Fruchtschütte

Hallo. In einem Artikel stiess ich auf den Begriff ‚Fruchtschütte‘, die im 17. Jhd. in einem Lagerhaus
eingerichtet war. Was soll ich mir da vorstellen? Ein Boden, auf dem Früchte zum Trocknen hingelegt
werden konnten? Ein Vorratsraum für Früchte? Sonstwas? Danke für Hinweise! Frank

Hallo, Frank,

Fruchtschütte ist ein anderes Wort für Kornspeicher; meint
also das ganze Lagerhaus.

Hier zu sehen:
http://www.uni-freiburg.de/de/service/peterhof/index…

Auszug aus dem Text: „Wirtschaftsbauten wie Ställe, Scheune
(„Scheuer“) und Speicher („Fruchtschütte“) schlossen sich an.“

Es gibt in derselben Bedeutung auch noch „Fruchtschranne“, das
ursprünglich nur Getreidemarkt meinte, dann aber auch für das
Gebäude gebraucht wurde, in dem jener stattfand.

Ein schönes Exemplar steht in Tübingen:
http://www.passwort-deutsch.de/lernen/band1/lektion3…

Gruß Fritz

‚Fruchtschütte‘ oder ‚Kornschütte‘ oder ‚Kornhaus‘

Hallo, Frank

Mit ‚Frucht‘ wurde im Mittelalter auch das Getreide bezeichnet. Der Begriff hat sich in
deutschen Dialekten gehalten.

Eine ‚Schütte‘ war ursprünglich eine spezielle Waagschale: ein Becken mit Ausguss.

Als ‚Fruchtschütte‘ oder ‚Kornschütte‘ oder ‚Kornhaus‘ wurden Getreidespeicher
bezeichnet. Diese Begriffe kommen noch in Namen von mittelalterlichen Gebäuden vor.

Gruss
Adam

Danke! (owt)
.

Hallo !

Eine Schütte ist ein Rohr (rund oder eckig) von einem Speicher - Obergeschoß nach unten.
Die Schütte ist oben bündig mit dem Fußboden und offen Dort gelagerte Frucht wird in dieses Loch gefegt und unten entweder durch eine Karre oder Sack oder andere Behältnisse aufgefangen.

Die Schütten gab es noch bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts in vielen älteren Wohnhäusern in Norddeutschland.
Aber nicht für Getreide, sondern für Torf und Brennholz.
Auf dem Hausboden wurde der Torf gelagert und bei Gebrauch warf man den Torf in das Schüttloch. Unten fiel es dann in einen Kasten.

Getreideschütten gibt es heute noch in jeder Mühle.

mfgConrad