Fruchtwasseruntersuchung

Hallo zusammen,

kann mir jemand Erfahrungen einer Fruchtwasseruntersuchung schildern ?
Lebensgefährtin muss diese Woche dort hin, wegen Verdacht auf Down-Syndrom. Nackenfalte 2,4mm.

Hoffe mir kann einer helfen.

MFG Jörg

Hallo Jörg,

Also ich habe damals eine solche Untersuchung durchgemacht. Wenn du genauer fragst was Du wissen möchtest, gebe ich Dir, so gut ich kann, gerne eine Antwort!

Auf den anderen Seite eine Anmerkung:

Bei dieser Untersuchung wird nicht nur festgestellt, ob eine sog. Trisomie 21 vorliegt, sondern auch andere chromosomischen Mißbildungen (z.B. Spina Bifida). ABER -und daraus wollte ich hinaus- angenommen ist der Befund positiv bei Trisomie 21 (können auch andere Chromosomenfehler sein) kein Mensch kann Euch heutzutage sagen, in wie fern diese Mißbildung sich auf das Leben des Menschen auswirkt!! D.h. Bei positiven Bescheid kann den „Ausmaß“ von „nicht-in-der-Lage-sein-sich-anzuziehen-oder-selbst-zu-essen“ bis hin zu sog. „tiefsitzenden Ohren“.

Ein Beispiel? Eine sehr gute Freundin von mir bekam einen positiven Bescheid. Als erstes war es sehr viel Aufregung und Sorge. Bei der Geburt stellten die Ärzte fest, daß das Kind in jeder Hand einen -sage ich mal so- einen „sechsten Finger“ hatte, aus Fettgewebe. Diese würde dem Kind noch im Krankenhaus entfernt, im Lokalanästesie.
Das kind ist jetzt in die Pubertät, sehr gut in der Schule, geht ins Gymnasium und überlegt gerade evtl. Medizin zu studieren.

Liebe Grüße und alles Gute,
Helena

Mahlzeit,

Das kind ist jetzt in die Pubertät, sehr gut in der Schule,
geht ins Gymnasium und überlegt gerade evtl. Medizin zu
studieren.

Und spielt wunderbar Klavier!

SCNR

Sancho

Mahlzeit,
Hat es geschmeckt??

Und spielt wunderbar Klavier!

Soviel ich weiß, malt es gerne, aber von Klavier oder andere Musikinstrumente wüßte ich jetzt nichts.

SCNR

SCNR - Ian (Ich auch nicht)
Gruß
Helena

Spina bifida ist nicht chromosomal bedingt

Hi Werner,

Spina bifida ist nicht chromosomal bedingt

Ja, das weiß ich.
Aber man kann das vorhanden bzw. nicht-vorhanden sein durch die Fruchtwasseruntersuchung.
Gruß
Helena

HalloJörg,

kann mir jemand Erfahrungen einer Fruchtwasseruntersuchung
schildern ?

Ich habe nicht direkt Erfahrung mit dieser Untersuchung, aber ich bin in der 40.Woche schwanger, und unser Kind kann jeden Moment zur Welt kommen.

Lebensgefährtin muss diese Woche dort hin, wegen Verdacht auf
Down-Syndrom. Nackenfalte 2,4mm.

Ich behaupte jetzt ganz frech und mutig, das man da durchaus auch beim Ultraschall leichte Vermessungsfehler machen kann, was mir sogar ein Gynäkologe schon gestand.

Was ich über diese pränatale Diagnostik weiss, ist, das einem eine Wahrscheinlichkeit in Prozent angegeben wird. Aber es wird sich dabei nie um eine bspw. 99,99 % Angabe handeln können. Denn die Fruchtwasseruntersuchung ist nur einer von mehreren eingerechneten Faktoren. Desweiteren wird das Alter der Frau, familiäre Vorbelastungen, eben diese Nackenfalte usw. einberechnet.

Alles in allem kann man sagen, das es oft Irrtümer gibt. Wie viele haben schon mit dem schlimmsten gerechnet und dann war das Kind gesund, sowie umgekehrt.

Aber eines ist sicher: Bekommt eine Frau den Bescheid, das die Wahrscheinlichkeit bei bspw. 70% liegt, dass das Kind eine Trisomie hat, kann sie scherlich ihre Schwangerschaft nicht mehr so unbeschwert geniessen, wie eine Frau, die es nicht wissen will.

Deshalb habe ich mich ausdrücklich dagegen entschieden, da eine Abtreibung für mich nicht in Frage gekommen wäre.

Das ist eben eine sehr persönliche Ermessensfrage. Möchte man das Kind so nehmen wie es ist, oder kommt ein Kind mit Behinderung nicht in Frage. Wobei dazu noch zu sagen ist, das noch längst nicht alles bei der pränatalen Diagnostik festgestellt werden kann. Selbst wenn das Risiko einer Trisomie annähernd ausgeschlossen wird, kann es sein, das es bspw. blind auf die Welt kommt.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Jede Frau kann solch eine Untersuchung machen lassen, aber auch ablehnen. Die Frage lautet doch vielmehr, was passiert bei einem „schlechten“ Befund? Möchte man dann das Kind lieber nicht bekommen, oder weiss man das eine Abtreibung nicht in Frage kommt(?)

Denn wenn man das Kind sowieso so annehmen will wie es ist, auch mit einer Behinderung, dann kann man sich die Untersuchung mit all ihren Risiken (es besteht immerhin das erhöhte Risiko einer Fehlgeburt) sparen. Auch wenn der Arzt sie gerne machen würde.

Nicht alle neuen Erkenntnisse der Wissenschaft, wie die Pränatale Diagnostik, ist im Bezug auf Menschen und ihre Emotionen sowie ihre sozialen Verhältnisse immer sinnvoll oder angebracht. Und wir sind zum Glück noch so frei, darüber entscheiden zu können, und uns unsere eigene Meinung zu bilden.

Hoffe mir kann einer helfen.

Ich hoffe ich konnte Dir helfen.

Mfg Isabelle

Die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) sollte nur nach sorgfältiger Abwägung mit der Patientin durchgeführt werden. Die Nackenfalte von 2,4 mm allein ist noch kein Grund, es spielen andere Faktoren mit, die das Risiko auf Trisomie 21, 13, 18 bestimmen.

Beispiel : Kommt man unter Einbeziehung aller Faktoren auf ein Risiko von 1:50, dann wird der Arzt mit der Schwangeren ein Gespräch suchen. Will Sie dieses Risiko eingehen, das bedeuten würde, das Risiko liegt bei 2%

Denn die Fruchtwasseruntersuchung birgt ebenfalls ein hohes Risiko in sich.

In der Regel sollte der Arzt das aber alles berücksichtigen.

Ablauf : Unter Ultraschallkontrolle wird eine lange Nadel durch den Bauch bis in die Fruchtblase zur Fruchtwasserentnahme eingeführt.

Gruß Markus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]