Fristlose Kündigung durch Mieter evtl. möglich?

Ich schildere mal kurz meine Situation. Im Mai 2010 bin ich in meine aktuelle Wohnung gezogen, eine 2ZKB-Wohnung in einem Altbau, 1 weiterer Mieter im Haus, der Enkel der Vermieterin, 19 Jahre alt.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte der Enkel noch mit seiner Mutter zusammen dort, ein ruhiger, netter junger Mann zu dieser Zeit. Die Wohnung wies nach und nach mehrere Mängel auf, die - nach teilweise monatelanger Wartezeit - nach und nach gemacht wurden, allerdings zog dann im September ein Alkoholiker in die ursprünglich leeren Geschäftsräume im Erdgeschoss ein. Im November verschwand der Mann plötzlich, und als es sehr kalt wurde bat mich die Vermieterin, mit ihr in die Wohnung zu gehen, damit sie die Heizung einschalten könne und es hinterher nicht heißen könne, sie habe etwas entwendet oder kaputt gemacht. In der Wohnung traf uns dann der Schlag. Die Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld, Berge von Schmutzwäsche, verschimmelte Essenreste, tote und lebende Insekten, unerträglicher Gestank, das Tollste war dass der Mann manegls funktionierender Toilette in Putzeimer gekotet und uriniert hatte, es standen 4 voll gefüllte Eimer im Bad, es war absolut abartig. Ich war entsetzt und habe der Vermieterin gesagt, dass sie einen Anwalt und die Behörden einschalten muss, da von dieser Wohnung eine Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte und das so nicht bleiben könne. Dies lehtne sie ab mit der Begründung, sie schäme sich und es solle keiner sehen wie es hier aussah. Erst als ich mit Kündigung drohte, ging sie zum Anwalt und ich ging davon aus, dass dieser sich um die Sache kümmern wurde. Einige Wochen später ging ich in meinen Keller und stellte entsetzt fest, dass sich im ganzen Keller Ratten breit gemacht hatten, die bereits meine teilweise sehr hochwertige Reitkleidung beschädigt hatten. Ich ging daraufhin zur Vermieterin und erfuhr, dass auch nach über 4 Monaten die Wohnung nicht geräumt worden war und die Ratten vermutlich dort her stammten. Weiterhin hatte ich der Vermieterin bereits kurz nach Einzug gesagt, dass sich ein Marder unter unserem Dach eingenistet hatte, welcher Nachts Lärm machte, tote Tiere unters Dach schleppte und die Dämmung teilweise heraus gerissen hatte. Weder bezüglich der vermüllten Wohnung, noch bezüglich der Ratten oder des Marders wurden bislang durch die Vermieterin irgendwelche Schritte unternommen. Ich hatte daher bereits vor zu kündigen, wollte jedoch damit eigentlich noch etwas warten da ich ohnehin vor hatte, mit meinem Lebensgefährten Ende des Jahres ein Haus zu kaufen. Als wäre das Alles nicht genug, zog dann im Dezember die Mutter des 19jährigen Enkels aus, und aus dem ruhigen netten Jungen wurde ein unerträglicher, man kann es echt nur „Assi“ nennen. Seit nunmehr 3 Monaten parkt er mit seinem Auto den in der Garage befindlichen Zugang zu meinem Keller derart zu, dass ich nichts mehr in meine Kellerräume transportieren kann, da ich über sein Auto steigen muss, und da ich wegen der Ratten feste Schränke installieren müsste ist der Keller für mich nicht mehr nutzbar. Jedes Wochenende und oft auch über die Woche feiert der Kerl Alkoholexzesse mit anderen Jugendlichen, bis in die frühen Morgenstunden (er arbeitet ja nichts…) und mit unerträglichem Lärm, von überlauter Musik bis zum Absingen rechtsradikaler verbotener Lieder. Ruhe ist nie vor 04 oder 05 Uhr, stören kann man nicht da er uns weder am entsprechenden Tag noch sonst irgendwann die Tür öffnet, er entzieht sich jedem Gespräch. Tagsüber schraubt er in der Garage an seinem Auto, auch das bei Musik in voller lautatärke, der gemeinsame Hausflur wird als Raucherraum genutzt, es stinkt bestialisch. der Gestank zieht auch in meine Wohnung, es ist ständig alles verdreckt und es liegen Glassplitter herum, ich bin aber die Einzige die irgendwann mal sauber macht…Auf meinem neuen und nicht gerade billigen Auto habe ich nach der letzten Party dann Glassplitter und Zigarettenkippen gefunden, es sind auch Kratzer im Lacke, ich könnte jedoch nocht stundenlang erzählen es ist jeden Tag ewtas Neues. Die Vermieterin ist die Oma, ist dem jungen Mann aber absolut nicht gewachsen und ich sehe da absolut keine Möglichkeit, die Situation zu lösen, da mein Freund und ich beide stressige Jobs im Wechseldienst haben ist die Situation für uns absolut nicht mehr tragbar da wir weder tagsüber noch nachts Ruhe bekommen…Wir haben leider eine Kündigungsfrist von 3 Monaten und sind uns beide einig dass wir das nicht mehr aushalten, zumal der junge Mann auch polizeilich bestens bekannt ist und sich die Lage inzwischen derart zugespitzt hat, dass wir uns wirklich Sorgen machen und auch Angst haben, dass uns oder unserem Eigentum etwas passiert.

Nun meine Frage, wie seht ihr das, meint ihr hier könnte eine fristlose Kündigung aufgrund erheblicher Störung des Hausfriedens in Frage kommen? Oder müssen wir eifach schnellstens raus, aber die Miete wreiter bezahlen? Würdet ihr euch einen Anwalt nehmen? Was würdet ihr überhaupt machen? Wir wissen im Moment nicht mehr wo uns der Kopf steht weil jeden Tag was Neues ist, ich bin froh über jeden Rat…

Vielen Dank schon im Voraus für eure Antworten!

Hallo aus Bernburg,

ihre sogenannte kurze Schilderung nimmt die Zeit von 3-4 Klienten in Anspruch.
Mieter sind verpflichtet Mängel sofort dem Vermieter mitzuteilen. Tritt keine Besserung ein, haben Mieter die Möglichkeit der Mietminderung.
Seit der mieterfreundlichen Mietrechtsreform gilt nur noch die 3-Monate Kündigungsfrist, während der dem Eigentümer die Miete in voller Höhe zusteht. Sie können davon abgesehen sofort ausziehen!

LG aus Bernburg

Hallo,
das liest sich wie ein Horrorroman. Ich wäre schon lange ausgezogen!!!
Wie kann man das so lange mitmachen? Ihr seit normal bei Ratten etc. dazu verpflichtet von Euch aus das Gesundheitsamt einzuschalten, ob Vermieterin das passt oder nicht! es entwickelt sich zu einer Gefahrensituation, denn die Ratten etc, werden auch irgendwann in die anderen Häuser ziehen!
Diese Gutmütigkeit welche Ihr an den Tag legt, ist hier leider fehl am Platz! Toll, solche Mieter zu haben.

Ich denke schon, dass Ihr direkt ausziehen könnt, leider habt Ihr einen Fall, der nicht wirklich mein Fachgebiet ist, da es mehr das Ordnungsamt betrifft.

Ich gebe Euch den Rat mit der Oma einfach zu reden, dass Ihr unter diesen Umständen sofort ausziehen wollt, es nicht mehr tragbar ist Ihr Euch nur noch Unwohl fühlt und Ihr auch mittlerweile Angst wegen dem Enkel habt, diese allerdings auch alles schriftlich dokumentieren, Fotos machen, für eventuelle Beweislage.
Ich gehe nicht davon aus, dass diese Oma etwas gegen einen sofortigen Auszug etwas unternehmen wird. ´

Und überlegt Euch, bitte das Gesundheitsamt einzuschalten, den Ratten sind Krankheitsträger und auf Dauer in dem Umfeld gefährlich.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und alles Gute, lG

Als Vermieter tröstet es mich fast ein wenig , dass nicht nur ich solche Mieter hatte.Leider ist die Rechtsprechung in unserem Land so ausgestaltet, dass gerade die von Ihnen beschriebenen Mieter in der Regel ja auf Staatskosten leben und von diesem dann auch noch einen Anwalt bezahlt bekommen , wenn man sich erlaubt ihnen zu kündigen.Insofern ist es nicht verwunderlich , dass Ihre Vermieterin „Ihrem“ Alkoholiker nicht gekündigt hat.Dies dauert erheblich länger , als wenn man Ihn „rausekelt“.Außerdem ist die Räumungsklage derart teuer(ca.5000,-€), das man sich
das als Vermieter dreimal überlegt.In der Regel bleibt man dann zusätzlich zu den Kosten der Schäden in der Wohnung auch auf denen der Klage sitzen.

Was Ihren Fall betrifft , stellt sich natürlich die Frage , warum sie nicht schon lange gekündigt haben? Die Zeit hätte sicher auch für einen normale Kündigung ausgereicht.
Da sie offenbar aber mit Ihrer Vermieterin kommunizieren können, würde ich Ihre " Klageschrift" hier nehmen und sie bitten auch mit einer kürzeren Frist einverstanden zu sein.
Nach derart schwerer Faktenlage dürfte sie wohl zustimmen , denke ich .Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichem Gruß aus Dresden

Hallo,

meine Güte - bei Ihnen ist ja richtig was los. Und leider nichts Schönes…
Ich bin zwar keine Fachfrau mit juristischer Ausbildung, versuche aber mal - anhand meiner Erfahrungen und meines angeeigneten Wissens - Ihre Situation zu beurteilen.

Sie haben also eine Wohnung gemietet und durch die Umstände in den Nachbarwohnungen fühlen Sie sich beeinträchtigt. Die Frage ist jetzt: Stellen diese Umstände einen Mangel an Ihrer Mietsache dar? Wird Ihre Wohnung durch das ganze Theater um sie herum (angefangen beim lärmenden Nachbarn über ungebetene vierbeinige Mitbewohner…)bzgl. der Mietqualität minderwertig? Ich meine, ja. Aber: Sie müssen der Vermieterin eine angemessene Frist setzen, diese Mängel zu beseitigen. Und auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie ihr diese Mängel schriftlich aufzeigen. Wenn es nämlich hart auf hart kommt, wird die Mieterin sagen, sie hätte nix gewusst. Und was den lärmenden Mieter-Enkel angeht: Wenn gut zureden und bitten nix nützt, bleibt nur die Polizei. Dann ist nämlich „amtlich“, dass eine Ruhestörung vorliegt und wenn das einige Male der Fall war, haben Sie sogar „behördlicherseits“ Hilfe zu beweisen, dass ein Weiterwohnen unzumutbar ist.

Also kurzum: Alles schriftlich bei der Vermieterin anzeigen, Frist setzen, bei Nichteinhalten der Frist fristlos kündigen. Oder die Miete kürzen, aber das hilft Ihnen ja nachts auch nicht, zur Ruhe zu kommen.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen!

Viel Glück und alles Gute!

Micha

Kündigen unter Beifügung Ihrer Schilderung fristlos, hilfsweise firstgerecht und kündigen Sie aus gleichen Grunde mit dem Verlassen Ihrer Wohnung die Mietkürzung um 100 % an.
Übergeben Sie die Kündigung der Vermietrin im Beisein eines Zeugen und versuchen Sie bei diesem Gespräch eine Unterschrift auf Ihrer Kopie des Kündigunsschreibens zu erhalten, mit dem die Vermieterin der fristlosen Kündigung zustimmt. Als Bonbon stellen Sie Ihr in Aussicht, dass Sie Ihrerseits auf die Einlegeung von Rechtsmitteln wegen der erlittenen Schäden, der Gesundheitsgefährdung und dem Verlust Ihres Wohnwertes auch rückwirkend verzichten. Lehnt die Vermietrin dies wider Erwarten ab, dann nehmen Sie sich einen Anwalt.

Puuh, heftiger Fall! Nimm dir schnellstens einen Anwalt, ich kann mir gut vorstellen, dass in so einem Fall - allein schon wegen der Ratten - eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist. Du solltest alles schriftlich dokumentieren und von Zeugen bestätigen lassen.

Üblicherweise muss man solche Dinge den Vermietern schriftlich vortragen und unter Setzung einer angemessenen Frist die Abstellung der Missstände verlangen. Mit einem Anwalt solltest du klären, inwieweit bereits eine Mietkürzung in Betracht kommt.

Alles Gute!

C.

=====
Aus rechtlichen Gründen ist eine konkrete Rechts- und Steuerberatung bei wer-weiss-was nicht erlaubt. Entsprechende Anfragen werden von unseren Moderatoren gelöscht.

Erlaubt ist die Behandlung abstrakter Fragen.
Bitte stelle deshalb keine Fragen zu persönlichen Fällen (in ich-Form).

Ausführliche Informationen unter http://www.wer-weiss-was.de/app/faqs/classic?entries…

Hallo,

Mängel anmahnen mit Fristsetzung zur Abstellung. Androhung der fristlosen Kündigung bei fruchtlosem Vertstreichen der Frist (ca. 14 Tage).

Sollte nichts passieren, fristlos kündigen und ausziehen.

Gruß
Lendzy

Hallo,

erst mal vielen Dank für die vielen Antworten!
Ich habe gestern die fristlose Kündigung schriftlich der Vermieterin anbgegeben, kurz darauf kam der junge Mann zu mir und bat um ein Gespräch, lange Rede kurzer Sinn die Kündigung wurde von beiden Seiten einvernehmlich unterzeichnet und wir werden noch diese Woche die Wohnung räumen.

Nochmal danke an alle!

Hallo,

erstmals muss ich sagen: Das, was Sie erleben, tut mir unheimlich leid.

Aber leider befürchte ich, dass Sie keine Chance haben mit einer fristlosen kündigung. Warum nicht? Die Zustände sind Ihnen bereits länger bekannt, aber Sie haben sie bisher „erduldet“. Sollten Sie Ihrer Vermieterin schriftlich Fristen gesetzt haben, bis wann sie die „Umstände“ beseitigen muss, könnten SIe noch eine Chance haben, aber anscheinend geschah dies, wenn überhaupt, nur mündlich.

So leid mir die Antwort tut, würde ich Ihnen raten mit Ihrer Vermieterin zu reden (vielleicht lässt sie sich auf eine verkürzte Frist ein) ggf. Polizei und Gesundheitsamt einschalten und wenn sich nichts verändert so schnell wie möglich ausziehen.

Mit lieben Grüßen

mitredenwill

Hallo,
hier kann ich leider nicht weiterhelfen.
Frage bitte einen Anwalt.

Freundliche Grüße
Udo

Ich schildere mal kurz meine Situation. Im Mai 2010 bin ich
in meine aktuelle Wohnung gezogen, eine 2ZKB-Wohnung in einem
Altbau, 1 weiterer Mieter im Haus, der Enkel der Vermieterin,
19 Jahre alt.

Zu diesem Zeitpunkt wohnte der Enkel noch mit seiner Mutter
zusammen dort, ein ruhiger, netter junger Mann zu dieser Zeit.
Die Wohnung wies nach und nach mehrere Mängel auf, die - nach
teilweise monatelanger Wartezeit - nach und nach gemacht
wurden, allerdings zog dann im September ein Alkoholiker in
die ursprünglich leeren Geschäftsräume im Erdgeschoss ein. Im
November verschwand der Mann plötzlich, und als es sehr kalt
wurde bat mich die Vermieterin, mit ihr in die Wohnung zu
gehen, damit sie die Heizung einschalten könne und es
hinterher nicht heißen könne, sie habe etwas entwendet oder
kaputt gemacht. In der Wohnung traf uns dann der Schlag. Die
Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld, Berge von Schmutzwäsche,
verschimmelte Essenreste, tote und lebende Insekten,
unerträglicher Gestank, das Tollste war dass der Mann manegls
funktionierender Toilette in Putzeimer gekotet und uriniert
hatte, es standen 4 voll gefüllte Eimer im Bad, es war absolut
abartig. Ich war entsetzt und habe der Vermieterin gesagt,
dass sie einen Anwalt und die Behörden einschalten muss, da
von dieser Wohnung eine Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte
und das so nicht bleiben könne. Dies lehtne sie ab mit der
Begründung, sie schäme sich und es solle keiner sehen wie es
hier aussah. Erst als ich mit Kündigung drohte, ging sie zum
Anwalt und ich ging davon aus, dass dieser sich um die Sache
kümmern wurde. Einige Wochen später ging ich in meinen Keller
und stellte entsetzt fest, dass sich im ganzen Keller Ratten
breit gemacht hatten, die bereits meine teilweise sehr
hochwertige Reitkleidung beschädigt hatten. Ich ging daraufhin
zur Vermieterin und erfuhr, dass auch nach über 4 Monaten die
Wohnung nicht geräumt worden war und die Ratten vermutlich
dort her stammten. Weiterhin hatte ich der Vermieterin

bereits

kurz nach Einzug gesagt, dass sich ein Marder unter unserem
Dach eingenistet hatte, welcher Nachts Lärm machte, tote Tiere
unters Dach schleppte und die Dämmung teilweise heraus
gerissen hatte. Weder bezüglich der vermüllten Wohnung, noch
bezüglich der Ratten oder des Marders wurden bislang durch die
Vermieterin irgendwelche Schritte unternommen. Ich hatte daher
bereits vor zu kündigen, wollte jedoch damit eigentlich noch
etwas warten da ich ohnehin vor hatte, mit meinem
Lebensgefährten Ende des Jahres ein Haus zu kaufen. Als wäre
das Alles nicht genug, zog dann im Dezember die Mutter des
19jährigen Enkels aus, und aus dem ruhigen netten Jungen wurde
ein unerträglicher, man kann es echt nur „Assi“ nennen. Seit
nunmehr 3 Monaten parkt er mit seinem Auto den in der Garage
befindlichen Zugang zu meinem Keller derart zu, dass ich
nichts mehr in meine Kellerräume transportieren kann, da ich
über sein Auto steigen muss, und da ich wegen der Ratten feste
Schränke installieren müsste ist der Keller für mich nicht
mehr nutzbar. Jedes Wochenende und oft auch über die Woche
feiert der Kerl Alkoholexzesse mit anderen Jugendlichen, bis
in die frühen Morgenstunden (er arbeitet ja nichts…) und
mit unerträglichem Lärm, von überlauter Musik bis zum Absingen
rechtsradikaler verbotener Lieder. Ruhe ist nie vor 04 oder 05
Uhr, stören kann man nicht da er uns weder am entsprechenden
Tag noch sonst irgendwann die Tür öffnet, er entzieht sich
jedem Gespräch. Tagsüber schraubt er in der Garage an seinem
Auto, auch das bei Musik in voller lautatärke, der gemeinsame
Hausflur wird als Raucherraum genutzt, es stinkt bestialisch.
der Gestank zieht auch in meine Wohnung, es ist ständig alles
verdreckt und es liegen Glassplitter herum, ich bin aber die
Einzige die irgendwann mal sauber macht…Auf meinem neuen
und nicht gerade billigen Auto habe ich nach der letzten Party
dann Glassplitter und Zigarettenkippen gefunden, es sind auch
Kratzer im Lacke, ich könnte jedoch nocht stundenlang erzählen
es ist jeden Tag ewtas Neues. Die Vermieterin ist die Oma, ist
dem jungen Mann aber absolut nicht gewachsen und ich sehe da
absolut keine Möglichkeit, die Situation zu lösen, da mein
Freund und ich beide stressige Jobs im Wechseldienst haben ist
die Situation für uns absolut nicht mehr tragbar da wir weder
tagsüber noch nachts Ruhe bekommen…Wir haben leider eine
Kündigungsfrist von 3 Monaten und sind uns beide einig dass
wir das nicht mehr aushalten, zumal der junge Mann auch
polizeilich bestens bekannt ist und sich die Lage inzwischen
derart zugespitzt hat, dass wir uns wirklich Sorgen machen und
auch Angst haben, dass uns oder unserem Eigentum etwas
passiert.

Nun meine Frage, wie seht ihr das, meint ihr hier könnte eine
fristlose Kündigung aufgrund erheblicher Störung des
Hausfriedens in Frage kommen? Oder müssen wir eifach
schnellstens raus, aber die Miete wreiter bezahlen? Würdet ihr
euch einen Anwalt nehmen? Was würdet ihr überhaupt machen? Wir
wissen im Moment nicht mehr wo uns der Kopf steht weil jeden
Tag was Neues ist, ich bin froh über jeden Rat…

Vielen Dank schon im Voraus für eure Antworten!

Hallo AlinaPula
bitte entschuldige, dass ich erst jetzt deine Anfrage beantworte.
Hier mein Rat.
So wie du mir dein Situation geschildert hast solltest du ein Anwalt einschalten, der auch unter anderem entsprechende Schreiben auf setzen wird.
Auch ein Mieterverein, günstiger als ein Anwalt, kann dir weiterhelfen.
Desweiteren solltest du die Behörde bezüglich der desolaten Wohnung und dem daraus resultierenden Ungezieferbefall(stellt eine Gesundheitsgefährdung dar)
informieren.
Auch ein Gespräch bei der Polizei ist durchaus hilfreich (Sachbeschädigung).
Eine fristlose Kündigung ist leider nicht so ohne weiteres möglich, gewisse Regeln müssen auch da eingehalten werden.
Aber in dem Zusammenhang solltest du dich von einem Anwalt beraten lassen.
Ich wünsche euch von Herzen viel Erfolg u. das ihr bald dieses Drama hinter euch lassen könnt.
Liebe Grüße
Heike

Wenn die geschilderte Situation so den Tatsachen entspricht, dann eine Kündigung per sofort, die Gründe dafür, wie geschildert nennen, die Nutzung ihrer Mieträume ist damit unzumutbar. Weisen Sie die Dame in der Kündigung daraufhin, dass Sie, wenn die Kündigung nicht akzeptiert wird, sie sich gezwungen sehen, die Gesunheitsbehörden einschalten, da von dieser Wohnung eine erhebliche Gefährdung ausgeht.

MfG P. Kunze

Hallo Aline,
Jedes Mietverhältnis kann außerordentlich (fristlos) aus wichtigem Grund gekündigt werden.

Der zur Kündigung führende wichtige Grund muss im Kündigungsschreiben angegeben werden. Ohne die Angabe von Gründen ist die Kündigung unwirksam. Sie sollten dann aber sicherstellen können, daß Sie an diesem Tag auf jeden Fall die Wohnung geräumt haben. Bitte lassen Sie sich beraten, ob in Ihrem Fall ein wichtiger Grund im Sinne des Gesetzes vorliegt.

mit bestem Gruß

Die arme Oma.
Ich würde der Vermieterin eine Frist setzen, die Mängel (Ratten und Schädlingsbefall, Ruhestöhrung, Unbenutzbarkeit des Kellers und so weiter) abzustellen und darauf hinweisen das sonst vom Sonderkündigungsrecht gebrauch gemacht wird.

Hier ein kleiner Auszug:

"Zusätzlich zu der für alle Mietverhältnisse geltenden Regelung enthält § 569 BGB folgende, nur auf Wohnraummietverhältnisse anwendbare Vorschriften:

In § 569 Abs. 1 und Abs. 2 BGB werden zwei weitere Sachverhalte genannt, die als wichtige Gründe eine außerordentliche fristlose Kündigung rechtfertigen.

Die Benutzung des gemieteten Wohnraums ist mit einer erheblichen Gesundheitsgefährdung verbunden.
Eine Vertragspartei stört den Hausfrieden so nachhaltig, dass dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere eines Verschuldens der Vertragsparteien, und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Mietverhältnisses bis zur nächstmöglichen Beendigung nicht zugemutet werden kann."

Auserdem rate ich, wegen der erheblichen Mängel, sovort die Miete zu kürtzen.

Und um noch einen drauf zu setzen, würde ich der Vermieterin glaubhaft versichern, das Sie sich, fals die Mängel nicht abgestellt werden, an den Umzugskosten, laut § 241a BGB, beteiligen muss.