hallo,
da ich gerade ein referat zusammenstellen muss über die kpd im dritten reich und wir in der schule sansibar und der letzte grund lesen, wollte ich euch fragen ob ihr etwas zu den fünfergruppensystemen wisst, die es im dritten reich gab. ich selbst finde im internet nichts genaues, das system wird immer nur angeschnitten.
ich hoffe ihr könnt mir ein paar infos hierzu liefern. suche auch noch einen text/referat der sich mit der rolle der kpd im dritten reich befasst.
vielen dank für eure antworten!!
Widerstandszellen der KPD als Fünfergruppen
Hallo, Katja
Während die Nationalsozialisten an der Macht waren, leisteten die deutschen
Kommunisten als einzige Gruppierung ohne Unterbruch Widerstand im Untergrund – mit
grossen Menschenverlusten.
Damit niemand unter der Folter zu viele Genossen verraten konnte, wurden kleine Zellen
gebildet (Fünfergruppen):
„Unter dem Druck der Verfolgungen und des faschistischen Terrors musste die KPD in
die Illegalität gehen. Die Geraer Kommunisten hatten sich entsprechend der
Orientierung des ZK der KPD auf diese neuen Kampfbedingungen vorbereitet. Bereits im
Sommer 1932 hatten sie festgelegt, dass sich die für die illegale Unterbezirksleitung
Gera der KPD bestimmter Mitglieder, zum Beispiel Hans Goldammer und Otto
Hauschild, schrittweise und unauffällig aus dem öffentlichen politischen Leben
zurückziehen und die illegale Arbeit vorbereiten sollten. Wie ernsthaft sie diesen
Beschluss erfüllten, zeigt die Tatsache, dass von ihnen in der Nacht nach dem
Reichstagsbrand nicht einer verhaftet wurde. So gelang es der Unterbezirksleitung Gera
der KPD, eine ständige Führungstätigkeit auch in der Illegalität zu sichern. Sie bildeten
Fünfergruppen, legten Deckadressen fest, richteten illegale Quartiere ein, schufen
Anlaufstellen für Kuriere und die illegale arbeitenden Funktionäre, wie zum Beispiel für
die Reichstagsabgeordneten der KPD …“
http://www.meine-stadt-gera.de/privat2/faschismus.htm
Gruss
Adam
Hallo Adam.
Während die Nationalsozialisten an der Macht waren, leisteten
die deutschen
Kommunisten als einzige Gruppierung ohne Unterbruch Widerstand
im Untergrund –
ich glaube, Du bist schon mehrfach darauf hingewiesen worden, daß diese Aussage nicht korrekt ist, sondern eine DDR-Legende darstellt.
Sollte das nicht der Fall sein, weise ich Dich darauf hin - das ist eine DDR-Legende.
Gandalf
Hallo Katja,
Das ganze Fünfergruppensystem wird meistens deswegen nicht so genau angesprochen weil es einfach ein Klassiker von Untergrundorganisationen aller Art ist. Normalerweise ist zumindest während der Routinearbeit und der Vorbereitung so etwas wie eine Optimalgröße. Klein genug um beweglich zu sein, höchste Absicherung gegen Einbruch ins Zellensystem und gleichzeitig kann man mit 5 schon echte Arbeit leisten. In der Praxis, da Untergrundorganisationen auch anwerben, werden die Zellen etwas größer sein, was aber prinzipiell nichts an der Vorgehensweise selbst ändert. Zu große Zellen teilen sich einfach, da es bei der ganzen Sache nicht nur um Geheimhaltung, sondern, was vielfach auch übersehen wird, um taktische Beweglichkeit geht.
Neben der KPD wurden derartige Zellensysteme z.B. von Resistance, im deutschen Verbindungswiderstand, im Widerstand gegen die DDR-Diktatur (Ohm-Gruppen), vor 1948 von jüdischen Gruppen gegen die Engländer, und, in einer Form mit etwas größeren Zellen von den italienischen Widerstandskämpfern benutzt. Heute benutzen Al-Queida, Hamas und ähnliche Gruppen weitgehend ähnliche Systeme auf der operativen Ebene. Also alles nicht gerade eine exklusiv kommunistische Erfindung.
Gruß
Peter B.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
1941 nicht ganz aufgegebene Kontakte erneuert
Hallo
Von mir aus können wir uns auf die folgenden wissenschaftlichen
Aussagen einigen:
„… Der von 1936 bis 1939 auf kleiner Stufenleiter weitergeführte
kommunistische Widerstand erlosch unter dem Eindruck des Hitler-
Stalin-Paktes, der kriegsbedingten Zerstörung von illegalen
Verbindungen und der Blitzkriegsbegeisterung eines Teils der
deutschen Bevölkerung fast vollständig. Erst nach dem deutschen
Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurden die zwar eingefrorenen, aber
nicht ganz aufgegebenen Kontakte erneuert. …“
Detlev Peukert; Der deutsche Widerstand gegen das Dritte Reich
http://www.gdw-berlin.de/pdf/B13.pdf
Gruss
Adam