Fruchtansatz am Apfelbaum

Hallo
habe an meinen 2 Apfelbäumchen im Garten sehr starken Fruchtansatz
Ist es sinnvoll diese per hand auszudünnen oder reagiert der Baum
von sich aus und wirft ab was er nicht verkraftet-
Vielen Dank für Hilfe

Gruß K.H.

Hallo,

der Baum wirft ab, was der nicht tragen kann. Ich würde nichts machen.

LG Barbara

Hiho,

zwar reguliert der Baum das selber, aber er tut das sukzessiv, d.h. er hat auch schon für die abgeworfenen Äpfel mehr Assimilate verwendet als aus dem Interesse des Anbauers nötig. Außerdem sind „irgendwie reif gewordene“ Äpfel, die der Apfelbaum „von sich aus“ behält, gerne ein wenig hart, wenig aromatisch und wenig süß.

Mehr als drei Äpfel an einem Ansatzort gelassen sind für Tafeläpfel wenig geeignet.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

ich würde es auch dem „Junifruchtfall“ überlassen.
Schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Junifall

LG und eine reiche Ernte!
lilli

Ich würde mal sagen, dass kommt auf die Größe des Baums an, ob man nach dem Frühjahrsschnitt wieder in schwindelerregende Höhen diesmal ins dichte Laub steigt, um die Äpfel auszusortieren.

Servus Lili,

was dagegen spricht, hab ich schon geschrieben. Warum argumentierst Du nicht?

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Servus,

ja, fürwahr. Auch das ist ein Motiv, weshalb man im Tafelobstbau von Hochstämmen abgekommen ist.

Wobei ich (im vergangenen Jahrhundert) durchaus auch schon mechanische Ausdünnung mittels einer Bohnenstange an Hochstämmen gesehen habe - der Vatter Sch. meinte, das täte dem Most und vor allem der Maische für den Obstler schon gut, wenn man weniger Schattenäpfel darin hat. Seinem Junior, der Arbeitswirtschaft auf der Meisterschule gelernt hatte, standen darob natürlich die Haare zu Berge…

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

da muss ich mich mit einer eigenen Frage einklinken:

Mehr als drei Äpfel an einem Ansatzort gelassen sind für
Tafeläpfel wenig geeignet.

Ich habe in meiner Streuobstwiese ca. 10 Apfelbäume, teils sehr alte Hochstämme, die auch sehr leckeres Obst hervorbringen (darunter auch unansehliche Äpfel, die richtig gut schmecken).

Bisher habe ich mich kaum um die Zahl der Früchte an einem Ansatzort gekümmert. Meinst du, dass es was bringt, sie zukünftig ggf. ausdünnen?

Gruss

Iru

Servus,

Meinst du, dass es was bringt, sie zukünftig ggf. ausdünnen?

ja, wenn Du Dir die Zeit nehmen willst, ist das sicherlich nützlich - übrigens auch, was die Lagerfähigkeit betrifft, wegen der dann relativ höheren Zuckerkonzentration.

Zu Zeiten, als auch Tafelobst generell auf Hochstämmen kultiviert wurde (bis ca. 1955 war das die Regel), wurde eine relativ kleinere Anzahl relativ größerer Äpfel besserer Qualität vor allem durch Schnitt auf kurzes Fruchtholz erzielt, aber auch durch Ausdünnen von Hand. Wenn man dann noch eine ausgesprochen lichte Krone erzieht, können solche alten Freunde wie Ontario, Goldparmäne, Kantapfel, Gewürzluike, Brettacher, Berlepsch und sogar der Rheinische Bohnapfel ziemlich delikat werden.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Warum argumentierst Du nicht?

Hallo Blumenpeda,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde, aber ich bin nicht so häufig im Forum und deshalb habe ich deinen Beitrag erst heute gesehen.

Zu deiner Frage, warum ich den Junifruchtfall vorziehe ist:
Ganz einfach, weil ich Sorge habe, dass ich bei einer händischen Ausdünnung der Früchte etwas falsch machen könnte und so überlasse ich das lieber der Natur.

Liebe Grüße!
lilli

Servus Lilli,

im Gegensatz zum mechanischen und chemischen Ausdünnen, das im Erwerbsobstbau üblich ist (übrigens auch im Bio-Anbau), kann man beim manuellen Ausdünnen im Garten nichts falsch machen: Wenn man Anfang bis Mitte Juni den Behang auf drei Äpfel an jedem Ort (mir fällt kein besserer Begriff dafür ein, ich meine die Büschelchen, in denen die Äpfel am Fruchtholz angeordnet sind) reduziert, sieht man schon deutlich, welche Kandidaten ein bissel kleiner sind als die anderen (und wenns lätz geht und bei schlechtem Wetter sowieso später noch abgestoßen werden, aber erst, nachdem der Baum wertvolle Assimilate dafür aufgewendet hat): Und die kommen dann halt weg.

Beim natürlichen Fruchtfall sollen im Interesse der Fortpflanzung möglichst viele Äpfel am Baum bleiben - so viele, wie der Baum grade eben reif kriegen kann. Beim Anbau zum Verzehr ist das Interesse aber anders: Es sollen möglichst wohlschmeckende und ggf. gut lagerfähige und wenig stippige Äpfel am Baum reifen. Und die dafür notwendige Zahl ist eben geringer.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Danke Peda – ich habe mir alles ausgedruckt und werde mal einen Versuch starten!

Liebe Grüße

lilli

Hiho,

so wichtig ist das auch wieder nicht -

Bonus Track zum Junifall (zur allfälligen Löschung freigegeben):

Die Septemberfälle

Es gab im weithin berüchtigten Finanzamt Ludwigshafen/Rh einen jungen Finanzwirt, frisch von der staatlichen Hochschule, interessiert und engagiert. Dieser hatte wie alle Kollegen auch links oben auf seinem Schreibtisch seine drei-vier Deckel liegen mit Fällen, die niemand gerne in die Hand nimmt.

Der ebenfalls junge, aber im Gegensatz zu unserem Fachwirt heftig auf seine eigene Karriere im Landesdienst und auf die Interessen des Fiskus bedachte Sachgebietsleiter machte einmal einen Besuch bei seinen Untergebenen, und als er den Tisch von obgenanntem Fachwirt passierte, tippte er mit gestrengem Zeigefinger auf die Aktendeckel und sprach im Tonfall eines Stabsunteroffiziers:

  • Und dass, was ist dass hier bitte?!

  • Das sind die Septemberfälle

  • Wass soll dass heissen, Septemberfälle??!!

  • Nun, die werden im September bearbeitet.

  • — --- Aber Sie haben doch zu Ende August gekündigt!!!

  • Ja, da haben Sie recht, Herr Sachgebietsleiter.

Seither wissen alle Sachbearbeiter im FA LU, was Septemberfälle sind.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder