FSB und Speichertakt

Eine Besonderheit bei Athlon und Duron ist, dass bei jedem Takt zwei Datentransfers stattfinden, beim Pentium 4 sogar 4 Transfers.
Kann ich diese doppelte Transferrate nur nutzen, wenn ich auch DDR-Rams verwende? Das würde ja bedeuten dass man für den Pentium 4 dann Quad??-Data-Rate RAMs benutzen müsste.
Der Speichertakt hängt angeblich nicht vom FSB-Takt ab. Wenn es demnach keinen Zusammenhang zwischen FSB-Takt und Speichertakt gibt, welchen Daten werden bei dem 2. Transfer/Takt (bzw. Pentium 4 auch noch dem 3. und 4. Transfer) eigentlich transferiert, wenn sie nicht zum/vom RAM gehen/kommen?
Alles was unterhalb der Nortbridge liegt, hat niedrigere Frequenzen bzw. Transferraten, so dass ich mir nicht erklären kann, für welche Komponenten der 2. Transfer/Takt nützlich ist. Vielen Dank für eine Info

Cordu

Hallo Cordula…

Eine Besonderheit bei Athlon und Duron ist, dass bei jedem
Takt zwei Datentransfers stattfinden, beim Pentium 4 sogar 4
Transfers.

Ganz richtig, Athlon und Duron haben einen DDR-Bus, der Intel-Bus für den P4 nennt sich „quad-pumped“…

Kann ich diese doppelte Transferrate nur nutzen, wenn ich auch
DDR-Rams verwende? Das würde ja bedeuten dass man für den
Pentium 4 dann Quad??-Data-Rate RAMs benutzen müsste.

Hmm…nicht so ganz…stell Dir den Aufbau Deines Boards folgendermaßen vor:
In der Mitte sitzt die Northbridge, die über AGP mit der Grafikkarte kommuniziert, über den Memorybus mit dem Speicher, über den FSB mit dem Prozessor, über PCI mit diversen Steckkarten und über die Southbridge mit anderen Komponenten (ISA, USB, ATA33/66). Diese Bustypen sind voneinander unabhängig und haben z.T. auch ganz verschiedene Taktraten:
FSB: 100/133MHz-DDR entspricht effektiv 200/266MHz
Memory: 66/100/133MHz-SDR oder 133MHz-DDR(=eff. 266MHz)
AGP: 66MHz x1, x2 oder x4

Bei 133MHz kann der Chipsatz über den DDR-FSB mit dem Prozessor bei 64bit Busbreite mit 8Byte*133MHz*2 = 2,1GB/s Daten austauschen.
Der Memory-Bus hat auch 64bit, aber im Fall des KT133A nur SDR, also 8Byte*133MHz = 1,05GB/s.
Im Falle eines DDR-Speichers (z.B. KT266-Chipsatz) wären es aber ebenfalls 2,1GB/s.
Nur bleibt aber noch die Grafikkarte, die über den AGP auch Daten mit der CPU austauscht. Bei AGPx4 sind das 66MHz*4Byte*4 = 1,05GB/s.
Genau hier wird deutlich, warum DDR-Speicher gegenüber SDR-Speicher Vorteile hat: wenn z.B. bei grafikintensiven Anwendungen viele Daten von der Grafikkarte mit max. 1,05GB/s zum Speicher übertragen werden, ist bei SDR bereits die gesamte Bandbreite des Memory-Busses verbraucht. Da aber CPU und Geräte mit DMA (Direct Memory Access, z.B. Festplatten) auch noch auf den Speicher zugreifen möchten, wird das System gebremst.
DDR-Speicher öffnet diesen Flaschenhals durch seine doppelt so große Bandbreite von 2,1GB/s.

Trotz doppelter Bandbreite bringt DDR-Speicher aber effektiv nur 10-15% Performance gegenüber SDR-Speicher, da bei voller FSB-Auslastung (2,1GB/s) nicht alle Bus-Systeme (AGP, Memorybus,usw.) gleichzeitig vollständig genutzt werden können. Nur bei einem reinen Speicherzugriff kann die volle Breite des Memory-Busses genutzt werden, aber das trifft praktisch nur auf synthetische Benchmarks zu (z.B. SiSoft Sandra 2001)…im realen Leben bleiben wie gesagt ca. 10-15% Geschwindigkeitsgewinn.

Der Speichertakt hängt angeblich nicht vom FSB-Takt ab. Wenn
es demnach keinen Zusammenhang zwischen FSB-Takt und
Speichertakt gibt, welchen Daten werden bei dem 2.
Transfer/Takt (bzw. Pentium 4 auch noch dem 3. und 4.
Transfer) eigentlich transferiert, wenn sie nicht zum/vom RAM
gehen/kommen?

Es gibt ja nicht nur den Speicherbus, sondern die CPU kommuniziert über Boardchipsatz auch noch mit der Grafikkarte (AGP) und diversen Steckkarten (PCI). Dafür wird natürlich auch der FSB genutzt.

Alles was unterhalb der Nortbridge liegt, hat niedrigere
Frequenzen bzw. Transferraten, so dass ich mir nicht erklären
kann, für welche Komponenten der 2. Transfer/Takt nützlich
ist. Vielen Dank für eine Info

Ist jetzt klar, wofür das alles gebraucht wird, oder?? :wink:

Cordu

Gruß, Flox