Warum nicht?
ich stehe z.Zt. vor einer schwierigen Entscheidung. Als
Ingenieur in einen großen Automobilzulieferer einsteigen und
eventuell hocharbeiten oder noch meinen MSc (Master) zu
machen.
Wo willst du hin? Und was ist DEIN Karrierebegriff?
- Anzahl der Headcounts „unter“ dir
- passende Work-/Life-Balance
- Vertretung nach „Außen“
- Viele persönliche Kontakte im Beruf oder lieber Alleintänzer
- Spannende Aufgabenstellungen, die immer wieder die Neugier befriedigen und akademisch reizvoll sind
Beantworte dir diese Fragen und finde heraus, welche Fähigkeiten du hast und welche Qualifikation dir evtl. fehlt. Als Baustellen-Vorturner auf dem internationalen Parkett wäre mehr BWL wohl sinnvoller (MBA) oder Wirtschafts-Ing.
Und: Tolle Zettel sind Eintrittskarten, aber nach Jahren sind die Erfolge wichtig. Wirst du dich dann z.B. als erfolgreicher Projektleiter bekannt gemacht haben? Oder sonst außergewöhnlicher Problemlöser quer über Fachrichtungen? Warst du bei Gesprächen mit Kunden hilfreich, nennt man dort auch deinen Namen (es wäre schön wenn der Herr Dingsda dabei wäre)?
Wie sieht es mit dem Interesse an Dienstreisen aus? Auch Ausland?
Wenn man die Laufbahnen der einzelnen Leiter in der Industrie
anschaut, sind die meisten Uni Absolventen, aber auch viele
FH’ler.
Je höher man in der Hierarchie aufsteigt, desto weniger ist die technische Kompetenz gefragt und umso mehr Soft Skills und Einsatzbereitschaft sind angesagt. Klar ein Betriebswirt lernt viele Werkzeuge mit denen er fast in jedem beliebigen Laden Geschäftsführer sein kann.
Ich kenne auch reinrassige Kaufleute/Organisatoren, die mir gesagt haben, dass sie sich das nötige an technischen Kenntnissen immer aneignen konnten. Grundlage war aber deren hohe Methodenkompetenz und planmäßiges Vorgehen.
Komisch ist auch, dass viele innerhalb von 3-5 Jahren eine
Abteilung führen. Wie soll sowas gehen? Workaholic oder doch
eher Glück/VitaminB?
Schnell Verantwortung bekommen, erfolgreich gewesen, guten Chef gehabt, der das, ohne Angst um sein Pöstchen, erkannt und gefördert hat. Manche sind halt gute Alpha-Männchen und Teamleader und machen sich auch nach wenigen Jahren so besser bezahlt als wenn sie sich als Sachbearbeiter langweilen und evtl. wieder gehen.
Ich kenne auch viele Ingenieure, die eine Führungskarriere gar
nich forcieren, sprich keine Personalverantwortung übernehmen
möchten.
Will ich auch nicht, außer im eigenen Laden. Aber mir gefällt meine Arbeit und mit den Jahren in dieser Stelle (ca. 7) nimmt die Erfahrung zu, aber die Menge an neuen und spannenden Inhalte nicht ab. Warum sollte ich da was anders wollen. Ich kann auch mal um 16:00 gehen.
Weisst du, es gibt genügend fachkompetente Mitarbeiter, die in starren Besoldungsregelungen als „Dankeschön“ wg. der Gehalterhöhung zu unbrauchbaren Vorgesetzten oder Projektmanagern gemacht wurden. Selbst Linus Thorwaldsson ist wohl guter Programmierer sagt aber, dass er als Projektleiter versagt hat.
Gruß
Stefan