Früchtebrot

Wir waren letztes Jahr in einem Hotel und da gab es morgens beim Buffet „Früchtebrot“. Kerle, war das lecker.
Jetzt war ich gestern in einem Zentrum, wo ein Bäcker einen Verkaufsstand (Werbung) hatte. Dort gab es auch Früchtebrot.
Allerdings 3 Stück (kleine Brote) für 21 Euro!!! *Augenroll*

Nun zu meinen Fragen:
Hat jemand von Euch schon mal Früchtebrot selbst gebacken?
Wenn ja, ist es schwer?
Könnte ich ein Rezept haben, was schon mal selbst probiert wurde?

Ich wäre Euch zu Dank verpflichtet :wink:

Lieben Gruß Tina

Hallo Tina,

das mit dem Preis für Früchtebrot ist so eine Sache: Billig kann mans selber auch nicht gut machen wegen der Zutaten. Ich nehme an, daß ein Teil des hohen Preises im Laden auch daher kommt, daß die pappige Angelegenheit nicht gut mechanisierbar ist.

Das üblicherweise angebotene Früchtebrot ist bisschen sensibel. Ich geb Dir hier mal ein Rezept aus meinem Eck Allgäu/Bodensee, nach dem ich arbeite, weil ich mit der „Bäckervariante“ nie gut zurechtgekommen bin. Es wird mit zwei Teigen gearbeitet, der Früchteteig in einen normalen Hefeteigmantel eingepackt, ist dann viel leichter zu handhaben und auch zu backen.

Der innere Früchteteig funktioniert so:

Hefeteig aus 320g Mehl, 50g Zucker, 150g geriebenen Äpfeln, 30g Butter, 5g Salz, 20g frischer Hefe zubereiten und gut gehen lassen.

350g Dörrbirnen (in Wasser gekocht), 125g Trockenäpfel, 150g Dörrzwetschen, 100g Rosinen, 120g Feigen, 150g gehackte Walnüsse, 200g Honig, 150g vom Kochwasser der Birnen, Zimt, Anis, Kardamom, gemahlene Nelken. Besonders bei den Walnüssen und bei den Feigen auf gute Qualität achten. Genannte Zutaten außer Honig, Wasser, Gewürze fein „ineinander“ schneiden (mit Geduld, das pappt!), mit den anderen Dingen gut mischen.

Dann den Hefeteig mit dem Früchtepapp mischen (z.B. Alu-Pfannenheber; Holz klebt ziemlich), in sechs gleich große Stücke teilen. Mit bemehlten Händen auf bemehltem Brett Rollen formen.

Wegen der vielen Zutaten braucht das jetzt etwa drei Stunden zum gehen.

In der Zeit macht man den zweiten Hefeteig zum Umhüllen:

600g Mehl, 30g Butter, 20g Hefe, 20g Zucker, 5g Salz, etwa 1/8 Liter Wasser verkneten, gleich in 6 Stücke teilen und gehen lassen (braucht ungefähr eine Stunde).

Wenn die Rollen aus dem Früchtepapp gegangen sind, den Teig zum Umhüllen auswellen und die Rollen darin einpacken. Oberfläche mehrfach einstechen und mit Milch anpinseln. Jetzt noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen.

Solang den Ofen auf 170 Grad vorheizen. Die Birnenbrote auf ein bemehltes Blech, untere Schiene. Braucht etwa eine dreiviertel Stunde.

Die Gramm-angaben zum Salz sind geschätzt: Ein Esslöffel sind je nach Größe 10-15 Gramm.

Für den Mehlanteil kann 405er Weizenmehl mit Roggen- oder Dinkelmehl gemischt werden.

Die Hauptsache ist, daß man immer einen Teller mit Mehl für die Hände, Backblech etc. bei der Hand hat und für alle Werkzeuge, die man zum Mischen, Teilen etc. benutzt, eine Schüssel mit warmem Wasser. Die Chose ist nämlich ziemlich klebrig.

Schöne Grüße

MM

Hi Tina,

das backe ich jedes Jahr im November mehrfach zum Selberessen und Verschenken. Bei mir ist es allerdings kein Hefeteig, sondern eine Art Rührteig, dessen Hauptbestandteile die Früchte sind. Ich bin jetzt gerade nicht zuhause und hab das Rezept natürlich nicht im Kopf, aber wenn Du interessiert bist, schreibe ich es gerne morgen auf. Die einzige Arbeit besteht übrigens im Zerkleinern der Nüsse und Trockenfrüchte. Lohnt sich aber…

Gruß, Aia