einer Bekannten von mir geht es aus Gründen, die jetzt nicht wirklich was zur Sache tun, finanziell ziemlich schlecht.
Sie ist gelernte Friseurmeisterin, hat aber eigentlich nie in einem Salon gearbeitet, jedoch viele Erfahrungen in diesem Beruf bei Mode-Shootings (für Zeitschriften, Kataloge etc.) gewinnen können. Sie geht jetzt altersmäßig auf die 50 zu und ist deshalb in dieser Branche nun auch nicht mehr sonderlich gefragt.
Aber irgendwo muss ja Geld zum Leben herkommen…
Meine Idee wäre nun, dass sie sich selbständig macht als „Friseurin auf Hausbesuch“, Zielgruppe eventuell berufstätige Männer (hauptsächlich), die es ja oft gar nicht so leicht haben, einen Friseurtermin außerhab ihrer Arbeitszeit zu bekommen (das gilt natürlich auch für berufstätige Frauen…).
Was glaubt ihr: besteht für so eine Tätigkeit generell Bedarf? Würdet ihr so einen Service in Anspruch nehmen? Oder läuft so etwas hauptsächlich „schwarz“, also unversteuert im Bekanntenkreis? Das wäre nämlich keine Alternative, wie ich meine.
dass Bedarf für Hausbesuche eines Frisörs vorhanden ist, davon bin ich überzeugt. Eine Arbeitskollegin von mir kann sich vor Nachfragen kaum retten, die eine abgeschlossene Frisörausbildung hat.
Sie hat mir erzählt, dass zum einen es einige Leute gibt, die ungern in einen Laden gehen und sich mit angeklatschten Haaren von anderen anschauen lassen, andere kommen mit den Öffnungszeiten nicht zurecht, es gibt aber auch einige ältere Leute, die aufgrund einer Behinderung sich diesen Weg zum Frisörsalon sparen, und froh sind, wenn sie wenigstens ihre Lebensmittel nach Hause bekommen.
Ausschlaggebend für Erfolg scheint zu sein, dass die Kunden Vertrauen zu ihrem Hausfrisör haben, der ja erst mal fremd ist, wenn er ins Haus kommt. So ist, nachdem was ich gehört habe, die Mundpropaganda eine der nachhaltigsten Werbemittel.
ich kenne zwei Friseurinnen, die auf diese Art & Weise ihr Brot verdienen, mit zwei Varianten:
1.) Die erste Friseurin ist auch Meisterin, hat zwei Töchter und wollte nach Trennung von ihrem Mann als Alleinerziehende zu Hause bleiben. Sie hatte vorher einen eigenen Salon, den sie auflöste.
Sie hat zuhause im zweiten Stock einen Raum als Salon ausgestattet: Mit zwei Waschbecken etc.
Vorteil bei Ihr: Sie konnte einen Teil ihrer Kundschaft „mitnehmen“.
2.) Die zweite Friseurin ist mobil unterwegs. Den größten Teil ihrer Kundschaft machen ältere Menschen aus bzw. generell Menschen, die ihrerseits nicht mobil sind. Sie hat in einer Tageszeitung inseriert bzw. wurde empfohlen und hat so einen ganz soliden Grundstock an Kunden aufgebaut.
Bedarf scheint also da zu sein.
Stöber mal bei google unter dem Stichwort „Mobiler Friseur“ - da gibt’s einiges an Output.
Viele Grüße und erfolgreiche Existenzgründung
wünscht
Diana
Noch eine Idee, wie deine Bekannte an Kunden kommen könnte: Wenn (wie in den anderen Postings schon geäußert) hauptsächlich ältere Menschen Bedarf für einen Haus-Friseur haben, sollte sie sich an Altenwohn-/Pflegeheime wenden. Vielleicht kann sie dort einen regelmäßigen Besuch anbieten? Genauso könnten Hauspflegedienste, Diakonie bzw. Caritas Ansprechpartner sein.
Hallo, Uschi,
als unster Stammfriseur aus Altersgründen seinen Laden zumachte, haben wir uns seiner Dienste als Hausfriseur versichert und nun kommt er bereits seit Jahren regelmäßig zu uns. Na gut, es sind vier Köpfe (in drei Generationen) zu schneiden, aber das geht dann eben Ruckzuck und kostet einen Bruchteil dessen, den vier Haarschnitte im Salon kosten würden, es findet zu einer uns genehmen Zeit statt und die Terminabsprache ist ganz unkompliziert.
Wichtig ist für Deine Bekannte die Mundpropaganda. Ich denke schon dass es für den Hausfigaro Bedarf gibt.
Grüße
Eckard.
Friseur kommt ins Büro - wie wäre das?
Hallo Uschi,
ich habe von Kollegen gehört, dass der „Friseur fürs Büro“ sehr gefragt sein soll. Also nicht nur Hausbesuche, auch der schnelle Haarschnitt am Arbeitsplatz verkauft sich anscheinend gut. Für Leute, die immer in Eile sind und nicht samstags vormittags noch zum Friseur wollen. Die Workoholics können dann sogar beim Haareschneiden telefonieren oder Unterlagen durchlesen.
Ich danke auch dir für deinen gut gemeinten Rat
Allerdings hatte ich, bevor ich hier angefragt habe, natürlich schon google mit den entsprechenden Stichwörtern bemüht. Recht weiter geholfen hat mir das allerdings nicht, da außer ein paar grottenschlechten Webseiten keinerlei verwertbare Einschätzungen zu finden waren.
ich schließ mich hier allen anderen an: Ja! Zu meinen Eltern kommt auch ne „Hausfriseuse“ und schnippelt dann alle vorhandenen Köpfe und wir sind alle miteinander ordentlich begeistert. Terminabsprache ist kein Problem, ich hab vorher schon die Haare gewaschen und hinter fönen tu ich auch so, wie ich das will *g*
Und sollte mir hier ein „Hausfriseur“ über den Weg laufen würde ich den mit Handkuß empfangen! A propos über den Weg laufen: Wie ja schon erwähnt wurde, läuft das am allerbesten durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Vielleicht kann sie ja auch in ihrer Nachbarschaft Zettel in die Briefkästen verteilen? Oder im Stadtteilblatt ne Anzeige schalten? Oder erstmal ein paar Bekannten kostenlos die Haare schneiden, und damit werben?
Wichtig fände ich halt nur, daß sie zu den „unmöglichen“ Zeiten kommen kann, also abends und am Wochenende, weil es dann ein echtes Argument für Berufstätige ist…
Liebe Grüße
Petzi
PS: Möglicherweise wäre es auch ein Angebot, wenn manche Kunden zu ihr kommen könnten? Falls die entweder niemanden in ihrer Wohnung haben wollen oder hinterher die Haare nicht aufsammeln wollen *g*