohl ich noch nicht sagen kann, wo im Raum Mannheim bis Karlsruhe ich Arbeit finden werde, bin ich bereit, früher oder später in ihren Heimatort zu ziehen. Meine Familie wohnt ca. 60 km entfernt (leider in die andere Richtung) und dazu würden nach einem Umzug nochmal die 20 km kommen. Aber wenn man ein Kind hat ist es sicher von Vorteil wenigstens die Schwiegereltern bzw. den Schwager im selben Ort zu haben anstatt alleine zwischen beiden Familien zu wohnen.

Nun ja, wie ihr seht, geht es hier nicht nur allein um die finanzielle Sache sondern auch um das was und wann, wir stoßen da mit unseren Argumenten vielleicht etwas aneinander und können manches vielleicht nicht mehr objektiv beurteilen, daher die Bitte um euren Rat.

Hallo

ich würde es lassen und das vorhandene Geld gut anlegen, bisschen in einen Bausparvertrag investieren, das Leben genießen, dann ggf. ein Haus bauen oder kaufen und Familienplanung betreiben.

Eine ETW muss keine gute Geldanlage sein, gerade in einem so kleinen Ort und preiswert ist diese mit 150 T€ nicht gerade. Der Immo-Markt ist im Umbruch und große Wohnungen können sich leicht als Fehlinvestition entwickeln.

Gruß

Was denn nun, gut anlegen oder Bausparvertrag?

Bei der Anlegerei muss man nur beachten, dass sie wahrscheinlich diese 50.000€ nicht bekommt. Also würde sich die Anlagesumme auf 50.000€ beschränken.
Allerdings gebe ich hier völlig Recht, wenn der Immobilienmarkt angesprochen wird. Keiner kann wissen, wie es am Ort in 10 oder 15 Jahren aussieht. Allerdings sind bei der derzeitigen Entwicklung große Wohnungen nicht von Vorteil.

Und wenn man in 8 Jahren schon mit der Finanzierung durch sein kann, spricht eigentlich nicht sooo viel dagegen. Ich würde nur die Tilgung nicht gleich so hoch ansetzen, damit ist noch Puffer für „magere“ Zeiten. Sondertilgungen machen auch Sinn, allerdings sind die meist auf 5% der Restschuld begrenzt, richten da auch nicht so viel aus.

Aber vielleicht kann man ja ein wenig tricksen. Mag sein, dass es nicht funktioniert, aber ein versuch ist es ja wert:
100.000 werden finanziert, 150.000€ + 5% NK = 157.500
KfW-Kredit 47.250€ (30%) bei 5 Jahren fest,
Bankdarlehen: 52,750€ variabler Zins
Das variable Darlehen wird gleich mit den 50.000€ getilgt, von denen die Bank noch nicht so viel weiß, das KfW-Darlehen ist mindestens das erste Jahr tilgungsfrei (warum eigentlich nicht die ganzen 5 Jahre nutzen?). Also wird hier entweder das Variable zu Ende getilgt oder aber gespart.
Macht bei 4,3% Zins 169€ Zinszahlung. Der Rest zu den 650€ wird entweder in das variable Darlehen gesteckt oder gespart. Nach der Zinsbindung von 5 Jahren hat man ein ordentliches Sümmchen angespart, um entweder einen Großteil zu tilgen oder bei niedrigen Zinsen weiter laufen zu lassen.

Oder man macht es nicht so kompliziert und findet einfach ein Darlehen mit 8 Jahren Zinsbindung unter 4,3% und spart hier kräftig ein.

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Was denn nun, gut anlegen oder Bausparvertrag?

Wenn es nicht deutlich war:

vorhandenes Geld anlegen und einen Bausparvertrag abschließen, comprende?

Gruß

Wozu der Bausparer? Es ist doch mit 100.000€ genug Eigenkapital vorhanden.
Die Entscheidung wird gefällt zwischen 50.000 anlegen
oder 100.000 in die Wohnung investieren. Die eingesparte Miete ist mehr als genug Rendite. Da müssten diese 50.000€ ganz schön ordentlich Kinder bekommen, um diese Ersparnis wett zu machen.

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Hallo,

also erst einmal sollte man sich klar machen, dass eine ETW die Nachteile des Eigentums (Zahlen für Instandhaltung) mit den Nachteilen der Miete (man lebt in einer Hausgemeinschaft und kann nicht allein entscheiden) verbindet. Außerdem ist das WEG gerade im Umbruch, viele Entscheidungen können dann mehrheitlich - auch über den Kopf des einzelnen hinweg - getroffen werden. Da müssen also finanzielle Reserven einkalkuliert werden.

Und meine persönliche unmaßgebliche Einschätzung als Jurist: Weil jeder denkt, er sei ja „Eigentümer“, sind die meisten WEG ziemlich problematisch. Und ich glaube auch, dass gerade immer die Leute in einer ETW leben, die auch in Kanada mit ihrem Nachbarn Probleme hätten.

Auf der anderen Seite gibt es derzeit Bausparverträge, die so kleine Zinsen für den Baukredit haben, dass es geradezu doof wäre, hier jetzt nicht das Geld anzulegen und lieber in 7 oder 8 Jahren ein Haus mit Garten zu kaufen. Das kann dann da sein, wo Dein Job ist, man ist räumlich nicht festgelegt, die Kinder haben einen Garten, ihr könnt im Garten grillen, ohne dass gleich eine Eigentümerversammlung einberufen wird.

Grüße
EK

Der Nachteil, dass man sich seine Nachbarn nicht immer aussuchen kann, besteht auch bei Hauseigentümern. Und heutzutage sind üblicherweise die Grundstücke auch nicht sooo groß, dass man ohne Probleme in seinem Garten tun und lassen kann was man will. Hier kommt es immer auch auf den Einzelfall an. Zum Argument mit der prophezeiten Doofheit, kann man nur sagen, dass man eben nicht nur den niedrigen Darlehenszinssatz sehen sollte, sondern auch den niedrigen Guthabenzins. Und wer heute 50.000€ bei 1% „anlegt“, hat zwar eine Geldvermehrung, aber auch eine Kaufkraftminderung.
Alle Ferndiagnosen nützen aber nichts, weil hier kaum jemand den örtlichen Markt kennt und dementsprechend auch nichts über eine mögliche Vermietung bzw. einen Verkauf sagen kann.

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Hallo

EK sind 50T, + Darlehn von Eltern 50 T.

Wenn man in der Zwischenzeit Geld ansparen wird, hat es noch nie geschadet, dies auf einem Bausparvertrag zu tun.

Im Übrigen kann das jeder halten wie er will.

Gruß

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