ich kämpfe grade mit der französischen Norm NF P92-507 zur Klassifizierung der Entflammbarkeit von Baustoffen.
Darin gibt es innerhalb der Kategorie M0 eine Gliederung nach verschiedenen Werkstoffklassen: Homogene Werkstoffe (matériaux homogènes), Verbundwerkstoffe (matériaux multicouches), Werkstoffe mit dünner Beschichtung auf einem inerten Kern (revêtements minces sur support inerte) und dann kommen die, die mir Kopfzerbrechen machen:
„matériaux ensachés“.
Wörtlich wären dies (klaro) abgesackte Werkstoffe, aber das gibt in diesem Zusammenhang keinen Sinn, weil es nicht um irgendeine Art von Verpackung geht, sondern um den Werkstoff, so wie er verbaut wird.
„ensaché“ bezieht sich also offensichtlich auf die Technik, einen für sich allein und in sich nicht stabilen, eher rieselfähigen Stoff (irgendwelche Granulate, Späne usw.) in eine Hülle aus einer Folie oder Kammerfolie so fest einzubringen, dass das Ganze insgesamt stabil und mehr oder weniger tragfähig ist. Ich denke, man kann sich die Statik bildlich ungefähr vorstellen wie eine Palette mit Zucker oder Mehl drauf: Solange alle Tüten ganz sind, trägt und hält das prima und ist ichweißnichtwiehoch stapelbar, aber eben nur, solang sie ganz sind…
Wem fällt zu diesem „ensaché“ ein im Bereich Baustoffe geläufiger Begriff ein? KudoZ mag hier nicht mit mir reden -
ich kämpfe grade mit der französischen Norm NF P92-507 zur
Klassifizierung der Entflammbarkeit von Baustoffen.
ich hoffe, du gewinnst ^^
Darin gibt es innerhalb der Kategorie M0 eine Gliederung nach
verschiedenen Werkstoffklassen: Homogene Werkstoffe (matériaux
homogènes), Verbundwerkstoffe (matériaux multicouches),
Werkstoffe mit dünner Beschichtung auf einem inerten Kern
(revêtements minces sur support inerte) und dann kommen die,
die mir Kopfzerbrechen machen:
„matériaux ensachés“.
Wörtlich wären dies (klaro) abgesackte Werkstoffe, aber das
gibt in diesem Zusammenhang keinen Sinn, weil es nicht um
irgendeine Art von Verpackung geht, sondern um den Werkstoff,
so wie er verbaut wird.
„ensaché“ bezieht sich also offensichtlich auf die Technik,
[…]
Wem fällt zu diesem „ensaché“ ein im Bereich Baustoffe
geläufiger Begriff ein? KudoZ mag hier nicht mit mir reden -
vorausgeschickt: ich bin absolut kein Baustofffachmann.
Aber ich habe mal auf französischen Seiten herumgegooglet und habe den Begriff mehrfach in Bau- und Installationsbestimmungen von Fabriken und Werke gefunden, wie Zementwerke, Bitumenwerke etc.
Zitat aus einem:
Les fillers (éléments fins inférieurs à 80 µm) et les produits pulvérulents non stabilisés doivent être ensachés ou stockés en silos.
(aus den Umweltbestimmungen)
ich gehe also davon aus, dass diese Definition den matériaux ensachés entspricht
Hallo, Martin,
im Brüsseler (Europa-)Jargon heißen diese „Schüttgüter“ auf englisch „bagged materials“ und hier http://www.soilbuildingsystems.com/ProductList.php findest Du eine Produktliste über solche Materialien, von Komposterde über Mulch bis zu Sand und Gartenerde.
Einen direkten deutschen Begriff dafür habe ich allerdings nicht gefunden. Ich würde es je nach Zusammenhang mit „paketierbare Baustoffe“ oder „verpackte Baustoffe“ übersetzen.
Der Begriff kommt z.B. im Küstenschutz vor: „Verpackte Baustoffe haben in der Anwendung im Küstenschutz eindeutige Vorteile gegenüber konventionellen Bauweisen. Es ist möglich, örtlich anstehenden Sand bei Schonung anderer Ressourcen wie Steine, Beton oder Stahl in Geotextilien zu verpacken.“ (aus http://www.auf.uni-rostock.de/uiw/b7/Projekte/iwr_fa… )
das störende Detail ist, dass bei den verschiedenen Versuchen zur Entflammbarkeit usw. die Verhältnisse des verbauten Materials simuliert werden, es also nicht um Lagerung, Transport usw. geht, sondern um das Brandverhalten des Materials in situ.
Ich habe keine Ahnung, ob es sowas gibt, aber ich stelle mir da so etwas vor wie z.B. Perlite, aber nicht als Schüttung eingebracht, sondern in Elementen aus z.B. einer dicken PET-Folie quasi „abgefüllt“ und in diesen Elementen auch verbaut.
Habe mal „eingesackt“ geschrieben in der Hoffnung, das der Leser des Textes ihn versteht - der ist ja Techniker und kann sich wohl eher vorstellen, worum es genau geht, falls er durch den Text auf die richtige Spur gelupft wird.
„verpackte Baustoffe“ triffts wohl genau - macht mir aber im gegebenen Kontext Schmerzen, weil man ja eigentlich jeden Baustoff in der allgemeinen Bedeutung des Wortes verpacken kann, z.B. indem man ihn auf eine Palette setzt und Schrumpffolie und ein paar Stahlbänder rundherum zieht.
Ich würfle noch zwischen „verpackt“ und „eingesackt“ - das wichtigste ist wohl, dass es keinen Spezialbegriff dafür gibt, der ganz anders lauten würde.
das störende Detail ist, dass bei den verschiedenen Versuchen
zur Entflammbarkeit usw. die Verhältnisse des verbauten
Materials simuliert werden, es also nicht um Lagerung,
Transport usw. geht, sondern um das Brandverhalten des
Materials in situ.
Ich habe keine Ahnung, ob es sowas gibt, aber ich stelle mir
da so etwas vor wie z.B. Perlite, aber nicht als Schüttung
eingebracht, sondern in Elementen aus z.B. einer dicken
PET-Folie quasi „abgefüllt“ und in diesen Elementen auch
verbaut.
ich verstehe nur Bahnhof ^^
Habe mal „eingesackt“ geschrieben in der Hoffnung, das der
Leser des Textes ihn versteht - der ist ja Techniker und kann
sich wohl eher vorstellen, worum es genau geht, falls er durch
den Text auf die richtige Spur gelupft wird.
ensaché heißt: in Säcken verpackt. Kann man im Fachdeutsch dafür ‚eingesackt‘ sagen? das wirst du besser wissen als ich
„verpackte Baustoffe“ triffts wohl genau - macht mir aber im
gegebenen Kontext Schmerzen, weil man ja eigentlich jeden
Baustoff in der allgemeinen Bedeutung des Wortes verpacken
kann, z.B. indem man ihn auf eine Palette setzt und
Schrumpffolie und ein paar Stahlbänder rundherum zieht.
Hallo, Martin,
um die Unterscheidung zu in Schrumpffolie verpackten Backsteinen herzustellen, könnte man von „verpackten, rieselfähigen Baustoffen“ sprechen.
Das Verb „einsacken“ konnotiert mit widerrechtlicher Aneignung.
Von „Versacken“ kann man in D eigentlich nur im Zusammenhang mit Kneipenbesuchen sprechen. Eine Ausnahme bildet die Fachsprache der Gelben Post:
„Sollte es sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsackes herausstellen, dass ein in einem Wertsack versackter Versackbeutel statt im Wertsack in einem dem Wertsack versackten Wertbeutel hätte versackt sein müssen, so ist die in Frage kommende Versackbeutelstelle unverzüglich zu benachrichtigen.“
„Sollte es sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsackes
herausstellen, dass ein in einem Wertsack versackter
Versackbeutel statt im Wertsack in einem dem Wertsack
versackten Wertbeutel hätte versackt sein müssen, so ist die
in Frage kommende Versackbeutelstelle unverzüglich zu
benachrichtigen.“
ist allerdings überzeugend! Bei den Grauen gabs ja wohl viele Witzeleien betreffend „Trommelleihgebühren“, die sich leicht als „Trommelei-Gebühren“ lesen liesen, aber der versackte Versackbeutel - das ist schon eine virtuose Trommelei!
Mit dem Segen aus Rostock steht da jetzt jedenfalls „verpackt“.