Für lau

Der Ausdruck „für lau“ als Synonym für „gratis, umsonst, kostenlos“ ist mittlerweile täglich irgendwo zu hören. Das war vor einigen Jahren noch nicht so, daher geht mir diese Wendung auch kaum über die Lippen. Woher kommt sie eigentlich? Was bedeutet sie ursprünglich? Warum derzeit dieser vermehrte Gebrauch (Modewort?)?

Vielen Dank für ihre Antwort(en)
Fred

Hallo, Fred,

Der Ausdruck „für lau“ als Synonym für „gratis, umsonst,
kostenlos“ ist mittlerweile täglich irgendwo zu hören.

Woher kommt sie eigentlich?

aus dem Hebräischen/Jiddischen.

Was
bedeutet sie ursprünglich?

„lau“ und „lo“ bedeuten „nichts“, „kein“.

Warum derzeit dieser vermehrte
Gebrauch (Modewort?)?

In manchen Dialekten zumindest ist es seit langem gebräuchlich, vgl. http://72.14.221.104/search?q=cache:gomBZMGCocEJ:www….
Wenn es Dir derzeit gehäuft begegnet, kann es sich natürlich um eine Modeerscheinung (in bestimmten Zusammenhängen? Gegenden? Kreisen?) handeln.

Gruß
Kreszenz

Der Ausdruck „für lau“ als Synonym für „gratis, umsonst,
kostenlos“ ist mittlerweile täglich irgendwo zu hören. Das war
vor einigen Jahren noch nicht so, daher geht mir diese Wendung
auch kaum über die Lippen. Woher kommt sie eigentlich? Was
bedeutet sie ursprünglich? Warum derzeit dieser vermehrte
Gebrauch (Modewort?)?

Vielen Dank für ihre Antwort(en)

Hallo Fred.
Zur Entstehungszeit: Den Ausdruck kenne ich seit meiner Kindheit und meine Eltern und Großeltern kannten ihn ebenfalls. (Rheinland).
Auch üblich ‚ein Laumann‘, einer der nichts darstellt, einer den man ‚in der Pfeife rauchen kann‘!
Zur Herkunft weiß ich nichts Genaues, tippe aber mal auf Rotwelsch oder Jiddisch.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim.

Hallo,
„das“ Kreszenz (Scherz, „das“ ist saarländischer femin. Artikel) hat, wie immer, recht!
http://nextz.de/glossen/lau.htm
Im Kurpfälzischen ist der Begriff schon bei meinen Großeltern (*1885) gebräuchlich gewesen und bis heute dort ein üblicher, von jedem verstandener Ausdruck! Laupfeifer („Lohpaifer“): Schimpfwort für jemanden, der Vorteile „für umme“ zu erlangen strebt; svw. „Schnorrer“.
Für lau: kostenlos.
Weitere übliche jiddische Lehnswörter: Matzen = „Butzen“ in den Augen, Goije = schlechtes Weibsbild
Gruß an Kreszenz und Forum, HR

Hallo Manfred,

ich habe lange im Ruhrgebiet gewohnt, dort und - wie auch Alexander schon sagte - im Rheinland ist der Ausdruck seit eh und je bekannt und gebräuchlich.
Da die Menschen gezwungenermaßen mobiler werden, verbreitet sich sowas wohl verstärkt.

Grüße
MrsSippi