Führerscheinausbildung

Hi,
was mich schon länger interessiert: vor 20 Jahren war die Führerscheinausbildung sehr technisch- und regelorientiert. Dinge wie die soziale Befähigung sich in einer Stresssituation im Verkehr zurückzunehmen oder auf seine Rechte zu verzichten waren nicht sehr gefragt.
Hat sich das inzwischen geändert? Die Technik des Auto oder ob da noch Öl drin ist interessiert doch heute nur noch wenige Freaks, die anderen gehen zur Inspektion 1x im Jahr oder wenn IRGENDEINE Lampe leuchtet.
Mit anderen Worten: kann immernoch jeder Depp den Schein machen der ein Paar Technik/Regelfragen auswendig drauf hat und weiß, wann er Schalten oder den Schulterblick machen muss?
Leider wird die Befähigung ja das ganze Leben lang nicht mehr überprüft, da sollten wenigsten einmal ganz am Anfang die Spreu gesiebt werden.

Findet,
J~
*der zu einer Nachprüfung alle 10/5 Jahre gehen würde*

Hallo

Mal aus dem Nähkästchen geplaudert. Mein Führerschein hat jetzt mehr als 30Lenze auf dem Rücken. Schon damals waren solche Dinge wie Ölstand, Technik allgemein nicht mehr Bestandteil der Ausbildung.

Auch heute dürften die Regel immer noch im Vordergrund stehen. Es sind sicher einige neue Bereiche dazugekommen, aber nichts Wesentliches. Abgesehen davon, damals hat auch nicht jeder Depp den Schein bekommen, und die Durchfallquote dürfte auch nicht kleiner gewesen sein. Habe da jetzt keine Zahlen.

Auch wenn ich ein Prüfer war ( nicht Führerschein ), halte ich vom Grundsatz her nichts von Prüfungsergebnissen. Sie sind völlig nichts sagend, weil die eigentliche Prüfung erst im realen Leben kommt. Das muss der Maßstab sein, nicht ob jemand genau so fährt wie es irgendwann in der Fahrschule gezeigt wurde.

Was ist mit den Prüfungsmenschen, die alleine schon bei dem Wort Prüfung Schweißausbrüche bekommen. Davon gibt es genügend, dann wird die Prüfung zum Lotteriespiel, das Prüfungsergebnis eine Farce.

Dann kommt es auch immer darauf an, wo werden die Fahrten zurückgelegt. Es gibt z.B. genügend Fahrer die seit Jahren auf keiner Autobahn mehr waren. Was soll den da in Bezug auf AB geprüft werden. Viele Frauen fahren fast nur in der Stadt zum einkaufen. Da wird die Prüfung zum Selbstzweck.

Wer mal einen Blick auf die Risikogruppen im Verkehr wirft, kann ganz schnell feststellen welche Altersgruppen besonders risikobehaftet sind. Jedenfalls sind es nicht diejenigen die geprüft werden sollen.

Für die Überprüfung haben wir die Verkehrsüberwachung, die ist zuständig die Risikofaktoren von der Straße zu holen. Genauso wie der Gesetzgeber der die Sanktionen festlegt.
Ob es da härtere Sanktionen bedarf? Oft muss ich sagen ja, zumindest besser differenziert, der Gefährdung angepasst. Als Beispiel, wer mit 30zuviel durch einen Verkehrsberuhigten Bereich fährt, wird genauso bestraft wie jemand der mit 30 zuviel auf einer innerörtlichen Autobahn erwischt wird. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht.

Sollte es wirklich Zweifel an der Fahrtüchtigkeit geben, hat die Führerscheinstelle immer noch die Möglichkeit eine MPU zu verlangen.

Gruß

hartmut

Hallo !

Mein Führerschein ist auch schon etwa so lange her. Besonders intensiv auf Technik eingegangen wurde eigentlich nicht, da standen die Regeln im Vordergrund.
Zurecht, wie ich meine und - wie ich glaube - heute noch ebenso. Schließlich soll man ja lernen wie, d.h. nach welchen Verkehrs(!)regeln man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Das soziale Umfeld bzw. wie sich der einzelne in Streßsituationen verhält sollte da in meinen Augen kein Kriterium sein. Ich muß lernen an einer roten Ampel anzuhalten. Wenn ich zu nervös, zu ungeduldig oder einfach zu psychopathisch bin das dann auch in der konkreten Situation zu tun ist das ein tiefergehendes Problem, das sich sicher nicht nur auf den Führerschein auswirken wird.
Und: Wenn man die Regeln kennt und weiß, wann man sich wie zu verhalten hat (Schulterblick zB) dann ist man ja schließlich kein Depp mehr sondern hat gelernt und verinnerlicht. Den Rest erledigt dann die Praxis.

LG
Oso