Frust im Psychostudium

Hallo, ich studiere im 1Sem Psychologie und hatte eigentlich gedacht ich hätte es mir reiflich überlegt…aber war wohl nicht so.
Was mir besonders „Schwierigkeiten“ bereitet, sind die wissenschaftlichen Texte, deren Kompliziertheit mir bloss daraus zu resultieren scheint,dass man hier -eigentlich ganz eingängige, simple-Wissensinhalte mit Hilfe von Fachchinesisch „dem Pöbel“ verschlossen halten möchte.So.Und man merkt schon „es“ ist ansteckend-jetzt hau ich hier selbst schon solche Sätze hin:frowning:
Mir kommt es jedenfalls im Moment so vor, als ob wissenschaftliche Texte -oftmals- nur so kompliziert verfasst werden, um sie nicht „Jedem“, und BLOß NICHT ZU EINFACH zugänglich zu machen.
Das nervt mich und ich wollte erstens mal so rumfragen wie das Anderen (Studenten…etc…)mit sowas geht, und dann ob sich jemand mit den Inhalten im Sozpädstudium auskennt und mir sagen kann ob man in diesem Studiengang auch (dauernd)mit „sowas“ konfrontiert wird.
Icvh möchte schon mal einen sozialen Beruf ausüben und „helfen“ und mich engagieren, will aber nicht zuvor an der Uni vertrocknen…
kann Jemand Tips geben?
Vielen Dank und Gruß
Missmilli

ich denke nicht, daß wissenschaftliche artikel kompliziert gemacht werden, um ihre inhalte laien zu verschliessen.

was man nicht gelernt hat, ist immer kompliziert: mit der zeit wirst du die erfahrung erwerben, um wissenschaftliche artikel verstehen zu können.

allerdings ist das studium an sich ziemlich trocken, wenn man erwartet hat, daß man als allernächstes gleich menschen helfen darf.

Hi,

ich bin eigentlich Physiker, beschäftige mich jedoch allgemein mit Statistik, auch zB in den Gebieten Medizin, Sozialwissenschaften und Psychologie.

Was mir besonders „Schwierigkeiten“ bereitet, sind die
wissenschaftlichen Texte, deren Kompliziertheit mir bloss
daraus zu resultieren scheint,dass man hier -eigentlich ganz
eingängige, simple-Wissensinhalte mit Hilfe von Fachchinesisch
„dem Pöbel“ verschlossen halten möchte.So.

Ob das der Grund ist, kann ich nicht sagen.
Allerdings sehe ich es auch so, dass in den Geisteswissenschaften für jeden kleinen selbsterklärenden „Furz“ ein Fremdwort herhalten muss.
Von meinen Internetrecherchen weiss ich jedoch, dass die Streubreite im Bereich der Geisteswissenschaften gross ist. Es gibt durchaus Fakultäten, aus deren Skripts man sieht, dass dort normal geredet wird.
Diesbezüglich hast du mit deiner Uniwahl vermutlich ins Klo gegriffen.
Grundsätzlich jedoch solltest du dichfür unständliche Beschreibungen einfacher sachverhalte mehr öffnen, denn nur so wirst du auch von allen zukünftigen Kollegen eindeutig verstanden werden.
Wenn du während des Studiums deine einfache Ausdrucksweise nicht ganz verlernst, dann hast du langfristig gesehen sogar noch bessere Berufsmöglichkeiten.
Scheinbar komplizierte sachverhalte einfach auszudrücken wird angesichts wachsender Interdisziplinarität immer mehr gefragt werden.

Icvh möchte schon mal einen sozialen Beruf ausüben und
„helfen“ und mich engagieren, will aber nicht zuvor an der Uni
vertrocknen…

Aua, vergiss was ich vorher geschrieben habe. Wenn du wirklich an’s Helfen denkst, solltest du überdenken, om ein Studium eigentlich das Richtige ist.
Gruss,

Hallo Missmilli,

prüf mal den Inhalt dieser Artikel. Bei uns NaWis ist es häufig so, daß inhaltlich schwache Artikel mit Wortgetöse ‚aufgewertet‘ werden sollen. Allerdings kann man Menschen, die sich mit der Materie auskennen üblicherweise so nicht imprägnieren.

Gandalf

Hmmm,
Hi Gandalf

Bei uns NaWis ist es
häufig so, daß inhaltlich schwache Artikel mit Wortgetöse
‚aufgewertet‘ werden sollen.

Also meiner Meinung nach ist es bei den SoWis extrem schlimmer.
Zu dieser Erkenntnis komme ich immer wieder, wenn ich ähnliche Thematiken (Statistik) bei den NaWis und SoWis vergleiche.
Gruss,

Psychologie ist nicht gleich Couch
Hallo,

ich studiere im 1Sem Psychologie und hatte eigentlich gedacht
ich hätte es mir reiflich überlegt…aber war wohl nicht so.

Was mir besonders „Schwierigkeiten“ bereitet, sind die
wissenschaftlichen Texte, deren Kompliziertheit mir bloss
daraus zu resultieren scheint,dass man hier -eigentlich ganz
eingängige, simple-Wissensinhalte mit Hilfe von Fachchinesisch
„dem Pöbel“ verschlossen halten möchte.
Mir kommt es jedenfalls im Moment so vor, als ob
wissenschaftliche Texte -oftmals- nur so kompliziert verfasst
werden, um sie nicht „Jedem“, und BLOß NICHT ZU EINFACH
zugänglich zu machen.

Eine wissenschaft zeichnet sich u.a. durch eigene Begrifflichkeiten (Jargon) aus. Der dient v.a. dazu das betrachtete System eindeutig zu beschreiben. Nur mit eindeutigen Begriffen inkl. Abgrenzungen sind Modellbildungen mgl., daher kann ich Dir eigentlich bei keiner Wisenschaft Hoffnung machen, dass es anders ist.
Auch Sozialpädagogen werden ihre Grundlagen pauken. Insgesamt aber weniger als die Psychologen. ANdererseits ist der Soz.päd.job nicht so angesehen.
Und bist Du Dir wirklich sicher, dass du Langzeit- und Gruppenstressresistent bist ? Also hast Du schon mal eine Herde Kiddies für 2 Wochen betreut ?

Ich möchte schon mal einen sozialen Beruf ausüben und
„helfen“ und mich engagieren, will aber nicht zuvor an der Uni
vertrocknen…

Der Wunsch muss noch nicht deinem Vermögen entsprechen. Ich kenne leider genügend Lehrer, Psychologen und Sozpäds (und entsprechende Studierende), die zwar die glühende Idee haben, aber denen nicht nur ich ein grandioses Scheitern auf Grund ihrer persönlichen Disposition (v.a. fehlende Stressresistenz, fehlendes Selbstvertrauen) vorhergesagt haben.
Helfen ist ein harter Job, v.a. weil er z.T. mit unkooperativen Menschen zu tun hat.

Tschuess Marco.

Eine wissenschaft zeichnet sich u.a. durch eigene
Begrifflichkeiten (Jargon) aus. Der dient v.a. dazu das
betrachtete System eindeutig zu beschreiben. Nur mit
eindeutigen Begriffen inkl. Abgrenzungen sind Modellbildungen
mgl., daher kann ich Dir eigentlich bei keiner Wisenschaft
Hoffnung machen, dass es anders ist.

Das sehe ich auch ein, aber die Vielfalt der Modellbildungen haut mich um. Und trotzdem bleib ich auch dabei dass man viele Sachverhalte einfacher beschreiben kann, als das in vielen wissensch. Texten getan wird…

Auch Sozialpädagogen werden ihre Grundlagen pauken. Insgesamt
aber weniger als die Psychologen. ANdererseits ist der
Soz.päd.job nicht so angesehen.
Und bist Du Dir wirklich sicher, dass du Langzeit- und
Gruppenstressresistent bist ? Also hast Du schon mal eine
Herde Kiddies für 2 Wochen betreut ?

Ja, hab ich schon mal. Trotzdem gibt mir das natürlich nicht die Garantie für eine tinitusfreie Sozpäd-Karriere…

Der Wunsch muss noch nicht deinem Vermögen entsprechen. Ich
kenne leider genügend Lehrer, Psychologen und Sozpäds (und
entsprechende Studierende), die zwar die glühende Idee haben,
aber denen nicht nur ich ein grandioses Scheitern auf Grund
ihrer persönlichen Disposition (v.a. fehlende Stressresistenz,
fehlendes Selbstvertrauen) vorhergesagt haben.
Helfen ist ein harter Job, v.a. weil er z.T. mit
unkooperativen Menschen zu tun hat.

Ich glaube aber auch viele scheitern an Ihrem ÜBERMÄSSIG stark augeprägten Idealismus.
Wenn man ZU feste tolle Vorstellungen hat, kann das Ganze ja nur in die Hose gehen.
Aber Danke für die „Warnung“ und Grüße
Camilla

Hallo,

ich kann als „Kollegin“ gut verstehen, wenn dich die Wissenschaftlichkeit und Theorie gerade am Anfang des Studiums umhaut. Es ging mir anfangs seeeehr ähnlich Wenn mich jemand fragte: "Und-machts Spaß?"habe ich immer geantwortet „Nein, aber ich brauche die Scheine für mein Diplom“.Ich hatte viel Praxiskenntnisse und das Grundstudium war einfach brottrocken und hatte kaum was mit dem tun, was ich mir naiverweise so vorgestellt hatte.
So, nun mal ein paar Antworten auf Deine Fragen. Womit beginne ich? Das Negative: Diese langen und schwierigen Artikel werden Dich im gesamten Studium begleiten (3mal in die Hände klatschen und springen, wenn sie in deutsch verfasst sind und nicht, wie sehr viel Literatur, in englisch).
Das Positive: Je weiter das Studium fortschreitet, um so interessanter wird es und umso mehr kannst du selbst schauen, wo deine Stärken liegen und Deinen Schwerpunkt entsprechend legen.

Die Frage ist auch, ob du ein Ziel hast: Kannst Du dir vorstellen, später als Psychologin tätig zu sein? Ein Ziel zu haben kann Dich über jedes langweilige Seminar und jedes noch so düstere Methoden-Thema durchhalten lassen & motivieren.
Hast Du denn schon einmal ein Praktikum oder ähnliches im Psycho-Sozialen Bereich gemacht? Wenn nicht, dann gibt es zahlreiche Möglichkeiten, neben dem Studium noch praktische Erfahrungen zu sammeln (sei es durch einen Nebenjob, ehrenamtlich oder einfach durch ein Praktikum in den Ferien). So eine außeruniversitäre Erfahrung sagt manchmal viel mehr über den späteren Beruf aus, als der Unialltag, gerade im Grundstudium und- sie schafft Dir Motivation und Selbstvertrauen. Oder du merkst im Praktikum, dass es wirklich nun gar nichts für Dich ist, dann hat es ja auch einen sinnvollen Charakter.

Auf der anderen Seite ist es natürlich clever, wenn man gleich zu Beginn des Studiums merkt, dass es „das Falsche“ ist. Aber dann muß man sich schon seeehr sicher sein. Vielleicht sind es auch einfach nur andere Dinge, die Dich stören, der aktuelle Stoff (Nervfächer müsste es aufgrund der Seufzer von Studenten anderer Fachbereiche in jedem Studiengang geben. Bevor du vorschnell abbrichst, ohne sicher zu wissen, was dich danach erwartet, versuch doch einfach mal jetzt schon parallel Veranstaltungen bei den Sozialpädagogen zu besuchen, das ist kein Problem,du kannst ja auch zu einer Fachstudienberatung gehen, die geben auch immer gute Infos raus, aber den Alltag erlebst du wirklich besser vor Ort. Schnupper doch einfach mal rein.

Ich wünsche Dir, dass Du zu einer Entscheidung für oder gegen das Psycho-Studium kommst.

LG,
Xenia