Frieren bei Männern und Frauen
Hallo Ulf,
warum Frauen schneller frieren als Männer, beschreibt u.a. der Teledoktor beim SWR:
Frauen frieren nun mal schneller als Männer und das sagen sie nicht nur so, damit man sie in den Arm nimmt, sondern das hat handfeste Ursachen. Die haben mit dem unterschiedlichen Körperbau von Mann und Frau zu tun. Mit anderen Worten: was den Wärmehaushalt angeht, sind Frauen von der Natur etwas benachteiligt. Sie können nichts dafür, wenn sie fünf Grad Celsius früher zu frieren anfangen als Männer. Das hat mit Körpergröße, Haut, Fett und Muskulatur zu tun. Man kann das an Wärmebildern erkennen. Rot bedeutet, hier ist der Körper warm, gelb bedeutet, dass Wärme verloren geht, und die blauen Stellen sind kalt. Beim Mann sehen Sie noch mehr Rot, also mehr Wärme als bei der Frau.
Nun zu den Ursachen. Frauen sind im Allgemeinen etwas kleiner als Männer. Das bedeutet, ihr Stoffwechselumsatz ist geringer, der Körper produziert weniger Wärme. So wie ein kleiner Motor weniger Wärme produziert als ein großer. Außerdem strahlt ein kleiner Körper im Verhältnis etwas mehr Wärme nach außen ab als ein großer.
Hinzu kommt: Körperwärme wird vor allem durch Muskelarbeit erzeugt. Und Männer haben von Natur aus nun mal mehr Muskelmasse. Die Gleichung heißt also: mehr Muskeln, mehr Körperwärme, weniger frieren.
Nun hört man gelegentlich: Frauen haben mehr Fett. Das stimmt. Und Fett isoliert, es hält Wärme zurück. Aber viele, vor allem jüngere Frauen beugen sich dem modernen Schönheitsideal, gehen ins Fitness-Studio und trainieren Fett ab. Dadurch wird die Isolierschicht dünner. Übrigens haben Frauen wahrscheinlich auch eine etwas dünnere Haut als Männer. Auch das gehört womöglich zu den Ursachen für die höhere Kälteempfindlichkeit. Die feinen Blutgefäße in der Haut ziehen sich bei Kälte zusammen, um Wärmeverluste zu vermeiden. In der dünneren Haut von Frauen können die Äderchen stärker reagieren, das heißt, die Hautoberfläche wird kälter als bei Männern. Bis zu 3 Grad Unterschied hat man da schon gemessen.
Nun, was kann Frau dagegen tun? Keep moving, wie die Amerikaner sagen, in Bewegung bleiben. Jede Art von Muskelarbeit erzeugt Wärme, also stehen statt sitzen, Treppen statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, und so weiter. Damit Sie warme Hände bekommen, können Sie mit den Armen Übungen machen wie mit Windmühlenflügeln. Die Fliehkraft befördert Blut und damit Wärme in Arme und Hände. Und halten Sie sich beim Anziehen an das Zwiebelschalen-Prinzip: Schicht über Schicht.
Dass die Natur Männlein und Weiblein mit unterschiedlichem Kälte- und Wärmegefühl ausgestattet hat, das hat auch die Schlafsackindustrie erkannt. Wenn Sie einen Qualitätsschlafsack kaufen, können Sie sich neuerdings nach der so genannten Komfortuntergrenze erkundigen. Zum Beispiel: minus 1 Grad für Männer, und plus 4 Grad für Frauen. Frauen wird es im Schlafsack schon fünf Grad vor den Männern ungemütlich. Es sei denn, sie benützen den Schlafsack zu zweit.
http://www.swr.de/buffet/teledoktor/2005/04/20/
Und zum Thema kalte Hände und Füße: http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/103885.html
Grüße
Christiane