ich schreibe Sie an, da Sie sich als Budapest-Experte ausgegeben
haben. Ich habe ein Problem und möchte mich damit an Sie wenden.
Ich möchte im nächsten Jahr meinen Zivildienst im Ausland ableisten.
Nun habe ich nach einem Bewerbungsgespräch bei der entsprechenden
Trägerorganisation eine Zusage für den 12-monatigen Zivildienst in
Budapest bekommen, obwohl ich mich für eine südfranzösische Stadt
beworben habe. Ich war noch nie vorher in einem östlichen Land und
habe als gebürtiger Kölner, aufgewachsen in einer mittelständischen
und gut lebenden Familien, meine Bedenken, ob ich die 12 Monate in
Ungarn gut überstehen würde.
Ich kenne weder Ungarn noch sonstige östliche Staaten, ich verstehe
die Sprache nicht und denke, dass ungarisch sehr schwer zu lernen
ist. Ich kenne auch nicht die Mentalität der Menschen in Budapest und
weiss nicht, ob es mir leicht fällt mich dort einzuleben. Vielleicht
würde ich schon nach kurzer Zeit die westlichen Lebensgewohnheiten
vermissen …?
Wie schätzen Sie meine Bedenken ein, was sind Ihre Erfahrungen mit
Ungarn und speziell mit Budapest. Über eine hilfreiche Antwort wäre
ich sehr dankbar.
ich kann dir zwar nichts zu Budapest sagen, aber vielleicht zu deinem Vorhaben.
Ich betreue jedes Jahr Jugendliche, die für ein Jahr als Austauschschüler ins Ausland gehen, darunter so „exotische“ Länder wie Paraguay, Ecuador, Ghana, China, etc. und auch etliche osteuropäische Länder, z.B. auch Ungarn.
Ich kenne weder Ungarn noch sonstige östliche Staaten, ich
verstehe
die Sprache nicht und denke, dass ungarisch sehr schwer zu
lernen
ist. Ich kenne auch nicht die Mentalität der Menschen in
Budapest und
weiss nicht, ob es mir leicht fällt mich dort einzuleben.
Vielleicht
würde ich schon nach kurzer Zeit die westlichen
Lebensgewohnheiten
vermissen …?
Meine Meinung aufgrund meiner Erfahrung ist folgende: Es kommt nicht auf Budapest oder Ungarn, sondern ganz allein auf deine Einstellung an. Wenn du das ganze als großes Abenteuer betrachtest, als vielleicht einmalige Chance, längere Zeit in einem eher „unüblichen“ Land zu leben, dich darauf freust, Sprache, Kultur und Leute kennenzulernen, nicht erwartest, dass dort alles ist wie in Deutschland, sondern eher auf die Unterschiede (aber vielleicht auch Gemeinsamkeiten) gespannt bist, dann hast du alle Chancen ein tolles Jahr dort zu verleben.
Ist deine Einstellung hingegen jedoch eher negativ oder skeptisch, dann wirst du vermutlich jede Menge finden, was dir deinen Aufenthalt in Ungarn verleiden wird.
Gruss und viel Glück
(und hoffentlich Spass
Marion
und habe als gebürtiger Kölner, aufgewachsen in einer
mittelständischen und gut lebenden Familien, meine Bedenken, ob ich die 12 Monate in Ungarn gut überstehen würde.
… ueblicherweise fressen die dort Koelner, besonders gut genaehrte Mittelstaendler.
Ich kenne weder Ungarn noch sonstige östliche Staaten, ich
verstehe die Sprache nicht und denke, dass ungarisch sehr schwer zu lernen ist.
… ohne Fleiss kein Preis, aber die sollen ja Fremdsprachen wie Deutsch und Englisch beherrschen. Die werden sich schon vorher ueberlegt haben, ob sie dort mit dir was anfangen koennen.
Ich kenne auch nicht die Mentalität der Menschen in Budapest und weiss nicht, ob es mir leicht fällt mich dort einzuleben. Vielleicht würde ich schon nach kurzer Zeit die westlichen Lebensgewohnheiten vermissen …?
Garantien gibst nicht, und was man nicht weiss, solte man rausfinden. Also mal im Ernst, es tut Dir niemand was. Es ist nach deinem Posting zu vermuten, dass Du nur wenig selbstaedig bist, vielleicht auch sein kannst. Das kannst Du jetzt aendern! Zeige, dass Du dich dort zurechtfindest. Das Du dieses (fuer dein Umfeld offfensichtlich exotische) Abenteuer meistern kannst. Die Menschen und Kultur kennenlernen. Auch mit widrigen Bedingungen zurechtkommen. Mal es Dir in den schlimmsten Zuegen aus. Trotzdem wirst Du eine Menge spannende und interessante Aspekte finden, die trotzdem zu einem Aufenthalt reizen.
Ungarn uebrigens ist nur ein paar Autostunden von Deutschland weg. Und keine 2 Flugstunden. Was solls also (wenns an Kohle nicht mangelt)? Da kannst Du da vermutlich mehr lernen als in Suedfrankreich.
Welche „westlichen“ Lebensbedingungen meinst Du eigentlich? Vielleicht waere ja mal ein Wochenendtrip nach Budapaest angeraten, das erleichert sicher die Entscheidung.
Pack deinen Rucksack, geh zum Bahnhof…
…kauf dir ein Ticket und gucks dir mal an! Nim am besten einen Nachtzug…
Mal im Ernst, ich nehme mal an du machst Abi und wohnst bei Muttern - eine bessere Chance rauszukommen und etwas wirklich neues kennen zu lernen (wo dich viele drum beneiden werden) kriegst du kaum.
Ungarn ist mit Sicherheit höher entwickelt, als du es dir vorstellst. Um einen Überblick zu gewinnen würde ich dir echt raten, so weit issses nicht: fahr hin (5 Tage vom 02.01. an). Hier können dir Experten noch so viel erzählen, die eigenen Eindrücke sagen sicherlich viel mehr…
Keine Frage, Ungarisch zu lernen ist mörderschwer, weil die Sprache wenig mit anderen europäischen Sprachen zu tun hat, weder den slawischen noch den romanischen (insofern wäre Frankreich sicher schöner gewesen). Aber die würden dich da nicht hinschicken, wenn du da keinerlei Verständigungsmöglichkeit hättest. Und glaub mir eins: besser lernst du eine Sprache NIE, als wenn du es wirklich musst, weil du fern der Heimat bist…
Also, mach dir nicht zu viele Gedanken, wälz nicht zu viele Bücher: guck es dir an, mittlerweile ist das nicht mehr der wilde Osten, Ungarn, gerade auch Budapest ist ein angesagtes Reiseland, du bist da nicht so sehr der Exot wie du glaubst.
Natürlich
HAllo Jens,
ich kenne Jemanden der auch für ein paar Monate in Budapest war, und der super begeister war.Um dir die Sorge zu nehmen, dass sie dort eventuell unzivilisert seien kann ich Dir auch nehmen, denn dieser Mensch (uns seine Freundin) haben ziemlich grosse Ansprüche( an Kleidung, Disco usw.) und diese wurden befriedigt!!!
Sie konnten ihren Lebensstandart sogar noch erhöhen, weil die Lebenshalstungskosten einfach viel niedriger als bei uns sind.
Also ich würde diese Chance sofort ergreifen, bzw. natürlich vorher einen Kurztrip dorthín unternehmen!!
Ich stimme den anderen zu, die meinen, man soll das ganze zugleich als Abenteur und als Moeglichkeit betrachten, die Grenzen der eigenen Welt weiter raus zu schieben. Aber vielleicht werden diese Tatsachen/Meinungen Dich ein Bisschen beruhigen:
Aeltere Leute sprechen oft Deutsch. Ich war in Ungarn 1967 und 1971 und benutzte immer Deutsch, nicht Englisch.
Juengere Leute lernen Englisch in der Schule. Ich wuerde ausserdem wetten, dass die zweitgewoehnlichste Fremdsprache junger Leuten Deutsch ist. Es gibt sogar Ungaren, die deutsch-sprachiges Herkunfts sind und daher Ungarisch und Deutsch beherrschen.
Ich habe irgendwo gelesen, dass die Ungaren den Deutschen immer „Ehrendeutsche“ gewesen sind. Ich habe dieses so interpretiert, dass die Denkweisen der zwei Voelker aehnlich sind…natuerlich gibt es auch historische Verbindungen.
Ich kann Dir versichern, dass „die deutsche Kultur“ in Ungarn verehrt wird.
Schau mal das chatroom bei www.iagora.com an. Da kommen oefters Ungaren vorbei - besonders am Wochenende…mit denen kannst du auf englisch oder auf deutsch chatten, darauf ankommend. Du musst aber fragen, ob sich da Ungaren befinden, wenn die nicht gerade auf Ungarisch chatten, was auch vorkommt. Von den Nicknames kann man es nicht erkennen. Sag Ihnen, dass Du von dem chatroom von „jff“ gelernt hast. Einige kennen mich, im Sinne des Internets. Wenn Du vorher in Ungarn Bekannte hast, wird es vielleicht angenehmer sein, wenn Du da ankommst.
Kein Ungar erwartet, dass ein Auslaender Ungarisch beherrscht. Eine sehr komplizierte Sprache. Aber dafuer wird natuerlich jeder froh sein, wenn Du Dir die Muehe gibst, die Sprache zu lernen.
Meine Grosseltern muetterlicher Seite kamen vor 1900 aus Ungarn in die USA an und schon damals trugen sie Schuhe, konnten lesen, assen mit Besteck…