Frührente / Erwerbsunfähigkeitsrente mit 57?

Hallo Uwe,

ich werde in 3 Monaten 57, erhielt diese Woche von der BA eine offizielle Einladung „ich möchte gerne mit Ihnen über Ihre Selbstständigkeit sprechen“. Gestern führte ich dazu ein längeres Gespräch mit meinem Hausarzt, er meinte, Frührente sei für mich die sinnvollste Lösung. Wie das die BFA / BA sieht, entzieht sich völlig meiner Kenntnis. Nach einigen erfolglosen Std. bei Google zu diesem Thema bitte ich Dich um Deine Meinung. – Im Telegrammstil:

Bis 1989 war ich 13 Jahre im Exportbusiness in sozialversicherungspflichtigem Job und
verdiente nicht schlecht.
2.
Von 1989 – 2004 selbstständig (Entwicklung & Vertrieb einer EDV – Branchenlösung).
Während der ersten Jahre zahlte ich den „freiwilligen“ Beitrag zur SV ein, dann nicht mehr.
3.
1999 Scheidung von meiner 1. Frau. Nach der Aufrechnung betrug mein Rentenanspruch
lt. BFA damals 864 DM.
4.
1999 lernte ich meine jetzige Frau kennen, wir heirateten 2001. Sie ist seit 19 Jahren in
der Seniorenpflege tätig, seit 2004 in der Einzelbetreuung, allerdings nur zu 75%.
5.
2004 also arbeitslos (keine Ansprüche / Leistung ggb. bzw. von Arbeitsamt)
6.
2005 – Mai 2006: Bedarfsgemeinschaft mit meiner Frau, Bewerbungen schreiben etc., das
ging mir dermaßen auf den Nerv, dass meine Frau eine bislang nicht vorhandene Geschäftsidee hatte: jeweils 1 x pro Woche in einem Seniorenheim einen Stand aufbauen und
für 2 Std. den Bewohnern, die das Heim(gelände) nicht mehr verlassen können / möchten,
die Waren des täglichen Bedarfs anbieten.
7.
Dieses Konzept präsentierte ich der BA, und neben der Fortzahlung von ALG II erhielt
ich noch für 1 ½ Jahre Einstiegsgeld.
8.
Nach etwas über 3 Jahren, 10/2006 – 10/2009, primär nachdem ich auch nach 3 Jahren
der ARGE mit monatlich € 81,00 auf der Tasche liege und mich nicht aus der
Selbstständigkeit selbst ernähren kann (familienversichert über meine Frau), eben dieser
für kommende Woche festgesetzter Besprechungstermin „zu Ihrer Selbstständigkeit“
9.
Die letzte halbjährliche Auswertung seitens der ARGE ergab einen monatlichen
Rohgewinn von € 544,52, davon abzuziehen einen Freibetrag, somit zu berücksichtigen
monatlich € 355,62 auf das ALG II.
10.
Ich betreue die Bewohner von 6 Seniorenheimen, und, warum sollte ich lügen, habe eine
ca. 43 – Std. – Woche, und dabei betrifft nicht wenig den Bereich Einkauf, da ich in
den Heimen in etwa zu EDEKA – Preisen verkaufe, nicht zu denen von Tankstellen oder
Kiosk.
11.
Seit gut 2 Jahren bin ich im OPCD – Modell meiner Krankenkasse integriert, das
betrifft eine Atemswegserkrankung, die sich natürlich primär bei starker körperlicher
Belastung auswirkt. – Ohne nun auf weitere gesundheitliche Probleme einzugehen:
ich muss pro Seniorenheim ca. 145 kg aus dem Kombi auf einen kleinen Ladewagen
heben, das Ganze in mehreren Etappen ins Foyer des Heims transportieren, dieses
Gewicht auf 3 Tische hieven, nach dem Verkauf das Ganze minus des Gewichts der
verkauften Waren zurück ins Auto transportieren.

Kurz und knapp: hier liegen Röntgenaufnahmen, eine Beurteilung eines Orthopäden
und eine CT vor. Diese besagen, dass ich diese Arbeit in dieser Form nicht über
einen größeren Zeitraum durchführen werden kann.
12.
Neben den „DM 864“ nach der Scheidung, den zumindest über Jahre geleisteten
freiwilligen Beiträge an die BFA und letztlich den Minimalbeträgen, die die ARGE
von 2005 – 2009 an die BFA überwies bzw. noch überweist sind die „15 Jahre“
zwar erfüllt, doch bereits mein Rentenanspruch auf der Basis von derzeit 67 Jahren
wäre zum Sterben zu viel ….
Mein Arzt sagte, jeder „Rentner“ könne einen gewissen Betrag hinzuverdienen …
13.
DENNOCH:
Mein Hausarzt empfahl mir dringend, mich TOTAL von der BA abzukoppeln, die BFA zu
kontaktieren, wie hoch mein Rentenanspruch z.B. in 2010 wäre, was ich dazu ver-
dienen darf, dann eben mit 5 statt 10 Heimen und nach einer anderen Strategie. Oder
ich erteile Fremdsprachenunterricht oder was auch immer. Hauptsache: keine
Schmerzmittel mehr in Sachen Rücken / Wirbeln etc. schlucken zu müssen und
eben generell während der Arbeit keine Schmerzen mehr zu haben.
14.
Wie eingangs erwähnt, googelte ich heute lange. Und hier fand ich auch Hinweise
darauf, dass ich bis zum Rentenalter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müsse.
Meine Fremdsprachen – aber speziell Außenhandelskenntnisse datieren aus 1989.
Und meine Sotfwareentwicklungskenntnisse laufen unter VISTA und wohl WIN 7
nicht mehr.
Ich muss wohl das Gespräch kommender Woche bei der BA abwarten, was die
mit mir vorhaben. – Ich hoffe doch nicht, eine Umschulung als Gabelstapler oder
so, und dann hab ich ohnehin keine Chance mehr, mit 57 eingestellt zu werden.

So Du mir antworten möchtest, bitte einen kurzen Hinweis, im umgekehrten Fall
bitte auch, damit ich einen anderen Experten befragen kann. – Danke!

Diese Einladung seitens der BA und konträr dazu das Gespräch mit meinem
Hausarzt lässt mir keine Ruhe mehr!

Danke für Feedback, so oder so!

Schönen Gruß von

Josef

Sehr geehrter Herr,

ich würde Ihre komplexe Anfrage gern beantworten, leider bin ich privat und beruflich stark eingebunden und kann solch komplexe Anfragen aus Zeitgründen momentan nicht beantworten.

Bitte befragen Sie einen anderen Experten.

Ein kurzes Statement möchte ich dennoch abgeben. - Ich würde solang als mögl., ggf. bis 67, beim Arbeitsamt oder der ARGE gemeldet bleiben. Die Ämter zahlen zumindest einen kleinen Rentenanteil weiter, als Frührentner bekommt man die Differenzjahre zum eigentlichen Rentenalter abgezogen. – Ist sicher nicht die eleganteste Lösung, aber die für sie lukrativste :wink:

Für weitere Fragen stehe Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Uwe-Karsten Schröder
Geschäftsführer @ www.Internetagentur-Schroeder.de