Hallo!
Frustrationstoleranz ist wichtig, um den akademischen Alltag zu bestehen oder ein anspruchsvolles Studium zu meistern. Mehrmaliges Scheitern ist unausweichlich. Es ist entscheidend, dass man dennoch nicht verzweifelt und motiviert weiterarbeiten oder neuanfangen kann.
Welche Tips könnt Ihr für den Umgang mit Frustration geben? Welche Einstellungen, Verhaltensweisen und Bewältigungsstile sind eurer Meinung nach wichtig? Wie kann man sich diese aneignen?
Über konkrete Beispiele würde ich mich auch freuen.
Schöne Feiertage! Falk
Hallo Falk!
Ich habe mit Frustrationen gerade während des Studiums sehr zu kämpen gehabt, bis ich schlicht und ergreifend mehrere Dinge begriffen habe:
Ich scheitere nicht persönlich, sondern fachlich. Mein Scheitern begründet sich entweder auf der Tatsache, dass ich etwas schlicht und ergreifend nicht kann, oder zu wenig getan habe, um es zu lernen. Salopp formuliert: Ich bin weder eine Versagerin, noch zu blöd, wenn es mal nicht klappt- und erstrecht kein schlechterer Mensch.
Ich habe gelernt, mich weniger mit Kommolitonen, Arbeitskollegen, Freunden usw. zu vergleichen, denn das ist oft ein Minusgeschäft, zumal man meist (besonders bei Kommilitonen) nur die Sternstunden mitbekommt und keinen kompletten Einblick hat.
Mein Studium ist etwas, was mich sehr interessiert und bis zu einem gewissen Grad auch „ausfüllt“- aber es ist nunmal nicht alles. Wenn man sich mit etwas komplett „identifiziert“ kommen Frustrationen manchmal fast einem Selbstverlust gleich.
Was auch Freunden wirklich hilft, ist das Setzen von auf jeden Fall erreichbaren Zielen. „Ob ich die 1,3 hinbekomme, kann ich noch nicht sagen… aber 3,7 schaffe ich auf jeden Fall!“ Natürlich klappt das nicht bei jedem, aber es macht - wenn verinnerlicht - einfach entspannter… und oft kommt dann tatsächlich eine 1,3 heraus, weil man weniger gestresst (und damit vielleicht auch blockiert) ist.
Fast am wichtigsten finde ich aber auch das Zulassen von Frustrationen - mal sprichwörtlich im Selbstmitleid zerfliessen, alles in die Ecke zu werfen und 2-3 Tage einfach da liegen lassen- um dann meim erneuten Dransetzen vielleicht zu bemerken, wo der Fehler steckt.Das ist - denke ich - etwas, was viele nicht können. Man ist meist auch zeitlich so unter Druck, dass man es sich gar nicht leisten kann, mal 2 Tage etwas vollkommen anderes zu tun (sagt zumindest die Vernunft). Einfach mal auf sich selbst vertrauen.
Ausserdem tut sich glücklicherweise ja auch der Boden nicht unter einem auf, wenn es streckenweise mal nicht so gut läuft.
So, das war jetzt sehr sehr subjektiv und vielleicht auch an Deiner Frage vorbei. Ich glaube die Frustrationstoleranz hat so viel einem selbst zu tun, dass man nicht den Fehler machen sollte, das Pferd nur von hinten aufzuzäumen, also sich nur mit einer besseren Organisation, Lerntechnik d.h. studienrelevanten Dingen zu beschäftigen, sondern einfach auch mal bei sich selbst zu horchen und herauszufinden, in welchen Situationen Frustrationen vermehrt entstehen.
Bin gespannt auf Ideen von anderen!
Hoffe alle haben Weihnachten gut überstanden. 
Chrisi
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]