Fristlose Kündigung wegen Lügen?

Hallo Ihr Wisser!

Stellt Euch vor, in einer Firma arbeitet jemand in Vollzeit/Festanstellung (nicht mehr in Probezeit) in einer Tätigkeit, die Beratungstermine vor Ort bei Kunden erfordert (kein Vertrieb). Jetzt bekommt die Führungskraft eine SMS von dem Mitarbeiter mit sowas wie: „Letzter Termin wurde vom Kunden kurzfristig verlegt, aber lohnt sich jetzt nicht mehr in die Firma zu kommen weil schon spät, also fahre ich heim und feiere Überstunden ab“ oder sowas. Eine Situation die in der Form schon mal vorkommt und nichts Ungewöhnliches darstellt. Jetzt ruft der Chef aber diesen Kunden zufällig an um was zu besprechen und rügt dabei die kurzfristige Terminabsage, worauf der Kunde verwundert antwortet mit: „Um die Terminverschiebung hat der Mitarbeiter mich doch selbst gebeten. Und zwar schon vor ner Woche!“

Klarer Fall von „Erwischt!“.

Wie ist in so einer Situation am sinnvollsten zu verfahren? Und wie ist die Bandbreite an möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen? Abmahnung scheint klar möglich und angebracht. Ein „handfestes“ Gespräch mit der Aufforderung um Aufklärung logischerweise auch. Ist in einem solchen Fall sogar ne Kündigung wegen Vertrauensverlust oder sowas drin? Im Extremfall sogar fristlos?

Liebe Grüße und schon mal danke für die Hilfe!

Antal

Hallo Antal,

eine Kündigung (noch dazu fristlos) ist in so einem Fall meines Wissen nicht möglich, dafür ist der Vorfall zu banal.

eine Abmahnung, klar, ein Gespräch wäre auch angebracht, das wars aber auch.

LG

Noch eine Bemerkung zu deiner Anrede: der überwiegende Teil der hier schreibenden ist ein LEIHE, sprich niemand der als Jurist in diesem Bereich tätig ist und sich allumfassend auskennt!
Das muss dir auch bewusst sein, um solche Antworten richtig einschätzen zu können. Wenn du dir 100% sicher sein willst, gehst du zu einem Anwalt mit der spezialisierung aufs Arbetisrecht oder frägst bei der Gewerkschaft deines Vertrauen nach.

Hallo Anshary, und schon mal danke für Deine Antwort.

Ich bin allerdings noch nicht ganz überzeugt. Ein Mitarbeiter der selbständig Termine absagt um frei zu haben, und den Chef darüber anlügt, dass der Kunde den Termin abgesagt hätte. Wie soll denn da die zukünftige Zusammenarbeit aussehen? Soll der Chef nun jeden einzelnen Termin der verlegt wird anrufen, WER diesen verlegt hat?

Dein Hinweis bzgl. Laie ist mir bewusst :wink:

Antal

Ahhh ok, dann hab ich da nen Dreher drin gehabt, aber auch da NEIN. Nicht ehe man dem Mitarbeiter keine Chance gegeben hat diesen Fehler in Zukunft bleiben zu lassen.

Gespräch und Abmahnung ok.

Hätte er Gelder veruntreut oder Kollegen bestohlen, wärs was anderes, da kann man fristlos Kündigen aber das mit der Terminverlegung ist auch dann immernoch kein ausreichender Grund dafür. Es ist nicht „Schlimm genug“. Oder ist der Firma dadürch ein grawierender Schaden entstanden?

Was auch Sinnvoll wäre, ist z.b. den Angestellten nach seinen Bewegründen zu fragen. Ggü hat er einen driftigen Grund für sein Verhalten gehabt?

Kommt alles natürlich auch auf die Firma an und wie Sozial diese ist.

Eine Kündigung schießt imho hier weit über das Ziel hinaus. Kündigen kannst du natürlich trotzdem. Ich würde allerdings tippen, dass im Falle einer Kündigungsschutzklage der Weg zurück in den Arbeitsplatz schon sehr wahrscheinlich ist. Zumal hier eigentlich noch nichts von Vertrauensbruch zu merken ist, der eine künftige Zusammenarbeit unmöglich macht.