für gegner der apostrophitis[info]

hallo besserwisser,

hier ein aktueller artikel des zwiebelfischs zur obenstehenden thematik:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,283…

und hier wird erläutert, wie man ihn anwendet:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,283…

anmerkung: daß der sächsische genitiv früher im osten so zahlreich verwendt wurde, ist eine legende. leider nicht ausrottbar.

strubbel
X:open_mouth:)

sächsischer Genitiv

anmerkung: daß der sächsische genitiv früher im osten so
zahlreich verwendt wurde, ist eine legende. leider nicht
ausrottbar.

Hallo Strubbel,
in der Tat, „sächsischer Genitiv“ ist ja ein Begriff aus der englischen Grammatik und hat mit der deutschen gar nichts zu tun, schon gar nicht mit den „Sachsen“, die heute das gleichnamige Bundesland bevölkern… Er unterscheidet ja vielmehr im Englischen den nach Art der Sachsen (=Vorfahren der Engländer aus Schleswig-Holstein) gebildeteten Genitiv (my father`s hat) von dem nach Art der frankophonen Eroberer von 1066 gebildeten Genitiv (the hat of my father - le chapeau de mon père).
Nicht auszurotten ist leider überhaupt der Irrtum, das Wort „Sachsen“ habe sich schon immer auf die Gegend rund um Dresden und Leipzig bezogen, wo es doch erst vor schlappen sieben- bis achthundert Jahren hingelangte…
Gruß aus Niedersachsen (dem älteren Sachsen :wink:
Peter

Hi strubbel,

anmerkung: daß der sächsische genitiv früher im osten so
zahlreich verwendt wurde, ist eine legende. leider nicht
ausrottbar.

das mag daran liegen, dass sie fast beinahe wahr ist, bis auf das „früher“. Diese Seuche ist kurz nach der Wende ausgebrochen, als sich die Ossis, von den Zwängen des Sozialismus befreit, massenweise in die Selbständigkeit gestürzt haben (1990 in der Nähe von Zwickau: „Sonja’s Frisierstüb’l“). Wie sich das für wahren Unrat gehört, hat sich die Mode in Windeseile über ganz Deutschland ausgebreitet - 1991 entdeckte ich auf der Dachauer Straße in München das „Orig. bayr. G’schenke-Lad’l“.

Gruß Ralf

hallo ralf,

da stimmt eben nicht, denn firmen wie meiers weltreisen, kaisers, hütters neue wohnwelt usw. standen massenhaft pate. (jeweils mit apostroph geschrieben)
bis 1989 war diese schreibweise im osten einfach ungebräuchlich und wurde dann wie so vieles schleunigst übernommen.

strubbel
Y:open_mouth:)

Hi strubbel,

firmen wie meiers weltreisen, kaisers, hütters neue wohnwelt usw.
standen massenhaft pate:frowning:jeweils mit apostroph geschrieben).

Stimmt, das war in den zwanziger Jahren bei Firmennamen der Brauch, aber auch nur da. Deshalb sagt ja auch der Duden, dass das ‚s‘ durch den Apostroph abgetrennt werden darf, um den Eigennamen hervorzuheben. Dass „Apostroph“ auf deutsch „Auslassungszeichen“ heißt, ist der Dudenredaktion allerdings entgangen.

bis 1989 war diese schreibweise im osten einfach ungebräuchlich
und wurde dann wie so vieles schleunigst übernommen.

Ja, von wem denn? Wo hingen denn die Schilder?

Gruß Ralf