Hallo liebe Experten,
mal ein fiktiver Fall.
Angenommen ein AN arbeitet im vertrieblichen Aussendienst, hat in seinem Arbeitsvertrag Vertrauensarbeitszeit eingetragen und bisher jedes Quartal überdurchschnittlich abgeschnitten.
Dem selben AN wird auf dessen Wunsch nach Veränderung in ca. 6 Monaten drei Mal eine andere Position vorgeschlagen (von der GF), die er dann aber doch nicht bekommt. Die Feedbackgespräche sind immer hoch positiv, aber der AN zeigt weiterhin seinen Willen zur internen Weiterentwicklung.
Dann absolviert der AN aufgrund nachgewiesener interner Umstrukturierungen ein nicht ganz so gutes Ergebnis und wird am 24. des vorletzten Monats von seinem direkten Vorgesetzten ohne Nennung von Gründen zu einem persönlichen Gespräch gebeten. Auf dreimalige Nachfrage hin, erfährt der AN, dass dieses Gespräch um seine Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen gehen soll. Das Gespräch soll am folgenden 01. stattfinden.
Am 30. des vorherigen Monats wird der AN abends um 16:30h von der Geschäftsleitung angerufen und zu einem anderen Gespräch am folgenden Tag (also dem 01.) gebeten, die Begründung sei, eine Klärung irgendwelcher Gerüchte.
Am folgenden Tag ist der Betriebsrat bereits informiert, dass es wohl doch um etwas anderes geht und ist bei dem Gespräch des AN mit drei Vertretern der GF anwesend.
In diesem Gespräch wirft man dem AN vor, er wäre am Anfang des vorherigen Monats drei Tage nicht erreichbar gewesen, habe keine Einträge ins System gemacht (üblich in diesem Unternehmen) und habe daher „Lohnbetrug“ begangen.
Desweiteren sei dieser Umstand erst am 30. bekannt geworden. Ausserdem gäbe es Beweise (die auf Nachfrage nicht genannt werden), dass die gewöhnlichen Arbeitszeiten des AN nur 5 Stunden am Tag betragen würden, daher ginge es wieder um Lohnbetrug. Es werden noch weitere Vorwürfe, wie Nichtbefolgen von Anweisungen, usw. genannt, alle ohne stichkräftige Belege.
Der AN sagt in dem Gespräch nur, er wäre immer erreichbar gewesen, habe gearbeitet und äußert sich weiter nicht.
Dem AN soll dann entweder die fristlose Kündigung ausgesprochen werden, oder es soll ein Aufhebungsvertrag mit der normalen Kündigungsfrist alternativ geschlossen werden.
Der AN habe eine Woche Zeit, die Vorwürfe zu entkräften.
Bereits am gleichen Tag werden alle elektronischen Zugänge sowie das Handy des AN gesperrt und er intern wie extern als ehemaliger MA geführt.
Die Kündigung erfolgt fristlos am folgenden 15. des aktuellen Monats.
Was haltet ihr davon?
Wie gesagt, rein fiktiv…