Es ist folgendes:
Jemand wird seit einem Jahr immer wieder gesagt das die befristete Stelle für ihn nach ablauf verlängert wird. In der letzten Woche wird obwohl sie mit der Arbeitskraft zufrieden sind ihr mitgeteilt das der Vertrag nicht weiterläuft weil keine Gelder bewilligt worden wäre.
Die Person ist massiv enttäuscht, weil sie mitbekommen hat das eine andere Arbeitskraft die voriges Jahr im Oktober eingestellt wurde (befristet auf 1 Jahr) weiterbeschäftigt werden soll nach dem Ablauf ihrer Befristung (vor der Befristung war sie bereits schwanger, und teilte es erst am dritten Arbeitstag mit). Die Person um die es geht will nur noch weg, weil sich das Betriebsklima deutlich verschlechtert hat, sie nur noch das Gefühl hat sie wird ausgebeutet und sie hat Magenschmerzen und ist Niedergeschlagen. Könnte es sich da schon um Anzeichen einer beginnenden Depression handeln? Man will nur weg, der Arbeitgeber will einen nicht ziehen lassen, und pocht auf Fortführung des Arbeitsvertrags.
Schau mal genau hin, was du da berichtest
Hi
Wenn so scheinbar „objektiv“ hier von Leuten gesprochen wird, werde ich mmer ein wenig hellhörig.
Die Person ist massiv enttäuscht
Wenn jemand "massiv enttäuscht " ist, also ent-täuscht, sich also endlich nicht mehr selber täuschen will oder durch andere täuschen lassen will oder die eigenen Täuschungen überwunden hat, ist das zunächst oft etwas Positives. „Massiv“ - dramatisch überhöht - na gut, meinetwegen auch das.
sie nur noch das Gefühl hat sie wird ausgebeutet und sie
hat Magenschmerzen und ist Niedergeschlagen. Könnte es sich da
schon um Anzeichen einer beginnenden Depression handeln?
Ja, möglich. Das hieße dann also, dass diese Person pathologisch reagiert, denn die gesunde Reaktion ist selten depressiv. Wir haben also wiederum mit einem Problem auch i n n e r h a l b dieser Person zu tun, nicht wahr?!
Gruß,
Branden
Hallo Branden,
Ja, möglich. Das hieße dann also, dass diese Person
pathologisch reagiert, denn die gesunde Reaktion ist selten
depressiv. Wir haben also wiederum mit einem Problem auch i n
n e r h a l b dieser Person zu tun, nicht wahr?!
Die Frage ist nur,ob in so manchen Firmenstrukturen gesunde Reaktionen überhaupt noch zum Repertoire gehören.Was da an Betriebspsychologie oder sogenanntem „coaching“ aufgefahren wird, kann einem bloß die Nägel aufbiegen.Da wird negativ motiviert und auf Angst konditioniert.Wenn also dort,wo ein natürliches Handlungsspektrum abhanden kommt,Angestellte mit Hilflosigkeit und Magenschmerzen reagieren,darf man die Ursache auch getrost mal woanders suchen.
Kommunikation oder Konfliktmanagement zu lernen,hilft dem einzelnen ja auch nicht viel,weil er die verfilzten Reaktionsketten alleine nicht durchbrechen kann.Hilft nur,lernen damit besser umzugehen.
grüsse
Heidi
Hallo,
Mit den Informationen aus einem anderen Brett:
Das ist ganz und gar keine Depression. Du fühlst dich „nur“ betrogen und willst den ganzen Kram sofort hinschmeissen.
Mach Dienst nach Vorschrift und gut ist.
Erfülle wenigstens die Minimalanforderungen und schiesse keine allzu grossen Böcke (ist mir mal passiert).
Die Zeit geht schnell vorüber und du nimmst wenigstens das Geld noch mit.
Und sei beim nächsten Mal nicht so leichtgläubig.
Gruss,
TR
hi,
klingt ziemlich hoffnungslos, was du da schreibst, auch wenn ich sehr gut verstehe, was du ansprichst. na klar: es wird in der wirtschaft ausbeuterisch und menschlich verwerflich gehandelt. das sind also die gründe „von aussen“. wie könnte aber die von van branden angesprochene „gesunde reaktion“ darauf aussehen?
abrenzung und rückzug, denke ich.
wenn man merkt, dass man ausgebeutet und verar… wird, dann ist es zeit, massnahmen zu ergreifen, die einem erleichterung und verbesserung verschaffen. natürlich, und ich selbst kenne es von früher auch, kann man da magenschmerzen und stresssymptome bekommen, aber letztlich muss man weiterhandeln in die richtung, die einem besserung verschafft.
das ist nicht einfach, weiss ich, aber richtig und „gesund“. vermeintliche ausreden „man muss ja arbeiten“ oder „da kann man nichts machen“ zählen nicht, denn sie sind kognitives öl ins feuer von entstehenden depressionen.
hi,
„dienst nach vorschrift“ ist überall die übliche form des von mir beschriebenen rückzugs auf der arbeit. man muss aber damit leben können, ohne verbittert-sarkastisch im büro rumzuschimpfen (burnout)oder innerlich zu versauern (magenprobleme).
das ist nur empfehlenswert, wenn man ehrlich und tatsächlich den eigenen job mit „DNV“ abhängen will. meistens wurmt einen das aber und man sollte sich nach beruflichen änderungsmöglichkeiten (auch innerhalb der eigenen firma) umsehen.
es gibt aber auch menschen, die das hinkriegen und sich sagen: egal, lege ich mir ein schönes hobby zu und mache wieder mehr mit frau und kindern".
wann (und das hat jetzt nichts mit deinem beitrag zu tun) kommt die zeit, in der die wirtschaft endlich rafft, dass menschenfeindliche arbeitsbedingungen uns allen schaden und auch für wirtschaftliche aspekte das teuerste überhaupt sind. ein mitarbeiter mit „DNV“ ist das negativste, teuerste und schädlichste für die firma überhaupt!
aber: wiedersprüche können ausgehalten werden!
Tja, Enttäuscht über die Täuschung. Wenn der Chef einen Hoffnung macht, und diese Hoffnungen zerplatzen plötzlich, dann darf man sich im Leben nie Hoffnung auf etwas machen, weil die Enttäuschung dann vorprogramiert wäre. Übrigens schreibe ich nicht von meiner Person.
Aber mir ist soetwas in der Vergangenheit auch schon passiert. Es werden von Arbeitgebern mündliche Versprechungen gemacht, die dann nicht eingehalten werden. Miese Masche würde ich sagen um Leute bei der Stange zu halten. Es handelte sich dabei nicht mal um die freie Wirtschaft sondern um den öffentlichen Dienst. Ich verlasse mich mittlerweile auf mündliche Aussagen gar nicht mehr.
Verlässliche Arbeitsbeziehungen wären angebracht, Chefs die einen konstruktiven Führungsstil haben. Chefs die manipulieren und Lügen was das Zeug hält sind meiner Meinung nach nicht Erwachsen. Sonst hätten sie es nicht nötig jemanden bei der Stange zu halten. Ehrlichkeit wäre ein erheblicher Fortschritt.
Arbeitsklima ist ausschlaggebend
Selbst im öffentlichen Dienst wird das praktiziert. Es werden besonders im Forschungsbereich und in Kliniken oft nur befristete Arbeitsverträge für ein Jahr gewährt. Kündigungsfristen allerdings 3 Monate zum Quartal. Diese Chefs versuchen dann die Leute bei der Stange zu halten weil sie momentan die Leute brauchen und warten ob für ein weiteres Jahr Gelder bewilligt werden. Darum machen sie dem Mitarbeiter Hoffnung das es weiter geht. Natürlich nur mündlich.
Das ist aber fatal, weil dadurch manipuliert er den Mitarbeiter, der ja jederzeit in der Befristung zu einer länger befristeten Stelle oder gar zu einer unbefristeten Stelle wechseln kann. Früher gab es keine Befristungen in dem Bereich, eine Arbeitskollegin von der Person arbeitet schon ca. 10 Jahre dort und hat eine Festanstellung.
Irgendwie ist das einfach nur Ausbeutung pur, und wenn man sieht andere haben eine Festanstellung und man selbst bekommt die nicht, kann man schon krank werden.
Es handelte sich
dabei nicht mal um die freie Wirtschaft sondern um den
öffentlichen Dienst.
Wie ich duch meine Patienten mitkriege, ist da auch kein UNterschied mehr. Gemobbt und gelogen und intrigiert wird da wie hier.
Ich verlasse mich mittlerweile auf
mündliche Aussagen gar nicht mehr.
Das wäre der erste kluge Schritt in die richtige Richtung.
Verlässliche Arbeitsbeziehungen wären angebracht, Chefs die
einen konstruktiven Führungsstil haben.
Ja, was wir uns nicht alles so wünschen in unserem Leben, nicht wahr, harwin? 
ruß,
BRanden
Also was sollte Deiner Meinung nach eine Person machen um aus einem ungeliebten Arbeitssituation zu kommen?
Aber wie sieht den eine Lösung des Problems aus?
Eine vergewaltigte Frau wird auch nicht mehr zu Ihren Peinigern zurückgehen.
Demütigende Situationen, Enttäuschungen, destruktive Verhaltensweisen von Chefs, Mobbingsituationen, Überforderungssituationen muss man dann sicher auch nicht zwanghaft aushalten. Oder sehe ich das falsch?
Ich sehe es so: Wenn sich die anderen nicht ändern, ändere ich meine Einstellung bzw. mein Verhalten gegenüber den anderen.
Und wenn es bedeutet das ich da nicht mehr hingehe, weil mir das Verhalten der anderen nicht passt gehe ich da nicht mehr hin. Punkt!
Dienst nach Vorschrift
Ehrlich gesagt, wäre Dienst nach Vorschrift, ja nur ein Verharren in
einer Situation die einen nicht gut tut.
Also was tun, wenn die Situation nicht zu ertragen ist?
Überforderungssituationen beinhaltet weil man die einzige Kraft ist die z .b bestimmte Arbeiten verrichten kann.
Die einzige Möglichkeiten ist doch zu kündigen, sich kündigen zu lassen, ein Aufhebungsvertrag (wo allerdings der Chef zustimmen muss), einen Arbeitsvertrag bei Befristung auslaufen zu lassen.
Was tut man bis die Kündigungsfrist vorbei ist bei z. B. 3 Monaten zum Quartal? Oder bis ein Arbeitsvertrag ausläuft in fünf Monaten?
Was wir uns nicht alles wünschen
Ja, was wir uns nicht alles so wünschen in unserem Leben,
nicht wahr, harwin?
Klar, wünschen kann man sich viel, Wünsche kann man auch realisieren, indem ich einfach versuche mir diesen Wunsch zu realisieren z. B. indem ich nicht mehr in solche Situationen gehe.
Möglichkeiten, gibt es sicher sich aus solchen Situationen zu verabschieden. Manche realisieren das z. B. indem sie nie mehr in ein abhängiges Arbeitsverhältnis gehen.
Zu versuchen ein selbstbestimmtes Leben zu führen, nicht mehr ein fremdbestimmtes.
Ich persönlich weiß für mich ein Lösung, doch die ist nicht immer auf andere Personen übertragbar.
Pathologisch kann man sicher auf solche Absagen reagieren, eine Depression entwickelt sich ja auch nicht von heute auf morgen.
Heutzutage kann man sich ja auch auf eine Burn out Problematik berufen. Überforderungen in einer Klinik sind doch heutzutage nicht mehr selten.
Ich denke mir mal am Anfang steht diese Verlustangst und diese Zukunftsangst, und wenn man pathologisch reagiert steigert man sich in diese Angst kommt nicht mehr raus und wird möglicherweise depressiv. Wenn man gesund darauf reagiert nutzt man die Chance und versucht was zu ändern.
Bleibt aber ein Gesunder Mensch in einer Situation die er nicht mehr als gut empfindet? Als gesunder schaut man doch das man aus der Situation schnellstmöglich rauskommt und neue Wege findet.
Wieso nicht erstmal sich vom Arzt wegen Burn out krankschreiben lassen? Besonders wenn sich an den Arbeitsbedingungen nichts ändert?
z. B. man bekommt viel Arbeit aufgehalst und es gibt keinen anderen Kollegen der die Arbeit abnimmt, und dem Chef interessiert es nicht.
Soll man sich in die Arbeit zwingen nur um den Arbeitsvertrag zu erfüllen, und sich möglicherweise einem ungesunden Betriebsklima aussetzen?
Hi
Manche realisieren das z. B. indem sie nie mehr
in ein abhängiges Arbeitsverhältnis gehen.
Genau so ist es. So hab ichs auch gemacht.
Zu versuchen ein selbstbestimmtes Leben zu führen, nicht mehr
ein fremdbestimmtes.
Ganz genau.
Wieso nicht erstmal sich vom Arzt wegen Burn out
krankschreiben lassen?
Das ist eine Möglichkeit, die manchmal von meinen Patienten genutzt wird. 
Besonders wenn sich an den
Arbeitsbedingungen nichts ändert?
Dann besonders. 
Soll man sich in die Arbeit zwingen nur um den Arbeitsvertrag
zu erfüllen, und sich möglicherweise einem ungesunden
Betriebsklima aussetzen?
Wenn du mich fragst: Nein.
Gruß,
Branden
Demütigende Situationen, Enttäuschungen, destruktive
Verhaltensweisen von Chefs, Mobbingsituationen,
Überforderungssituationen muss man dann sicher auch nicht
zwanghaft aushalten. Oder sehe ich das falsch?
Nein, das siehst du schon richtig.
hi,
man tut „DNV“. es ist nur so schade, dass firmen zu wenig attraktive arbeitsplätze und -verträge anbieten und dass die innere kündigung der tatsächlichen oft lange vorausgeht und in der zwischenzeit so viel gelitten und gekostet wird.
du sprichst von monaten, ich kenne fälle, in denen mitarbeiter 15 jahre lang „DNV“ schieben, weil sie sich nie um eine veränderung bemüht haben. da beinhaltet auch, vielleicht im extremfall das haus wieder gegen eine mietwohnung einzutauschen, dann aber wieder gesund zu sein. dass das wichtiger werden kann, ist in einer konsum- und statusorientierten gesellschaft kaum noch zu vermitteln. es wird einem ja schon eingeredet, dass man gesundheit kaufen könne.
absurd.
Die Person von der du schreibst muss sehr jung sein, denn jemand mit nur ein paar Jahren Berufserfahrung wird wissen, dass einem im Berufsleben nichts gedankt wird und man sich bei befristeten Vertraegen - selbst mit angeblich guter Aussicht auf eine Weiterbeschaeftigung - nach Ablauf nicht darauf verlassen kann, auch tatsaechlich weiterbeschaeftigt zu werden. Ob der Arbeitgeber hier vorsaetzlich gelogen hat oder tatsaechlich gute Chancen fuer eine Weiterbeschaeftigung gesehen hat und diese jetzt im Budget z. B. wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage nicht mehr drin ist, oder die Person nicht die erwartete Leistung gebracht hat, oder nicht ins Team passt etc., bleibt dahingestellt.
Der Vergleich mit der schwangeren Kollegin greift m. E. nicht. Hat diese Person schon einen Vertrag ueber Okt 09 hinaus unterschrieben? Sie wird auch irgendwann mal mit weniger Gehalt in Mutterschutz gehen und denke mir mal, dass bei Schwangeren andere Gesetze Anwendung finden (ich kenne mich mit diesen in D nicht aus). Diese Person hat den Arbeitgeber erfolgreich reingelegt und wird sehr wahrscheinlich verabschiedet sobald es das Gesetz erlaubt. Zudem fing der Vertrag der Schwangeren im Oktober an waehrend die bertreffende Person hier am Anfang eines neuen Vertrages stehen wuerde, das sind 6 Monate Unterschied. Ich bin sicher, jeder Arbeitgeber haette in einer Situation wie hier dargestellt so gehandelt.
Ich wuerde sagen, diese Person ist um eine Lebenserfahrung reicher und wird das naechste Mal hoffentlich nicht so gutglaeubig sein und wissen, worauf sie sich einlaesst wenn sie einen befristesten Job annimmt.
Moeglichkeiten einer Veraenderung dieser anscheinend unertraeglichen Situation (durchaus verstaendlich) wurden hier schon genannt.
Ja, leider ist es so dass viele viel zu lange in ungeliebte Arbeitsstellen bleiben, aber was will der einzelne ändern?
Es ist doch so das viele ihre Arbeitsstelle behalten und darin verharren weil es keine Alternativen gibt bzw. Perspektiven.
Nicht jeder kann sich selbständig machen oder hat soviel Geld dass er
zu Hause bleiben kann. Die Arbeitsbedingungen haben sich so wie ich das sehe seit langer Zeit extrem verschlechtert. Und das sage ich mit 26 Jahren Berufserfahrung. Befristungen gab es als ich anfing zu arbeiten kaum. Jetzt ist Teilzeit und Befristung gang und gäbe, aber diese Globalisierungsauswüchse kann kaum jemand mitmachen. Selbst Manager in Top Positionen haben irgendwann Burn out.
Dienst nach Vorschrift ist für viele halt der letzte Weg, weil sie es sich nicht leisten können die Stelle zu wechseln (weil zu alt oder gering qualifiziert). Es werden weniger alten Menschen eingestellt als Junge, warum? Weil die jungen wesendlich günstiger arbeiten!