Hallo Wolfgang,
Verwundert stelle ich fest, welcher untergeordnete Mist es bis
auf die Titelseiten der Tagespresse schafft und worüber in
diesem Land leidenschaftlich gestritten wird. Ganz unabhängig
davon, was man vom Dosenpfand hält, ist das Thema nun wirklich
keine längere Diskussion wert. Führt es ein oder laßt es
bleiben, aber dieser Eiertanz mit der Beschäftigung auf
höchster politischer Ebene ist unwürdig und wirft ein
Schlaglicht auf die Möglichkeiten und den Willen, in diesem
Land etwas zu bewegen.
Dosenpfand. Es artet zur Nebelkerze aus oder zur Scheindebatte, ablenkend von wichtigeren Problemen.
Ziemlich egal, was man von Herrn Friedmann hält, ist es dessen
Privatsache, ob ihn Kokserei antörnt.
Naja, es ist die Nase von Leuten, die Koks konsumieren. Schon richtig, selbst schuld. Allerdings ist es auch ein Straftatbestand Kokain zu besitzen, zu erwerben und schlimmer noch, es zu verbreiten, ob durch Verkauf oder „Geschenk“. Daher muss der Staat nach Recht und Ordnung ohne Ansehen der Person aktiv werden. Schlimmer ist da schon, wenn Betriebe ohne Meisterbrief schaerfer verfolgt werden und mit enormeren Bussgeldern belegt werden als simple Schwarzarbeit und die Firmen, die Schwarzarbeit betreiben. Zum Beispiel (extrembeispiel bitte) erst recht lange bestehende Betriebe in Bereichen ohne Sicherheitsrelevanz, wo dummerweise der einzige Angesteller mit Meisterbrief irgendwann in Rente ging.
Daran ändert sich auch
nichts, wenn die Sache von durchgeknallten und gelangweilten
Staatsanwälten anders gesehen wird. Ist die Justiz so
unterbeschäftigt und überbesetzt, daß sie Zeit für solchen
Piepfax hat? Wieviele Staatsdiener wurden in dieser Sache
schon mit Haussuchungen, Recherchen und Presseerklärungen
beschäftigt? Wieviel Steuergeld haben sie dafür verbraucht?
Jetzt berichten einige Schreiberlinge, Herr Friedmann hätte
sich Prostituierte bestellt. Das geschieht jeden Tag und
überall millionenfach, ist Privatsache und geht abgesehen von
der Ehefrau keinen etwas an.
Ja. Es ist gang und gebe, so what. Der Haken hierbei besteht daher fuer mich auch nur darin, wenn die Damen am Ende fuer das Gericht eidesstattliche Zeugen sind und wenn es wahr waere, dass auch ihnen Koks angeboten wurde.
Auf mich wirkt Herr Friedmann maskenhaft und etwas arrogant.
Als Journalist brilliant, kein Smalltalk, keine Ausfluechte auf Fragen. Von der Sorte braeuchte man mehr, um Politiker zur Rede zu stellen. Siehe beispielsweise auch HardTalk auf BBC, wo Staatspraesidenten blamiert werden, wenn sie ausweichen.
Als Mensch arrogant.
Aber was gerade
öffentlich abläuft, ist eine lupenreine Rufmordkampagne, deren
Methoden ich widerwärtig finde. So etwas hat niemand verdient.
Das ist das Problem aller oeffentlichen Menschen und imho eine miese Tour, wenn die Berichterstattung allzu unter die Guertellinie geht und weiter …
Freie Berichterstattung ist ein hohes Gut, aber ich sehe hier
Grenzen überschritten, die jeder Journalist und Redakteur
kennen sollte, der nicht zum Schmierfinken werden will. Wie
sehen das andere Forumsteilnehmer?
… leider gibt es einen Markt dafuer, also finden sich unter Journalisten auch Schmierfinken. Zuweilen sogar genau dafuer gekauft mit Auftrag, siehe der ehemalige schweizer Botschafter in Berlin, wo die Dame angestellt war und bewusst Luegen als Mittel benutzt wurden.
Nun finden sich bei Friedmann auch noch allerlei haemische Stimmen der speziellen Art, wegen seiner relig. Zugehoerigkeit und seinen Aemtern. Tja, aber das ist und war und wird wohl immer so sein. Leider, aber ueberbewerten wuerde ich dies auch nicht, bringt keine Punkte, sind eigentlich schon berechenbare Nichtigkeiten, relativ zu anderen Dingen. Shit happens.
Zum Unfalltod auf der Strasse meiner Schwester im Dienst als Tieraerztin schlichen sich am naechsten Tag zwei junge Leute ins Haus meiner Eltern mit Blumenstrauss und gaben sich aus als Repraesentanten der Tieraerztekammer. Am naechsten Tag gab es einen Artikel in der Bildzeitung. Mein Vater erreichte, dass die beiden Herren gefeuert wurden. Sie haben sich sogar ein Foto erschlichen.
viele Gruesse, Peter