Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Hallo Experten,

mich würde mal interessieren, wie das Gesetz es mit trotz infektiöser Krankheit arbeitenden Arbeitnehmern sieht. Man beobachtet ja häufig, dass Leute offensichtlich beispielsweise an einem grippalen Infekt (Rhinitis, Bronchitis, Tonsillitis etc. oder sogar an echter Grippe) leiden und erst dann nicht mehr arbeiten kommen, wenn es nicht mehr anders geht. Ich halte das für unverantwortlich, denn gesunde Arbeitnehmer sind so der Gefahr ausgesetzt, sich ebenfalls zu infizieren. Verschärfend kommt hinzu, dass gesunde Arbeitnehmer sich dieser direkten, aber vermeidbaren Ansteckungsgefahr nicht entziehen können. Oder hat schonmal jemand versucht, dem Arbeitgeber klar zu machen, dass er als Gesunder zu Hause bleibt, weil da einer mit ner Rotznase rumläuft und alles verseucht? Ich denke kaum.

Genau genommen könnte man das Verhalten des Arbeitskollegen in meinem laienhaften Rechtsverständnis doch auch als versuchte oder (im Fall einer tatsächlichen Infektion) fahrlässige bzw. absichtliche (er weiß ja, dass er infektiös ist) Körperverletzung deuten. Ebenso halte ich es für die Pflicht des Arbeitgebers, den kranken Kollegen auch gegen dessen Willen nach Hause zu schicken, um eben die gesunden Kollegen vor einer Infektion zu schützen. Tut er es nicht, verletzt er meines Erachtens seine Fürsorgepflicht. Wie sieht das das Gesetz? Gibt es da Beispiele in der Rechtssprechung? Was kann man als einer der gesunden Arbeitnehmer in einem solchen Fall tun? Welche rechtlichen Schritte könnte man theoretisch nach einer tatsächlichen Infektion ergreifen, wenn man es denn unbedingt auf die Spitze treiben möchte?

LG
Huttatta

Wie soll das in der Praxis aussehen?
Dass der AG den mitarbeiter beim kleinsten Huster heimschickt?
Der AG ist kein Arzt.
Natürlich könnte er jemanden heimschicken - aber letztendlich schreibt der Arzt denjenigen AN krank und nicht der AG.

Natürlich könnte er jemanden heimschicken - aber letztendlich
schreibt der Arzt denjenigen AN krank und nicht der AG.

Na dann eben zum Personalarzt schicken.

Der ist ja auch in so vielen Betrieben vorhanden…