ich habe eine Freundin, die von einen Job hat, in dem sie netto von 460 Euro im Monat lebt. Sie hat ein WG Zimmer und kommt gerade so irgendwie hin.
Ich sage ihr, sie solle zusätzlich SozHilfe beziehen oder irgend etwas! Sie ist immer so knapp, dass, wenn ich mit ihr ins Kino will, sie nicht mitkommt. Ich lade sie manchmal ein, machmal möchte sie nicht.
So und jetzt: Sie glaubt, dass alls SozHilfeEmpf als Schmarotzer gesehen werden und sie hat furchtbare Angst vor einem Rechtsruck in Deutschland. Sie hat Angst, dass, wenn sie den Staat Geld kostet (Almosen will), dass sie irgendwann dafür „bitter bezahlen muss“ (umgebracht wird), spätestens als „teure Alte“.
Könnt ihr mir was dazu schreiben, was ich ihr unter die Nase halten kann? Ich halte diese Einstellung für echt verrückt, aber ich weiß natürlich nicht, wie es mir an ihrer Stelle gehen würde!
Schwachsinn eingeredet wahrscheinlich " Bild" dir deine Meinung"
es ist ihr gutes Recht und wenn sie es nicht wahrnimmt, dann kann ihr niemand helfen.
Erst mal „Bild“ lesen verbieten
LG
Mikesch
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Schwachsinn eingeredet wahrscheinlich " Bild" dir deine
Meinung"
es ist ihr gutes Recht und wenn sie es nicht wahrnimmt, dann
kann ihr niemand helfen.
Erst mal „Bild“ lesen verbieten
Huhu!
Moment, einfach so Sozialhilfe beziehen, funktioniert natürlich auch nicht!!! Sozialhilfe ist ja im Normfall nur noch für die, die weniger als drei Stunden/Tag zu arbeiten fähig sind. Nun ist die große Frage: warum verdient die Freundin so wenig? Sie kann natürlich ergänzendes Hartz IV beantragen, aber dann muss sie schon beweisen, dass es schwerwiegende Gründe gibt, warum sie keine andere(Vollzeit-)Stelle annehmen kann, um mit ihrer Arbeit und ihrem Verdienst den Lebensunterhalt selbständig zu finanzieren.
Umgebracht wird sie mit Sicherheit weder jetzt, noch später. Höchstens in ein besser bezahltes Arbeitsverhältnis vermittelt.
Das es EU Rente vom neuerdings vom Sozialamt gibt ist ja wohl
mehr als albern:wink: Das gabs noch nie und erst recht nicht
jetzt…
LESEN muss man können.
Wo steht vom SOZIALAMT?
Wer nicht mehr als 3 STD. Arbeiten kann, darauf bezieht sich das,
bekommt doch EU-RENTE und nicht Sozialhilfe.
Gruss
Frank
Sozialhilfe ist ja im Normfall nur
noch für die, die weniger als drei Stunden/Tag zu arbeiten
fähig sind.
Ich dachte dann heisst das RENTE?
Zumindest bei mir heisst das noch EU-Rente.
Es gibt ja noch andere Fälle, z.B. Rentner, deren Rente zu niedrig ist und die ergänzend Sozialhilfe bekommen oder alleinerziehende Mütter ohne Betreuung für ihre Kinder. Und auch bei EU-Rentnern greift oft die Sozialhilfe, weil die EU-Rente meistens so gering ist, dass man alleine davon nicht leben kann.
da du nach einer Meinungsäußerung gefragt hast, gebe ich auch eine.
1.) Der Grund für ihren Verzicht ist Unsinn.
Sollte sich jemals der Volkszorn erheben, dann gegen andere Minderheiten.
2.) Sie sollte sich mit ihrer jetzigen Einkommenslage nicht zufrieden geben. Im Alter, oder wenn sie gesundheitlich den bisherigen Job nicht mehr machen kann, wird sie zum Sozialfall. Vorsorge ist essentiell, bedeutet aber, dass ihr Einkommen größer sein muss, als bisher.
3.) Ja es gibt ein Recht auf staatliche Hilfen. Es wäre auch ihr gutes „Recht“ Verwandte und Bekannte anzupumpen und von diesem „Recht“ machen auch durchaus viele Gebrauch. Vom Gefühl her und der persönlichen Würde macht es natürlich einen gewaltigen Unterschied, ob man gesetzlich zugesichertes Geld von einer Behörde abholt, ob man die Verwandten in Anspruch nimmt oder gar bettelt.
Deswegen sind früher viele bedürftige Rentner nicht zum Sozialamt gegengen, weil sie sie sich nicht wie Bettler fühlen wollten.
Mein Vorschlag; unterstütze sie dabei einen besser bezahlten Job zu finden. Davon hat sie mehr. Sage ihr auch, dass es OK ist, wenn du ihr das eine oder andere Mal was auslegst. Damit gibst sie dir die Möglichkeit was gutes mit deinem Geld zu machen und sie würde im umgekehrten Fall das Gleiche machen.
ich kann deine Freundin ein wenig verstehen. Gut, ihre Begründung ist sehr seltsam. niemand bringt sie um oder wird wegen ihr rechts. Dennoch ist es ein großer Schritt, diese Leistungen zu beantragen, für manche zumindest. Ich war am vergangenen Wochenende zu Hause (Thüringen) und zu Besuch bei meiner Schwiegermutter. Diese wohnt in einem Dorf, das geschätzte 50% Arbeitslosigkeit hat. Sie selbst hangelt sich von einem Job zum nächsten (Baubranche). Im Dezember wird sie arbeitslos und erhält mal wieder ein halbes Jahr ALG, dann müsste sie den Antrag für ALGII ausfüllen. Das wird sie nicht tun, denn sie hat Angst, dass es der letzte Schritt ist. Dieser Antrag ist für manche ein Graben, der überwunden wird, und über den man nicht zurückgehen kann. Die Erfahrung lehrt, dass es in diesem Dorf niemanden gibt, der nach der Beantragung von ALGII jemals wieder einen Job oberhalb des 1-Euro-Niveaus gefunden hat.
Ich weiß nicht, wie alt deine Freundin ist, aber es scheint, dass sie noch recht jung ist. Sie kann selbstverständlich Wohngeld oder Beihilfen beantragen. (Fast) niemand würde sie als Schmarotzer hinstellen. Dennoch sollte sie sich natürlich nach einem Job mit mehr Geld am Ende des Monats umschauen. Denn wie ein Vorposter schon schrieb: Aus 460 € netto kommt ja auch nicht allzu viel Rente bei raus. Und mit privater Vorsorge ist da wohl nichts.
In welcher Branche arbeitet sie denn?
Vielleicht kannst du sie beim Ausfüllen der Anträge unterstützen?
Wohngeld, wie ich sagte, und vielleicht ergänzendes ALG II?! Kann natürlich sein, dass, weil sie mit 460€ über dem Regelbetrag liegt, keines bekommt und dafür eben Wohngeld. Weiß nicht, wie sich das berechnet. 460€ ist aber m.M. nach weniger als jeder ALG II-Empfänger am Ende raushat. Oder!?
Hallo, als es noch kein Hartz4 gab war Sozialhilfe für viele eine Schnade, wenn sie es beantragen mussten. Manch ein altes Omchen, das den 2. WK mitgemacht hat und mur eine mickerrente bekam hat damals lieber so rumgekraucht, als zum Amt zu gehen. (meine Eltern waren beide Sozialarbeiter und mussten so manche Omi dazu überreden)
Den Vergleich mit dem Rechtsruck kann ich also verstehen. Allerdings hab ich noch nie etwas davon gehört, dass sich jemand deshalb fürchtete umgebracht zu werden, es sei denn sie gehört einer entsprechenden Gruppe an (Sinti/Roma, Juden etc.)
Wenn sie wirklich Angst hat, umgebracht zu werden deutet das auf einen Verfolgungswahn hin. wenn es wirklich so schlimm zu sein scheint, könntest du dich beim Sozialpsychiatrischen Dienst deiner Stadt informieren, welche Möglichkeiten es gibt, dass evtl mal jemand (Fallmanager der ARGE, oder evtl. noch Jugendamt oder vom SozpsyD.selbst) bei Ihr vorbeiguckt. Der kann sie dann, sofern er das nötige sozialpädagogische Geschick hat (leider sind das nicht alles Soz.Päds)dazu überreden zumindest irgendwas zu beantragen (Wohngeld ist ein schöner neutraler Anfang, ebenso GEZ- Befreiung). Oder, falls es psychisch doch nicht so schlimm um sie steht, du fragst selbst mal bei der ARGE oder dem Sozialamt, oder falls sie noch unter 21 ist beim jugendamt an, welche Möglichkeiten der „aufsuchenden Sozialarbeit“ es in ihrem Stadtteil gibt.
Damit wird dann immer noch nicht genug Geld für Kino da sein, aber zumindest ist ihr schon mal etwas geholfen.
Schöne Grüße Susanne